Autumn in New York - 8 Tage im September 2022

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foto-k10
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Re: Autumn in New York - 8 Tage im September 2022

Beitrag von foto-k10 »

Klara hat geschrieben: 14 Jan 2023 12:33 Eigentlich hatte ich gar keinen Hunger, fand den Laden aber so klasse, suchte mir eine schokoladiges Getränk mit Sahnehäubchen aus und ein weißes Kuchenstück, das fluffig cremig aussah, sich aber im Gaumen als süß und fettig präsentierte. Ich kämpfte mit meiner Beute und mir war dann fast schlecht :lol:
Fast zählt nicht und wenn es im Magen bleibt, hast Du den Kampf gewonnen. :mrgreen:
Merke: den "Göttergatten" mitnehmen, der kann solche Kalorienbomben bestimmt fachgerecht entsorgen!
Klara
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Re: Autumn in New York - 8 Tage im September 2022

Beitrag von Klara »

foto-k10 hat geschrieben: 14 Jan 2023 16:22
Merke: den "Göttergatten" mitnehmen, der kann solche Kalorienbomben bestimmt fachgerecht entsorgen!
Der war dabei, hatte ein kleines Küchlein genommen, ich fand mein größeres verlockender, aber ihm schmeckte meins nicht :lol: Aber ich habe daraus gelernt, diese Gefühl von "ecklig vollgefressen zu sein" kann ich sofort abrufen, wenn mir jemand noch ein Stück Kuchen aufdrängen will, denke ich nur, nee danke, mir ist schon schlecht :lol:
LG
Klara, die jetzt zum Geburtstag geht und sich vorichtig vollfuttert
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Suse
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Re: Autumn in New York - 8 Tage im September 2022

Beitrag von Suse »

Na klar, Müll muß der Mister doch immer zeigen. :lol:

Wir wußten gar nicht, daß das Eataly "bei uns" nebenan kein Einzelmodell ist, sondern eine Kette. Inzwischen hab ich schon gehört, daß es in München am Viktualienmarkt auch eines gibt und eines in Paris. Da wir voraussichtlich dieses Jahr in beiden Städten noch sein werden, haben wir ja schon mal einen Ort mit Garantie für gutes Essen. In Berlin gibt es keines und das ist ja vielleicht auch ganz gut so. :lol:
Wenn du keine Kokosmilch hast, machste einfach normales Wasser.
- Grubi -

https://s12.directupload.net/images/210215/bx7vkcag.jpg
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Lars
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Re: Autumn in New York - 8 Tage im September 2022

Beitrag von Lars »

New York habe ich bisher (außer einem Umstieg, aber den kann man kaum zählen) noch nicht besucht. Eigentlich hatten wir für Juni 2020 einen Businessclass mit Eurowings für 55000 Meilen und 85€ (Lufthansa Meilenschnäppchen) geschossen, aber das wurde aus bekannten Gründen nix...

Der bisherige Bericht lässt die Lust wieder wachsen - steht noch hoch auf der ToDo ;-)

Die Bilder sind natürlich wettertechnisch bestens begünstigt worden. So will man das doch haben, da macht es noch mehr Spaß.
Bin gespannt auf den weiteren Verlauf.

Ciao Lars
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Suse
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Re: Autumn in New York - 8 Tage im September 2022

Beitrag von Suse »

Heute ist Samstag, das merkt man der Umgebung auch sofort an. Es sind noch deutlich mehr aufgebrezelte Selfie-Strategen unterwegs, die teilweise die verrücktesten Verrenkungen veranstalten, um sich mit dem One World Tower als Hintergrund selbst zu inszenieren.

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Gern genommen werden dabei auch die Poller, mit denen die Fußgängerzonen abgetrennt werden, wobei es zu lustigen Szenen kommt, wenn Leute hinaufklettern, dann aber ohne Hilfe nicht mehr herunterkommen.

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Mit solchen Schuhen klettert man natürlich nirgendwo hinauf:

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One World Tower ist heute auch unser Ziel, genauer gesagt das Observatory im 102. Stock. Tickets haben wir über den Paß ja quasi schon, was wir aber auch hier wieder brauchen, ist ein Zeitfenster. Bei dem Versuch, dies online zu buchen, erhalte ich immer nur zur Antwort, der Paß müsse bei Buchung des Time Slots vorgezeigt werden. Gottseidank ist es ja quasi nebenan, also flitze ich vor dem Frühstück schnell hinüber.

Es gibt zwar keine gesonderte Warteschlange für Paßinhaber, trotzdem muß ich nicht sehr lange anstehen, noch ist hier nicht viel los. Weil wir jetzt aber erstmal frühstücken wollen, buche ich ein Zeitfenster für 13 Uhr. Unser Reiseführer empfiehlt bei fast allen Unternehmungen, diese vor 14 Uhr absolviert zu haben, da es danach zumeist deutlich voller würde. Also liegen wir damit gut in der Zeit.

Die Sonnenuntergangsstunden wären auch hier nicht im Paß enthalten gewesen und sind sicher toll, andererseits kann man bei steilerem Sonnenstand tiefer in die Häuserschluchten hineinschauen. Außerdem haben wir ja noch den Sonnenuntergang auf dem Empire State Building vor uns und den Sonnenuntergang über dem Hudson sehen wir sowieso jeden Tag.

Daß wir den so gut sehen liegt vor allem daran, daß zwischen den ganzen hohen Gebäuden auf der Neulandgewinnung jenseits der West Street ein kleineres Gebäude mit einer runden gläsernen Kuppel steht, das den Blick auf den Fluß freigibt, der Brookfield Place. Wir haben natürlich inzwischen längst gegoogelt, was das ist, und nach dem Frühstück mit Croissants, Kaffee und Orangensaft möchte die Mutter sich das gern mal anschauen, denn was wir da gelesen haben, klingt interessant.

Wir trödeln also vom Eataly aus am zweiten Wasserbecken des Memorial vorbei über die Straße zum Brookfield Place. Die Geschäfte sind weniger interessant, Mailänder Mode, die Boutiquen minimalistisch eingerichtet wie avantgardistische Kunstgalerien und bei den Preisschildchen könnte man glauben, hier würde noch in italienischen Lire gerechnet, denn daß das Dollarpreise sein sollen, kann nicht deren Ernst sein.

Wenn man den Bereich der Nobelklamotten hinter sich gelassen hat, öffnet sich das Gebäude zu dem verglasten Atrium, dessen Dach man vom Hotel aus sehen kann. 36 Meter hoch ist die Kuppel, und darunter 16 Fächerpalmen. Laut Internet 12 Meter hoch, aber die Angabe kann sehr gut schon veraltet sein, so groß sieht die Lücke zwischen Palmwedeln und Kuppel gar nicht mehr aus. Die Palmen fühlen sich hier offensichtlich sehr wohl, sie wachsen so gut, daß sie regelmäßig ausgetauscht werden müssen, zuletzt 2013.

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Das Ensemble ist ein beeindruckender Anblick, man fühlt sich wie zwischen den Säulen eines ägyptischen Tempels. Ein französisches Café befindet sich am rückwärtigen Ausgang, durch den man dann wieder am Yachthafen ankommt, an dem wir an unserem ersten Tag bereits waren.

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Wir schauen uns eine Weile um, dann wird es auch langsam Zeit, zum Observatory zu gehen. Vermutlich müssen wir noch durch eine Security, wie bei der Fähre zur Freiheitsstatue auch und vermutlich auch sonst überall, wo wir noch hinkommen werden.

So schnell kommt man nach Südamerika. Selfie in der Weltkugel vor dem One World Tower:

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Genau so ist es dann auch. Mit unseren Time Slots werden wir direkt ins Untergeschoß durchgewunken, wo wir unsere Tickets und Rucksäcke scannen lassen müssen. Direkt im Anschluß geht es zum Fahrstuhl, dem schnellsten der Welt, wie es heißt. Während wir warten, begrüßt uns eine Leinwand, auf der die Länder, aus denen die aktuell angekommenen Besucher stammen, in Großbuchstaben aufleuchten. Irgendwann kommt Deutschland, das sind dann vermutlich wir. Es dauert aber nur eine Sekunde, dann laufen uns andere Nationalitäten wieder den Rang ab.

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Daß der Fahrstuhl so schnell ist wie Usain Bolt laufen kann, merkt man tatsächlich. Wir sind alle unempfindlich, was solche Dinge angeht, und werden auch normalerweise nicht seekrank, aber die Mutter und ich haben hier tatsächlich ein etwas flaues Gefühl, so schnell geht es aufwärts.

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Kaum aus dem Fahrstuhl heraus folgt oben zunächst eine kurze Filmvorführung. Auf die abgehängten Fensterflächen wird die Bebauungsgeschichte Manhattans projiziert, in Windeseile wachsen die Wolkenkratzer in den Himmel, zu einer Zeit, als in Europa noch gestritten wurde, ob Hausdächer spitz oder flach zu sein haben. Als der Film in der Gegenwart angekommen ist, heben sich die Leinwände und man blickt auf die reale Skyline. Der Mister und die Mutter sind beide sehr ergriffen von dem Gesehenen. Mir persönlich ging das alles zu schnell und mir ist auch immer noch ein bißchen schwindelig, also will sich so richtig keine Rührung einstellen.

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Einmal im eigentlich Observatory angekommen erschlägt einen der Anblick der Stadt von oben aus dem 102. Stock dann aber förmlich.

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Bei dem wie gewohnt guten Wetter haben wir gefühlt eine Sicht bis zum Pazifik.

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Brooklyn Bridge und Manhattan Bridge daneben:

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Da es kein Zeitlimit gibt, wie lange man sich hier aufhalten darf, bleiben wir bestimmt zwei Stunden. Natürlich interessiert uns besonders der Bereich um unser Hotel, und je länger man hinausschaut, desto mehr Details entdeckt man.

Wer erkennt das Millenium?

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Zum Beispiel die Dachgärten. Eine Welt, vor den Blicken der Fußgänger verborgen. Muß toll sein, hier seine Mittagspause zu verbringen.
Obwohl ich normalerweise nicht zu knapp Höhenangst habe, macht sich diese hier kaum bemerkbar.

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Im Obergeschoß des Observatory gibt es eine Restauration. Wenn man an einem der gedeckten Tische sitzen und essen möchte, muß man reserviert haben, aber es gibt auch Snacks auf die Faust, die man an Stehtischen verzehren kann. Wir holen uns ein paar Getränke und einen Burger und finden auch einen freien Tisch.

Von hier oben aus hat man einen guten Blick in die Runde unter uns. In den Fenstern sind kleine Skyline-Silhouetten aufgebaut, das dient vermutlich nicht nur dekorativen Zwecken, sondern soll verhindern, daß die Leute sich in die Fensternischen hocken. Insgesamt gibt es hier viel zu wenig Sitzgelegenheiten.

Schräg unterhalb von uns eine Fläche, die aussieht wie ein Glasboden. So etwas habe ich vor vielen Jahren schon mal im CN-Tower in Toronto gesehen, damals noch das höchste Gebäude der Welt, ganz kurz bevor irgendein Turm in Kuala Lumpur ihm den Rang ablief. Auch wenn ein Schild dort darauf hinwies, daß die Glasfläche mit dem Gewicht von 5 Nashörnern belastet werden könnte, habe ich mich damals schon nicht getraut, mit beiden Füßen darauf zu stehen. Auch das Technikmuseum in Berlin hat auf dem Balkon so ein Gebilde, das ich ebenfalls nur am Rand betreten habe. Und jetzt hier, im 102. Stock, never ever. Die anderen Leute sehen das wohl lockerer und latschen munter kreuz und quer, ein Kleinkind setzt sich mitten darauf und folgt mit den Fingern den weit unter ihm herumfahrenden Lkw. Da werde ich dann stutzig.

Wir erinnern uns, wie das Gebäude aussieht, in dem wir uns gerade befinden:

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Es kann also überhaupt nicht sein, daß wir irgendwelche Straßen direkt unter uns durch einen Glasboden sehen könnten. Und tatsächlich ist es dann auch nur eine Kameraprojektion, die unter den Füßen wie ein Film abläuft. So traue ich mich dann auch mal drauf, ganz ohne Nervenkitzel.
Hinaus wird man durch den unvermeidlichen Souvenirshop geleitet. Dem Mister fällt auf, daß es alles mögliche an One World-Devotionalien zu kaufen gibt, aber nichts, das mit dem World Trade Center vor 2001 zu tun hat. Vermutlich ist das psychologisch auch gut so, bei mir kam der Gedanke zwischendurch ohnehin kurz auf, daß wir genau in der gleichen Situation wären, in der sich die Menschen damals befanden, die damals in den Stockwerken oberhalb des Flugzeugeinschlages gearbeitet haben. Die Vorstellung läßt mich schaudern.

Mit dem Fahrstuhl in 60 Sekunden 102 Stockwerke abwärts, dann taumeln wir wieder auf die Straße. Es ist völlig unwirklich, daß wir gerade noch da oben waren.

Es ist früher Nachmittag und bis wir heute Abend das New Yorker Nachtleben erkunden werden, zerstreuen wir uns in alle Himmelsrichtungen.
Der Mister gesellt sich zu Metin auf die Bänke vor dem Millenium mit Blick auf das Oculus. Metin hat den Bau des Bahnhofs hier miterlebt und hat jede Menge Insiderwissen. 4 Milliarden Dollar hat es gekostet, doppelt so viel wie ursprünglich veranschlagt, was den Ruf des Architekten wohl nachhaltig geschädigt hat. Die eigenwillige Konstruktion mit ihren gerippten Flügeln, von denen jeder einzelne 18 Tonnen wiegt, trägt ihr Übriges dazu bei, das Gebäude zu einer wahren Geldverbrennungsmaschine zu machen. Die Oberlichter in der Gebäudemitte, die die Halle im Inneren erhellen, sind durch die beständigen Zugkräfte permanent reparaturbedürftig, was erklärt, weshalb wir täglich die aus unserer Hotelperspektive ameisenkleinen Arbeiter darauf herumklettern sehen.

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Die Mutter möchte nochmal in den Brookfield Place, das französische Café ausprobieren und sich am Yachthafen ein bißchen sonnen. Das kriegt sie tatsächlich problemlos hin, ganz ohne Englischkenntnisse, ich bin schwer beeindruckt, habe tatsächlich überhaupt keine Lust sie zu begleiten.
Wir haben heute Abend noch Programm und ich schaue kurz beim Concierge vorbei, der mir sagt, viertel nach sechs ein Taxi zu nehmen, würde vollkommen reichen, wenn wir um 19 Uhr in der 44. Straße sein müssen. Also habe ich noch locker zwei Stunden und in denen steht mir den Sinn nur nach der Badewanne. Draußen kann die Welt jetzt meinetwegen Kopf stehen, mir egal.

Um viertel nach sechs stehen wir dann frisch gewaschen vor dem Concierge, der uns in bekannter Manier ein Taxi herbeizaubert. Dann geht es an der Westseite Manhattans aufwärts nach Norden und an der 44. Straße rechts ab. Inzwischen kennen wir uns ein bißchen aus. An der Kreuzung läßt er uns raus, auf der gegenüberliegenden Seite ist die 44. Straße verstopft, das kann man schon von hier aus sehen, da sind wir schneller zu Fuß. Das finden wir sehr fair, er hätte uns ja für das im Stau-Stehen noch Geld abknöpfen können.

Die letzten Meter gehen wir also zu Fuß und dann stehen wir vor der Empfangsdame, die kontrolliert, ob wir auch auf der Gästeliste stehen. Wir stehen, sie amüsiert sich ein bißchen, daß sie unsere Namen nicht aussprechen kann, und bittet uns dann, ihr zu Folgen. Und wir treten ein ins Allerheiligste, wir sind im Birdland.

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Vor der Reise hatte die Mutter sich gewünscht, ein bißchen Nachtleben in New York erleben zu dürfen, was mich vor einige Probleme stellte, in dem Überangebot dieser Stadt das Richtige zu finden. Ein Theaterstück fiel schon aufgrund der Sprachbarriere aus, die Auswahl an Musicals gefiel mir nicht sonderlich, die Metropolitan Opera und auch die Carnegie Hall begannen ihr Winterprogramm erst im Oktober, vorher war die Anzahl der Veranstaltungen spärlich gesät.

Völlig ratlos, welche der zahlreichen kleineren Veranstaltungslokalitäten etwas Passendes bieten würde, das uns allen dreien gefällt, war ich schon kurz davor, den Tip einer Freundin aufzugreifen

https://www.ellensstardustdiner.com/abo ... New%20York.

Nur daß man dort nicht reservieren kann und anscheinend gerade am Abend nur mit viel Glück einen Tisch bekommt.

Wenn nur in der Carnegie Hall etwas gewesen wäre, gern auch etwas Klassisches, allein schon das historische Gebäude, in dessen oberen Stockwerken viele Jahre der Pianist Don Shirley eine Wohnung gehabt, hat, das hätte ich schon gern gesehen, da wäre fast nebensächlich gewesen, was man sich dort angehört hätte. Don Shirley, dessen mutige Entscheidung, als schwarzer Musiker in den 50er Jahren eine Tournee in die Südstaaten durchzuführen, mit Green Book verfilmt worden ist, mit dem großartigen Viggo Mortensen, der Tony Lip darstellt, den Fahrer Don Shirleys, der ursprünglich als Rausschmeißer im Copa gearbeitet hat, also dem Copa, dem legendären Jazzclub, der damals vielleicht noch etwas berühmter war als das Birdland.

Wer jetzt meint, ich schreibe wirr, hat nicht ganz Unrecht, denn das ungefähr war die Assoziationskette, die mir die Rettung gebracht hat. Wir gehen in einen Jazzclub!

Die Recherche ergab, daß es sowohl das Copa als auch das Birdland noch heute gibt. Während das Copa heute vorwiegend Tanzveranstaltungen mit dem Schwerpunkt auf lateinamerikanischen Tänzen durchführt, ist das Birdland heute, nach zweimaligem Umzug, zwar nicht mehr das originale Birdland, steht aber immer noch ganz in der Tradition des ursprünglichen Clubs.

Benannt nach Charlie „Bird“ Parker, dem Saxophonisten, ist das Birdland vermutlich den meisten aufgrund
seiner Hintergrundmusik bekannt, die eigens für den Club komponiert und vor und nach den Konzerten gespielt wurde: Lullaby of Birdland.

https://www.youtube.com/watch?v=UY8zK4R9oE8

Jazz jeglicher Couleur wird hier live gespielt und in den 8 Tagen unseres Aufenthaltes hätte es mehrere Live-Konzerte gegeben, die durchaus uns allen dreien gefallen hätten. Aber der absolute Hit ist, daß genau in unserem Zeitraum ein Musiker hier auftritt, dessen Musik wir seit Ewigkeiten leidenschaftlich gern hören.

Der Mister und ich sind beide große Fans des Brazil Jazz und wenn ich irgendwann mal nicht mehr in Berlin wohnen sollte, ist es vermutlich auch das Jazzradio, das mir mit am meisten fehlen wird, so beim Autofahren. Wem man dabei immer wieder über den Weg läuft ist Marcos Valle. Vielleicht sagt der Namen den meisten nichts, aber seine Kompositionen gehören zu den Brazil Standards und jeder hat sie schon gehört:

https://www.youtube.com/watch?v=K-QHu0qIyzw

Die Wände sind übersät mit Schwarzweißfotografien der Künstler, die hier bereits aufgetreten sind, alle waren sie da, von Duke Ellington bis Diana Krall.

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Wir bekommen einen schönen Tisch mit unverstellbarem Blick auf die Bühne. Um 20 Uhr beginnt das Konzert und bis dahin ist Zeit zum Essen. Der Eintritt ins Birdland ist mit $ 35 pro Person und für einen Künstler vom Kaliber Marcos Valles nicht teuer, es besteht allerdings Verzehrzwang in Höhe von mindestens $ 20. Dafür gibt es eine ziemlich umfangreiche Auswahl, die Küche bezeichnet sich als irgendwas zwischen amerikanisch und Cajun. Wir finden alle etwas, das uns gefällt, die Portionen sind üppig und es ist sehr lecker. Zu Beginn des Konzerts gönnen wir uns ein paar Cocktails und dann kann es unseretwegen losgehen.

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Marcos Valle ist unverkennbar alt geworden, aber ebenso unverkennbar hat er Spaß am Auftritt. Neben der bekannten Summer Samba spielt er auch

https://www.youtube.com/watch?v=OSttHUmyU3c

das besonders ich sehr mag. Der Mutter, die Marcos Valle nicht kannte, gefällt es erwartungsgemäß auch. Alles andere hätte mich auch gewundert, hat das Ganze doch ein bißchen was von Fahrstuhlmusik und wer keine keine komplette Aversion gegen sanfte Melodien hat, muß das eigentlich mögen.

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Die ganze Mühe der Vorbereitung hat sich gelohnt, es ist ein wunderbarer Abend mit schöner Musik an einem bedeutungsvollen Ort. Selbst der Gang aufs Klo ist hier besonders, da hängt ein lebensgroßes Portrait von Billie Holiday, wie alle Bilder hier scharzweiß, sie sieht wunderschön aus mit ihren weißen Kamelien im Haar. Auf dem Herrenklo hängt vermutlich Charlie „Bird“ Parker, aber da war ich ja nicht.

Wir fühlen uns wie echte New Yorker Kulturbeflissene, als wir zurück auf die 9. Straße gehen, die die 44. kreuzt. An der Straße winkt der Mister nur einmal einem Taxi und schon hält es neben uns. Jetzt haben wir es auch drauf.

Auch die anderen Fahrer zuvor auf dem Weg zum Central Park und zurück waren freundlich, aber nach einer kurzen Erkundigung welche Sprache wir denn sprächen, versiegte die Unterhaltung zumeist auch, was uns nicht unrecht war, so beschäftigt wie wir mit Gucken waren. Heute ist das anders. Dieser Fahrer ist nicht nur besonders gesprächig, sondern auch der erste, der kontrolliert, ob wir angeschnallt sind. Hier in New York fahren wir nicht Taxi, erklärt er uns, wir fliegen. And I sure fly, betont er noch.

Das bestätigt sich als wahr, erschwerend kommt hinzu, daß er die Strecke auswendig zu kennen scheint, denn er fährt die meiste Zeit mit nach hintem gedrehtem Kopf. Das liegt daran, daß er uns rasch als Deutsche identifiziert hat und über den Umweg Ukraine und Gaspipelines, über die er gut informiert ist, schlägt er in einem erregt vorgetragenen Monolog den Bogen zur Inflation und Flüchtlingswelle und es dauert nicht lange, bis er beim Punkt ist: Er ist Trumpist, will den Mann zurück und wenn nicht ihn, dann DeSantis.

Da komme ich jetzt mit meinem Floridawissen aber mal groß raus, denke ich, und konfrontiere ihn mit der Frage, ob er informiert sei, was DeSantis bezüglich einer vollkommenen Liberalisierung des Waffenrechts in Florida vorhabe. Waffen ohne Backgroundcheck für jeden, Waffen in der Hand psychisch Kranker und Waffen in der Hand offener Rassisten. Der Mann ist schwarz, aber dennoch völlig unbeeindruckt. Erschossen würde nur, wer sich zuvor auch falsch verhalten habe. Einzig mein Argument mit den psychischen Erkrankungen läßt er gelten, zieht aber auch hier die Linie zur Ukraine. Die Geldmittel für den medizinischen Sektor fehlten, weil Biden alles der Ukraine gibt, nur darum liefen ja so viele psychisch Kranke unbehandelt auf der Straße herum.

Im Nachhinein ist uns natürlich klar, daß wir vermutlich in einem Taxi gesessen haben, unter dessen Beifahrersitz sich ein kleines Waffenarsenal befunden haben dürfte. Angst habe ich trotzdem keine, der Mann wirkt trotz seines leicht enervierten Redeflusses intelligent und reflektiert. Er merkt dann anscheinend auch irgendwann, daß es nun gut ist mit der Politik und überrascht uns zum Schluß noch mit ein paar Insiderkenntnissen über Borussia Dortmund, auf die wir noch viel weniger zu erwidern wissen als auf politische Themen. Vermutlich hält er uns für komplette Vollpfosten.

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Als wir nachts am Millenium ankommen, ist er dann auch wieder ganz fröhlich und betont, wie sehr er sich gefreut habe, mit uns zu reden. Bizarres Ende eines großartigen Tages. Wir sitzen noch ein bißchen in der lauen Luft und versuchen die beseelte Stimmung des Birdland wiederzufinden. Die Mutter seufzt, daß sie sich das genau so vorgestellt habe. Der Mister und ich, als Marcos Valle-Fans ist sowieso hin und weg. Das war schön.

Morgen wird es ruhiger. Da machen wir einen entspannten Spaziergang durch Little Italy.
Zumindest glauben wir das jetzt noch.
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Suse
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Re: Autumn in New York - 8 Tage im September 2022

Beitrag von Suse »

Sonntagmorgen.

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Im Eataly ist es ruhig, die Arbeitnehmerschaft fehlt halt. Heute ist mal wieder ein Tag ohne Time-Slot irgendwo und wir können uns aussuchen, wann wir wo hingehen. Die Mutter wünscht sich einen Besuch von Little Italy, das ist nicht weit von uns, unterwegs kommt man an der Brooklyn Bridge vorbei und automatisch durch Chinatown, kann man alles bequem zu Fuß machen.

Dem Mister reicht jeden Tag Eataly, er möchte lieber noch mehr Zeit zwischen Broadway und City Hall Park verbringen, wo er in den vergangenen Tagen schon das bunte Live-Programm der New Yorker Straßenmusiker und sonstigen Exzentriker fotografiert hat. Wir verabreden, daß wir uns am Nachmittag im Park treffen.

Unterwegs machen wir einen Abstecher in die St. Paul’s Chapel. Der erste Ort, an dem wir tatsächlich unsere Impfnachweise zeigen müssen. Außerdem herrscht Maskenpflicht.

Die Kirche ist klein, aber dennoch etwas Besonderes, es ist die älteste Kirchen in ganz Manhattan, und daß sie die Anschläge am 11. September überlebt hat, verdankt sie einem Bergahorn, der irgendwo zwischen ihr und dem World Trade Center gestanden hat. Angeblich soll der Stumpf des Sycamore, der sich, wie manche Artikel es etwas pathetisch beschreiben, für die Kirche geopfert hat, noch irgendwo auf dem Friedhof hinter der Kapelle zu sehen sein. Gefunden haben wir ihn nicht, und da selbst Metin noch nie etwas davon gehört hatte, gehen wir mal davon aus, daß er nicht mehr existiert.

Nicht zu übersehen ist hingegen die Bell of Hope, ein Geschenk der Stadt London, als sich die Anschläge zum ersten Mal jährten.

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In der Kirche ist aktuell natürlich kein Gottesdienst, sonst könnten wir ja nicht hinein. Drinnen stehen zwei Leute, ein älterer Mann, der einer Frau etwas aus seinem Leben erzählt, es geht um Tod und Verlust, wir wollen nicht lauschen, aber in der kleinen stillen Kirche ist das nun mal nicht zu überhören. Die beiden scheinen sich nicht zu kennen, sondern sich in der Kirche zufällig begegnet zu sein, denn als der Mann sich verabschieden will und der Frau für ihr Zuhören dankt, fragt sie ihn, ob sie für ihn singen darf. Natürlich darf sie und zu unser aller Freude kann sie das auch richtig gut. Eindeutig hat sie eine ausgebildete Stimme und ihr Amazing Grace ist sehr rührend. Der Mann weint ein bißchen und wir auch fast.

An der Brooklyn Bridge reihen sich die Hot Dog und Softeis-Stände aneinander. Wir überlegen erst, ob wir einmal über die Brücke gehen sollen, aber das ist uns dann hin und zurück doch zu weit, wir wollen lieber in Ruhe Little Italy angucken. Wir können ja noch nicht ahnen, daß es dort alles andere als ruhig zugehen wird.

Jenseits der Canal Street beginnt China Town. Mit dem Londoner Chinatown im Gedächtnis hätte ich mir das hier irgendwie exotischer vorgestellt. Es gibt ein paar Häuser mit pseudo-Pagodendächern, wie sie für die Chinatowns der Welt typisch sind. Außerdem hängen an den Straßenschildern rote Glücksknoten und manche Gebäude haben chinesische Schmuckfriese, daß man wenigstens weiß, daß man richtig ist. Vielleicht liegt es ja auch am Sonntag.

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Auch hier eines dieser witzigen Käfig-Parkhäuser, so eines steht in der Nähe des Millenium auch. Legebatterie für Autos:

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In einem Schaufenster ein riesiger Sukkulent, der die gesamte Fensterfläche einnimmt. Ich staune den eine Weile an, da kommt direkt der Chinese heraus und erzählt mir, daß er die Pflanze erst kürzlich um die Hälfte zurückgeschnitten habe und schwups, sei sie schon wieder so groß.

In den Seitenstraßen wird es dann schon irgendwie mehr so, wie ich es mir vorgestellt habe. Hier ist dann auch verkaufsoffener Sonntag, auf der Straße Gemüsehändler und jede Menge Leben. Wir schlängeln uns zwischen den Einkaufenden hindurch bis zur nächsten Kreuzung, verlassen uns auf unser Bauchgefühl, daß Little Italy irgendwo hier links sein muß, und als wir um die Kurve kommen, sind wir schlagartig mittendrin.

Über unseren Köpfen rotweißgrüne Glitzergirlanden, rechts und links der Straße reihen sich Jahrmarktsbuden mit Spezialitäten, die Restaurants haben die Tische auf die Straße gestellt, Pasta wie bei Mamma und Cannoli wie bei Nonna, je weiter wir gehen, desto lauter wird Musik, Tanz und Gesang. Und die Tischdecken sind tatsächlich rotweiß kariert.

An einem der Verkaufsstände entdecken wir dann einen Aufkleber, es ist das Fest von San Gennaro, das einmal im Jahr für zwei Wochen im September gefeiert wird. Na, besser hätten wir es doch gar nicht treffen können.

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Irgendwo mittendrin sitzt auf einem Barhocker ein Sänger, er sieht ein klein bißchen aus wie Danny de Vito und hat die Stimme und das Repertoire von Sinatra. Wir holen uns eine Schachtel Cannoli und stellen uns an den Rand um zuzuhören. Sitzgelegenheiten gibt es kaum, die Mutter schlägt vor, sich auf die Stufen eines Wohnhauses zu setzen. Ich quetsche mich mit ungutem Gefühl ganz an den Rand um eventuellen Hausbewohnern nicht im Weg zu sein. Das nützt aber nichts, da umgehend ein weiteres Pärchen, dem Anschein nach Vater und Sohn in einer ähnlichen Alterskombi wie wir und ebenfalls mit Cannoli, sich neben uns setzen. Es sind Amerikaner und sie suchen umgehend das Gespräch mit uns, wie toll das doch alles hier sei, und die Cannoli sooo lecker. Sie sind nett und ich mache ein Foto von der Mutter und den beiden. Der Straßenmusiker singt New York New York und mehr New York geht dann jetzt irgendwie auch nicht mehr.

Die Stimmung ist ausgelassen, es ist nicht nur eine Aneinanderreihung von Freßbuden, sondern eine richtige Straßenparty. Als die Cannoli aufgefuttert sind, hält es die Mutter dann auch nicht mehr auf den Stufen. Sie gesellt sich zu der um den Sänger tanzenden Gruppe und ich sehe noch von weitem ihre Kappe auf und ab hüpfen. Verdrehte Rollen, die Mutter verschwindet zum Tanzen und ich halte wachsam Ausschau, daß sie auch nicht verlorengeht.

Und dann passiert, was natürlich passieren mußte. Während ich da noch abgelenkt sitze, kommen vor meiner Nase plötzlich ein paar Beine zum Stehen. Der dazugehörige Mensch wohnt offenbar in diesem Haus, kommt nun nicht an mir vorbei und steht da, das Gesicht zur Faust geballt. Das ist mir jetzt richtig peinlich. Ich verstehe ihn so gut, wie oft passiert mir das zuhause, daß ich mit Einkaufstüten in der Hand nicht ins Haus komme, weil Gruppen von Touristen dort C-Wurst essen. Mein metropolenkonformes Verhalten hat wohl doch noch Lücken.

Und weil Bilder ja gerade in so einer Situation viel mehr sagen als lange Beschreibungen: Das Video, das ich auf youtube gefunden habe, ist zufällig auch noch am gleichen Tag aufgenommen worden, an dem wir dort waren, aber wohl zu einer anderen Uhrzeit, ich kann uns nirgendwo auf den Aufnahmen entdecken.

https://www.youtube.com/watch?v=nk69Nx1vzJY

Was für ein Zufall. Ein ruhiger Spaziergang ist es also nicht geworden, aber die Mutter würde nicht tauschen wollen. Sie tanzt und singt und ist happy, das ist noch besser als das Birdland.

Nach einer ganzen Weile reihen wir uns in die Karawane ein, die sich durch die Gassen wälzt, bis wir irgendwo an der Grenze zu Chinatown wieder herauskommen. Verlaufen kann man sich hier eigentlich nicht. Der Ausflug hat so viel Spaß gemacht, daß man beim nächsten Mal die Reisezeit eigentlich fast wieder danach ausrichten müßte, wann San Gennaro gefeiert wird.

Auf dem Rückweg ein endloser hupender Autokorso, der sich von der Brooklyn Bridge nach Manhattan hineinwälzt, darin jubelnde Menschen, die grünweißrote Flaggen schwenken. Die wollen sicher alle zum Straßenfest, denke ich, aber im Vorbeifahren sieht man dann den Adler, der die Schlange greift im weißen Feld der Fahnen. Alles Mexikaner, stimmt, vor zwei Tagen war mexikanischer Unabhängigkeitstag. Naja, bei all dem rotweißgrün kann man schon mal durcheinanderkommen. Unfaßbar, was in dieser Stadt unentwegt los ist.

Im City Hall Park ist es jetzt ruhig, aber das war wohl nicht die ganze Zeit so. Der Mister erwartet uns auf einer Bank im Schatten und wir tauschen unsere Erlebnisse aus. Im Park hat ein Boxtraining stattgefunden und die Akteure haben sich bereitwillig ablichten lassen. Die Fotomotive sind selbst hier im Financial District, wo der Trubel eigentlich nicht mal halb so groß ist wie am Times Square, schier endlos.

Der Mister schlägt dann auch vor, noch einen weiteren Ausflug in das nächtliche New York zu wagen und den Times Square, den wir ja bislang nur vom Bus aus gesehen haben, am Abend zu besuchen. Außerdem fehlt uns noch eine wichtige Erfahrung: U-Bahn fahren.

Unten in der nächstgelegenen U-Bahn Station stehe ich dann etwas ratlos vor dem Automaten. Lohnt es sich, eine MetroCard zu kaufen und zu laden, oder sind Einzelfahrscheine die bessere Wahl? Einfach Metin fragen. Der fischt daraufhin eine von mehreren MetroCards aus der Hemdtasche und überreicht sie mir. Ist noch was drauf, ungefähr $ 20. Normalerweise wäre ich nie auf die Idee gekommen, einem halb Fremden ungeprüft 20 Dollar in die Hand zu drücken, aber bei Metin habe ich da überhaupt keine Bedenken. Es ist sogar geringfügig mehr Geld darauf, als er gemeint hat.

Das New Yorker U-Bahn-System zu durchschauen ist auf Anhieb nicht so ganz einfach. Während Local Lines jede Station auf der Linie anfahren, überspringen die Express Lines einige und fahren nur wichtige Knotenpunkte an, wobei die Kennzeichnung der Linien mit Buchstaben und Nummern keine Hilfe ist. Nicht alle Buchstaben-Linien sind Express Lines und nicht alle mit einer Zahl sind Local Lines. Wir müssen uns mit Hilfe des Streckenplanes durchfummeln, aber das ist ja in jeder Stadt auf der Welt so.

Essen gibt es der Einfachheit halber heute mal wieder im Burger King. Immerhin hatten wir gestern ein feines Menü im Birdland, da kann auch die Mutter ausnahmsweise wieder eine Dosis Fast Food vertragen.

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Als es Dunkel wird, fahren wir los. Metin erklärt uns, daß an der Station direkt neben dem Millenium die Linie fährt, die uns direkt zur 42nd Street bringen wird, an der wir umsteigen können, um zum Times Square zu kommen.

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Klingt einfach und ist es auch, wir verfahren uns nicht und finden uns auf Anhieb zurecht. Die Karte funktioniert einwandfrei, wir gehen einfach nacheinander durch die Absperrung und reichen dann die Karte weiter.

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Am Times Square angekommen hat wieder mal nur der Mister die Orientierung. In der Dunkelheit und dem Lichtergewirr bin ich vollkommen aufgeschmissen, ich erkenne nichts wieder, es sieht ganz anders aus als am Tag.

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Wir beziehen Posten auf einem der Granitblöcke neben dem wohl bekanntesten Rekrutierungsbüro der US Army, die als Sitzgelegenheiten und manchen auch als Bühne dienen. Man sagt ja, der Times Square sei für viele der Mittelpunkt der Welt, und das kann man tatsächlich glauben. Man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Tänzer, Jongleure, Pantomimen, Breakdancer, Jugendliche, die zwischen den Rikscha-Fahrern auf ihren Fahrrädern Tricks vorführen, mittendrin ein Schachspieler vor seinem Brett, der auf Gegner wartet.

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Über all dem die permanent wechselnde Werbung, der Geräuschpegel ist enorm. Ich verstehe die Leute, die sagen, sie würden hier kein Hotel nehmen wollen, auf Dauer wird die Reizüberflutung vermutlich anstrengend, aber für ein paar Stunden ist es großartig.

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Auch der Rückweg klappt problemlos, vom Times Square zur 42nd Street und dann ab „nach Hause“.

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Wie jeden Abend lassen wir auch diesen auf den Bänken vor dem Millenium ausklingen. Der Anblick ist inzwischen schon sehr vertraut:

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Wie jeden Tag bis jetzt ist es warm und der Tag war sonnig, wir hatten so viel Glück mit dem Wetter, daß es fast schon unverschämt ist, zu wünschen, daß es morgen auch wieder so sein möge. Aber wenn es einen Tag auf dieser Reise gibt, an dem gutes Wetter wirklich richtig wichtig ist, dann morgen!
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Pico
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Re: Autumn in New York - 8 Tage im September 2022

Beitrag von Pico »

Hach, wieder einmal läuft man ja förmlich bei euch mit, so spannend und detailliert ist euer Bericht.
An so vielen Stellen erkenne ich mich wieder, vieles haben wir ja auch genauso erlebt und empfunden.

Krass der Fahrstuhl zum One World Observatory, die Videoplattform, das war echt klasse.
Unser Junior hat damals nur nach der nächsten Steckdose Ausschau gehalten um sein Handy zu laden... autsch.

St. Paul´s Chapel und den alten kleinen Friedhof mitten im dicksten Getümmel - da prallen echt Welten aufeinander.

Der Turtle Pond war dann nach 3 Tagen New York mehr oder weniger unser Abschluss, das musste einfach sein um wieder "runterzukommen".

Fühlt sich gerade alles an wie gestern. :lol:

Freue mich schon auf euren Trip auf´s Empire State Building!
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Suse
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Re: Autumn in New York - 8 Tage im September 2022

Beitrag von Suse »

Der Wunsch scheint wahr zu werden. Blauer Himmel, wie wir es gewohnt sind!

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Es ist Montag, die Arbeiter auf dem Oculus sind zurück

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und auch die Büroangestellten

zwischen Licht

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und Schatten

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Heute ist wieder Time-Slot-Tag, aber diesmal erst am Nachmittag, denn wir haben Tickets für die Sonnenuntergangsstunden auf dem Empire State Building. Den Vormittag haben wir „zur freien Verfügung“ und bummeln durch unser Viertel.

Souvenirs müssen besorgt werden. Vieles ist unsäglicher Kitsch, manches auch richtig schön. Die letzte Staffel von The Walking Dead läuft demnächst an und die Läden sind voller Glenn-, Carol- und Carl- und Negan-Figuren, die richtig gut gemacht sind. Aber selbst als Fan brauche ich sowas nicht zwingend auch noch als Staubfänger in der Bude.

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Gegen Mittag brechen wir auf. Die offizielle Sonnenuntergangsphase beginnt auf dem Empire State Building ab 17 Uhr und weil es sowieso auf dem Weg liegt, wollen wir uns vorher noch die Grand Central Station anschauen.

Das Gebäude ist prächtig, aber so richtig kommt es von unserem Standpunkt aus nicht zur Geltung, vielleicht von einer anderen Seite aus, aber da, wo wir aus der U-Bahn kommen ist die Straße eng und voller Baustellen, so daß man es gar nicht richtig von weitem betrachten kann.

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Sehr New York-isch finden wir den Schuhputzer im Eingangsbereich, dessen Kunden noch auf einem altmodischen Podest Platz nehmen, es sind auch gerade welche da. Der Anblick hat etwas Nostalgisches, wie das Birdland, und wir machen unauffällig ein paar Fotos.

Über die Haupthalle, den Main Concourse, haben wir gerade erst vor kurzem eine interessante Doku gesehen und das Wissen ist noch ganz frisch. Unter anderem haben wir gelernt, daß der Bodenbelag so gestaltet ist, daß die Menschen sich unbewußt durch die Anordnung der Bodenfliesen leiten lassen und es trotz des Gedränges eigentlich nie zu Zusammenstößen kommt. So richtig können wir das jetzt aber nicht überprüfen, da sich mitten in der Halle ein japanisches Hochzeitspaar ablichten läßt und alle um sie herumlaufen müssen.

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Das Ungewöhnlichste an der Halle ist aber das Deckengewölbe, das mit den Sternkreiszeichen bemalt ist. Natürlich sucht jeder zuerst nach seinem eigenen Sternzeichen, und während wir Widder und Zwillinge auch schnell finden, ist der Steinbock nicht auszumachen. Wir wissen schon, daß mit dem Sternenhimmel hier nicht alles seine Richtigkeit hat, verkehrt herum ist er ja außerdem gemalt, was wohl ursprünglich ein Versehen war. Der Erbauer der Grand Central Station, Cornelius Vanderbilt, beließ es dann aber dabei und beschloß einfach, es sei eben der Sternenhimmel aus dem Blickwinkel Gottes.

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Daß es außerdem der Sternenhimmel über dem Mittelmeer sein soll, lese ich dann später nach. Das erklärt, weshalb der Steinbock nicht dabei ist, der Wendekreis des Steinbocks begrenzt ja die Tropen im Süden, also kann man ihn über dem Mittelmeer nicht sehen.

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Im Untergeschoß befindet sich der Food Concourse, in dem sich eine Freßbude an die andere reiht. Wir entscheiden uns heute mal für Shake Shack, das ist eine Kette, die wir noch gar nicht kennen, und sind begeistert von der Qualität des Essens. Es gefällt uns fast noch besser als Chick-fil-A, das wir auch erst vor ein paar Monaten kennengelernt haben. Es macht schon Sinn, fastfoodmäßig mal über den Tellerrand zu schauen, manche Sachen sind doch besser als McKing.

Was uns hingegen überhaupt nicht gefällt, ist der Himmel über New York, als wir die Station verlassen. Mit dem stimmt auch etwas ganz gewaltig nicht, genau wie mit dem über dem Main Concourse. Da ist etwas, das wir überhaupt nicht zu sehen wünschen, nämlich Wolken! Das darf jetzt echt nicht wahr sein!

Dann wird es langsam Zeit, sich zum Empire State Building auf den Weg zu machen. Bei der Ausarbeitung der Strecke hat mir Metin diesmal nicht geholfen, da habe ich mich auf den Reiseführer verlassen, der schrieb, das Gebäude liege genau zwischen der 28. und 33. Straße. Die U-Bahn ist jetzt am späten Nachmittag vollgestopft mit Berufspendlern und so schlage ich vor, die Bahn schon an der ersten der beiden möglichen Stationen zu verlassen. Dies entpuppt sich als Fehler, der Weg ist doch als etwas weiter, als er von der 33. Straße aus gewesen wäre. Was normalerweise nicht so wichtig wäre, nur daß es jetzt, als wir ans Tageslicht kommten, plötzlich regnet, und zwar nicht zu knapp.

Nun stehen wir doof da, des schönen Wetters so gewiß haben wir keine Regenschirme dabei, nur Pullover und Sweatshirts, die wir aber eigentlich wenigstens gern trocken angezogen hätten, wenn wir schon oben auf der offenen Aussichtsplattform stehen und in die Wolken starren, hinter denen irgendwo der Sonnenuntergang stattfindet, für den wir so teuer Geld bezahlt haben.

Wir latschen also los, die 5th Avenue hinauf. Einen Abschnitt der Straße gibt es Baugerüste und Arkaden, da kann man wenigstens zeitweise im Trockenen gehen. Kurz bevor wir das Empire State Building erreichen, läßt der Regen dann langsam nach und verwandelt sich in ein leichtes Nieseln, trotzdem alles überhaupt nicht toll, die Laune ist absolut auf dem Tiefpunkt. Meine Mutter, die die Angewohnheit hat, in solchen Situationen die Ahnen um Hilfe zu bitten, fordert meine verstorbenen Großeltern nachdrücklich auf, jetzt aber dringend etwas zu unternehmen.

Ein livrierter Pförtner kontrolliert die Tickets, dann geht es ins Innere und sogleich ist der Regen vergessen. Die prächtige Art Déco-Gestaltung der Lobby ist wunderschön, überall Marmor, Kupfer und Bronze, die im Licht der Deckenlampen leuchtet. Die schlechte Laune ist wie weggeblasen.

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Mit dem Aufzug geht es zunächst hinauf in den 2. und später in den 80. Stock. Auf die Etagen ist eine mehr oder weniger interaktive Ausstellung verteilt, die unter anderem eine animierte Darstellung der Konstruktion des Gebäudes zeigt. Man fühlt sich, als stünde man in dem offenen Gebäude, während die Bauarbeiter um einen herum auf Stahlträgern durch die Luft schweben.

Was die Bauarbeiter erschaffen haben, wird hinter der nächsten Ecke gleich von King Kong zerstört. Wir sind gerade so mit knapper Not davongekommen!


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Und als wir dann am Ende der Ausstellung in den Wartebereich vor dem Aufzug zur 86. Etage treten, erwartet uns der Anblick, auf den wir kaum noch zu hoffen gewagt hatten.

Das ist übrigens eines meiner Lieblingsfotos der gesamten Reise, es sieht aus wie ein Gemälde von Hopper. Wir können unser Glück jedenfalls kaum fassen.

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Siehste, sagt die Mutter, oben haben die Alten alle mit angepackt und die Wolken weggeschoben.

Die Aussichtsplattform in der 86. Etage ist unverglast, es ist windig, vor allem an den Ecken, aber wir haben ja Pullover. Unter einem Bogen aus Plastikrosen kann man sich vor einem Schild "Empire State Building 2022" aufstellen und wir fotografieren uns gegenseitig. . Der Wind kommt aus Westen und über Jersey ist der Himmel schon blau.

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Eigentlich ist es sogar schöner, als wäre den ganzen Tag gutes Wetter gewesen, die Wolken im Osten verleihen dem Himmel etwas Dramatisches, die Luft ist dunstig und belegt die Stadt mit einem Weichzeichner.

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Gegenüber der Vanderbilt Summit, fast könnte man den Besuchern dort zuwinken.

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Als die Sonne sich dann anschickt, hinter dem Horizont zu versinken, laufen natürlich alle zur Westseite der Plattform und schwenken die Handys. Die verbliebenen Seiten sind verwaist und wer hier zurückbleibt, hat den Anblick des Chrysler Buildings ganz für sich, als es die letzten Sonnenstrahlen einfängt.

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Für uns ist hier auf der 86. Etage noch nicht Endstation. In unseren Sonnenuntergangstickets ist auch der Zugang zur 102. Etage enthalten. Als es fast vollständig dunkel geworden ist, fahren wir hinauf.

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Die winzige Aussichtsplattform liegt direkt unterhalb der Antenne, ist rund und bietet einen voll verglasten Rundumblick auf die nächtliche Stadt. Der Unterschied zwischen dem 86. Stock und hier ist deutlich wahrnehmbar. Der Blickwinkel ist nochmal ein ganz anderer als von weiter unten.

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Die Stadt zündet nach und nach die Lichter an und man mag glauben, daß sie niemals schläft.

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Die Aufenthaltsdauer hier oben ist nicht begrenzt und wir bleiben lange. Es ist ein Anblick, der sich auf der Netzhaut festbrennt. Unglaublich.

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Zurück nehmen wir die U-Bahn-Linie von der 34. Straße, gleich neben dem Gebäude, die uns direkt zum Millenium bringt.

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Das Wetter, stellen wir fest, wollte es wohl nur spannend machen, denn das Regengebiet ist weggezogen und wieder ist es eine laue Sternennacht.

Was dann auch gleich das Stichwort wäre, aber das hat Zeit bis morgen, heute sind wir noch voll im Empire State of Mind.

https://www.youtube.com/watch?v=ZW2xa__89p0
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Pico
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Re: Autumn in New York - 8 Tage im September 2022

Beitrag von Pico »

Richtig richtig toll!!! :bounce:

Die Sache mit den Wolken finde ich gerade reizvoll, wäre wolkenlos sicherlich nicht so spektakulär gewesen Fantastische Aufnahmen!!
Ok, richtiger Regen wäre echt übel gewesen...
Wir hatten das Wolkenspiel auf dem Rockefeller Center, mit Blick auf´s Empire State Building. War echt irre.
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Suse
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Re: Autumn in New York - 8 Tage im September 2022

Beitrag von Suse »

Am nächsten Morgen ist bis auf ein paar kleine Federwölkchen am Himmel wieder alles in schönster Ordnung.


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Auch um das Millenium herum herrscht Ordnung.


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Die CTU zeigt Präsenz


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damit Verbrechen hier möglichst nur noch auf Netflix geschehen. Das tun sie regelmäßig und ohne konkreten Anlaß, wie der Chef der Truppe dem Mister erzählt.


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Und an der Feuerwache gleich um die Ecke rückt man zu einer Übung aus.


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Es ist unser letzter voller Tag in New York und wir haben uns zum Abschluß einen Besuch des Museum of Modern Art ausgesucht, was wir uns ganz entspannt vorstellen. Trotzdem haben wir damit noch einmal Time Slot-Streß. Wie immer empfahl unser Reiseführer (Lonely Planet übrigens) einen Besuch vor 14 Uhr, da es ab dann deutlich voller würde, also habe ich uns einen Termin für 12 Uhr gebucht. Das funktionierte diesmal auch wieder problemlos online über die Webseite des Besucherpasses.


Die Anfahrt ist die längste, die wir bis jetzt mit der U-Bahn gehabt haben. Die Station, an der wir einsteigen, ist die Endstation und anfangs ist es noch leer, aber je weiter wir nach Midtown hineinfahren, desto voller wird es. Wir setzen mal lieber unsere Masken auf.


Vor dem Museum keine Schlange, wir können direkt hinein, nehmen uns einen Wegweiser und setzen uns drinnen direkt erstmal wieder. Das Museum ist groß und erstmal ist gar nicht auf Anhieb herauszufinden, wo sich denn welches der Kunstwerke befindet, die wir sehen wollen.


Der Mister ist hier, um die wenigen Hopper-Gemälde zu sehen, die nicht im Whitney Museum of American Art hängen, die Mutter hat keine besonderen Wünsche, und ich bin eigentlich nur wegen eines einzigen Gemäldes hier: van Goghs Sternennacht.


Die Hoppers, so erfahren wir dann, sind leider alle gerade in eine andere Ausstellung verliehen, der Mister ist erst ein bißchen enttäuscht, aber das gibt sich bald. Also können wir direkt die Sternennacht abhaken und danach erkunden, was das Museum sonst so zu bieten hat, und das ist einiges mehr, als wir erwartet haben.


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In anderen Museen, in denen ich bislang gewesen bin, gab es immer dieses eine Kunstwerk, das alle Besucherströme anzieht wie ein Magnet, man merkt, wie sich alle darauf zu bewegen wie Ameisen zu einer vollgekrümelten Picknickdecke. Hier ist das anders, hier gibt es so viel bedeutende Kunst zu sehen, daß es keinen Menschenstrom gibt, dem man einfach nur folgen müsste. Alle laufen kreuz und quer und van Gogh ist hier nur einer von vielen und wir müssen fragen, in welchem Raum genau die Sternennacht denn nun hängt.


Als ich dann davor stehe, ist es schon etwas Besonderes. Die anderen Menschen stören mich nicht weiter, nervig sind nur die Instagrammer, die versuchen, so dicht wie möglich an das Bild heranzukommen, damit es als Hintergrund auf dem Selfie ist. Ich frage mich, ob sie das Bild selbst überhaupt angeschaut haben.


Der Aufseher hat gut zu tun, sie immer wieder daran zu erinnern, daß auch der Oberkörper diesseits der Absperrung zu bleiben hat. Gegen eventuelle Kartoffelbreiweitwerfer ist es durch eine Glasscheibe geschützt, aber das ist ja heutzutage auch normal und das gute Museumsglas reflektiert auch gar nicht.


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Irgendwann sind auch wir so weit vorgerückt, daß wir freie Sicht haben und unsere Fotos machen und in Ruhe gucken können. Es ist kleiner, als ich gedacht habe, aber das denkt man bei berühmten Gemälden ja meistens. Irgendwie seltsam, ich habe das Bild so oft auf Fotos gesehen, und das ist nun das echte.


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Eigentlich habe ich keinen Lieblingsmaler, auch keine Stilrichtung, die lieber mag als andere. Es ist eher die Person van Gogh, mit allem, was man über sein trauriges Leben weiß, die Leidenschaft, mit der er die südfranzösische Landschaft malte. Was manche für grobmotorische Striche halten, drückt für mich die starken Emotionen aus, denen der Mann unterworfen war, hier gibt es nichts Statisches und die Sehnsucht nach Licht und Wärme, die vermutlich gerade ihn, der zeitlebens immer wieder in Nervenheilanstalten untergebracht war, antrieb, ist spürbar.


Don McLean empfand wohl ähnlich, wenn er das Bild anschaute, und schrieb sein wunderschönes Lied mit diesem zu Tränen rührenden Text über die Sternennacht, das sein Übriges dazu tat, daß ich das Bild so unbedingt einmal sehen wollte.


https://www.youtube.com/watch?v=oxHnRfhDmrk


Weil ich noch nicht so richtig verinnerlicht habe, daß das Museum unter moderner Kunst alles ab Mitte des 19. Jahrhunderts versteht, warten noch so einige Überraschungen auf uns, die erste hängt direkt neben der Sternnenacht, ein Gemälde von Gauguin.


Wir waren ja vor ein paar Monaten erst auf Hiva Oa, der zu Französisch Polynesien gehörenden Insel, auf der Gauguin gelebt und vor allem die weibliche Einwohnerschaft gemalt hat, und haben auch das dortige Museum besucht, in dem – Überraschung – kein einziges Original von Gauguin hängt, sondern lediglich Repliken. Nun hätte die kleine Insel mit ihrem feuchten Tropenklima auch schwerlich die Möglichkeiten, etwas von derartigem Wert adäquat unterzubringen, trotzdem waren wir überrascht. Es ist also unser erster Gauguin, den wir hier sehen.


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Wir arbeiten uns weiter durch die Abteilungen. Irgendwann müssen wir uns trennen, da jeder von uns Dinge entdeckt, die er eingehender betrachten möchte, und das dann die anderen nur nervt.


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Wir begegnen uns zwischendurch immer wieder und erzählen uns aufgeregt, was wir alles entdeckt haben.


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Ein original Filmplakat von Fritz Langs Metropolis, Frida Kahlo, der Mister ist ganz begeistert von den großformatigen Monets mit den Seerosen, sogar die Worpsweder Schule ist vertreten, wie die Mutter überrascht feststellt. Dem Bauhaus ist ein ganzer Saal gewidmet, neben Gemälden wie der Bauhaustreppe auch Möbel, Breuers Freischwinger. Kleine Dioramen von Le Corbusier und ein weiterer Saal mit Fotografien zu den kalifornischen Case Study Houses. Es wird immer besser und interessanter, was wir hier zu sehen bekommen. Aber der völlig unerwartete Höhepunkt sind für mich zwei von Frank Lloyd Wright gezeichnete Entwürfe, eines zu einem Usonian mit seinen schlichten, klaren Formen, dem Christie House in New Jersey


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und einer seiner in Wisconsin realisierten Fertighausreihe, die ich besonders schön finde und in der ich mich schon oft mit einer Tasse Tee in der Hand habe sitzen sehen, während die Sonne durch die bodentiefen Fenster hereinscheint, während mich der Rest der Welt mal gepflegt gern haben könnte.


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Da ich wohl kaum allein deswegen nach Wisconsin gefahren wäre, hätte ich nicht gedacht, daß ich ihnen auf diese Weise quasi so nah kommen würde. Eigentlich waren wir nur wegen van Gogh und Hopper hier, und nun hat jeder von uns für sich hier so viel mehr bekommen, als er überhaupt erwartet hätte. Manchmal zahlt es sich aus, nicht so gut vorbereitet zu sein.


Und zuletzt sehen wir dann auch noch die, die wir als allererstes hier erwartet hätten: Pop Art.


Warhols Suppendosen


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und Liechtensteins Mädchen mit dem Ball


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Ganz beseelt sitzen wir im Innenhof des Museums, hier stehen jede Menge Stühle um kleine Wasserspiele herum gruppiert und man kann sich ausruhen und das Gesehene Revue passieren lassen. Unsere Aufmerksamkeit wird allerdings davon abgelenkt, weil auf den hier gepflanzten Birken ganze Kolonien von merkwürdigen Motten die Rinde hinauf und hinab patrouillieren. Diese Tiere, so hat uns Metin erzählt, seien in New York aktuell gerade eine Plage und sehr schädlich für den Baumbestand, da sie die Rinde anbohrten. Wir haben sie auch schon vor dem Millennium gesehen, wo sie uns an die Köpfe geflogen und sogar auf uns gelandet sind. Eigentlich sind sie sogar ganz hübsch, hier sind es allerdings tatsächlich unangenehm viele.


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Zurück am Millenium soll es heute zum Abschluß nochmal zum Thai gehen, aber heute haben wir Pech, es gibt keine freien Tische. Wir werden schließlich in einer Pizzeria fündig, vor der es sich zwar aktuell nicht so gemütlich sitzt, weil das Haus eingerüstet ist, dafür haben wir die Tische für uns. Die Pizza ist italienisch, also mit dünnem, knusprigem Rand, und nicht amerikanisch-fluffig, was wir alle nicht so mögen. Lecker belegt ist sie auch und der italienische Pizzabäcker auch sehr nett. Von daher ein schönes letztes Abschlußessen.


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Unser letzter Abend auf unseren Stammplätzen vor dem Millenium.


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Alles nochmal ganz genau anschauen.


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Über all dem vergesse ich ganz, daß ich die ganze Woche unbedingt ein Eis aus einem der altmodischen Softeis-Wagen essen wollte. Am nächsten Tag ist es zu spät, bis wir abreisen, ist der Wagen nicht wieder da.


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Egal, dafür gibt es noch ein bißchen was fürs Auge vom Hotelzimmer aus. Irgendwie können wir uns nicht lösen, der Anblick wird uns definitiv fehlen. Morgen um diese Zeit sitzen wir schon lange im Flugzeug.


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Re: Autumn in New York - 8 Tage im September 2022

Beitrag von Klara »

Suse hat geschrieben: 13 Jan 2023 12:00 Genauso nett sind ein paar hundert Meter weiter ein paar Polizisten, die hinter der Berger Plaza gerade aus ihrem Auto gestiegen sind und sich auf dem Fußweg für den Arbeitstag schick machen. Einer kniet vor dem anderen und feudelt ihm nochmal fix über die schwarzen Lackschuhe. Wir trauen uns und fragen, ob wir davon ein Foto machen dürfen. Wir dürfen nicht nur, sie posieren extra für uns, mit Schuhbürste und in die Luft gehaltenem Bein. Es nur zu erzählen, kann die Situationskomik natürlich nur unzureichend wiedergeben.
Oh doch, kann ich mir genau vorstellen. Wir hatten mal irgendwo ein paar berittene Polizisten in einem Park gesehen, unauffällig aufnehmen ging nicht, also auch gefragt, sie kurz gestutzt, dann aber lächelnd noch ein paar Mätzchen für uns genamcht. Ich finde zu fragen zeigt doch auch, man freut sich, die anderen zu sehen, es ist es einem Wert, den Anblick festzuhalten, ... macht finde ich dann beiden Parteien gute Laune.
Suse hat geschrieben: 13 Jan 2023 12:00 Das ist aber auch nett, oder? Wenn er groß ist, will er mal ein Polizeiauto werden.
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Klasse, als wir damals da waren, laberte uns der Taxifahrer voll, from Germany? Mercedes Benz, ob wir den neuen 190 iger schon mal in echt gesehen hätten, so small, so ugly,... der denkt beim Anblick der neuen Polizeiflotte sicher auch, dass früher alles besser war :lol: .


Danke + LG
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Re: Autumn in New York - 8 Tage im September 2022

Beitrag von Klara »

Suse hat geschrieben: 16 Jan 2023 22:22
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Mit solchen Schuhen klettert man natürlich nirgendwo hinauf:

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Klasse, ein echter Blickfang. Die hätte ich gerne mal in Bewegung und von vorn gesehen.
LG
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Re: Autumn in New York - 8 Tage im September 2022

Beitrag von Klara »

Suse hat geschrieben: 13 Jan 2023 12:00
Auch Amerika war nicht für alle das Paradies. Warnhinweise für Berliner Mädchen:

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Witzig, die Warnhinweise haben mich glaube ich mehr berührt als wenn du Bilder von den Auswanderen gezeigt hättest. So fühlt man sich eher selbst angesprochen und fühlt sich mehr ein finde ich.
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Suse
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Re: Autumn in New York - 8 Tage im September 2022

Beitrag von Suse »

Unser letzter Tag in New York bricht an. Es gibt ein letztes entspanntes Frühstück und ein Sonnenbad im Eataly

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dann hoch aufs Zimmer und packen.

Letzter Blick aus dem Fenster.

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Dann müssen wir die Zimmer räumen. Bis zur Abreise am frühen Nachmittag haben wir noch viel Zeit und trödeln ein bißchen durch die Gegend.

Trinity Church. Hier befindet sich auch das Grab eines der Gründerväter der USA, Alexander Hamilton, dem Gesicht auf dem 10-Dollar-Schein.

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Ist das wirklich erst eine gute Woche her, daß wir staunend zur Wall Street marschiert sind? Die Gegend hier um die Church Street ist uns inzwischen total vertraut.

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Die schönen historischen Gebäude am Broadway

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und die etwas zweifelhaften in der Seitenstraße.

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Das mit den Smoke Shops hat uns während der Reise zugegebenermaßen verwirrt. Weed Shops waren wir von Florida her ja gewöhnt, aber in New York ist das illegal und erst später haben wir in einer Fernsehdoku erfahren, wie das hier funktioniert. Diese Läden verkaufen alles, aber kein Marihuana. Der Trick ist, Cannabisprodukte gibt es zu der erworbenen Ware als Geschenk dazu, denn das Verschenken ist nicht verboten.

Ziemlich sicher wird Cannabis in der allernächsten Zukunft in New York legalisiert und es gibt bereits einen harten Kampf um die begrenzten Lizenzen. Interessanterweise sollen diese vor allem an qualifizierte Personen abgegeben werden, also solche, die zu Zeiten der Illegalität wegen Marihuanaanbaus- und -verkaufs verurteilt wurden. Verrücktes New York.

Und wie ein Amazon Supermarkt funktioniert, wissen wir inzwischen auch. Voll automatisiert und total futuristisch:

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Gegen 13 Uhr melden wir uns beim Concierge, der uns die Koffer herausbringt und ein Taxi erscheinen läßt. Und dann biegen wir rechts ab in die Church Street und hinaus geht’s nach New Jersey.

Bye Bye FiDi

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Als wir in Newark ankommen, beschwert sich der Fahrer beim Ausladen über das Gewicht unseres Gepäcks, obwohl wir wirklich nur Koffer mittlerer Größe dabei haben. Trotzdem macht uns das jetzt nervös, wir haben noch die Erfahrung mit United in Orlando im Mai in Erinnerung, als man unsere Koffer wegen 23 Kilo plus ein Mü nicht annehmen wollte. Der Mister erinnert sich inzwischen, daß der Aufpreis für Übergepäck $ 100 betrug, und wir fliegen ja diesmal wieder mit United.

Es ist dann aber alles im grünen Bereich, wir haben alle unter 23 Kilo und könnten uns jetzt entspannen. Der Flughafen hat jede Menge Sitzgelegenheiten mit USB-Anschlüssen, nur zu essen bekommen wir nichts. Es gibt einen merkwürdigen zentralen Food Court in dem man nichts mehr bar bezahlen und auch nichts bei einem Menschen direkt verbal bestellen kann. Alles läuft über Apps und QR-Codes, die ich zwar zum Laufen kriege, die aber nicht mit meiner Kreditkarte kooperieren möchten. Lediglich ein Verkaufsstand verkauft abgepackte Sandwiches, die man sich aus einem Kühltresen nehmen und auch bar bezahlen kann und nach ungefähr 10 abgebrochenen Zahlungstransaktionen nehme ich die dann zähneknirschend. Gibt das Leben dir Zitronen, mach Limonade draus, also verwandeln wir das in eine Food-Experience für die Mutter, echtes amerikanisches Weißbrot, weich wie ein Schwamm, mit Erdnussbutter und Gelee. Sie weiß meine Bemühungen, ihren kulinarischen Horizont zu erweitern, zwar zu schätzen, findet es aber furchtbar.

Dann geht’s in die Lüfte


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Wir sehen Manhattan nochmal aus der Vogelperspektive, höher als jede 102. Etage. Da unten waren wir jetzt über eine Woche. Das wird seltsam werden, nicht mehr diese Häuserschluchten mit ihrem Mikrokosmos um sich herum zu haben.

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Was haben wir, vor allem der Mister, auf seinem Ansitz vor dem Millenium, nicht alles beobachtet und erlebt und das bei fast durchgehend herrlichstem Wetter, und wir hätten wirklich gern mehr Fotos gezeigt, können aber die abgebildeten Personen leider bis auf wenige Ausnahmen nicht um ihre Erlaubnis fragen.

Wir haben ungeheuer freundliche Menschen getroffen, wie diese reale Version von Jack Bauer (kleiner Insider für alle 24-Fans), Einsatzleiter der CTU, der dem Mister geduldig und bereitwillig Auskunft zur der massiven Polizeipräsenz am Ort der Anschläge gab und so wie einige andere Polizisten im Dienst ebenfalls, sehr gern allein und mit seiner Truppe für ihn für Fotos zur Verfügung stand.

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Es gab Menschen, die echte Hingucker waren,

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besonders talentierte, die zum Zuhören einluden

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und besonders hilfsbereite Menschen hier,

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der gute Geist unseres Urlaubs, dessen Gemüt genauso sonnig war, wie das Wetter, und den wir hier natürlich nur mit seinem vollen Einverständnis zeigen, Metin.

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Nebelschwaden über dem spätsommerlichen Brandenburg. Alles so ruhig hier.

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Zeit, die Reise zu verarbeiten, haben wir dann jede Menge, denn zwei Tage später packen wir unser spannendstes Souvenir aus, eine Covid-Infektion, die wir uns mit Sicherheit in der überfüllten Subway oder in dem Gedränge in Little Italy geholt haben.

Das Fazit der Reise ist für mich vor allem: New York ist großartig, selbst wenn man kein Großstadtmensch sein sollte, hier findet jeder etwas, das ihn begeistert. Man sollte sich allerdings klar machen, daß man, wenn man sagt, man bereist New York, im Allgemeinen Manhattan meint. Andere Stadtteile haben wir nicht gesehen und daher nur einen Ausschnitt dessen kennengelernt, was New York ausmacht.

Mein Bild der Stadt war zuvor vor allem mediengeprägt, irgendwie ist man ja damit aufgewachsen, letztlich ist auch die Sesamstraße ursprünglich irgendwo in New York angesiedelt. Im besten Fall sah New York für mich so aus wie die Reihenhäuser in Brooklyn, vor denen Kinder im Sommer unter aufgedrehten Hydranten spielen und im schlimmsten Fall wie die ausgebrannten Häuser in der Bronx und in Harlem wie in den Videos von Grandmaster Flash.

https://www.youtube.com/watch?v=gYMkEMCHtJ4

Auch wenn wir zur Erheiterung ausgiebig die Müllberge gezeigt haben,

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der Bereich um die One World Plaza wirkt eher europäisch-gesittet, bei aller Lebhaftigkeit. Am nächsten kam meiner Phantasievorstellung von New York noch der Spaziergang durch Little Italy.

Das Millenium können wir nach dieser Reise weiterhin uneingeschränkt empfehlen. Es gibt eine nette Bar, die auch täglich geöffnet hatte und in der wir an einem Abend auch mal ein Stündchen gesessen und einen Absacker getrunken haben. Was die restliche Restauration betrifft, war diese zum Zeitpunkt unserer Reise noch geschlossen, der Grund ist wohl Personalmangel. Frühstück hätte man sich aber aufs Zimmer bestellen können.

Wer nicht hier in der Gegend wohnen möchte, sondern extra dafür aus einem anderen Teil der Stadt anreist, dem empfehle ich den Freitag, denn dann gibt es hier in der Verbindungsstraße zwischen Church Street und Memorial einen Food Market mit einem sehr reichhaltigen, aber extrem teuren Angebot, auf dem man alles bekommt, was man sich vorstellen kann, von ganz normalen Burgern bis Klingonisch.

Als Reiseführer hatten wir einen Lonely Planet. Außerdem besitze ich den „Don’t be a Tourist in New York“ von Vanessa Grall. Ich besitze auch ihren Reiseführer „Don’t be a tourist“ für Paris, und obwohl ich meine, mich in Paris relativ gut auszukennen, habe ich darin schon eine Tonne Sachen entdeckt, von denen ich noch nie gehört hatte. Von daher gehe ich davon aus, daß der in New York mindestens genauso gut ist, aber das ist bislang nur eine Vermutung, da wir die „Geheimtips“ jetzt beim Erstbesuch natürlich noch nicht ausprobiert haben, sondern erstmal „nur“ die Klassiker absolviert haben. Für die erfahrenen New York-Reisenden ist möglicherweise nicht ganz so viel Neues drin, das kann ich nicht beurteilen.

Meine Mutter hat die Reise gut überstanden und in allerbester Erinnerung. Wenn wir alle gesund bleiben, machen wir vielleicht doch noch die Nummer mit den zerrissenen Jeans in San Francisco, wer weiß.

Als Schlußbild und Ausblick auf das was kommt, gibt’s einen fetten Ram irgendwo am Broadway, schon mal zum dran Gewöhnen, denn jetzt geht es ja schon bald wieder nach Florida, wo wir uns wieder auf den Landstraßen im Norden herumtreiben werden.

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Vielen Dank fürs Mitreisen und die vielen lieben Kommentare, da macht es Spaß auch zukünftig weiter zu berichten. Das Lob für die Fotos gebührt dem Mister.
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Re: Autumn in New York - 8 Tage im September 2022

Beitrag von Suse »

Klara hat geschrieben: 24 Jan 2023 16:55

Oh doch, kann ich mir genau vorstellen. Wir hatten mal irgendwo ein paar berittene Polizisten in einem Park gesehen, unauffällig aufnehmen ging nicht, also auch gefragt, sie kurz gestutzt, dann aber lächelnd noch ein paar Mätzchen für uns genamcht. Ich finde zu fragen zeigt doch auch, man freut sich, die anderen zu sehen, es ist es einem Wert, den Anblick festzuhalten, ... macht finde ich dann beiden Parteien gute Laune.

Ja, den Eindruck hatten wir auch, die ganzen Polizisten schienen sich eher zu freuen, daß man sich für sie interessiert. Selbst die Leute von der Anti-Terror-Einheit.
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