Die Seychellen im 3. Jahrtausend

Alles rund um die Seychellen
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Suse
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Re: Die Seychellen im 3. Jahrtausend

Beitrag von Suse » 10 Feb 2021 12:00

Hier wird nochmal schön darauf hingewiesen, zu welchem Preis das Land quasi verramscht worden ist. Und das angesichts der Tatsache, daß für Seychellois Wohnsiedlungen auf künstlicher Landgewinnung entstehen, weil auf den Hauptinseln der Platz knapp wird:

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Re: Die Seychellen im 3. Jahrtausend

Beitrag von Suse » 11 Feb 2021 13:15

Baubeginn mitten in der Nacht:

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Gerade habe ich Fotos aus einem privaten Album gesehen, die Leute krauchen nämlich durchs Gebüsch und dokumentieren, was da passiert. Es ist mitten im Brackwassergebiet schon ordentlich abgeholzt, Bagger fahren zwischen den gefällten Baumstämmen herum, planieren den Untergrund und transportieren das Holz ab. Es ist unfaßbar traurig. Egal, was der Präsident jetzt noch entscheidet, das wird sich sowieso nur auf die zweite Bauphase beziehen. Für den Süßwassersumpf und seine Bewohner sind jetzt schon nicht mehr rückgängig zu machende Tatsachen geschaffen worden. ;( ;( ;(

Daß dafür sogar mit behördlicher Absegnung die Ausgangssperre mißachtet werden durfte, ist wohl nur noch eine Spitzfindigkeit am Rande... :twisted:

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Re: Die Seychellen im 3. Jahrtausend

Beitrag von Suse » 11 Feb 2021 16:18

So schaut das aus. Grauenvoll, oder?

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Das Bild darf ich hier teilen.

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Anubis
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Re: Die Seychellen im 3. Jahrtausend

Beitrag von Anubis » 11 Feb 2021 18:06

Oh nein. Da bekommt man ja beim Betrachten Schmerzen ... schrecklich!
Mahé. Praslin. Silhouette. La Digue. Bird. Cerf. Sea Shell. Maya's Dugong. Life is a journey and experience is more valuable than money.

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Re: Die Seychellen im 3. Jahrtausend

Beitrag von foto-k10 » 11 Feb 2021 18:41

Baustellen sehen nie schön aus.
Schmerzen bekomme ich davon nicht und grauenvoll finde ich es auch nicht. Wenn "es" fertig ist und rundherum neue Bäume gepflanzt sind, sieht das in einigen Jahren wieder anders aus.

Entscheidend ist:
1. Warum braucht Hilton noch ein Hotel auf den Seychellen? Es gibt schon das Labriz auf Silhouette, das Northholme und Double Tree Allamanda auf Mahé. Das sin 117 + 56 + 30 Zimmer. In Kürze die Mango Lodge. Und nun noch ein Canopy und ein Waldorf Astoria?
2. Gibt es auf den Seychellen kein Planfeststellungsverfahren? Kann man dort ein Marschgebiet einfach platt machen?

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Re: Die Seychellen im 3. Jahrtausend

Beitrag von naizit » 11 Feb 2021 22:10

Auf den Seychellen geht alles wenn Geld fließt, traurig aber wahr. Die neue Regierung hatte sicherlich andere Pläne. Aber durch die Pandemie wird alles wieder anders oder ähnlich. Ich glaube dennoch daran dass sich was zum Positiven verändert. Dauert halt Jahre. Und ob die Locals so lange durchhalten ist die andere Frage und wieviel Druck sie machen wenn die Arbeitslosigkeit steigt und es keine Unstützung mehr gibt wenn man nicht arbeiten will. Ich wünsche der neuen Regierung Durchhaltevermögen und Standhaftigkeit. Und ich hatte es schonmal erwähnt, nicht darauf zu hoffen dass der Tourismus schlagartig wieder Income bringt. Das was sie jetzt machen ist eine Investition in die Zukunft um sich zu regenerieren was sie Jahre versäumt haben. Nur so können sie noch konkurrenzfähig zu anderen Destinationen der Welt sein. Die paar Liebhaber und Träumer die in naher Zukunft kommen werden sicherlich nicht die Inseln retten können.

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Re: Die Seychellen im 3. Jahrtausend

Beitrag von mr.minolta » 12 Feb 2021 06:32

Suse hat geschrieben:
11 Feb 2021 16:18
So schaut das aus. Grauenvoll, oder?

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Es scheint, daß es neben der Republik der Seychellen auf der Welt kein zweites Land gibt, das für sich selbst derart ausdrücklich mit besonderem Umweltschutz wirbt und in der Realität so unfaßbar dreist das absolute Gegenteil davon praktiziert.
Es scheint, daß es neben der Republik der Seychellen auf der Welt kein zweites Land gibt, das für sich selbst derart ausdrücklich mit besonderem Umweltschutz wirbt und in der Realität so unfaßbar dreist das absolute Gegenteil davon praktiziert.

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Re: Die Seychellen im 3. Jahrtausend

Beitrag von foto-k10 » 12 Feb 2021 07:28

naizit hat geschrieben:
11 Feb 2021 22:10
Auf den Seychellen geht alles wenn Geld fließt, traurig aber wahr.
Auch in Deutschland gibt es Korruption und Vetternwirtschaft, manchmal wird es Amigos, Filz, Kölner Klüggel usw. genannt. Und es haben Firmen Grundstücke zu verbilligten Preisen erhalten oder es wurde die Infrastruktur kostenlos erstellt. Alles um Arbeitsplätze zu schaffen.

Trotzdem sind die Seychellen eine Demokratie und haben eine Rechtsstaatlichkeit.
Zum Verkauf eines Grundstückes ist auf jeden Fall ein Notar erforderlich und ein Grundbuchamt haben die auch: http://www.luh.gov.sc/default.aspx?PageId=47

http://www.spa.gov.sc/applications/plan ... -processes
http://extwprlegs1.fao.org/docs/pdf/sey117061.pdf

Wenn ein Investor sich Land sichert - egal ob durch Kauf oder Erbpachtrecht - kann das nicht völlig geräuschlos über die Bühne gehen. Entweder hat die Opposition gepennt oder die Umweltschützer sind eine verschwindend kleine Minderheit, während der Masse der Bevölkerung das allea am A**** vorbeigeht?

naizit hat geschrieben:
11 Feb 2021 22:10
Ich wünsche der neuen Regierung Durchhaltevermögen und Standhaftigkeit.
Hat sie nicht.
Zwei Streiks und das gestrichene Weihnachtsgeld wurde doch gezahlt.

Bei der nächsten Wahl ist der Priester wieder weg vom Fenster. All die Probleme, die sich durch Corona ergeben, wird man seiner Regierung anlasten.

naizit hat geschrieben:
11 Feb 2021 22:10
Und ich hatte es schonmal erwähnt, nicht darauf zu hoffen dass der Tourismus schlagartig wieder Income bringt.
Sag' dass den Spinnern beim STB. Bei denen muss sogar so eine Schmonzette wie das Traumschiff herhalten, um einen "Boost" herbizureden. Wer ist denn so bescheuert und bucht 14 Tage Seychellen, wenn er die ersten 10 Tage im Hotel verbringen muss? Geimpft werden derzeit die Alten - egal ob in GB, Israel oder Deutschland. Bis die Jüngeren dran sind, die sich dann für Werbevideos eines Reiseveranstalters hergeben und LaDigue so toll finden, dauert es noch.
Gut, dass das STB jetzt aufgelöst wird!

naizit hat geschrieben:
11 Feb 2021 22:10
Das was sie jetzt machen ist eine Investition in die Zukunft um sich zu regenerieren was sie Jahre versäumt haben. Nur so können sie noch konkurrenzfähig zu anderen Destinationen der Welt sein.
Den Satz verstehe ich nicht.
Weitere Luxushotels wie das Canopy sollen eine Investion in die Zukunft sein?

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Re: Die Seychellen im 3. Jahrtausend

Beitrag von Suse » 12 Feb 2021 07:52

Einen Grundbucheintrag gibt es natürlich, der ist (die vollen 11 Seiten) sogar schon an die Öffentlichkeit "geleaked". Einige Personen werden jetzt wirklich aktiv, aber es sind immer noch zu wenige und es ist viel zu spät. Was im Leasingvertrag steht, ist zusammengefaßt dies:

"This project is a crime against the environment, the anse la mouche community and the people of seychelles. For a meager 4.5 million USD, a plot of land of more than 800,000 sqm, which includes a large portion of wetland, been “leased” for 99 years. That is 75 rupees per sqm at the time. In addition, and bafflingly, the “developers” may subdivide the property at their leisure and sell off portions, freehold, to whomever they choose. So, this is not a hotel development project, it is a cash cow for some very lucky people."

Die Aussage stammt von der Person, die das Foto oben gemacht hat und auch den Leasingvertrag ins Netz gestellt hat. Ich finde, er hat gut zusammengefaßt, daß die Sache weit über die Vernichtung der Lebensgrundlage von ein paar ollen Sumpfschildkröten hinausgeht, wie manche, die sagen, Arbeitsplätze sind wichtiger, vielleicht argumentieren könnten.

Die Opposition war damals ja der Ramkalawan selbst. Ich weiß nur, wie er sich seinerzeit zu dem Police Bay-Projekt positioniert hat (ablehnend), was er zu der Zeit des Vertragsabschlusses an der Anse la Mouche getan und geäußert hat, habe ich nie irgendwo was gelesen.

Die Umweltschutzorganisationen sind zahlreich, aber die meisten kümmern sich um Korallen und Schröten und werden aus ausländischen Mitteln finanziert. Um die Belange der Süß-/Brackwassergebiete hat sich bislang außer der MCSS kaum jemand wirklich geschert. Nun sind kaum noch welche übrig, die Strände erodieren, aber das kann man ja auf den Klimawandel schieben. Stimmen zum Umweltschutz im Inland und vor allem Schutz der Belange der Bevölkerung gab es, solange ich die Seychellen kenne, nur sehr vereinzelt. Das waren vor allem einzelne Blogger, z.B. Seychellesreality oder Seychellesvoice.

http://seychellesvoice.blogspot.com/201 ... ental.html

http://seychellesvoice.blogspot.com/201 ... ort_0.html

Ich habe hier im Laufe der Jahre meiner zunehmenden Kritik am Zubetonieren der Inseln manchmal welche zitiert, denen wurde dann hier im Forum vorgeworfen, daß die Kritik dieser Blogger an dem Ausverkauf der Seychellen sich vorwiegend gegen die muslimischen, sprich emiratischen Aufkäufer richtete, diese Blogs seien deshalb "rechts".

Es ist ja nicht nur an der Anse la Mouche so, am Beau Vallon, die riesige Anlage, die den Hang erodieren läßt, ist ja auch nicht die einzige. Ich hoffe nur, sie wachen jetzt endlich auf und nehmen den Präsidenten in die Zange.

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Re: Die Seychellen im 3. Jahrtausend

Beitrag von foto-k10 » 12 Feb 2021 09:55

Arbeitsplätze für Seychellois können nur dann entstehen, wenn die Regierung keine GOPs mehr ausstellt.

Ob es dann mit "besseren Service" klappt, den der neue Tourismusmanager angemahnt hat? Die großen Hotels stellen ja nicht nur wegen der Gehälter bevorzugt Mitarbeiter aus Bangladesh ein. Die Bedienung, die sich im Tarosa mit der Geschwindigkeit einer Riesenschildkröte bewegt, die Mitarbeiter, die in der La Digue Island Lodge lieber die Tische zum Frühstück eindecken als ein Bier auszuschenken, die Kellnerin in Batista, die entsetzt feststellt, dass 30 min nach offizieller Öffnungszeit tatsächlich ein Gast zum Frühstück auftaucht und erstmal den Koch wecken muss usw. sprechen nicht für die Eignung mancher Einheimischer.

Und wenn keine Gäste ins Land kommt, dann braucht kein Hotel Personal.

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Re: Die Seychellen im 3. Jahrtausend

Beitrag von Anubis » 12 Feb 2021 12:02

foto-k10 hat geschrieben:
12 Feb 2021 09:55
... erstmal den Koch wecken muss usw. sprechen nicht für die Eignung mancher Einheimischer.
Das lässt sich regeln, man muss die Einheimischen halt entsprechend ausbilden.
Mahé. Praslin. Silhouette. La Digue. Bird. Cerf. Sea Shell. Maya's Dugong. Life is a journey and experience is more valuable than money.

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Re: Die Seychellen im 3. Jahrtausend

Beitrag von Suse » 12 Feb 2021 15:55

Die Anse la Mouche-Geschichte bringt es jetzt ins Fernsehen:

https://m.facebook.com/story.php?story_ ... oser=false

Insofern sehe ich da schon Veränderungen zum Positiven, früher haben mehr oder weniger anonyme Blogger über die unsauberen Deals berichtet, heute das Staatsfernsehen, das wäre vor 10 Jahren sicher so noch nicht passiert.

Ich hoffe, daß die Sendung nach der Ausstrahlung auf YouTube eingestellt wird.

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Re: Die Seychellen im 3. Jahrtausend

Beitrag von Suse » 15 Feb 2021 08:40

Den SBC-Beitrag habe ich leider nicht gefunden, aber Telé Sesel hat auch eine Reportage gemacht.
Die Demonstranten, die befragt werden, äußern sich alle dazu, wie sehr sie sich als Anwohner übergangen fühlen und daß ihre Eingaben bei verschiedenen Regierungsstellen nicht beachtet wurden. Zuletzt kommt der Abgeordnete von Anse Boileau (dem Distrikt) zu Wort, der dann sagt, er wolle die Angelegenheit nochmal vors Abgeordnetenhaus bringen.

https://www.facebook.com/watch/?ref=sav ... 3365241565

Interessant finde ich, wie sehr alle die Bedeutung der Wetlands betonen. Es ist ja auch ein Witz, daß die Bauarbeiten quasi direkt nach dem World Wetland Day beginnen.

https://www.worldwetlandsday.org/

Und auch gut finde ich, daß die Seychellois jetzt endlich aussprechen, was seit gefühlt 10 Jahren zu bemerken war: Es sind viel zu viele Hotels und für sie selbst bleibt kein Land mehr. Die zweite Demonstrantin, die zu Wort kommt, sagt ja dann auch, daß sie sich wünsche, man würde ihnen ihre Straße einfach lassen, so wie sie war. Auch wenn man sie nicht versteht, hört man ja sicher, wie verzweifelt sie sich anhört.

Gefordert wird jetzt auch eine Untersuchung, wie der behördliche Prozeß damals überhaupt abgelaufen ist. Das war ja noch unter Danny Faure, man darf gespannt sein, wie der neue Präsident damit jetzt umgeht.

Hier der Zeitungsartikel dazu:

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Re: Die Seychellen im 3. Jahrtausend

Beitrag von Suse » 15 Feb 2021 16:00

Der Vollständigkeit halber mal eine Stimme pro Hotel:

https://m.facebook.com/story.php?story_ ... =835330639

Der Verfasser ist durchaus vom Fach und arbeitet, soweit ich weiß, für die Fischereibehörde.

Die Seitenhiebe bezüglich des Mülls und der Wilddieberei sind sicher angebracht, wenn auch ein bißchen populistisch, natürlich richtig sind ebenso die Hinweise auf invasive Pflanzen, und das alles gilt ja genau so für die Police Bay. Man muß allerdings darauf hinweisen, daß von den lokalen Naturschutzorganisationen und -gruppen, die es jetzt ja gottseidank zunehmend gibt, nie gesagt wurde, es sollten einfach nur die Hotels in den Buchten nicht gebaut werden, und ansonsten solle das Land sich selbst überlassen bleiben. Es war für die Mouche ebenso wie für die Police Bay immer angedacht, den natürlichen Zustand wieder herzustellen, sprich, das Süßwassergebiet "zu pflegen", wenn man das so nennen will, und ein Naturschutzgebiet mit Rangern daraus zu machen. Was für die Police Bay ja bis heute nicht geschehen ist, die Ranger der MCSS patrouillieren dort quasi "freiwillig".

Die Hinweise, daß die Süßwassergebiete früher als Kiesgruben genutzt wurden, finde ich obsolet, in den 80er Jahren war die Bevölkerung der Seychellen nur halb so groß, ganz davon abgesehen, was rechtfertigen die Fehler von damals die von heute.

Mir fallen zwei Hotels ein, die bereits in Restbeständen von Süßwasserarealen gebaut wurden, das ist zum einen das Ephelia in Port Glaud, wo der Mangrovensumpf zum Hotelentertainment gehört, und das Banyan Tree an der Intendance, das es nun nicht mehr gibt, und aus dem die MCSS ja auch bereits ausziehen mußte. Alle anderen liegen auf vorgelagerten Inseln wie North oder Frégate und zählen nicht wirklich mit, denn so löblich der Naturschutzgedanke hinter der Luxushotellerie zwar ist, so ist es aber doch kein praktizierter Umweltschutz für den Lebensraum der Allgemeinheit und somit hat es auch keinen wirklichen Lerneffekt.

Auf La Digue hat man das Mare Soupap trotz der Zersiedelung der Insel in einen halbwegs ursprünglichen Zustand zurückversetzt, über die Brücke über den Zufluß an der Source d'Argent am Übergang zur Anse Réunion muß jeder gehen, der an die d'Argent möchte, da kann man sich das gut anschauen. Da war kein Hotelbau involviert.

Wünschenswert wäre, man würde die Pflege des Wetlands in die Hände einer auf den Seychellen ansässigen und von Seychellois geführten Naturschutzorganisation legen, wie Sustainability for Seychelles (S4S).

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Re: Die Seychellen im 3. Jahrtausend

Beitrag von Suse » 15 Feb 2021 17:11

Vielleicht zum Abschluß noch eine Erinnerung, warum die Situation so ist, wie sie ist:

https://m.facebook.com/photo.php?fbid=1 ... &source=47

und daß die S4S, die TRASS, Preserve Seychelels, und auch Nirmal Shah schon im letzten Jahr deutlich vor dem Projekt gewarnt haben, und auch weshalb sie das tun (die Artikel waren hier letztes Jahr schon verlinkt, aber man muß es sich einfach noch mal vor Augen führen):

https://m.facebook.com/todayinsey/posts ... 762995877/

http://www.nation.sc/articles/6225/civi ... nt-project

Trotz alledem war's das jetzt, denn der Präsident hat sich (immerhin) die Mühe gemacht, eine Pressekonferenz zur Sache abzuhalten und hat verkündet, daß das Projekt zum Wohle der Seychellen sei und seine Zustimmung findet:

https://m.facebook.com/story.php?story_ ... 3581088957

http://www.seychellesnewsagency.com/art ... oGn30u07MQ

Das Ding wird größer als Eden Island!

Die Verlogenheit kennt keine Grenzen.

Und genau so wird am Ende auch noch das Police Bay Projekt wieder aufgenommen werden und die Inder sich auf Assumption niederlassen dürfen.


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