Trauminseln 2016

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Inselhüpfer
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Re: Trauminseln 2016

Beitrag von Inselhüpfer » 24 Okt 2016 09:42

Im "wilden" Süden

Schon seit Tagen fieberte ich dieser Tour entgegen, denn sie sollte einen der Höhepunkte der Reise zu den Inseln in der Nähe des Äquators darstellen und eine Krönung der Reise sein. Die zahlreichen Bilder - verbunden mit z.T. auch für die Seychellen etwas exotischen Beschreibungen - des Südwestens der Hauptinsel hatten in mir riesiges Interesse für dieses abseits vom Beau Vallon, also vom Puls von Mahe gelegene Gebiet, erweckt. So stellte sich vor dem Start in die mir völlig unbekannte Gegend fast Lampenfieber ein!

Anfangs führte der Weg an der Anse Royale vorbei, ein wirklich wunderschöner Strand, an dem es sich bestimmt lohnt etwas länger zu verweilen, denn auch die Versorgung der Badegäste schien hier recht gut zu klappen.
Bei der Anse Marie Louise, die menschenleer war, wurde nach rechts eingebogen und ein Hügel überquert, der auf die andere Seite der Insel führte, dem Hauptziel der Fahrt ins noch Unbekannte. Auf dieser Strecke gab es fast keinen Gegenverkehr, Beweis für die abgelegene Lage dieses Landstrichs, was alles andere als störend wirkte. Im Gegenteil: der gut in Stand gehaltene Weg schlängelte sich unter prächtigen Palmen und Laubbäumen entlang, die ihm eine Art Tunnelaussehen vergaben. Einfach traumhaft :!:

An der Anse Petit Police-Bazarca wurde der erste Fotostop vorgenommen. Auch hier fehlte jeder Sichtkontakt zu unseresgleichen, dafür gab`s einen hohen Wellengang, der in unregelmäßigen Zeitabständen zu einer beeindruckenden Gischt führte. Selbstverständlich hätte man auch hier schwimmen können, aber nur einmal :mrgreen: Wie dem auch sei, es war ein natürliches Spektakel der besonderen Art, denn Wogen und Granit ergeben nun mal sogar Küstengeysire.

An der Anse Intendance gedachten wir still dem dort vor einigen Monaten verstorbenen Ehepaar. Francois erzählte uns die Umstände, die zu diesem tragischen Unfall geführt hatten. Am südöstlichen Ende der Anse tummelten sich drei Halbstarke, von denen ich annahm, dass sie sich von der Gefahr bewusst waren, die unweit von ihnen lauerte.

Zum Mittagessen führte uns der Inselkenner zu einem kleinen und gleichzeitig urigen Restaurant an die Anse Soleil. Hier war auf der Speisekarte auch Hai, von dem ich mir ein kleines Stück zukommen ließ, um ihn mal auszuprobieren. Nix besonders. Dafür hab` ich dort den besten Fisch gegessen, der mir jeh auf den Seychellen zwischen die Beißer kam :!:

Den nördlichsten Punkt an der Westküste erreichten wir nahe des Marine National Parks bei Kap Ternay. Auch hier erstreckte sich eine malerische Bucht entlang riesiger schattenspendenden Bäumen, auf deren Anhöhen sich ein Hotel befand, das aus vielen kleinen Villen bestand, von denen aus sich ein bestimmt einzigartiges Panorama über das Idyll ergab. Das anliegende Restaurant war inzwischen ganz umzäunt, wahrscheinlich eine Vorsichtsmaßnahme gegen terroristische Angriffe... :wink:
Gerne hätte ich mich da in die Lage eines Bekannten von Francois begeben, der bei unserer Ankunft eine noch halbvolle Rumflasche in den Händen hielt, während sie beim Abschied fast leer war. Welch romantischen Blick mag dieser "Selige" von der Bucht gehabt haben :)

Auf dem Rückweg fielen mir zwei Hotelruinen auf. Der Reiseleiter erklärte, dies sei ein auf dem Archipel noch nicht gelöstes Problem, da es noch keine Geräte geben würde, die dazu fähig seien einen Abriss herbeizuführen. Bleibt nur zu hoffen, dass sich da in naher Zukunft etwas ändert!

Beim Überqueren der Wasserscheide zwischen West- und Ostmahe wurde der letzte Stopp nahe der Mission Lodge eingeleitet. Von dort eröffnet sich das aus meiner Sicht schönste Panorama der Seychellen. In der Nachmittagssonne, ein an diesem Tag zum Glück ständiger sichtbarer Begleiter, erschien ein großer Teil der Südwestküste in einem einmalig faszinierenden Bild, bis sie sich in der Ferne Richtung Australien... verlor.

Fazit: Meine Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen! So etwas prägt sich für lange Zeit ein und zeigt die Vielfalt einer Insel, die die meisten nur wegen den tatsächlich wunderschönen Stränden besuchen, jedoch vielmehr zu bieten hat :bounce:

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Anse Royale

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Natur (fast) pur!

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Schäumende Anse Petite Police

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Ähnich aussehende Anse Bazarca

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Anse Intendance

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Anse Takamaka

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Baie Lazare

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Anse Soleil

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Romantisches Fleckchen hinter der Gaststätte an der Anse Soleil

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Versteckter Blick auf die Anse a la Mouche

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Re: Trauminseln 2016

Beitrag von Inselhüpfer » 24 Okt 2016 10:41

Fortsetzung

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Ebbe an der Anse Boileau

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Blick auf die vorgelagerten Inseln

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Blick auf Therese Island und Conception

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Baie Ternay

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Fast so zauberhaft wie Anse Latio...

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Nostalgie am Mangrovenwald

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Das faszinierendste Panorama der Seychellen: Blick auf die Südwestküste von Mahe

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Aus der Traum! Zurück in die Realität

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Re: Trauminseln 2016

Beitrag von Inselhüpfer » 25 Okt 2016 21:10

Hallo Frenki,

da hast du anscheinend etwas falsch verstanden. Die Beziehung zu meiner Frau wurde auf ironische Weise angegangen, um etwas mehr Authentizität in die Schilderungen zu bringen.
Das mit dem Halbgott sollte eigentlich ganz anders interpretiert werden, denn die jungen Menschen aus Rumänien waren geschockt, als ihnen ein Deutscher in ihrer Sprache antwortete - und das auch ohne Akzent. In diesem Sinn war das Ganze gemeint. Du hast jedoch Recht. Hier hätte ich die Ironie walten lassen, aber es gab schon sechs Smyles. Ich werde dies umgehend berichtigen! Danke.

Gruß
Walter

P.S. Hab` mir die Stelle mit dem Halbgott nochmals angesehen. Nach diesem Begriff erscheinen drei Punkte, die - wer`s erkennt, weiß mehr - u.a. auf die Vieldeutigkeit des Wortes hindeuten. Trotzdem wurde das Ironische doppelt hervorgehoben, indem der Begriff in Gänsefüßchen gesetzt wurde.

Gruß
Walter

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Re: Trauminseln 2016

Beitrag von Inselhüpfer » 26 Okt 2016 09:48

Besuch in der Metropole...

Eigentlich ist das in Reiseführern immer wieder als niedlich, fast romantisch und kleinste Hauptstadt der Welt dargestellte "Städtchen" alles andere, als die geschilderte Traumkulisse. Das schon etwas hektische Treiben auf den Straßen rings um den "Little Ben" zeugen eher vom Gegenteil, und das mit der kleinsten Hauptstadt war schon immer ein Lügenkonstrukt, um die Attraktivität eines Ortes hervorzuheben, der inzwischen über 30.000 Einwohner hat. Dagegen sind Melekeok (Palau) mit 520 EW, Vaiaku (Tuvalu) mit 700 EW und St. Georg`s (Grenada) mit 5.000 EW eher Zwerge. Da fragt man sich schon, ob die Autoren solch falscher Behauptungen nicht irgendwie belangt werden können, denn m.E. ist die Wiedergabe falscher Daten nicht ohne, da sie irreführend ist und Konsequenzen haben kann :!:

Wie dem auch sei; ein Besuch in der einzigen Stadt der Seychellen - dies scheint zu stimmen, denn der Beau Vallon zeigt z.T. auch städtische Strukturen, doch anscheinend nicht ausreichend, um als urbanes Gebiet anerkannt zu werden - lohnt sich schon. Allerdings merkten wir auch hier eine ziemlich deutliche Veränderung zum Negativen: ein viel regerer Puls auf den Gehwegen - damit umschreibe ich das Gedränge... -, viel mehr Verkehr und schließlich auch ein negativer Trend bezüglich der Sauberkeit ?(

Vielleicht täuscht der Eindruck, aber das Angebot auf dem Markt war auch nicht mehr so vielfältig. Da beziehe ich mich hauptsächlich auf das an Gewürzen und Fischen. Dass die Verkäufer/innen - auch eine vielleicht subjektive Beurteilung - "professioneller" geworden waren, kann man aus ihrer Sicht sogar als positiv einschätzen, doch aus dem Beobachtungswinkel der Nachfragerseite wohl weniger... :mrgreen:

Irgendwo hatte ich gelesen, dass die Seychellen in Sachen Fußball bemüht seien auf internationaler Ebene einen besseren Platz als Rang 176 von etwas mehr als 200 Fußballverbänden einzunehmen. Als Freund dieses Sports wollte ich mir mal das Zentralstadion ansehen. Dort angekommen, schien die ganze Anlage ziemlich heruntergekommen zu sein - was ja auch stimmte. Im Nachhinein sagte mir jemand, dass es seit einiger Zeit ein neues Stadion gäbe, doch das wusste ich zu dem Zeitpunkt nicht, eigentlich schade, denn das hätte bestimmt auch mein Interesse geweckt.

Am zentralen Busbahnhof braucht man eine gewisse Zeit, um sich zurechtzufinden, doch bei genauerer Analyse der Einteilung der Abfahrtstellen ergibt sich dann schon eine gewisse Logik.

Vor der Fahrt nach Victoria wussten wir noch nicht, ob wir den Botanischen Garte nochmals besuchen sollten. Als es dann so weit war, zogen wir es vor den Nachmittag lieber am Beau Vallon zu verbringen, den Abend dann auch, denn da gab es eine Art wöchendlichen Markt, der jedoch auch einen gewissen Unterhaltungswert aufwies.

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Das Stadtzentrum mit seinem Wahrzeichen

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Das Verwaltungsgebäude des alten Fußballstadions

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Das alte Fußballstadion

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Resignierendes Bild einer aufgegebenen Anlage ;(

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Ein nicht mehr intakter Markt

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Re: Trauminseln 2016

Beitrag von belize » 26 Okt 2016 21:03

Das hat wieder Spaß gemacht...besonders das, was Du über den Süden von Mahé geschrieben hast, hat mich sehr angesprochen, denn 2017 wird das erste Jahr sein, in dem wir nur diese eine Insel- anstatt der drei- bereisen.
das ist für mich ein ganz komisches Gefühl... La Digue und Praslin durften sonst nie fehlen...war nie zur Diskussion gestellt.

Dieses Mal also nur Mahé--- und ich freu mich riesig! Und dann auch noch im Süden! Vielleicht finde ich ja auch die "Stelle" auf Mahé wieder, an/in der man 2001 Wanderkarten (ganz unspektakulär in schwarz weiß meine ich, aber tolle Routen). Herausgegeben vom DOC. Weiß jemand, wo ich die herbekomme? Damals habe ich dadurch meine ersten fleischfressenden Pflanzen und Zimtbäume bewundern dürfen.


Bezüglich der Aranui 5 bin ich (wirklich!) mega gespannt. Der Prospekt liegt neben mir und sieht gut aus. Für meine Verhältnisse etwas zu schick (Speisesaal und so).
Da hoffe ich mal, dass du 7 nette Mitbewohner hast (sind doch 8er Kabinen)?

Viel Spaß, lang musst du ja nicht mehr warten! Aber ... lang ist der Flug! :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

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Re: Trauminseln 2016

Beitrag von Inselhüpfer » 27 Okt 2016 04:37

Hallo belize,

es freut mich, dass es mir einigermaßen gelungen ist, dir den Süden der Hauptinsel attraktiv gemacht zu haben. Eigentlich wollte ich schon während des ersten Besuchs 2010 hin, doch dann wurde die Zeit zu knapp - besser gesagt, ich hatte sie mir falsch eingeteilt. Dieser weniger bekannte Teil sollte ein Muss für jeden Naturliebhaber sein, denn die Landschaften - in Kombination mit dem üppigen Pflanzenwuchs - sind einfach atemberaubernd :!:

Die Aranui 5 wird während der Pazifikreise - wie du ja am Ende richtig hervorhebst - bestimmt nicht das Problem sein, auch nicht der eingeschobene Aufenthalt auf Tahiti vor und nach der Schiffsreise zwecks Anpassung -jeweils drei Tage, um auch die Gesellschaftsinseln etwas näher kennen zu lernen -, vielmehr wird es der Flug sein. Eine solche Distanz habe ich noch nie zurückgelegt. Es sind immerhin ca. 23 Stunden reine Flugzeit. Mit dem Zeitzonenkater - 11 Stunden - werde ich wahrscheinlich weniger Probleme haben, denn auch hier habe ich keine richtigen Uhrzeiten bezüglich Schlaf.

Ob ich mit anderen drei oder sieben Personen in einem Raum sein werde, entzieht sich meiner Kenntnis. Allerdings werde ich versuchen mit dem Rücken zur Wand zu schlafen... :wink: :lol: :oops:

Ich hättte noch eine Frage, die du - oder sonst jemand - vielleicht beantworten kannst: Bei längeren Flügen meinen viele, man solle Kompressionsstrümpfe anziehen. Ich habe es bei Flügen in die Karibik und 2010 auf die Seychellen gemacht, heuer nicht. Unterschiede hab` ich keine bemerkt. Weißt du vielleicht mehr davon?

Gruß
Walter

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knuffi
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Re: Trauminseln 2016

Beitrag von knuffi » 27 Okt 2016 05:59

zu den Kompressionsstrümpfen (Ich arbeite im medizinischen Bereich):
Auf Langstrecke trage ich immer welche. Grund: man sitzt lange, bewegt sich wenig, was dazu führt, dass das Blut eher in den Beinen versackt auf Grund der Schwerkraft.Durch die Kompressionsstrümpfe wird der Druck in den Venen erhöht und der Rücktransport Richtung Herz wird erleichtert. Diesen Rücktransport erledigt sonst die Muskulatur beim Bewegen und Laufen, da hier bei ein Druck auf die Venen ausgeübt wird. Wenn man dann noch bissl ne Disposition Richtung Thromboseneigung, Krampfadern, venöse Insuffizienz hat, dann ist es definitv sinnvoll.

LG
Nadja
Seychellen 2008 ( Mahe, Praslin, La Digue), 2010 (Praslin, La Digue), 2011 (Praslin), 2015 (Praslin, La Digue), 20..? - 2017 (Praslin).
Weitere besuchte Inseln: Curieuse, Cousin, Aride, Sisters, Coco, St. Pierre.

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Re: Trauminseln 2016

Beitrag von Inselhüpfer » 27 Okt 2016 08:30

Vielen Dank, Nadja, für die für mich - vielleicht auch andere - wertvolle Info. Es ist immer gut, wenn solche Mitteilungen von Personen stammen, die etwas davon verstehen. Bis jetzt habe ich nur mit Laien über diese Problematik gesprochen. Da wundert es nicht, wenn die Meinungen auseinandergehen.

Gruß
Walter

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Re: Trauminseln 2016

Beitrag von belize » 27 Okt 2016 14:25

Hallo inselhüpfer.
Da bin ich froh, dass Nadja Dir die Tipps geben konnte. Ich bin schon oft dort "unten hin" gereist...das schlaucht schon ganz schön, aber ich glaube, ich stell mich auch besonders an. Mittlerweile habe ich mir praktischerweise angewöhnt, einfach in den komischsten Stellungen da im Flieger zu schlafen...die kids sind ja auch keine babies mehr.
Bei so einem langen Flug kommt es auch darauf an, wie lang/und wo/und wie du es gestaltest, du den Zwischenstopp hast! Persönlich finde ich einen langen Flug dabei (Beispiel FRA-Singapur mit 12h) gut, denn da schläft man wirklich einfach irgendwann...besonders natürlich, wenn es ein nachtflug ist. Was den Jetlag angeht, hatte ich den auch immer, aber nach dem ersten Sclaf gehts wieder.
Im Süden von Mahé haben wir schon oft gewohnt und so wie Du schriebst, wusste ich genau, wo ich bzw Du warst! das fand ich schön.


Eine Frage: Stand die vom Scheich gebaute Hütte noch an der Policebay? Er hatte da Party gemacht...uns bot das Hüttchen -leicht untertrieben- schönen Schatten

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Re: Trauminseln 2016

Beitrag von Inselhüpfer » 27 Okt 2016 19:52

Hallo belize,

dass der Scheich an der Policebay ein Anwesen hat, wusste ich nicht und Francois hat davon auch nichts erzählt. Dafür hat er uns über der Anse a la Mouche mehrere riesige Bauten gezeigt, die den Arabern gehören sollen. Nicht hoch, aber lang... An der Abzweigung von der Hauptstraße stand eine Rampe, die bewacht war... :mrgreen:

Gruß
Walter

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Re: Trauminseln 2016

Beitrag von belize » 27 Okt 2016 21:02

oh, entschuldige, dieses Mal meinte ich wirklich nur eine etwas größere "Hütte" direkt am Strand.so etwas hatte ich noch nie gesehen, der gesamte Parkplatz und der Weg dorthin waren wie in einem Labyrinth rechts und links mit Palmenblättern "geschmückt." Das sah wirklich ziemlich schön aus...ich hab mich nur gefragt, wer das hergerichtet hat! Am Strand dann die Haupthütte mit Nebenhütte, insgesamt 3.


also kein Palast...dieses Mal, eher eine Holzhütte

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Re: Trauminseln 2016

Beitrag von Inselhüpfer » 28 Okt 2016 05:40

Ein Abschied auf Raten

Am Vorabend der Rückkehr in heimische Gefilde fand im Park von Beau Vallon ein Treffen zwischen Einheimischen und Touristen in Form eines Marktes statt, bei dem man so manchen schmackhaften Happen ergattern konnte. Viele Seychellois hielten Bierflaschen in ihren Händen, obwohl es nirgendwo einen Stand gab, wo dieses Getränk im Angebot war. Diskriminierung? Na ja, so weit möchte ich nicht gehen, aber ein Bierchen zum Abschied hätte ich mir schon auch gegönnt. So blieb es dann beim Kokoswein, der eigentlich noch kein richtiger war, denn der Gährungsprozess war noch nicht ganz vollendet, mit dem Vorteil für den Anbieter, dass man mehr davon konsumieren musste, um ein gewisses Stadium der vorübergehenden Glückseligkeit zu erreichen... :lol:

Am Morgen danach wachte ich - wie immer - vor Sonnenaufgang auf und entschloss mich den berühmten Strand mal vom Berg aus zu bewundern. Ausgestattet mit etwas alkoholfreier Flüssigkeit und zwei Würstchen fremder Herkunft begab ich mich auf einen Weg, der laut Francois über den Berg nach Victoria führen sollte.

Kaum hatte ich rechts eingebogen, näherte sich mir ein streunender Vierbeiner, der keine bösen Absichten hatte, jedoch von irgend etwas magisch angezogen wurde... :wink: Nachdem ich mit ihm geteilt hatte, ging es zu zweit weiter, denn Bobby ließ sich im Folgenden nicht mehr abschütteln, obwohl ich sowohl auf Deutsch, als auch Rumänisch wiederholt versucht hatte, ihm dies zu vermitteln. Könnt` ja sein, dass er dieser Sprachen nicht mächtig war, auf eine zweite Portion hoffte oder sich schließlich verpflichtet fühlte mich während des Abstechers vor seinesgleichen zu schützen :) . Bleibt wohl sein Geheimnis. Jedenfalls wich er bis zum Betreten der kleinen Hotelanlage nicht mehr von meiner Seite.

Der Weg wurde immer abschüssiger, was auch den Vorteil in sich barg, dass sich auch das Panorama positiver gestaltete. Je höher wir kamen, desto intensiver wurden auch die Willkommensbotschaften anderer vierbeiniger Hausbeschützer, doch das war mir egal, denn ich hatte doch einen ziemlich mächtigen Begleiter :)

Irgendwann reichte es mir. Der Weg setzte sich zwar in Richtung Archipelhauptstadt fort, doch schien die Wasserscheide noch recht fern zu sein, also entschloss ich mich zum Rückweg. Inzwischen zeigte sich auf der anderen Seite des Strandes schon der Feuerball unseres Zentralgestirnes, während in der Ferne die Silhouette der drittgrößten Insel der Seychellen aus dem Nebel auftauchte. Dass sie sogar diesen Namen trägt, ist eigentlich nicht verwunderlich, denn die relativ große Entfernung zu Mahe gibt von dort aus gesehen nicht mehr preis.

Nach dem Frühstück erfolgte noch ein langer Spaziergang entlang der bei Ebbe sehr breiten Kontaktzone zwischen Festland und Ozean sowie letzte Versuche einer derartigen Hautgestaltung, die daheim Gebliebene neidisch werden lassen sollte :D Der Nachmittag war - nach dem Packen - für`s Faulenzen programmiert. In der in diesen Breiten recht kurzen Dämmerung erschien dann der gleiche gutmütige Fahrer und beförderte uns zum Ausgangspunkt. So näherte sich eine abwechslungsreiche Reise ihrem Ende zu. Der Rest ist uninteressant.

Fazit: Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, eine Inselgruppe nur einmal zu besuchen, da es davon sehr viele gibt und ich derer so viele wie nur möglich besuchen wollte. Der Plan ist im Fall der Azoren, Madeira und den Seychellen nicht aufgegangen, was freilich einen einfachen Grund hat: Ich hatte mich in sie verliebt :!:
Grundsätzlich werden meinerseits Inseln vulkanischen Ursprungs bevorzugt, da sie im Allgemeinen wildere Landschaften aufweisen. Bei den Seychellen war dies anders: Hier gibt es eine sehr gelungene Kombination zwischen urigen Granitfelsen - eigentlich auch Vulkangesteine - , Vegetation und nicht zuletzt der besonderen Lage. Obwohl von geringem Ausmaß, bietet diese kleine Welt fast für jeden etwas.

Wiederholte Besuche gestatten auch Vergleiche. Die sind in Urlaubsgebieten meist negativ, irgendwie nachvollziehbar und trotzdem kaum hinnehmbar. Es ist das Gefühl einer Gratwanderung, bei der man abwägen muss. Unsere Alten sagten oft: "Früher war alles besser." Na ja, so stimmt das nun wohl auch nicht ganz, aber der Mensch versucht meist aus der Vergangenheit das Gute, Reizvolle, Außergewöhnliche zu behalten. Demzufolge wird mir diese Inselgruppe als ein kleines Paradies im Gedächtnis bleiben: Die romantischen Strände, die Panoramabilder, die Unterwasserwelt. Bleibt nur zu hoffen, dass die negativen Bilder aus dem Erinnerungsvermögen ausgemerzt werden. Ob`s gelingt, wird sich in unmiitel- und mittelbarer Zukunft heraustellen.

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Beau Vallon am frühen Morgen

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Versteckter Blick auf eine Berühmtheit

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Noch herrscht Ruhe

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Bergpanorama

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Versteckte Häuser in einem Seitental

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Prächtige Jakobsfrüchte in "schwindelnder" Höhe

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Die Silhouette von... Silhouette

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Ein lichtdurchfluteter Tag fängt an seine Pracht zu entfalten

E N D E

Curry Dog
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Registriert: 17 Sep 2016 11:13

Re: Trauminseln 2016

Beitrag von Curry Dog » 28 Okt 2016 11:20

Danke für diesen wirklich wunderschönen, ausführlichen und ehrlichen, heiteren und nachdenklichen Reisebericht.

Multumesc frumos! :)

Inselhüpfer
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Re: Trauminseln 2016

Beitrag von Inselhüpfer » 29 Okt 2016 05:02

Cu cea mai mare placere :!:

amsel
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Re: Trauminseln 2016

Beitrag von amsel » 11 Nov 2016 09:55

Auch ich möchte mich bei dir für deinen unterhaltsamen und launigen Reisebericht bedanken. Ich habe ihn mit großem Vergnügen gelesen.

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