Seychellen 2018 – Ein Fazit | mit Videos

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mr.minolta
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Re: Seychellen 2018 – Ein Fazit

Beitrag von mr.minolta » 23 Dez 2018 01:36

jjjwww hat geschrieben:
19 Dez 2018 10:30
Trotzdem sind die Seychellen aber bei weitem noch nicht so sehr von Overtourism betroffen wie VIELE andere Ziele.
In der Relation zu früheren, nicht wirklich fernen Zeiten, sind sie es sehr wohl, wenn nicht noch mehr.
Aber momentan ist anscheinend eine stärkere Rupie nicht gewollt von der Regierung.
Ich glaube, für die Regierung gäbe es nichts Geileres, als eine noch stärkere Rupie!

Durch die Stabilisierung und Konvertierbarkeit der Währung, die seit einigen Jahren gilt, ist sie schon deutlich stärker und für den Touristen somit teurer geworden. Seitdem sind zusätzlich die Preise auf den Inseln heftig bis maßlos gestiegen und sie steigen weiter. Warum sollte das alles nicht im Interesse der Regierung sein? :wink:
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Re: Seychellen 2018 – Ein Fazit

Beitrag von mr.minolta » 23 Dez 2018 01:48

jjjwww hat geschrieben:
19 Dez 2018 14:32
Wir sind ja immer um 05:30/06:00 losgezogen und haben alle Strände die wir sehen wollten auch menschenleer erlebt. Selbst die Anse Source d'Argent an der wir schon um 06:40 gebadet haben. Die meisten Touristen kamen dann ab 08:30. Dann war man nicht mehr alleine.
Es freut mich für Euch, daß Ihr das so effektiv organisiert habt, aber genau das dürfte auch der Grund für die leeren Strände gewesen sein und weniger die Jahreszeit oder die interpretative Möglichkeit, daß es auf den Seychellen doch gar nicht so voll sei, wie immer gesagt wird.

Ich bin dort noch nie um 0530 (Um Gottes Willen!!) aufgestanden, um dann an der Source um 0640 zu baden. :shock:

Auch in 20 Jahren, wenn sich die Touristenzahlen der Inseln nochmal verzehnfacht haben, würdest Du dort um eine derartige Tageszeit keine anderen Badegäste treffen. In den 90ern ist man um 0700 oder 0800 aufgestanden, war um 1000 oder 1100 am Strand und um 1400 kamen die ersten Störer an und das waren winzige Gruppen im Vergleich zur heutigen Situation.

Noch 2001 haben wir an der Ostküste La Digues immer dann einen Strand verlassen, wenn außer uns überhaupt noch zwei weitere Menschen kamen, weil uns deren Anwesenheit schon nicht mehr paßte.

Anse Cocos um die Mittagszeit im April 2001. Screenshot vom VHS-Video:

Bild

Das ist eben alles seeehr relativ. :wink:
Zuletzt geändert von mr.minolta am 23 Dez 2018 02:09, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Seychellen 2018 – Ein Fazit

Beitrag von mr.minolta » 23 Dez 2018 01:56

eichenweg hat geschrieben:
21 Dez 2018 17:42
Da lag ein einheimischer Radfahrer am Boden und wurde von einem Golfcarfahrer mit Füssen getreten und was noch schockierender war, der Fahrer
holte eine Machete aus seinem Wagen und ging nochmals auf den Radfahrer los. Wir versuchten die Lage zu beruhigen, der Angreifer drosch aber unvermittelt auf den am Boden liegenden ein.

Ein Fahrer stoppte und verabreichte dem Hund eine Tracht Prügel mit Stöcken und Steinen, worauf dieser sich heulend ins Gebüsch flüchtete. Es war uns nicht ersichtlich, warum der Typ den Hund so maltretierte, er hielt einfach und ließ seine Wut (?) auf den hUnd aus.
Frenki hat geschrieben:
21 Dez 2018 22:40
Massenschlägerei ab 16:00 Uhr. Leute liegen am Boden. Werden trotzdem mit unbändiger Wut getreten. Magen. Kopf. Nichts bleibt verschont! Touristen tanzen um die Leute herum, die da am Boden liegen.
Suse hat geschrieben:
22 Dez 2018 11:21
... insbesondere auf Mahé, manche Strände boten in den letzten Monaten eine gute Chance, über eine entsorgte Leiche zu stolpern...
Solche inzwischen nicht mehr seltenen Vorfälle werden das Gespenst vom Paradies leider auch nicht aus den Medien und den Köpfen der Lifestyler vertreiben.

Grauenhaft.
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Re: Seychellen 2018 – Ein Fazit

Beitrag von mr.minolta » 23 Dez 2018 02:03

Suse hat geschrieben:
22 Dez 2018 11:21
Dies Forum war früher nämlich seeeeeehr viel politischer als jetzt. :wink:
So ist es, ääh, so war es. Schade eigentlich. :wink:
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Re: Seychellen 2018 – Ein Fazit

Beitrag von eichenweg » 23 Dez 2018 14:19

Trotz dieser sehr negativen Auswüchse ist mir La Digue immer noch lieber als z.B. die Malediven (vom Islam mal abgesehen) mit ihren Besucherzahlen die über der Millonengrenze liegen, oder Mauritius, die ebenfalls über eine Million Besucher haben. Dagegen nehmen sich die Seychellen mit insgesamt
von Anfang des Jahres bis zum 9. Dezember, mit 334.719 Besuchern ja "mickrig" aus. Da ist also noch viel Luft nach oben :x

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Re: Seychellen 2018 – Ein Fazit

Beitrag von quaxi » 27 Dez 2018 11:35

Hallo!
Ich habe gerade mit Schrecken die Berichte über die Gewaltausbrüche gelesen. Es nur zu lesen klingt grauenhaft, es erleben zu müssen noch viel mehr. Natürlich ist es auch schlimm, wenn man sich im vermeintlichen "Paradies" auf Urlaub befindet, man rechnet nicht damit. Ich kann mir nur vorstellen, dass jemand so was unter Drogeneinfluss tut. Egal in welchem Land.
Ja, wir können uns leisten ins Paradies zu fahren und wir haben mehr Geld zur Verfügung wie so mancher Einheimische. Trotzdem versteh ich diese Gewaltausbrüche nicht. Dass aber die Menschen an dem Tourismus was verdienen möchten, dadurch mehr Hotels entstehen, das verstehe ich. Jeder von uns würde auch versuchen, da ein Stück vom Kuchen abzubekommen, wenn er in der Lage der Einheimischen ist. Ob es dann gut für die Natur ist, steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt.
Ich kenne da ganz andere Länder, wo die "Geschäftstüchtigkeit" der Leute viel extremer ist und leider noch viel mehr ins Negative umgeschlagen hat, wie auf den Seychellen.
Ich verstehe alle, die wehmütig auf ganz andere Zeiten zurück schauen, wo das Paradies noch viel schöner war als heute. Und dass es so extreme Dinge gibt wie Kreuzfahrtschiffe in Hochhausgröße die an einsamen Stränden anlegen, oder wunderschöne Städte mit Dreck und Menschenmassen überfluten ist sehr traurig.
Aber eigentlich müssten wir uns selbst doch genauso an der Nase nehmen - Ich habs hier schon mal erwähnt - was ist aus meinem schönen Österreich geworden? In Hallstadt hängen rote chinesische Lampen im Gastgarten, massenhaft Busse kommen jeden Tag mit asiatischen Gästen. Oder der Gosausee, hat schon mal wer von euch die Parkplatzanlage dort gesehen? Die Skilifte in Salzburg u. Tirol usw......
Auch in Thailand hat es traumhafte Plätze gegeben, in Koh Samui oder in Krabi. Unvorstellbar was daraus geworden ist. Natürlich soll man sich nicht an negativen Beispielen messen. Aber unser Welt hat sich nun mal nicht zum Guten entwickelt.
Trotz all den schlimmen Dingen:
Nicht nur um 6 Uhr früh find ich traumhaft schöne Plätze auf den Seychellen, auch zu Mittag noch menschenleer. Nicht unbedingt auf La Digue, OK.
Und auch in meinem geliebten Salzkammergut weiß ich noch sehr schöne Plätzchen, die mir so schnell noch keiner weg nimmt. Hoffe ich. :wink:
LG Quaxi
Lesen und Reisen ist Bereicherung, ist Erweiterung der Sinne und des Verstandes.

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Re: Seychellen 2018 – Ein Fazit

Beitrag von eichenweg » 27 Dez 2018 13:20

Hallo Quaxi
Wir in Österreich haben ja schon eine sehr lange Touristenerfahrung und die Auswüchse sind leider hinlänglich bekannt. Gerade Tirol und das Salzkammergut wurde und ist davon sehr gebeutelt. Glücklicherweise können bei uns die Kreuzfahrtschiffe nicht anlanden :D , aber dafür Kolonnen von
Reisebussen.... St. Wolfgang usw. ist der reinste Albtraum, außer für Chinesen und Araber.
Für die Seychellen sehe ich für die Zukunft eine "zweigleisige" Entwicklung. Wer relativ unberührte Natur und Ruhe, Gemächlichkeit, hanging loose usw.
geniesen möchte, der wird auf die kleinen (Luxus) Inseln ausweichen und tief in seine Geldbörse greifen, Mahe, Praslin und, mit etwas Abstand, La Digue
wird dem Massentourismus freigegeben werden. Bestehende Gesetze zum Schutz der Umwelt werden "gebogen" oder "neu interpretiert" werden, schließlich gehört Korruption leider auf jeden Fleck unserers Planeten dazu. Auch wenn die "alten" unter den Politikern eventuell noch aus verschiedenen Motiven bremsen, die smarten Jungen huldigen in der Regel dem Reichtum. Über diesen Mechanismus habe ich im Forum schon einen langen Artikel geschrieben, am Beispiel von Sardinien wo ich über 33 Jahre lebte und auch im Tourismus tätig war. Wenn man sich die Alterstruktur der Seychelloirs ansieht mit einem Altersdurchschnitt von 32 Jahren, dann kann man sich vor Augen halten, wie sehr dieses Volk nach "Entwicklung" streben wird. Die steigende Drogensucht, las unlängst etwas von über 6000 registrierten Süchtigen, ist da nur ein Indiz. Statistisch gesehen haben die Seychellen die höchste Gefangenenrate weltweit (799 Gefangenen pro 100.000 Einwohner, https://de.wikipedia.org/wiki/Gefangenenrate). Ist zwar eine etwas zweifelhafte Statistik, da die Seychellen ja unter 100.000 EW liegen, doch wieder ein Mosaiksteinchen in der Entwicklung.
Ich habe bei unseren regelmäßigen Besuchen auf La Digue bisher noch keine Diebstähle oder Einbrüche erlebt, war aber unangenehm berührt, dass "unser" Bungalow heuer mit etlichen zusätzlichen Riegeln an Türen und Fenstern versehen wurde und - wie schon beschrieben, dass wir Zeugen von Gewaltausbrüchen geworden sind.
Da ich aber, trotz langer Lebenserfahrung, immer noch optimistisch denke, hoffe ich dass sich die negativen Auswirkungen eines ständig steigenden Tourismus sich in Grenzen halten werden, speziell für mein geliebtes La Digue.

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Re: Seychellen 2018 – Ein Fazit

Beitrag von chris-mt01 » 27 Dez 2018 15:42

Hallo diese Entwicklungen waren immer schon so und werden auch so bleiben.
Zuerst kommen die Privilegierten und dann das Volk.
Wird auch in Zukunft so sein ob es dann um Urlaubsraumstationen geht dem Mond oder gar dem Mars.
Ich finde trotzdem das sich nicht alles nur verschlechtert.
Ich war 1988 in Thailand und 2017 , gefühlt gab es auch gute Entwicklungen.
Auf der Insel Ko Jum war es so einsam .....fast komisch.

Gruß Chris

Frenki
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Re: Seychellen 2018 – Ein Fazit

Beitrag von Frenki » 28 Dez 2018 23:27

eichenweg hat geschrieben:
23 Dez 2018 14:19
... 334.719 Besucher ...
eichenweg hat geschrieben:
23 Dez 2018 14:19
"mickrig"
Zahlen sind Schall und Rauch, sofern sie nicht vor entsprechendem Hintergrund betrachtet werden. Also, Besucher verteilt auf eine verfügbare Fläche!

Bleiben wir bei LD. 2.500 Locals + mindestens 2.200 Touristen. Permanent. Auf einer Insel mit 10 qkm. Von dieser Fläche ist die Hälfte urbanisiert. Wir reden also über etwa 5 qkm auf der sich - Tagestouristen ausgeschlossen - fast 5.000 Personen aufhalten. Damit wurden Grenzen gesprengt.

Und dann kommt so ein schwimmender Tempel, "Betreutes-Reisen", und spuckt mal eben weitere 5.000 Leute aus, die auch noch ihre Räder mitbringen! Niemand von den Locals profitiert davon. NIEMAND!

Liebe Leute! Das ist nur unter Drogeneinfluss erträglich!!!!! Dabei denke ich nicht nur an Touristen!

Sandkrebs
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Re: Seychellen 2018 – Ein Fazit

Beitrag von Sandkrebs » 29 Dez 2018 14:57

Liebe Leute, meint ihr nicht, ihr übertreibt ein wenig? Ja, natürlich waren die Seychellen vor 20 Jahren sicherlich anders als heute. Ich war 1993 auch das erste Mal in der Dominikanischen Republik in Punta Cana, da gabs gefühlt 10 Hotels auf 20 km Strand oder wie lang der ist, also sehr überschaubar. 2008 waren wir noch einmal da und da war es auch wesentlich dichter bebaut. Das ist fast überall so. Wer die Seychellen vor 30 Jahren haben möchte muss sich heute wohl so etwas wie die Andamanen oder entsprechend touristisch unerschlossene Gebiete suchen. Selbst mit etwas besseren Reisezielen wie den Malediven oder Mauritius verglichen sind die Seychellen heute immer noch ein absolutes Luxusziel was die Besucherzahlen angeht. Während unseres Aufenthaltes auf Praslin haben wir genug Strände gefunden, wo wir tagsüber fast allein waren, 2-3 Pärchen vielleicht noch, aber die waren dann auch 20-30 Meter von uns weg.

Zudem wer sich beschwert, dass vor 20 Jahren alles so viel besser gewesen sei und wieder die leeren Strände für sich fordert, an den die Frage, warum er sich eigentlich das Recht herausnimmt für sich den Strand allein zu haben? Wie gesagt soll nicht unhöflich klingen und sein, aber das ist hier echt ein Jammern auf allerhöchstem Niveau

Um noch einmal auf den Ausgang zurückzukommen, wir waren im Constance und das war preislich Anfang Dezember mit dem Kempinski vergleichbar, wir haben uns dann aber bewusst für das Constance entschieden, da das Hotel mit das kinderfreundlichste ist.

Was die Freundlichkeit der Seychellois angeht kann ich mich nicht beschweren. Ganz im Gegenteil eine dezente Zurückhaltung empfinde ich manchmal als angenehmer als dieses ewig nach außen zur Schau getragene Grinsen und diese Dauerfröhlichkeit. Zudem, ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen, aber wer einmal einen kurzen Satz wechselt und wer selbst ein gewisses Maß an Fröhlichkeit ausstrahlt der merkt, dass die Menschen keineswegs verschlossen sind. Es braucht aber ungefähr 1-2 Minuten bis das Eis gebrochen ist. Danach waren aber fast sämtliche Seychellois, egal ob Hotelpersonal oder jemand außerhalb des Hotels sehr freundlich und haben über Gott und die Welt gesprochen. Der eine erzählte davon wie er Weihnachten feiert, was seine frühsten Kindheitserinnerungen sind, der nächste wie und welches Essen er kocht usw. wo man halt so gerade im Gespräch hindriftet. Aber, wie gesagt, es muss von beiden Seiten kommen. Vielleicht schreibe ich hier doch einmal meine Erfahrungen nieder :D :)

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Anubis
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Re: Seychellen 2018 – Ein Fazit

Beitrag von Anubis » 29 Dez 2018 15:09

Sandkrebs hat geschrieben:
29 Dez 2018 14:57
Um noch einmal auf den Ausgang zurückzukommen, wir waren im Constance und das war preislich Anfang Dezember mit dem Kempinski vergleichbar.
Ich kenne die Seychellen noch aus einer Zeit vor dem Constance und dem Kempinsky, es war dort schon schöner, nicht so zugebaut, viel mehr Natur halt. Sicher, es gibt schon noch schöne Plätze auf den Seychellen, aber halt nicht mehr so viele wie früher.
Das Schicksal ist ein gesattelter Esel. Es geht, wohin du es führst.

eichenweg
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Re: Seychellen 2018 – Ein Fazit

Beitrag von eichenweg » 29 Dez 2018 19:30

Ja, wir die die Seychellen schon seit Jahren kennen, "jammern" natürlich auf hohen Niveau. Gemessen an anderen Destinationen sind die Seychellen immer noch paradiesisch. Umso mehr schmerzt es, wenn man verschiedene Entwicklungen bemerkt bzw. zu glauben wähnt. Wer leere Strände sucht, könnte ja in der "toten" Saison hinfliegen, die gibt es! Ja, es fühlt sich schon sehr vermessen an, wenn man "seinen" Strand gerne für sich haben möchte.
Aber deshalb fliege ich nicht tausende Kilometer irgendwohin, nur um von Rummel umgeben zu sein. Da ist Mallorca oder die DomRep geeigneter.
Wir buchen unsere Unterkunft auf La Digue direkt bei den Besitzern, ohne Umweg über Anbieter. Da freuen sich die Gastgeber, da wir Langzeitmieter und keine Iselhopper sind und wir haben Freude an der familiären Athmosphäre. Außerdem sind wir immer zu Fuß, da man ungleich mehr mit den Einheimischen sozialisiert. Mit dem Fahrrad achtet man auf tausend Dinge um im Sattel zu bleiben, zu Fuß bekommt man schnell Kontakt, bleibt stehen, tauscht ein paar Worte usw. Im Laufe der Zeit haben wir schon viele Freunde dort, die uns immer ein herzliches Wiedersehen bereiten. Gibt es was Schöneres?

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Re: Seychellen 2018 – Ein Fazit

Beitrag von Suse » 30 Dez 2018 10:47

Sandkrebs hat geschrieben:
29 Dez 2018 14:57

Zudem wer sich beschwert, dass vor 20 Jahren alles so viel besser gewesen sei und wieder die leeren Strände für sich fordert, an den die Frage, warum er sich eigentlich das Recht herausnimmt für sich den Strand allein zu haben? Wie gesagt soll nicht unhöflich klingen und sein, aber das ist hier echt ein Jammern auf allerhöchstem Niveau


Ich finde überhaupt nicht, daß hier irgendwer "jammert". Jammern war für mich eher, wenn die Hochzeiter hier im Forum gemault haben, daß sie nachher häßliche Plauzen anderer Reisender auf ihren Hochzeitsvideos hatten (und ich möchte nicht wissen, welcher Kostenanteil für so ein Hochzeitshooting allein für das Wegbearbeiten derselben draufgeht :lol: ).
Ich les auch gar nicht, daß hier irgendwer fordert, einen Strand für sich allein beanspruchen zu dürfen. Es ist doch eher ein Bedauern und eine größtenteils eher nüchterne Betrachtung der Entwicklung, die sich dort sehr viel schneller abspielt als in anderen Ländern, die nicht ausschließlich auf Tourismus setzen. Ich seh es genau so wie eichenweg und hab das auch schon genau so in meinem Reisebericht nach der letzten Reise im vergangenen Jahr (kann man ja gerade noch schreiben :wink: ) so formuliert, daß es irgendwie nur noch zwei Arten von Inseln gibt, die man auf den Seychellen bereisen kann, die extrem hochpreisigen, auf denen sie über die Kosten die Besucherzahlen gering halten, und die drei Hauptinseln, die sie zum Massenabschuß freigeben. La Digue fand ich überhaupt nicht mehr paradiesisch, und das ist einfach nur traurig.

https://vimeo.com/241647197
Wenn Du keine Kokosmilch hast, machste einfach normales Wasser.
- Grubi -

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Re: Seychellen 2018 – Ein Fazit

Beitrag von Anubis » 01 Jan 2019 13:53

Suse hat geschrieben:
30 Dez 2018 10:47
Ich seh es genau so wie eichenweg und hab das auch schon genau so in meinem Reisebericht nach der letzten Reise im vergangenen Jahr (kann man ja gerade noch schreiben :wink: ) so formuliert, daß es irgendwie nur noch zwei Arten von Inseln gibt, die man auf den Seychellen bereisen kann, die extrem hochpreisigen, auf denen sie über die Kosten die Besucherzahlen gering halten, und die drei Hauptinseln, die sie zum Massenabschuß freigeben. La Digue fand ich überhaupt nicht mehr paradiesisch, und das ist einfach nur traurig.

https://vimeo.com/241647197

Richtig, der Verkehr und der damit verbundene Lärm ist auf La Gigue echt eklig geworden.

Zu de teuren, aber bezahlbaren Inseln, um dem Massentourismus zu entgehen, zähle ich Crew, Bird und Silhouette.
Das Schicksal ist ein gesattelter Esel. Es geht, wohin du es führst.

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Re: Seychellen 2018 – Ein Fazit

Beitrag von Klara » 02 Jan 2019 15:19

Anubis hat geschrieben:
01 Jan 2019 13:53
Zu de teuren, aber bezahlbaren Inseln, um dem Massentourismus zu entgehen, zähle ich Crew, Bird und Silhouette.
Klar, da kann man sicher in aller Ruhe einen "naturlastigen" Urlaub verbringen, aber das, was sicher für viele, die wehmütig an die alten Zeiten denken, die Seychellen ausmachten, war doch Natur und den Alltag der Inselbewohner miterleben zu dürfen, nicht durch Preise "abgeschottete" Inseln ohne normalen Einheimischen-Alltag. So stelle ich mir die Inseln (ich kenne sie nicht) zumindest vor.
LG
Klara

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