Seychellen 2018 – Ein Fazit | mit Videos

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mr.minolta
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Re: Seychellen 2018 – Ein Fazit

Beitrag von mr.minolta » 02 Dez 2018 19:46

eichenweg hat geschrieben:
02 Dez 2018 07:08
... ausufernde Bautätigkeit...viele neue Transportvehikel... viel neuer Müll ...
Danke für Deine Aktualisierung der Lage auf der Katastropheninsel... :wink:
Naiv derjenige, der glaubt, daß sich an dieser Situation jemals etwas ändern wird.
Golgwägen, die jetzt jeder Vermieter ab fünf Zimmer, haben muß.
Klingt wie ein schlechter Witz. Welche der über 200 Touristen-Unterkünfte auf La Digue hat denn überhaupt weniger als fünf Zimmer?? Wollen sie jetzt auch noch Hunderte Elektroautos da rumfahren lassen? Na gut, genug Beton haben sie dafür ja verschmiert.
Man sieht es und man glaubt es kaum:

Seychellen?

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jjjwww
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Re: Seychellen 2018 – Ein Fazit

Beitrag von jjjwww » 03 Dez 2018 07:54

Interessant wie das jeder anders empfindet.
Ich empfand die Bautätigkeit wie gesagt
als überhaupt nicht schlimm.
Kanalisation ist in meinen Augen was absolut
positives, klar die Baustellenphase dafür
möchte man lieber nicht erleben.

Golfcars hatte ich gesehen, auch nicht wenige
aber die Regelung dass jede Unterkunft
ab 5 Zimmern eine haben muss halte ich für
nicht richtig. Unsere jedenfalls hatte keine und
sie hatten 5 Appartments.

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mr.minolta
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Re: Seychellen 2018 – Ein Fazit

Beitrag von mr.minolta » 03 Dez 2018 18:51

jjjwww hat geschrieben:
03 Dez 2018 07:54
Interessant wie das jeder anders empfindet.
Ich empfand die Bautätigkeit wie gesagt
als überhaupt nicht schlimm.
Kanalisation ist in meinen Augen was absolut
positives, klar die Baustellenphase dafür
möchte man lieber nicht erleben.
Das liegt sicher daran, daß Du die Insel nicht aus früheren Zeiten kennst.

Ohne Bauten und Baustellen. Und die "Baustellenphase" dauert nun schon ca. 10 Jahre an. :wink:


Golfcars hatte ich gesehen, auch nicht wenige
aber die Regelung dass jede Unterkunft
ab 5 Zimmern eine haben muss halte ich für
nicht richtig. Unsere jedenfalls hatte keine und
sie hatten 5 Appartments.
Sollte diese Regelung tatsächlich existieren, würden die 200 Golfwagen natürlich nicht von einem auf den anderen Tag auf den Straßen erscheinen. Daß Eure Unterkunft noch kein solches Fahrzeug hatte, bedeutet in dieser Hinsicht also gar nichts.

Die Zukunft wird's zeigen! :wink:
Man sieht es und man glaubt es kaum:

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Judomeister
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Re: Seychellen 2018 – Ein Fazit

Beitrag von Judomeister » 18 Dez 2018 17:02

mr.minolta hat geschrieben:
21 Nov 2018 14:19
Suse hat geschrieben:
21 Nov 2018 13:03
Ich glaube, es hat etwas mit der sozialistischen Phase der Seychellen zu tun, in der die Regierung selbst Hotels auf Mahé in die Luft sprengen ließ, um die Ausbreitung des Tourismus zu verhindern.
Geil! :shock: Davon hätte ich gerne mal ein Drohnenvideo! :bounce:
Umerziehungslager

Auch geil. Das dunkle Zeitalter der Seychellen? :wink:
Ich will hier mich eigendlich nicht politisch äußern, Dazu ist das Forum nicht da. Aber da du damit begonnen hast werde ich auch mal meinen Senf dazugeben. Die Seychellen haben das 2. größte pro Kopf Einkommen in Arfrika, Das Schulsystem kann sich auch sehen lassen und richtige Armut gibt es dort auch nicht. Wer denkt das der Kapitalismus des letzten Weisheit Schluß ist dem kann man nur sagen bevor die Erde zu Grunde gerichtet wird durch die Gier nach immer mehr wird die Geschichte weiter geschrieben ,,,,Es wird etwas anderes entstehen jenseits von Stalinismus und Kapitalismus...Oder der Mensch wird aufhören zu existieren
Damit sollte das Thema beendet sein,,,,

jjjwww
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Re: Seychellen 2018 – Ein Fazit

Beitrag von jjjwww » 18 Dez 2018 17:13

Die Seychellen haben das größte Pro Kopf Einkommen Afrikas!!!
https://de.statista.com/statistik/daten ... -pro-kopf/

Pro Kopf sind sie also wohlhabender als Ungarn, Polen oder Kroatien

Aitutaki
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Re: Seychellen 2018 – Ein Fazit

Beitrag von Aitutaki » 18 Dez 2018 18:36

Das Problem ist doch, dass die Seychellen einfach nicht mehr für Das stehen wofür sie bekannt oder eben unbekannt sind!
Die neuen Investitionen in Infrastruktur und Zivilisation sind bestimmt gut für die Bewohner und Touristen.
Nur stehen die Seychellen immernoch für UNBERÜHRTE Natur, EINSAME Strände; Ursprünglichkeit und Exklusivität, Gehimtipp u u.u. Diese Schlagworte liest man immernoch im Internet und in Reiseführern zu den Inseln.
Leider stimmt das Alles so nicht mehr. Mit Drohnen und Selfiesticks bewaffnete Touristen bevölkern die Strände des ehemaligen Geheimtipp`s. Dank Lidl und Co kann sich jeder diese Inseln leisten, ohne lange umständliche und gefährliche Bootsfahrten oder seltsame Flugverbindungen.
Wir haben 2005 auf den Seychellen, auf La Digue, geheiratet. Damals ohne Touristen als Zuschauer. Das ist jetzt unmöglich. Wir waren schockiert als wir letztes Jahr die Fließbandhochzeiten am Anse source`de Argent gesehen haben.... Aber verkauft wird immer noch das Klische der einsamen, exklusiven Inseln, an denen man scheinbar einsam an DEM Traumstrand heiraten kann! Aber während sich das romantisch verklärte Paar das Ja-Wort gibt, räkeln sich stundenlang zig Männer und Frauen vor den Granitfelsen für ihre inszenierte Instagramstory.
Ich finde, die Seychellen haben ihren Charme verloren, sind mittlerweile ein durchschnittlich schönes Tropenziel. Nicht mehr und nicht weniger...
Mit Overtourism und einer Bevölkerung mit Drogen und Alkoholproblemen...

jjjwww
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Re: Seychellen 2018 – Ein Fazit

Beitrag von jjjwww » 19 Dez 2018 10:30

Wahre Worte von dir.
Auch uns kam ganz klar auf den Inseln der Gedanke dass die Seychellen von ihrem Image leben.
Teuer, einsame Strände, exklusiv, Luxus. All das findet man auf den Seychellen zwar durchaus aber dann nur für Übernachtungen im 4stelligen Bereich.
Die Touristenzahlen sind wohl wie überall auf der Welt explodiert. Das betrifft ja genauso Island, Hawaii und andere Ziele.

Trotzdem sind die Seychellen aber bei weitem noch nicht so sehr von Overtourism betroffen wie VIELE andere Ziele.

Aber klar jeder der Vergleiche zu 2008 oder früher hat, dem fällt das natürlich massiv auf. Für alle anderen sind die Seychellen mit Sicherheit traumhaft schön.

Ich glaube zur Eindämmung der Touristen würde es durchaus genügen wenn die Währung wieder stärker wird und die Seychellen somit auch wieder so teuer wie 2008 und davor. Wenn man für 1 Euro nur 5-6 Rupie bekommt anstatt 15-16 dann sind sie für viele nicht mehr bezahlbar. Aber momentan ist anscheinend eine stärkere Rupie nicht gewollt von der Regierung.

quaxi
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Re: Seychellen 2018 – Ein Fazit

Beitrag von quaxi » 19 Dez 2018 14:03

Ich finde auf den Seychellen findet man immer noch einsame Strände, auch mit bezahlbaren Unterkünften. Natürlich, Luxus ist dort besonders teuer. Und es gibt leider schon ein paar Traumstrände die mit Luxushotels bebaut wurden und den Zugang erschweren, oder Strände wo viele Touristen sind. Aber der Luxus so mancher Hotels ist auch nicht der Grund wieso mir die Seychellen so gefallen. Mein Luxus ist der menschenleere Traumstrand, die wunderschöne Landschaft.
Wir haben uns darauf eingestellt: dort wo keine Menschen sind ist halt nicht viel Infrastruktur, mit dem kann ich leben. Ich mach mir mein Frühstück sehr gerne selber, wenn wir dafür ganz allein beim Sonnenaufgang stehen können, und der Strand nur ein paar Schritte von der Terrasse weg ist. :D
LG Quaxi
Lesen und Reisen ist Bereicherung, ist Erweiterung der Sinne und des Verstandes.

jjjwww
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Re: Seychellen 2018 – Ein Fazit

Beitrag von jjjwww » 19 Dez 2018 14:32

Ich sage ja. Zu unserer Reisezeit im November waren die drei Inseln für unsere Vorstellungen ziemlich leer.
Die Restaurants ziemlich leer. Ich kann für diesen Monat nichts negatives sagen dass es zu voll war und die Menschen mich an den Stränden gestört hätten. Wir sind ja immer um 05:30/06:00 losgezogen und haben alle Strände die wir sehen wollten auch menschenleer erlebt. Selbst die Anse Source d'Argent an der wir schon um 06:40 gebadet haben. Die meisten Touristen kamen dann ab 08:30. Dann war man nicht mehr alleine. Aber von voll trotzdem noch weit entfernt. Nachmittags waren dann natürlich viele Leute dort. Haben wir auch gesehen ja. Aber wer früh aufsteht konnte die morgendliche Leere genießen

eichenweg
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Re: Seychellen 2018 – Ein Fazit

Beitrag von eichenweg » 21 Dez 2018 17:42

Noch etwas hat mich sehr unschön, um es gelinde auszudrücken, berührt. Bisher sah ich bei unseren Aufenthalten auf La Digue praktisch keine Gewalttätigkeit. Aber vor etwa drei Wochen, ich kam gerade aus dem großen Supermarkt und wurde Zeuge eines solchen Vorfalls.
Da lag ein einheimischer Radfahrer am Boden und wurde von einem Golfcarfahrer mit Füssen getreten und was noch schockierender war, der Fahrer
holte eine Machete aus seinem Wagen und ging nochmals auf den Radfahrer los. Wir versuchten die Lage zu beruhigen, der Angreifer drosch aber unvermittelt auf den am Boden liegenden ein. Auch der Security-Typ des Supermarktes, den wir zur Hilfe riefen, unternahm nichts. Dann fuhr der Golfwagen weg und einige Passanten kümmerten sich um den Zusammengeschlagenen.
Die zweite Episode war Tage später diesmal (nur) gegen einen Hund gerichtet, der auf der Straße in der Nähe der Anse Banana umherlief. Ein Fahrer stoppte und verabreichte dem Hund eine Tracht Prügel mit Stöcken und Steinen, worauf dieser sich heulend ins Gebüsch flüchtete. Es war uns nicht ersichtlich, warum der Typ den Hund so maltretierte, er hielt einfach und ließ seine Wut (?) auf den hUnd aus.
Wenn ich früher unseren Bekannten von der Gemütlichkeit und Frieden auf La Digue erzählte, so werde ich mich nun bedeckt halten.
Schlimm auch die Drogenszene in Victoria, auf La Digue habe ich bis jetzt noch nichts bemerkt. Ist wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit?

Frenki
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Re: Seychellen 2018 – Ein Fazit

Beitrag von Frenki » 21 Dez 2018 22:40

eichenweg hat geschrieben:
21 Dez 2018 17:42
Wenn ich früher unseren Bekannten von der Gemütlichkeit und Frieden auf La Digue erzählte, so werde ich mich nun bedeckt halten.
Wahre Worte. Leider. Ich glaube, hier wurde gerade, trotz aller Emotionen, der Nagel auf den Kopf getroffen!

Ich entdeckte die Seychellen erst viel zu spät. Erstbesuch LD am 16. August '13. Jeder weiß, was das bedeutet. Himmelfahrt. Party. Ausnahmezustand! Am ersten Abend schon mischten sich meine Frau und ich unters Volk. Bevor wir auch nur einen einzigen Strand dieser Insel gesichtet hatten, tanzten wir zusammen mit den Locals auf den Straßen von La Passe. Wunderbar! Einzigartig! Gewalt ...? Übergriffe ...? Habt ihr sie noch alle? Ich hätte meine Geldbörse auf 'ne Bank legen können. 3 h später wieder einsammeln. Yep! Alles gut!

3 Jahre später. Juni. Befreiungstag. Und somit natürlich wieder Party. Satt und reichlich. Massenschlägerei ab 16:00 Uhr. Leute liegen am Boden. Werden trotzdem mit unbändiger Wut getreten. Magen. Kopf. Nichts bleibt verschont! Touristen tanzen um die Leute herum, die da am Boden liegen. In einem Abstand von knapp einem Meter. Duppddidduuu! Ach ist das ein geiler Urlaub! Und am Boden liegt einer, vermutlich mit Familie, der nur noch rötlichen Schaum blubbert! Egal. Drüber tanzen, bis ihn einer entsorgt. Und morgen gehen wir mit Frl. Schwerdtner zu Jules ...

... schließlich muss sich ja jemand darum kümmern, dass das hier endlich mal den Bach runter geht. Das Staatsoberhaupt alleine schafft es ja offensichtlich nicht, trotz größter Anstrengungen! Seid nett, helft ihm.

Klara
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Re: Seychellen 2018 – Ein Fazit

Beitrag von Klara » 22 Dez 2018 10:23

oh Gott, das klingt so grauenvoll. Was ist blos los mit den Menschen, hier wie da. Ich finde Gewalt ganz schrecklich, es dann noch so real mitzuerleben, der absolute Horror, solche Bilder werde ich gar nicht mehr los.
LG
Klara

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Suse
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Re: Seychellen 2018 – Ein Fazit

Beitrag von Suse » 22 Dez 2018 11:21

Judomeister hat geschrieben:
18 Dez 2018 17:02
mr.minolta hat geschrieben:
21 Nov 2018 14:19
Suse hat geschrieben:
21 Nov 2018 13:03
Ich glaube, es hat etwas mit der sozialistischen Phase der Seychellen zu tun, in der die Regierung selbst Hotels auf Mahé in die Luft sprengen ließ, um die Ausbreitung des Tourismus zu verhindern.
Geil! :shock: Davon hätte ich gerne mal ein Drohnenvideo! :bounce:
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Auch geil. Das dunkle Zeitalter der Seychellen? :wink:
Ich will hier mich eigendlich nicht politisch äußern, Dazu ist das Forum nicht da. Aber da du damit begonnen hast werde ich auch mal meinen Senf dazugeben. Die Seychellen haben das 2. größte pro Kopf Einkommen in Arfrika, Das Schulsystem kann sich auch sehen lassen und richtige Armut gibt es dort auch nicht. Wer denkt das der Kapitalismus des letzten Weisheit Schluß ist dem kann man nur sagen bevor die Erde zu Grunde gerichtet wird durch die Gier nach immer mehr wird die Geschichte weiter geschrieben ,,,,Es wird etwas anderes entstehen jenseits von Stalinismus und Kapitalismus...Oder der Mensch wird aufhören zu existieren
Damit sollte das Thema beendet sein,,,,

Eigentlich ist es ja für den Reisebericht ein bißchen schade, daß er so geshreddert wird, aber hierauf muß ich nun ja noch mal antworten, da ich ja angesprochen wurde. Zum einen finde ich sehr wohl, daß ein Forum dazu da ist oder dazu da sein kann, sich mit der politischen Situation des oder der Reiseländer auseinanderzusetzen. Alle "guten" Foren (mein persönliches Empfinden), tun dies, reine Urlaubsforen sind doch strunzlangweilig und von allergrößter Oberflächlichkeit. Und es hilft überdies, die heutige Situation, das Verhalten der Menschen und manche Abläufe im Land sehr viel besser zu verstehen, wenn man sich mit der politischen Geschichte auseinandersetzt, gerade auf den Seychellen. Wie gesagt, alles mein persönliches Empfinden.
Ich denke auch, daß es möglich ist, solche Diskussionen zu führen, ohne sich gegenseitig persönlich und unter der Gürtellinie anzugreifen, viele können das aber nicht. Das ist jetzt nicht auf diesen Thread bezogen, sondern generell auf die Diskussionen, die hier in der Vergangenheit schon stattgefunden haben. Dies Forum war früher nämlich seeeeeehr viel politischer als jetzt. :wink:

Was die obige zitierte Aussage angeht, das war überhaupt nicht darauf bezogen, indirekt dem Kapitalismus zu huldigen. Ich persönlich denke ja, daß kein Wirtschaftssystem per se schlecht ist, das liegt immer nur an der inneren Moral der Menschen, was sie daraus machen. Und Bürger, vor allem junge, formbare, die noch keine Möglichkeit hatten, eine eigene Sichtweise zu entwickeln, in Lagern, in denen sie internatsmäßig untergebracht von der Ursprungsfamilie getrennt gehirngewaschen werden, halte ich eher für eine der schlechteren Möglichkeiten, mit seinem Volk umzugehen. Wenngleich sie damals auch ein, zwei ganz gute Ideen gehabt haben mögen, mit denen die Seychellen heute nicht ganz so abhängig von einem beständigen Wachstum der Touristenzahlen wären.

Ansonsten schließe ich mich Aitutaki an. Die Seychellen leben von und leiden unter ihrem Paradies-Image. Und dann ist es eben besonders unschön überraschend, wenn man sieht, daß sie dort realiter genau die gleichen Probleme haben wie anderswo, manche sogar deutlich übler. Wenn man schon länger und in zeitlich größeren Abständen nach La Digue gefahren ist, dann sieht man in den Gesichtern der alten Bekannten, daß das Heroin auch auf dieser Insel schon seit längerem angekommen ist.

Offene Gewaltausbrüche habe ich auf den Seychellen persönlich dort noch nicht miterlebt, ich lese ja aber unregelmäßig eine lokale Zeitung und da stehen grauenvollste Dinge drin, die ich jetzt hier gar nicht mal so weit ausführen möchte. Aber da ließen sich wunderbare Thriller darüber drehen, was gerade dieses Jahr alles auf den Inseln passiert ist, insbesondere auf Mahé, manche Strände boten in den letzten Monaten eine gute Chance, über eine entsorgte Leiche zu stolpern. Das meiste hat - vermutlich - mit dem schwunghaften Drogenhandel und Drogenkonsum zu tun.
Wenn Du keine Kokosmilch hast, machste einfach normales Wasser.
- Grubi -

eichenweg
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Re: Seychellen 2018 – Ein Fazit

Beitrag von eichenweg » 22 Dez 2018 11:49

Liebe Suse
Da gebe ich Dir voll recht. Ein Grund der steigenden Unzufriedenheit, zumindest unter den jungen Seychelloirs liegt im Immage der Seychellen.
Exklusiv und teuer. Während wir ohne große Probleme aus aller Welt dorthin jetten und vom Paradies schwärmen (natürlich auch gegenüber den Einheimischen), wie empfindet dies ein junger Einheimischer? Dann kommt noch das Internet, welches "die Welt" in entlegenste Winkel trägt und den Jungen zeigt wie es sich in Paris, Berlin, London, New York usw. lebt. Welche grandiosen Möglichkeiten es da (scheinbar) gibt.
Was bewirken diese Dinge bei einem Jugendlichen, der wenig bis gar keine Möglichkeiten hat von den Inseln wegzukommen um den Duft der weiten Welt
zu schnuppern. Frust und Wut, so habe ich es in einigen Geprächen herausgehört. Drogen sind da eine plausible Konsequenz.
Ich lebte über30 Jahren auf einer Mittelmerinsel und kenne leider so eine Entwicklung nur zu gut. Da ist die Welt eben ein Dorf.
Ein Gegenmittel? Ich wäre glücklich, ich hätte eines.....

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Re: Seychellen 2018 – Ein Fazit

Beitrag von mr.minolta » 23 Dez 2018 01:26

Aitutaki hat geschrieben:
18 Dez 2018 18:36
Wir waren schockiert als wir letztes Jahr die Fließbandhochzeiten am Anse source`de Argent gesehen haben.... Aber verkauft wird immer noch das Klische der einsamen, exklusiven Inseln, an denen man scheinbar einsam an DEM Traumstrand heiraten kann!
Die Seychellen reihen sich damit nahtlos in die Masse der Dienstleistungs- und Industrieprodukte ein, deren Marken-Image durch nichts und wieder nichts erschüttert werden kann, auch wenn die Marke diesen vermeintlichen oder ehemals tatsächlichen Eigenschaften schon lange nicht mehr gerecht wird, wenn sie es denn überhaupt jemals wurde:

"Diese Inseln sind ein Paradies"

Ich habe einige Ziele bereist, von denen das behauptet wurde und die Frage war dann eher die, ob sich das Paradies auch in mir entfalten würde. Nur ein einziges Mal habe ich es hingegen erlebt, daß die Menschen vor Ort, die Einheimischen also, ihre Heimat auch selbst und explizit als ein Paradies bezeichneten und dieses Erlebnis hatte ich nicht auf den Seychellen... :wink:
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