Ersatzweise Paradise. Mahe, La Digue und Praslin in August in 13 Tagen

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afrland
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Ersatzweise Paradise. Mahe, La Digue und Praslin in August in 13 Tagen

Beitrag von afrland » 13 Sep 2017 20:24

Die Prelude

Wir sitzen abends wieder zusammen. Die Sommerreise soll bereits in knapp 4 Wochen starten, es ist aber noch nichts entschieden und nichts gebucht. Nach dem verregneten Schottland über Pfingsten muss jetzt etwas Warmes und Sonniges her. Die Monate über beobachte ich die Flugpreise nach USA. Eigentlich wie immer. Die Airlines spielen aber dieses Jahr verrückt. So günstig war es noch nie. Chicago ist ab 330 Euro im Angebot. Recht vernünftig ab Düsseldorf oder Berlin nach Los Angeles geht es bereits ab 350. Non-Stopp sogar für gerade 100 Euro mehr. Es finden sich gute Gabelflüge über Chicago oder San Francisco. Zwischenstopps in New York sind möglich. Überhaupt ist sehr viel möglich, aber meine Begeisterung wird nicht geteilt. „Schatz, es gibt durchaus Ziele außerhalb der USA. Ich weiß, da gibt es noch unzählige Canyons, wo wir noch nicht gewesen sind. Aber lass und dieses Jahr etwas Anderes machen“. Der Tochterlein möchte an Ozean, aber so dass man da auch baden kann. Na hervorragend. Ich kann ein paar Tage in San Diego anbieten. Uns hat es doch da sehr gefallen. Sie beißen aber nicht zu. „Schatz, lass und dieses Mal etwas Unkompliziertes und nicht Stressiges machen.“ Ich schmolle. Soll es also bis jetzt kompliziert und stressig gewesen sein?! Also was nun „Sonne und Meer? Sollen wir nach Jahren wieder irgendeine Spanien-Italien Reise machen?“ „Ja, Schatz, keine schlechte Idee.“

In der Schublade habe ich eine ausgearbeitete Spanien – Portugal Rundreise. Dafür brauche ich aber 3 Wochen. Mindestens. Das würde aber dem Sohn nicht so recht passen. Der frischgebackene Schulabsolvent ist zwar grundsätzlich bereit noch einmal mit den Eltern in den Krieg zu ziehen, aber bitte nicht länger als 2 Wochen. Na gut. Ich bastele schnell eine Spanien Reise mit einem großen Bade – Segment zusammen. Die Sache ist beschlossen. Ich mache mich schon an die Unterkunftssuche.

Gleich am nächsten Tag trudelt ein Reise Newsletter im E-Mail-Postfach ein. Air Seychellen bittet ab Düsseldorf an ausgewählten Terminen Non-Stopp Flüge nach Mahe unter 500 Euro an. Die Flugtickets sind wohl üblicherweise viel viel teurer. Es hört sich sehr paradiesisch an. Vielleicht eine einmalige Gelegenheit… Aber sind die Seychellen nicht bloß so eine Traumdestination zum Heiraten bzw. für die Flitterwochen danach?! Den Fotos nach sind die Inseln hauptsächlich von schönen Frauen besiedelt, die in langen weißen Gewänden an den Stränden spazieren … Oh Mann … So ein Badeurlaub ist nicht mein Ding ... Anderseits haben die exotischen Inseln wohl atemberaubende Natur, schönes tiefblaues Meer mit super klaren Wasser und außergewöhnliche Stände mit markanten Granitfelsen zu bieten. Und die gigantischen Schildkröten… Sogar wandern kann man da … „Hey, Familie. Kommt mal aller her. Haben wir Lust auf Seychellen?“ Oh ja. Das haben wir, und wie.

Trotzdem lasse ich mir Zeit und suche mehrere Blogs und einschlägige Reiseforen nach Informationen ab. August ist auf Seychellen keine Hauptreisezeit. Nicht wenn es da wie in Florida mit den Hurrikanen oder auf Phuket mit rauen See zugeht. Als ich am nächsten Tag buchen will, scheint es, als ob diesen Newsletter doch viele bekommen haben. Mit einem Rückflug vor Ferienende finde ich heute genau einen Reisetermin. Wir haben bloß 13 Tage, aber die muss ich jetzt nehmen.

Seychellen als Plan „B“ ?! Genau das machen wir nun.


P.S. Der Post ist Frenki’s Schuld. Der hat mich nämlich beim Wort genommen, einen bebilderten Reisebericht zu verfassen.
P.P.S Mir hat es auf Seychellen gut gefallen, wie Paradise sehen die Inseln für mich aber nicht aus. Bitte den Titel nicht falsch verstehen.
Zuletzt geändert von afrland am 14 Sep 2017 21:53, insgesamt 2-mal geändert.

afrland
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Re: Ersatzweise Paradise. Mahe, La Digue und Praslin in August in 13 Tagen

Beitrag von afrland » 13 Sep 2017 20:26

Der Flug

Unsere Reise beginnt damit, dass wir fast den Flug verpassen. Unserem Reisemotto „Bloß kein Stress“ nach gehe ich die Sache mit Anreise entspannt an. Ich will wie immer vor 2 Stunden am Flughafen sein, aber ausnahmsweise kein stundelanges Warten am Gate, weil wir mal wieder viel zu früh da sind. Bis zum Flug um 20 Uhr haben wir reichlich Zeit, wir vertrödeln uns, und fahren später als geplant los. Den Freitagsverkehr unterschätze ich völlig. Ein Stau nach dem anderen. Für die Fahrt nach Düsseldorf habe ich nicht annährend genug Zeitpuffer einkalkuliert. Nur etwa eine Stunde vor dem Abflug hetzen wir durch die Flughafenhalle zum Check-In Schalter von Air Seychellen. Es gib genau genommen nur einen. Der ist auch gleichzeitig für den Business Class von Etihad reserviert. Ab jetzt geht es aber schnell und entspannter. Wir haben es geschafft. Keine Schlange am Check-In und auch eigentlich keine bei der Sicherheit-Kontrolle. Kurz nach dem wir am Gate eintreffen, beginnt das Boarding.

Das Flugzeug von Air Seychelles ist überraschenderweise gefühlt zu 80% leer. Dies ist eine 2+4+2 Maschine. Im vorderen Teil sind die mittleren 4- Sitze außer den ersten ein paar Reihen leer. Auch die seitlichen 2-er Reihen sind weniger als zur Hälfte beleg. Nach dem Take-Off fangen Leute an sich auf die freien Plätzte umzusetzen, belegen gar alleine die kompletten 4-er Reihen. Das Bordpersonal hat nichts dagegen. Ich habe uns 2 seitlichen 2-er Reihen reserviert. Das ging nur telefonisch, und bevor ich eines Morgens doch durchgestellt wurde, musste ich unzählige Male bei Air Seychellen anrufen. Die deutsche Telefonnummer habe ich sowohl auf Deutsch und English probiert, und sogar direkt in Victoria versucht. Jedes Mal eine endlose Warteschleife. Ich bleibe bei meiner Frau sitzen, die Kinder haben nun jeweils ein 2-er Sitzt für sich.

Der Airbus A330 ist schon in die Jahre gekommen. Es gibt keine Steckdosen oder Power-Outlets. Das Multimedia – System wirkt alt gebacken. Die Stewardessen verteilen die Headsets mit der Dreier – Klinke. Ich dachte, die gibt es mittlerweile kaum. Aber die Qualität ist gut.

Wie immer kann ich bei einem Nachtflug nicht richtig schlafen. Es ist eher schlummern. Aber irgendwann ist der Flug vorbei und wir landen in Victoria.
Zuletzt geändert von afrland am 14 Sep 2017 21:56, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Ersatzweise Paradise. Mahe, La Digue und Praslin in August in 13 Tagen

Beitrag von afrland » 13 Sep 2017 20:28

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Aktualisierung: Straßenfotografie und das Recht auf eigenes Bild
Am Ende, momentan irgendwo auf der Seite 14, vielleicht wird aber noch der Bericht schrumpfen, aber auf jeden Falls so zum Ende ist ein paar Leuten eingefallen, dass Straßenfotografie – Publikationen in Deutschland ohne eine Einwilligung der abgebildeten Personen nicht erlaubt sind. Ich sollte grundsätzlich nur Landschaften und keine Menschen fotografieren. Deswegen wurden alle Fotos mit Menschen drauf durch den entsprechenden Hinweis ersetzt. Die entsprechenden Paragraphen gelten ggf. auch für Gruppenfotos.
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Tag-1. Auf Beau Vallon

Der Flughafen auf Mahe ist ein vergleichsweise kleines zweistöckiges Gebäude. Man steigt über die Treppe aus dem Flugzeug und ist nach einigen Metern auf dem Flugfeld in dem „Ankunftsraum“. Draußen ist es gar nicht wie ich es mir vorstellte. Statt Sonne und blauer Himmel ist es trüb und regnerisch. Das Wetter hatten wir auf Mahe übrigens vorwiegend. Die Einheimische sagen, es ist für die Jahreszeit auch typisch. Vermutlich ist es noch ein Grund auf die Seychellen nicht im August zu reisen.

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Die Schlange bei der Einreisekontrolle bewegt sich schnell. Wir bekommen den Stempel in der Form vom berühmten Seychellen Coco-de-Meer in den Pass abgedrückt und sind vielleicht nach einer Stunde in der Halle des Internationalen Flughafens auf Viktoria. Hier ist es nicht mehr klimatisiert. Die hohe Luftfeuchtigkeit kann man am Flughafen deutlich spüren. Allerdings ist es gar nicht schlimm und wir gewöhnen uns auch schnell daran.

Zunächst holen wir uns bei Cabel & Wireless Kiosk eine lokale SIM Karte. Diese kostet 100 SR, das 1GB Mobiles Internet Packet noch … Viel haben wir sie nicht verwendet. Der Empfang war gut und man könnte Internet zwischen mehreren Geräten teilen (tethering). Am Flughafen sind mehrere Bankautomaten, und ich gehe gleich Geld holen. Barklays mag meine Master nicht, und ich wechsele zu MCB. Die Bank habe ich dann vorzugweise immer verwendet.

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Kinderarbeit auf den Seychellen :-)

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Ich will alle drei große Inseln sehen: Mahe, La Digue und Praslin. Der Plan ist, nach 5 Tagen auf Mahe nach Praslin zu fliegen, dann gleich mit Cat Roses für 4 Tage nach La Digue, und die letzten 4 Tage auf Praslin zu verbringen. Den Flug nach Praslin habe ich gleich mit gebucht. Praktisch fliegen wir von Düsseldorf nach Praslin und zurück, mit mehrtägigen Aufenthalt auf Mahe. Als ich später über die Schaukel- Überfahrten mit Cat Cocos lese, bin ich sehr froh, das so gemacht zu haben. So richtig seetauglich sind wir nicht und haben des Öfteren Seekrankheit – Probleme.

Mietwagen

Auf Mahe und Praslin sind wir mit einem Mietwagen unterwegs. Ich hatte ein paar in den Reiseberichten empfohlene kleine Mietwagen Verleihe angeschrieben. Die Großen wie Sixt waren mir zu teuer. Die kosten fast das Doppelte. Auf Mahe habe ich mir für 5 Tage bei Mein’Car einen Daihatsu Terios für 260 Euro geholt. Die Bedingung: Automatik, nicht älter als 3 Jahre und mit der Kreditkartenzahlung. Mein‘car hat auf dem Flughafen einen Stand.

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Wir füllen den Mietvertag aus und gehen mit Patrick, einem großen african Typen auf den kleinen Parkplatz gleich hinten der Reihe der Verleih- Schaltern. Der silberne Terrios sieht neu aus und hat keinen einzigen Kratzer. Hmm, mal sehen, ob ich den in gleichen Zustand wiederbringe. Der Wagen hat sogar ein Rückfahrkamera, deren Monitor sonst als Rückspiegel dient. Recht praktisch, und die Kombination habe ich bis dato nicht gesehen. Irgendwann später wird es von dem Terrios auch Fotos geben. Die Leute von Mein’Car machten einen guten Eindruck. Man sollte aber besser die Spritanzeige abfotografieren. Bei der Rückgabe hatte ich mit diesem Patrick eine kurze Diskussion drüber. Er hat wohl, sagen wir, einen falschen Stand auf dem Vertag notiert, lies sich aber schnell umstimmen.

Die Tankstelle ist gegenüber dem Flughafen. Ich tanke zunächst für 500 SR. Das soll für einige Tagen reichen. Jetzt geht der Urlaub richtig los. Etwa um 10 fahren zu unserer Unterkunft nach Beau Vallon.

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Zuletzt geändert von afrland am 24 Nov 2017 17:22, insgesamt 7-mal geändert.

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Re: Ersatzweise Paradise. Mahe, La Diegue und Praslin in August in 13 Tagen

Beitrag von afrland » 13 Sep 2017 20:32

Die Beau Vallon Bucht

Die St. Louis Rd. von Victoria nach Beau Vallon ist wie erwartet richtig kurvig. Nach 10-mal die fahren ist die Straße mir wie jede andere auf Seychellen. Die sind meistens schmal und kurvenreich. Beim erstem Mal war ich aber sehr vorsichtig. Na ja, später auch. Wenn ich ehrlich bin, ist die Verbindung nach Beau Vallon vielleicht die stressigste. Was bei dieser St. Louis Rd unangenehm ist, ist der dichte Verkehr. Wir sind fast immer in einer Kolonne gefahren. Egal in welche Richtung. Entgegen kamen auch stets viele Autos. Wir habe die St Louis Rd. bei Fahren gefilmt. Die Videos lade ich noch hoch.

Hier sollte ich vermutlich diese eine Frage erwähnen, wo man auf Mahe wohnen sollte: im schönen Süden oder im Norden auf Beau Vallon mit guter Infrastruktur. Die habe ich im Forum gestellt, selbstverständlich unterschiedliche Antworten bekommen, und selbst bin ich nicht schlüssig geworden.

Ich hatte auch geschrieben, dass ich mir eine Unterkunft ein Stück oben über Beau Vallon fand. Damit war der „D&M Apartment“ von Doris und Mick Panagary gemeint. Das Apartment hat einen Pool, sieht auf den Bildern picobello aus, und die frenetischen Lobe auf TripAdviser beeindruckten mich regelrecht. Doris und Mike sind sogar von der Regierung ausgezeichnet. Ich hatte das Apartment reserviert, einen Tag später aber auf so ein „Last Minute“ bei dem Gasthaus „Beau Bamboo“ gestoßen. Noch einen Tag überlegte ich, wo wir besser wohnen und ob es noch fair ist, bei Doris und Mike zu stornieren. Dann habe ich doch bei Beau Bamboo gebucht. Die Idee, bei der Gelegenheit gleich in den Süden zu ziehen, habe ich verworfen. Trotz aller Bedenken gegen Beau Vallon war es mir mit dem Süden zu unsicher. Vermutlich war das eine richtige Entscheidung.

Beau Bamboo gehört zu Angie und Francois, und ich vermute, das Haus ist hier kein Unbekannter. Beide sprechen deutsch. Also, Angie ist ja eine Österreicherin. Oder Schweizerin?! Sorry, ich habe es vergessen.

Sie haben hier zwei Häuser. Das Vordere hinter der Küstenstraße mit den Apartments Bamboo and Fantail, und gleich dahinter noch ein großer Bungalow. Das hatten wir. Er hat zwei Schlafzimmern, großen Wohnzimmer mit riesen Couch und Küche, ein schön gefliestes Bad. Ein Unterschied zu den beiden Apartments, die Terrasse ist wesentlich kleiner und ist nicht mit Küche kombiniert. Falls man Angst vor Mücken hat, ist es vielleicht auch besser so. Wie üblich gibt es Klima nur in den Schlafzimmern. Das Wohnzimmer verfügt über einen Ventilator. In den Schlafzimmern steht jeweils ein Doppelbett. Es gibt große Schränke mit eingebauten Zimmersafes. Auf der Terrasse ist ein bequemes einladendes Hamak aufgehängt. Die Terrasse ist allerdings videoüberwacht!

In allem eine wirklich schöne und komfortable Ferienwohnung mit allem, was man so braucht. Einzig die Schlafkissen waren mir zu klein. Aber fremde Betten und Kissen sind selten bequem.

Die ersten zwei Bildern sind von einem anderen Tag.

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Einige Bilder findet man auf http://beaubamboo.blogspot.de/. Diese sind aber schwer auseinander zu halten. Die Apartments und das Bungalo, denke ich, sind ähnlich schön eingerichtet.
Zuletzt geändert von afrland am 24 Nov 2017 17:22, insgesamt 5-mal geändert.

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Re: Ersatzweise Paradise. Mahe, La Digue und Praslin in August in 13 Tagen

Beitrag von afrland » 13 Sep 2017 20:34

So zwischen 11 und 12 kommen wir in Beau Vallon an. Der Bungalow ist ausgeschildert gleich neben dem bekannten Mike’s Store und ist einfach zu finden. Die Bilder von der Straße schaute ich mir schon auf Trip Adviser an.


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Es soll auch einen Parkplatz geben, ich bleibe mit dem Wagen zunächst unten auf der Straße stehen. Ich rechnete lediglich damit, das Gepäck abstellen zu dürfen, aber die Wohnung ist bereits für uns fertig. Das hat Angie möglich gemacht. Nochmals vielen Dank dafür.

Angie führt uns durch die Wohnung durch und erklärt wie hier alles funktioniert. Jetzt wollen wir das Gepäck hochbringen und ich frage zu Sicherheit, ob/wo ich unten Parken darf. Francois ist darüber verwundert: „Im Hof gibt es ja einen Stellplatz für den Wagen?!“
„Das schon, aber die Straße ist schmal und das Einfahren kompliziert. Es sind doch bloß 50-100 Meter. Wir können genauso gut unten bleiben und das eine Mal das Gepäck ein Stück tragen.“
Francois warnt
„Das Parken auf der Straße ist auf eigenes Risiko. Es kann gut gehen. Es kann aber passieren, dass man Dir die Scheibe einschlägt.“

Ich bin von der Idee, die schmale Gasse mit dem Jeep hochzufahren nicht sonderlich begeistert. Viel lieber würde ich unten parken. Die ziemlich hohe Selbstbeteiligung bei dem Mietwagen ist zwar durch die Kreditkarte gedeckt, aber auf den Ärger kann ich verzichten. Ich rümpfe die Nase, der Francois lacht mich aus
„Hier ist nichts kompliziert. Hier fahren Leute mit Pickups her. Hast du einen Führerschein? Weiß du, wie man die Spiegel benutzt? Fahr doch den Wagen hierher.“

Angie wird konkreter. Wenn wir unten parken, dann wird uns die Scheibe eingeschlagen. Na gut. Ich bringe den Wagen hoch. Die Seitenstraße ist für Seychellen-Verhältnisse gar nicht steil aber schon schmal. Ich habe auf beiden Seiten 5-10 cm. Platz und manchmal streife ich mit den Spiegeln das Gebüsch. Immerhin muss ich die nicht einklappen. Zusammen mit Francois üben wir einmal das Ein und Ausfahren. Eigentlich klappt es erstaunlich gut. Später, nach ein paar Mal habe ich den Dreh raus. Zur Absicherung stelle ich zwar jemanden vorne und hinten ab, aber mit der Rückfahrtkamera kann ich es auch alleine. Doof ist nur, dass ich jemanden bräuchte, um das Tor zu öffnen. Ich kann oben nicht aussteigen. Alleine müsste ich unten parken, zum Haus gehen, das Tor öffnen, wieder zum Auto gehen, und erst dann Einfahren. Beim Rausfahren das alles in umgekehrten Reihenfolge.

Ansonsten gibt es mit dem Parken keine Probleme. Am letzten Tag, als wir Mahe verlassen, schaffe ich in Angie’s Anwesenheit sogar wieder mal ein perfektes Ausfahrmanöver, ganz ohne Rangieren. Ich sage ihr, sie solle das auch Francois berichten.

Beau Vallon finde ich besser als erwartet, d.h. besser als befürchtet. Es ist schon eine hübsche Bucht. Am südlichen Ende findet man auch für die Seychellen typischen Granitfelsen. Zwar keine beindrückenden Felsformationen wie auf den schöneren Stränden wie auf La Digue, aber immerhin.


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Zuletzt geändert von afrland am 14 Sep 2017 22:09, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Ersatzweise Paradise. Mahe, La Digue und Praslin in August in 13 Tagen

Beitrag von afrland » 13 Sep 2017 20:35

Für den ersten Tag hatte ich nichts vor. Beim Mike’s kaufen wir Wasser, Toastbrot, Saft und Marmelade. Er hat aber keinen Kühlschrank. Deswegen lasse ich es der Familie am Strand gut gehen und fahre zu einem ISCP Beau Vallon Supermarket. Laut Google ist er irgendwo kurz vor der Police Station, die sich an der Ecke St Louis Rd, Bel Ombre Rd. und der Küstenstraße N Coastal Rd. befindet. Zu Fuß wäre es von hier ein ganzes Stück.

Wir sind da bereits vorbeigefahren. Ich muss den Supermarkt übersehen haben. Ich fahre die Straße bis zu Police Station hoch, und wieder sehe ich nichts, worauf die Beschreibung „ISCP Supermarket“ zuträfe. Ein Blick auf meine Mobile Navi, der Supermarkt ist bereits hinter mir, und zwar keine 500 Metern entfernt. Als Navi verwende ich Sygic App für iOS. Alle Ziele bereite ich vor der Reise auf Google Maps und lade als Custom POI Datei auf die Geräte runter.

Ich drehe um und parke auf kleinem Plätzchen mit einer Apotheke und einigen Geschäften. Tatsächlich, hier gibt es einen Supermarkt; zwei sogar. Nur habe ich eine Kettenfiliale wie einen Aldi erwartet. Das sind aber zwei relativ kleine Laden. Keine Ahnung, welcher von den beiden der „ISCP“ ist. Ich gehe in den Au Bon Valer, aus Beau Vallon kommend links, wo scheinbar mehr Leute einkaufen und decke mich mit dem Nötigsten für Frühstuck ein: noch mal Brot, Müsli, Milch, Eiern, Brotaufstrich, Käsescheiben und noch mehr Saft und Wasser. Früchte – Fehlanzeige. Nichts da, einmal vielleicht von komischen kleinen Äpfeln abgesehen. Keine Weintrauben, keine Wassermelonen, keine Ananas oder auch lokale Früchte. Ich finde nichts. Zum ersten Mal bin ich auch mit dem Preisniveau auf den Seychellen konfrontiert. Eingeschweißte Salami oder Schinken so um 100-200 SR und mehr pro Packung.

Dann checke ich den anderen Supermarkt ab. Der ist noch teurer und auch hier keine brauchbaren Früchte.

Danach fahre ich noch ein Stück die Straße nach Bel Ombre. Ich habe Zeit und möchte nicht zu früh zurück an den Strand. Was soll ich da?! Ich will den Weg nach Anse Major erkunden. Ich habe leider vergessen den Francois danach zu fragen. Aber irgendwie scheint das jetzt doch keinen Zweck zu haben. Meine Kamera habe ich auch nicht dabei. Ich fahre zurück zu dem Apartment.

Zum Abend gehen wir die „Strandpromenade“ von Beau Vallon erkunden. Die ist … hmm … schlecht definierbar. Am Tag 4 wird es viele Bildern geben. Ich versuche es jetzt nur kurz zu beschreiben.

Das erste weiße Gebäude auf dem letzten Bild ist die berühmte Baobab Pizzeria und das Gasthaus Clef Des Iles. Das zweite ist nicht weniger bekannter RestaurantLa Plage. Das kurze Stück zwischen der Baobab Pizzeria und La Plage, vielleicht 200 Metern, würde ich als die erste Hälfte der „Promenade“ bezeichnen. Hier gibt es abends Leben. Hier sind die La Fontaine und Boat Hause. Bei La Plage macht die Küstenstraße einen Knick und wendet hoch zu der Police Station. Weiter entlang der Straße befinden sich einige Hotels, aber das war’s. An der Ecke beginnt aber eine Fußgängerallee. Die geht von La Plage den Strand entlang bis, glaube ich, Hotel Savoy, wendet sich nach 400-500 Metern ebenfalls nach links und geht weiter grob in die Richtung Police Station. Viel weiter sind wir die aber nicht gelaufen. Nach dem Savoy gab es nämlich nichts Interessantes. Ebenfalls sind wir nicht auf der Coral Strand Rd. oder bei Berjaya Beau Vallon Bay gewesen. Der Stück zwischen Baobab und Savoy war unsere „Strandpromenade“.

Doch noch ein Bild vom Tage 4.

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Die Take-Aways auf Beau Vallon

An unterschiedlichen Tagen gab es hier verschiedene Anzahl der Take-Aways. Auf dem großen Parkplatz hinter La Plage stand ein gelber typischer Food Track Wagen. Sie hatten auch Burger etc. im Angebot, waren aber abends geschlossen. Am Wochenende bewirteten bis spät zwei – drei typische „Zelt“ Take – Aways. Wir mochten diese eine mit dem Grill, wo man auch sitzen konnte. Sie hatten neben der Ausgabe auch mehre Tische aufgestellt, so dass es eigentlich fast wie ein Café war.

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Die Qualität des Essens ist … unterschiedlich. An dieser hier war es passabel. Der Grill war schon ein großes Plus. Das Essen kostete 50 SR pro Schale. Manchmal 75 SR, wenn die mehr drauflegten?! Das habe ich nicht ganz kapiert. Ein Chicken – Kebap (der Spies) vom Grill kostete 50 SR, ebenfalls ein Hähnchen – Stück. Ein Fisch 100 SR.

Später wird es richtig viele Bilder von diesen Take-Aways geben.
Zuletzt geändert von afrland am 24 Nov 2017 17:23, insgesamt 5-mal geändert.

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Re: Ersatzweise Paradise. Mahe, La Diegue und Praslin in August in 13 Tagen

Beitrag von afrland » 13 Sep 2017 20:36

Trotz des durchwachsenen Wetters beschert und der Abend einen fulminanten Sonnenuntergang.

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Re: Ersatzweise Paradise. Mahe, La Diegue und Praslin in August in 13 Tagen

Beitrag von afrland » 13 Sep 2017 20:38

Tag -2. Die Inselrundfahrt. Schottisches Wetter auf Mahe
Sans Soucis Road und Morne Seychellois Nationalpark, Trois Frères Nature Trail, Port Launay, Grand Anse , Anse Boileau, Anse à la Mouche, Anse Royale

Hier wird es abends bereits halb sieben dunkel. Den kurzen Tag will ich mit dem zeitigen Aufstehen kompensieren. Glücklicherweise haben wir bei der Hinreise niemals ein Jetlag oder Ähnliches. Weder der Nachtflug noch die Zeitumstellung sind ein wirkliches Problem. Der Körper pumpt Adrenalin, es strömen neue Eindrücke ein und s.w. Wir sind meistens einigermaßen fit und munter. Bei der Rückkehr nach Hause ist alles leider anders. Ich werde vor 6 Uhr wach, möchte aber nicht wirklich jetzt alleine ausparken und irgendwohin mit dem Wagen fahren. Morgens sind die schönen Felsen am Strand leider überflutet. Am Beau Vallon ist bei der Flut am Strand zu viel Wasser. Wir wecken die Kindern, und frühstucken in der Küche. Zeitig schaffen wir aber nicht aus der Wohnung. Erst gegen 8 fahren wir los Richtung Victoria. Ich will heute die Sans Soucis Road fahren und die Insel umrunden. Auch eine kleine Wanderung über den Trois Frères Trail ist eingeplant. Das Wetter ist aber so lala. Es ist bewölkt. Es regnet aber nicht.


Ich verpasse die Kreuzung auf die Sans Soucis Road und wir machen eine kleine Umfahrt über Victora. Der berühmte Hindu Temple ist der einzige Stopp. Irgendwie ist dieser Arul Mihu Navasakthi Vinayagar ein Fake – erst 1992 erbaut.

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Dann fahren wir die Sans Soucis Road hoch in den Morne Seychellois Nationalpark. Die Straße ist auch nicht ohne Kurven und teilweise mit steilen Steigungen, aber ich finde, unterscheidet sich in der Hinsicht nicht wesentlich von der Verbindung nach Beau Vallon. Nur ist hier viel weniger los, und die Straße ist wesentlich schöner und angenehmer zu fahren. Lässt man nämlich die Stadt hinter sich, wird es oben in dem Nationalpark magisch. Früh am Morgen gibt es hier kaum Autos. Wir fahren eine einsame Straße durch den tropischen Wald. Die ist überwuchert. Überall hängen Lianen. Die Bäume auf den beiden Seiten bilden einen Bogen, sodass wir immer wieder wie durch einen Tunnel fahren. Eine wahre märchenhafte Landschaft. Auch bei dem schlechten Wetter, oder gerade bei dem. Ich finde solche Wälder bei Nebel einfach magisch. Die Sans Soucis hat mir sehr gefallen. Allein die Fahrten hier waren ein der Höhepunkte der Reise.


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Zufällig entdecken wir ein Gehege mit den Schildkröten. Dies ist unsere erste Begegnung. Hier ist zwar nicht so schlimm wie in L’Union Estate auf La Digue. Für mich ist L’Union Estate ein klarer Fall von Tierquälerei. Ich sag dann noch was dazu. Aber glücklich sehen hier die Schildkröten auch nicht.

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Zuletzt geändert von afrland am 24 Nov 2017 17:27, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Ersatzweise Paradise. Mahe, La Diegue und Praslin in August in 13 Tagen

Beitrag von afrland » 13 Sep 2017 20:42

Trois Frères Nature Trail

Jetzt möchte ich den Trois Frères Nature Trail laufen. Die Wanderung ist z.B. seychelles-info.com beschrieben. Von wikiloc.com kann man auch einen GPS Track runterladen.

Man biegt an einer Sans Soucis Forestry Station in eine schmale Seitenstraße und fährt zunächst durch ein kleines Dörfchen bergauf bis zum Ende der Straße. Diese Forestry Station habe ich nicht erkannt. An der Stelle, wo einer Kreuzung kann man kaum sprechen, die kleine Auffahrt ist kaum bemerkbar, steht aber ein Info-Schild. Noch ein guter Orientierpunkt ist eine große Trois Frères Kaffe auf der linker Seite der Sans Soucis Rd. Dort befindet sich auch die Bushaltestelle und ein Wendekreiß. Der Restorant hat mit dem Trail nichts zu tun. Die Abbiegung ist vielleicht 500 Metern weiter entlang der Straße.

Nach einigen Minuten Fahrzeit endet die Seitenstraße an einem Parkplatz (hier finden etwa 5-8 Autos Platz) vor einer großen Villa. Der Pfad zu Trois Frères ist zu linker Seite. Das sind genau genommen zwei Wege: der eine über eine Treppe bergauf und der zweite weiter in den Wald, nicht so steil. Das erwartete Hinweisschild finde ich nicht. Im Haus sehe ich eine Frau, winke ihr durch Fenster zu und frage nach dem Weg. Der mit der Treppe ist der falsche. Zu Trois Frères geht es rechts. Den Schild hat man momentan für eine Reparatur weggebracht. Ich bedanke mich, und wir machen uns auf den Weg.

Zunächst besprühen wir uns gründlich mit Moskitoabwehr Spray NoBite. Wir haben den am Abend ausprobiert, und keine Probleme (allergische Reaktionen) wie von Mr. Minolta beschrieben festgestellt. Den habe ich für die Wanderungen vorgesehen. Ich möchte kein Risiko eingehen. Ein großer Info-Schild auf Beau Vallon warnt vor Dengue. Sonst vergiften wir uns lediglich mit Anti-Brumm Forte. Es hat DEET Anteil von 30%. NoBite hat 50. Die Wirksamkeit von Anti-Brumm konnte wir auf La Digue auf Beweis stellen. Einmal war ich abends kurz Geld abheben. Während die Tochter und Gattin auf mich vielleicht 10 Minuten vor dem Haus warteten, waren sie von den Mücken ziemlich geplagt. Später habe ich mit dem Sohn mehr als eine halbe Stunde im Garten verbracht, wir waren ein hübsches Mond Halo fotografieren, und mit Anti-Brumm keine Probleme mit den Mücken gehabt.

Nicht ohne einen Hintergedanken lasse ich den Wagen am Parkplatz möglichst nah am großen Haus stehen. Wenn auf Beau Vallon nachts die Autoscheiben eingeschlagen werden, kann es hier beim Tageslicht passieren? Wir haben schon noch Zeug im Kofferraum. Am anderen Pfad an dieser Treppe sitzt ein Einheimischer und beobachtet unser Treiben. Bevor wir im Wald verschwinden, schau ich den misstrauisch an.

Wie von vielen beschrieben, ist die Wanderung zum (unteren) Aussichtpunkt Trois Frères sehr einfach. Man läuft überwiegend einen breiten Pfad mit kaum Höhenunterschied. Nur zum Ende muss man ein kurzes Stück (vielleicht 50 Meter) auf einen schwarzen Felsen auflaufen. Da hat man ein Metallseil eingespannt. Nicht wirklich der Sicherheit wegen, da ist kein Abhang. Zum sich Abstützen, um leichter auf dem Stein zu laufen.

Im Wald entlang des Weges stehen mit Moos überwucherten Felsen. Diese mag ich. Die Steine und auch das Wetter erinnern mich an etwas aus der Vergangenheit. Mir fällt eine ganz andere Überschrift für den Reisebericht ein: „Schottlandwetter auf Seychellen“. Na ja. Hoffentlich anders sich das Wetter bald zum Besseren.


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Der Ausblick auf Victoria ist auch beim schlechten Wetter bemerkenswert.

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Die View können wir aber nicht lange genießen. Gleich fängt es an zu nieseln.


Ehrlich gesagt erwartete ich von Trois Frères mehr. Der Copolia Trail ist mir deutlich interessanter. Für den Weg haben wir jeweils etwa 30-40 Minuten gebraucht. Insgesamt hat uns die Trois Frères um 2 Stunden gekostet.

Vollständigkeitshalber muss ich erwähnen, dass wir nur auf dem unteren (offiziellen) Viewpoint waren. Hoch auf dem Berge sieht man einen großen Kreutz. Dahin führt ein Weg „auf eigenes Risiko“. Den Berggipfel kann man erwandern. Das sind aber, glaube ich noch etwa 300 m Höhenunterschied und der Pfad ist wesentlich anspruchsvoller.


Dem Auto ist nichts passiert und wir fahren weiter Richtung Westküste. Dieser verdächtige „Einheimische“ hilft mit einem Kollege der Dame aus dem Haus aufzuräumen. Er warte auf der Treppe im Wald auf seinen Einsatz. Das Wetter verschlechtert sich. Auf der anderen Seite des Morne Seychellois ist dichter Nebel. Die Mission Lodge können wir uns heute sparen.
Zuletzt geändert von afrland am 24 Nov 2017 17:24, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Ersatzweise Paradise. Mahe, La Diegue und Praslin in August in 13 Tagen

Beitrag von afrland » 13 Sep 2017 22:03

Die Port Launay Bucht

Unten an der Westküste regnet es wenigstens nicht. Ich biege nach rechts zu Port Glaud und Port Launay.

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Wir legen ein kurzer Zwischenstopp bei der Kirche ein und kommen ins Gespräch mit einem der Fischern/Bootsmänner. Leider wollen wir weder seine Kokos kaufen, noch mit einem Boot zu der Insel gegenüber fahren:
-„Wozu da denn?!“
- „Die Insel ist aber sehr berühmt. Hier wurde eine populäre russische Reality – Show gedreht. „Dom“ hieß sie. Auf Deutsch „Haus“. Genau genommen habe sie auf der Insel deren zweite Folge gefilmt. Haus-2. Die erste war auch hier, aber weiter“.
Er zeigt mit der Hand Richtung Norden.
- „Wir aller hier mitgearbeitet. Mit den Booten die Darsteller und die Crew auf Insel gebracht.“

Ich mache mir doch ein Foto von der Insel.

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Unten wird auf einer der Boote gerade umfangreiches Equipment verladen. Fette Boxen, Kabelkartuschen, Mixpullte. Es sieht aus, als ob irgendwo auf dem Meer ein Konzert vorbereitet wird.
-„Was ist denn das hier?“
-„Na. Eine Gruppe russischer Touristen möchte auf der Insel eine Party mit Disko feiern. Das ist auch deren Minibus“
Ehrlich? Eine Disko? Auch bei dem Wetter? Sachen gibt es … Wir fahren weiter zu Port Launay.


Port Launay gefällt mir sehr. Eine schöne malerische Bucht mit hellen Sand. Für ihre Constance Ephelia Hotels wählen die doch die schönsten Plätze.

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Hier kann man schön baden, am Strand sind wetterbedingt nur wenig Leute. Eigentlich wollte ich zum Cap Ternay. Das verspricht aber heute nicht viel. Es beginnt wieder zu regnen.
Zuletzt geändert von afrland am 24 Nov 2017 17:24, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Ersatzweise Paradise. Mahe, La Digue und Praslin in August in 13 Tagen

Beitrag von afrland » 13 Sep 2017 22:04

Die Grand Anse Bucht

Unser nächster Halt ist an der Grand Anse. Zunächst verpassen wir den Zugang zum Strand. Die West Coast Road kommt an seinem südlichen Ende vorbei und geht weiter an ganzes Stück entfernt vom Meer. Ich merke, dass wir zu weit vom Strand fahren, sehe keine Zufahrtstraßen, und drehe um. Wir parken an der langen Allee in ein paar Metern vom Strand und gehen zum Meer.

Das ist eine epische Bucht, dieser Grand Anse. Ein langer breiter Küstenstreifen, auf den gigantische Wellen zurollen. Unbeschreiblich und eigentlich nicht auf einem Foto fest zu halten.


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Sorry, ich vergleiche alles mit USA. Mit dem bedeckten Himmel erinnert es mich hier mich an Oregon, die gleiche Stimmung. Man weißt ja, dass man hier auf keinen Fall baden darf. Zu große Wellen und gefährlichen Strömungen. Überall stehen große Warnschildern. Aber egal. An diesem Strand könnte ich stundenlang spazieren gehen. Irgendwann müssen wir aber weiter.


In der Sichtweite befindet sich eine Filiale der SPC Supermärkte. Bekannter weise sind die preiswerter und haben gute Auswahl. Mit fahren ein und kaufen Snacks für ein kleines Picknick. Der Laden ist nicht groß, sieht aber schon eher nach einem richtigen Supermarkt aus. Tatsächlich deutlich größere Auswahl an Waren und moderateren Preise. Sogar Früchte gibt es hier. Wir kaufen Weintrauben und eine Ananas. Würde ich an der Küste in der Nähe wohnen, würde ich immer hier einkaufen. Mich amüsiert die Anzahl der Beschäftige hier. Im Kassenbereich und dem Eingang sehe ich etwa 6-7 Leute: 2 Kassiererin, 2-3 Verkäuferinnen und noch 2-3 Uniformierten. Im Lager arbeitet mindestens noch einer. Der Laden hat die Größe eines kleinen Penny‘s. Hier ist wohl ein Beschäftigungsprogramm am Werk, wie früher mal im Ost – Block.
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afrland
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Re: Ersatzweise Paradise. Mahe, La Diegue und Praslin in August in 13 Tagen

Beitrag von afrland » 13 Sep 2017 22:06

Die Anse Boileau Bucht

Unser Picknick machen wir an Anse Boileau.

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Hier gefällt es mir nicht besonders. Die viel befahrene West Coast Straße ist gleich im Rücken. Die Bucht ist flach. Das Wasser und der Strand nicht besonders sauber. Insgesamt nicht wirklich einladender Eindruck. Dem Ort kann ich wenig abgewinnen. Vielleicht ist es bloß das schlechte Wetter.


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Auch liegt hier ziemlich viel Müll rum.


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Wir fahren weiter. Die Anse Louis Bucht von MAIA Luxury Resort schauen wir uns heute nicht an. Meine Damen müssen irgendwann mal dringend wohin. Was nun? Mir fällen spontan nur Baie Lazare mit dem großen Kempinski Hotel ein. Kurz nach Sailfish Beach Villas kommt rechts ein schöner Restorant, direkt am Meer und mit einer großen Terrasse. Da sitzen Leute. Der Warnschild „No Trespassing“ macht mich etwas stutzig, wir gehen aber rein.

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Es stellt sich heraus, dies ist eine private Veranstaltung. Hier war irgendwann mal sehr früher ein Restorant, danach stand das Haus lange verlassen. Ich glaube, der Name war/ist „Captain Rush“ oder ähnlich. Ich konnte es nicht googlen. Man hat es gekauft und renoviert. Jetzt organisieren sie hier Partys für die Touristen. Heute ist eine Piraten – Party, wohl ein Kindergeburtstag. Deswegen laufen sie hier lustig verkleidet rum. Wir kommen ins Gespräch und plaudern eine Zeit lang über verschiedenes. Lockere sympathische Typen. Wir dürfen nicht nur die Toilette benutzen, sondern bekommen sogar leckere Cocktails spendiert.

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Der im blauem T-Shirt ist der Besitzer. Die lustigen Grimassen, weil er sich scherzhaft anschickt, Katzenfutter zu fressen.


Die Bucht ist auch sehr schön.

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Re: Ersatzweise Paradise. Mahe, La Diegue und Praslin in August in 13 Tagen

Beitrag von afrland » 13 Sep 2017 22:07

Die Anse à la Mouche Bucht

Anse Boileau und Anse la Mouche sehen ähnlich aus, das zweite finde ich schon besser. Eventuell wirkt sich eine gewisse Verbundenheit zu quaxi :-) Ich will mir ihr „Traumurlaubsort“ schön vorstellen.


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Re: Ersatzweise Paradise. Mahe, La Diegue und Praslin in August in 13 Tagen

Beitrag von afrland » 13 Sep 2017 22:09

Die Anse Royale Bucht

Wir haben genug vom Tag und dem miserablen Wetter. Weiter in den Süden fahren wir heute nicht. Über die Les Canelles Rd kommen wir an die Ost Küste und fahren zurück zu Beau Vallon. Wir halten lediglich an Anse Royale. Genau genommen am Fairy Land an derem südlichen Ende. Ich kann an dem markanten Felsen nicht einfach vorbeifahren. Hier soll eine der besten Lokationen zum Schnörkeln auf Mahe sein. Aber wohl nicht im August. Hinter den Rocks ist einigermaßen geschützt, und mehrere Leute baden da. Bei Flut verschwindet der Strand hier allerdings völlig.


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Re: Ersatzweise Paradise. Mahe, La Diegue und Praslin in August in 13 Tagen

Beitrag von afrland » 13 Sep 2017 22:11

Abends ist die Baobab Pizzeria voll. Muss man hier am Wochenende gar den Tisch vor reservieren?! Wir essen wieder am selben Take – Away. Es ist schon dunkeln. Ich habe auf Reisen immer 3-4 Taschenlampen dabei. Wir müssen immer wieder nach dem Sonnenuntergang irgendwo ohne Straßenbeleuchtung auskommen. Fürs Fahrradfahren auf La Digue habe ich diesmal auch eine Stirnlampe mitgenommen. Wir haben die aber letztendlich nicht verwendet. Auf Beau Vallon waren die Taschenlampen praktisch. Auf La Digue, finde ich, notwendig.


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Gegenüber dem Boats Haus ist ein Stand, wo ein Mann mit einer Kapitänsmütze Exkursionen verkauft. Wenn man genau hinschaut, steht er komisch an seinen „Tresen“ angelehnt. Später haben wir ihn in einem Rollstuhl gesehen. Ich will in die Ste Anne Marine National Park, brauche aber keinen dieser Tagestouren mit BBQ für 100 Euro pro Person. In einem Reisebericht hat man in Victoria einen Glassbottom Boat für einen halben Tag für die Hälfte angemietet. Das brauche ich. Unerwartet kann er mir auch einen Halbstages Tour für 60 Euro pro Person verkaufen. Wie ist das Wetter denn Morgen, frage ich zu nächst. Das Wetter Morgen soll ganz gut sein. Und wird es in den nächsten Wochen nicht noch besser? Nein, nein. Das Wetter Morgen ist gut, dann wird es schlechter, weil wir auf den Vollmond zusteuern bla bla bla. Ich soll gleich hier die Tour für den Morgen kaufen. Ich erzähle ihm direkt, dass der Ausflug in Victoria für 50 Euro zu haben ist. „Na mein Freund, Das Meer ist jetzt rau. Ich kenne diese billigen Boote. Damit würde ich nicht rausfahren. Wir haben ein großes Boot mit Toilette. Das ist viel besser“. Ich glaube dem Typen kein Wort, sehe aber keinen Grund nicht doch zu probieren. Wir machen einen Kombi-Preis aus: 50 für die Tochter, 55 für den Sohn, und doch jeweils 60 Euro für mich und meine Frau. Morgen sollen wir um 9:30 an Marine Charter sein und einen gewissen Jonni fragen. Die Lokation vermerken wir gleich in der Navi. Der Link auf Google Maps: Marina Charter. Er schreibt uns ein Reservierungsbeleg. Wir geben ihm 30 Euro aufs Hand und sollen den Rest in Victoria bezahlen.
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