Seychellen September/Oktober 2013 oder...

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Reisefieber
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Seychellen September/Oktober 2013 oder...

Beitrag von Reisefieber » 10 Feb 2014 10:27

....ich möchte, dass Du glücklich bist:

seit langer Zeit hatte ich immer von einer Reise auf die Seychellen geträumt. Eine ganze Weile scheiterte das immer an der Annahme, dass man vorher erst eine Bank ausrauben müsste, um sich das leisten zu können. Außerdem wollte ich eigentlich nicht alleine dorthin reisen, aber niemand wollte mitfliegen, was einerseits an dem weiten Flug und andererseits an der Tatsache liegt, dass man mit mir eigentlich keinen „normalen“ Urlaub erlebt, es ist immer ein bisschen anders…von außergewöhnlich schön bis lebensgefährlich war schon alles dabei, wenn ich verreise....aber dazu später mehr.
Letzes Jahr jedoch, nachdem ich sooo viel im informativen Seychellenforum gestöbert habe, dachte ich...warum eigentlich nicht alleine fahren?
Gesagt getan....und nach ein bisschen stöbern im Netz fand ich eine vielversprechende, sehr informative Internetseite eines Spezialreisevermittlers, die mir sehr gut gefiel: (www.seychellen-zeitreisen.de) und ab da ging alles relativ schnell. Ich bekam dort schnelle, ausführliche Antworten auf all meine Fragen per Email, sehr viele praktische Tipps, auch für Ausflüge, Kontakte vor Ort, Sehenswertes, auf der Homepage kann man sich ein genaues Bild über alle Unterkünfte anhand ehrlicher Beschreibungen, Fotos und Preisangaben machen und so entschied mich für die 3 Hauptinseln und dort für kleine familiäre Gästehäuser. Ich wollte ja schließlich Land und Leute kennen lernen, landestypisches Essen genießen und nicht alleine in einem unpersönlichen großen Hotel versauern.

Am 27.9. war es dann soweit. Morgens war ich noch arbeiten und abends ging´s dann zum Flughafen Frankfurt und mit Emirates per Nachtflug über Dubai nach Mahé. Komischerweise saßen wir erst mal über 1 Stunde im Flieger ohne zu starten....und ohne Infos warum...auch dazu später mehr. Dann ging es endlich los und der Ausblick im Tiefflug über Sachsenhausen und die Frankfurter Skyline war schon toll....auch wenn die Einwohner dort sicher anders darüber dachten!
Bei Sonnenaufgang landeten wir dann in Dubai und der Weiterflug 2 Stunden später ging direkt an der „Palme“ und dem berühmten Hotel vorbei...die Aufnahmen aus dem Flieger sind erstaunlich gut geworden.

Beim Landeanflug auf Mahé gab es dann eine etwas rätselhafte Durchsage, dass sich die Passagiere aus Frankfurt doch mal alle am Gepäckschalter melden sollten...mh....mir schwante übles. Aber erst mal gings zur Einreisekontrolle....und hier wurde ich zum ersten Mal positiv überrascht. Die Abfertigung ging erstaunlich schnell, war perfekt organisiert und die Warterei wurde uns mit einer echt guten Liveband versüsst, die uns gleich in Urlaubsstimmung versetzte....nach ein paar Minuten fing die gesamte Warteschlange an mit den Füssen zu wippen und mitzusummen....alles klar, das Urlaubsfeeling war da .

Während wir warteten gab es immer wieder eine Durchsage, dass sich 10 bestimmte Passagiere aus Frankfurt am Gepäckschalter melden sollten...9 Namen waren klar verständlich, einer eher nicht.....um es kurz zu machen, es war meiner.....aaaaaaarrrrrrrrrrrrgggggggghhhh! Am Lost- and Found-Schalter wurde uns dann gesagt, dass in Frankfurt ein Gepäckcontainer sich nicht befestigen ließ und Emirates daraufhin spontan beschloss, diesen dann einfach in Frankfurt zu lassen...natürlich war mein Koffer auf DIESEM Container und selbstredend hatte ich NICHTS außer Flipflops in meinem Handgepäck. Ziemlich blöd, würde der erfahrene Reisende jetzt sagen...und er hätte ziemlich recht...vor allem, weil ich ja weiß, das IMMER in meinen Urlauben etwas ungewöhnliches passiert und ich sogar schon mal einen Urlaub ganz ohne Koffer erlebt habe, weil der mit 50000 anderen Koffern im Schneechaos durch Europa irren wollte, während ich auf den Kapverden wandern wollte...aber gut...ich schweife ab....wo war ich...
(als Tipp: bei Emirates scheint das öfter zu passieren, auf dem Rückflug waren wieder einige Reisende in Frankfurt "kofferlos"...also vielleicht gleich mal ein Notfallpack im Handgepäck einplanen!)

Jetzt waren also 10 Frankfurter extrem unentspannt....mindestens genausoviele Seychellois-Bedienstete hinter dem Schalter sehr betroffen....aber es war klar: die Koffer kämen frühestens am nächsten Tag und ich musste ja noch weiterfliegen nach Praslin...also unklar, wann ich meinen Koffer dann hätte. Jetzt war guter Rat teuer, da auf den Seychellen die Geschäfte am Samstag um 16 Uhr schließen und ich erst nach 16 Uhr auf Praslin eintreffen würde. Also erst mal den Weiterflug organisieren....auch wieder sehr witzig: für jeden Fluggast gab es mindestens 1 Manson-Mitarbeiter, der das Einchecken übernehmen wollte...eine wilde chaotische Durcheinander-Diskutiererei...dazwischen noch ein älteres britisches Ehepar, was mit je 50 kg (in Worten FÜNFZIG Kilogramm pro Person!!!) Gepäck in die kleinen Spielzeugmaschinchen wollte und partout nicht verstehen wollte, dass man zwar mit Business-Class Emirates 50 kg Gepäck befördert...aber eben nicht in den kleinen Hüpfern.....sie mussten dann 2 weitere Flüge abwarten, bis sie mitfliegen konnten. Ich frage mich echt, was man mit solchen Mengen Klamotten in 2 Wochen will, wenn es nicht die Antarktis ist?
Danach hatte ich dann noch exakt 30 min, um mir etwas zum Anziehen und Toilettenartikel zu besorgen...es blieb also nur der kleine Shop im Warteraum für den Weiterflug nach Praslin. Ich stürmte dort rein....und blieb mit einem Rucksack stecken, weil der Laden dann gänzlich voll war....bis unter die Decke vollgestopft mit Andenken und den üblichen Dingen, die keiner so braucht. Etwas hektisch schilderte ich der netten beleibten Einheimischen mein Malheur....und sie bemühte sich sehr, mir zu helfen. In einem Andenkenladen gibt’s mal per se keine Unterwäsche...also musste ein Bikini und irgendwas dünneres zum Anziehen her...das einzige was halbwegs normal aussah und mir passen könnte, war ein unanständig knapp geschnittener Bikini und ein großblumiges Sackkleid in den Deutschlandfarben...sehr schick...das drückte sie mir in die Hand und zum Umziehen schickte sie mich mal ganz unkompliziert draußen auf die Toilette...ich sah darin gelinde gesagt aus, wie eine geplatzte Blumenwiese...aber was soll´s....es gab nix anderes. Ansonsten fanden wir noch eine uralte abgelaufene Flasche Sonnenmilch, 1 Deo....und schon ging es los mit dem Boarding.
Auch sehr witzig: jeder bekam einen krummen selbstgeschnippselten Papierzettel mit Sitznummer und ein Plastikbordkärtchen in die Hand gedrückt. Nun sollte es nach Farben in den jeweiligen Flieger gehen...alle kleinen Flieger wurden nämlich zeitgleich aufgerufen....nur leider stimmten die aufgerufenen Farben nicht mit den ausgeteilten Leuchtstift-Zettelchenfarben überein...ein heilloses Chaos entstand aber irgendwann saßen alle in den richtigen Fliegern. Ich beneidete glühend jeden kleinwüchsigen Passagier...ich bin leider relativ groß und faltete meine 1.78m daher ziemlich unbequem in meinen Kindersitz und hatte den Rucksack unterm Kinn klemmen, da es auch kein Gepäckfach gibt. Wie sich die 2 groß-bärigen Piloten da wohl im Minicockpit fühlen mussten? Aber der Flug an sich war wirklich ein Erlebnis, da ich noch nie in so einer kleinen Maschine geflogen bin. Man konnte auch den ganzen Flug über im Cockpit beim Fliegen zuschauen, fand ich auch mal sehr interessant. Leider fing es direkt nach dem Start an, heftig zu regnen sodass die Sicht nicht ganz so gut war....aber trotzdem ein Erlebnis.....etwas schaukelig war die Landung aufgrund des Wetters auch, aber erträglich.
In Praslin schien dann aber gleich wieder die Sonne und ich wurde dann von einem sehr netten Taxifahrer zum Colibri-Guesthouse gefahren. Dort fuhr man mich mit dem Golfwägelchen zu meinem „Zimmer“: ein schnuckeliges luftiges Palmdach-Holzhäuschen direkt am Meer mit 2 Balkonen mit Meerblick über 2 Stockwerke. Vom Bett aus kann man direkt aufs Meer sehen! Ein Tipp: lieber nicht den Koffer offen lassen, alles schön ausschütteln vorm Packen und ein Moskitonetz erfragen...die Kakerlaken können da nämlich fliegen!. Nein, es ist nicht unsauber dort, aber bei einer so offenen Bauweise gibt es nun mal tierische Untermieter wie Kakerlaken und unter meinem Bett wohnte ein giftgrüner kleiner Babygecko, das ist halt so und mit Moskitonetz war ich beruhigt: solange nichts nachts im Schlaf ungefragt auf mir herumkriechen kann, ist alles im grünen Bereich! Die Lage: einfach traumhaft, auch in einem schönen blühenden Garten gelegen mit tollen Ausblicken, wenn man zum Frühstück läuft und das Meeresrauschen weckt einen morgens ...oder die erste Fähre, die direkt vor dem Zimmer vorbeifährt und zur Begrüßung hupt. Das Colibri teilt sich mit dem Nachbarhotel das Restaurant und den Poolbereich, der auch superschön angelegt ist und den ich komplett für mich alleine hatte an einem Tag! Vom offenen Restaurant schaut man direkt aufs Meer und den kleinen Fährhafen von Praslin. Es gibt zwar keinen Strand, aber einen kleinen direkten Meerzugang gibt es vom Poolbereich und hinter dem Colibri gibt es auch eine größere Betonplattform mit Liegestühlen. Auch dort kann man direkt ins Meer zum Schnorcheln gehen, ich fand es dort aber nicht so schön zum Liegen. Eine Bushaltestelle gibt es auch in der Nähe, um an andere Strände zu fahren. Man kommt relativ leicht mit den anderen Gästen und dem supernetten Personal ins Gespräch und das Essen dort fand ich auch sehr lecker. Keine riesigen Portionen, aber man wird immer satt und es schmeckte wirklich gut. Morgens gibt es eine riesige Auswahl an selbstgemachten Marmeladen...ich glaube, ca. 10 Sorten....auch ganz exotische Mischungen und Brot kann man gerne nachbestellen, falls es nicht reichen sollte. Abends konnte man immer zwischen einem Fisch- oder einem anderen Gericht beim 3-Gänge-Menü wählen.

Am nächsten Tag (Sonntag) bin ich dann ins nächste Dorf gelaufen, um Geld zu wechseln...zugegebenermaßen zieht sich der Weg etwas in der Hitze...aber nach dem langen Flug tat etwas Bewegung sehr gut. Auf dem Rückweg kam ich an einem größeren Haus vorbei, aus dem laute Schreiereien drangen..da ich ja weiblich, also neugierig bin....schaute ich natürlich ganz unverbindlich mal vorbei. Was ich sah, überraschte mich etwas: viele fein herausgeputzte Einheimische standen in kleinen Grüppchen zusammen und schrieen wie wild gemeinsam durcheinander. Eine nette Einheimische lud mich ein, herein zu kommen und erklärte mir, das ich gerade einen Gottesdienst der Pentecostal-Church besuchte. Etwas verblüfft fragte ich, warum die so herumbrüllen. Sie erklärte mir ganz ernst: sie beten…soso, und warum so laut?... damit Gott sie auch hört! Aha, na bitte, so einfach ist das! Danach setzte man sich mal kurz auf die Stühlchen, aber gleich gings weiter mit einer richtig guten Liveband, Tanz und teilweise so schönem Gesang, dass ich echt Gänsehaut hatte! Alles sang und tanzte mit. Danach sah ich noch ein sehr seltsames Schauspiel: einzelne Personen gingen nach vorne und sprachen direkt mit dem Prediger. Jetzt betete man kollektiv für die speziellen Anliegen dieser Personen und der Prediger berührte sie kurz an der Stirn. Hinter jeder dieser Personen stand jemand mit ausgebreiteten Armen und kurz darauf wusste ich warum und erschrak erst mal ziemlich: diese Personen fielen wie in Hypnose einfach um, wurden ordentlich auf den Boden gebettet...lagen dann minutenlang schlafend auf dem Boden, wachten dann wieder auf und gingen ziemlich benommen zu ihrem Platz zurück und sangen weiter. Das scheint ziemlich normal zu sein, da der Gottesdienst währenddessen unbekümmert fortgesetzt wird und keiner Notiz von den „Schlafenden“ nimmt.
Auf dem Rückweg fand sich dann noch ein geöffnetes Inder-Lädchen, damit konnte abends auch der erste Takamaka-Rum getestet und für lecker befunden werden. In meinem Blumenwiesen-Kleidchen wurde ich zwar äußerst freundlich von jedem Einheimischen gegrüßt....aber ich war ehrlich gesagt doch ziemlich erleichtert, dass abends mein Koffer schon auf meinem Zimmer wartete! Die nette Gästehauswirtin hatte extra morgens selber am Flughafen angerufen und sich darum gekümmert, dass er auch wirklich nach 1 Tag da ist...wie nett! Einfache Begründung, warum sie das tut: sie möchte, dass ich glücklich bin! Na, das hat sie geschafft und diesen Satz sollte ich noch öfter hören im Urlaub.

Abends musste ich dann feststellen, dass die Seychellen wohl „nicht von dieser Welt sind“....ich reise seit vielen Jahren in der Welt herum mit meinem „Weltreise-Adapter“...der bis jetzt auch überall immer gepasst hat....nunja, bis hier...für die Seychellen hat er keinen passenden Stecker! HILFE...ich kann also meine Kameraakkus nicht aufladen??? Aber auch hier gab es Hilfe von der Gästehauswirtin....alle Elektriker bitte weghören ...man sucht sich im Garten ein dünnes Stöckchen, damit schiebt man den Schutzschalter beiseite und danach passt der normale deutsche Stecker...yep...geht.

Nachts hatte ich dann ein etwas unheimliches Erlebnis...ich wachte mitten in der Nacht auf...es regnete und stürmte heftig...und wie von Geisterhand fingen plötzlich alle Lichter in dem kleinen Holzhäuschen zu flackern an....ein bisschen wie Discobeleuchtung...aber da alles ausgeschaltet war, war das schon ziemlich merkwürdig und das ging die ganze Nacht so weiter. Anscheinend war irgendwo draußen ein Kurzschluss in den Leitungen...bei den anderen Häuschen war das nämlich auch so. Bis zu meiner Abreise ließ sich der Grund dafür auch nicht finden von den Technikern.

Am nächsten Tag fand mein Tagesausflug mit Mario statt, den ich schon von Deutschland aus organisiert hatte. Pünktlich wurde ich abgeholt und mit einem weiteren sehr netten Pärchen mit Kind hatten wir einen einen perfekt organisierten Tag mit vielen tollen Ausblicken, schönen Fotostopps, vielen interessanten Informationen...einfach super! Statt Valle de Mai besuchten wir den weniger bekannten und auch deutlich billigeren Park, der angeblich die größeren Coco de Mer-Palmen beherbergt, fütterten auch einen zahmen Aal mit Würstchen. Natürlich sahen wir auch die berühmten Strände und bekamen problemlos Zutritt im Lemuria Resort.

Am nächsten Tag wollte ich eigentlich eine Bootstour nach Curieuse/Cusin machen...aber leider war das Meer so aufgewühlt, dass mir das nicht geheuer war. Ich hatte noch von der Bootstour in Australien zum Great Barrier Reef bei Cyclon-Ausläufern echt üble Seekrank- und Todesangst-Erinnerungen. Also bin ich lieber mit dem öffentlichen Bus zum Anse Volbert gefahren...sehr abenteuerliche Kamikazefahrt! Der Busfahrer hing wohl nicht besonders an seinem Leben. Aber die netten einheimischen Fahrgäste passten schön auf, dass ich an der richtigen Haltestelle aussteige . Witzigerweise habe ich bei allen Busfahrten erlebt, dass die Busfahrer meistens überhaupt keine Ahnung von ihren Strecken haben, sie kennen nicht die einzelnen Haltestellen…man wurde immer auf die Fahrgäste im Bus verwiesen, die auch immer sehr nett versuchten zu helfen. Wenn man selber nicht wusste, wo ich hinwollte, fragte man kurzerhand im ganzen Bus nach, bis jemand die Haltestelle kannte.
Am Strand wunderte ich mich dann, warum die wenigen Touristen, die da waren...mehr oder weniger alle auf einem Haufen lagen...ICH bin dann erst mal den Strand entlang gelaufen und wollte mir ein eigenes gemütliches Plätzchen suchen...es war ja alles frei! Mh...kurz darauf wurde mir schmerzhaft klar, warum: der Strand wimmelte nur so von Sandflies...die einheimische Strandpolizei erklärte mir dann, dass es nur einen ganz kleinen Abschnitt direkt an der Dorfstr. gibt, der nicht so verseucht ist...aber selbst da haben sie mich gebissen..ich habe den gesamten Strand rauf und runter probiert...selbst im flachen Wasser fielen sie über mich her und mein selbstgemachtes Mücken- und Sandflies-Öl hat sie in keinster Weise beeindruckt! Ich wollte das schädliche Deed vermeiden und hatte mir extra vorher ein Mückenschutz-Rezept „ergoogled“ aus Kokosöl, Niemöl und Zitronella....in der Theorie soweit gut....aber in der Praxis siehts so aus: man bekommt am Strand einen Sonnenbrand, wenn man genug von dem Öl draufschmiert, dass die Sandflies „abrutschen“....dann können sie nämlich nicht beissen..aber dann ist auch der UV-Schutz weg...abends allerdings ist das Zeug wirklich gut wirksam...ich hatte keinen Moskitobiss, die mögen anscheinend wirklich keine Leute, die wie Knoblauch-Zitronen stinken ....oder lag es einfach daran, dass die Sandflies kaum noch freie Stellen übrig gelassen hatten...ich sah aus wie ein Sieb nach meinem Anse Volbert Besuch und hatte auch noch wochenlang zuhause Spaß mit den Stichen!

Pünktlich am Tag meiner Abreise gab es wolkenbruchartige Regenfälle, so heftig, dass man die Insel gegenüber nicht mehr sehen konnte...die Gästehauswirtin ließ mich zum Hafen fahren, ansonsten hätte ich auch dorthin schwimmen können. Die Fährüberfahrt nach La Digue dauerte glücklicherweise nur kurz. Dort an Land herrschte aber ziemliches Chaos. Aufgrund der Sintflut standen alle abreisenden Passagiere unter dem kleinen Dach am Fähranleger. Die ankommenden waren also innerhalb von Minuten durchnässt, als sie auf ihre Koffer warteten. Ich sollte von einem Bekannten meiner nächsten Gästehauswirtin abgeholt werden...nur wo??? Zuerst stand ich etwas verwirrt am Fähranleger herum...von Elvis keine Spur. Danach rollte ich meinen Koffer tapfer durch die Sintflut Richtung Hafen....dort kannte zwar jeder Elvis...aber auch hier Fehlanzeige...mittlerweile konnte man mich und den Koffer auswringen....und meine Stimmung pendelte sich zugegebenermaßen bei deutlich weniger als unentspannt ein! Dann hatten endlich ein paar Einheimische Elvis erspäht und erklärten ihm wortreich, dass ich ihm überall suchen würde....woraufhin er sehr entspannt seine Gespräche zu Ende brachte und mir dann ein Taxi organisierte. Eigentlich war der Transport zu Fuss geplant....aber dann hätte ich wohl mit dem Koffer auf dem Kopf zum Gästehaus (Veronique Selfcatering) schwimmen müssen...ich habe noch nie solche Pfützen gesehen....der Weg war eine einzige Schlamm- und Wasserlandschaft! Dort angekommen besserte sich meine Stimmung merklich: die Zimmerwirtin empfing mich gleich mal mit einer Trinkkokusnuss, ich bekam ein schnuckeliges eigenes kleines Häuschen in einem schön angelegten kleinen Garten und es gab die Einführung für meinen Privatzoo: dort wohnte nämlich auch einer dieser kleinen roten Schreihälse, deren Namen ich mir nicht merken kann...ein Huhn-Hahn-Ehepaar und ein paar Turteltauben, die alle schon drauf warten, täglich aus der Hand mit Reis gefüttert werden. Wenn ich morgens etwas länger schlief, tat der rote Schreihals sehr laut kund, was er davon hielt, länger auf sein Frühstück zu warten…unglaublich, was für ein Krach aus so einem kleinen Vögelchen kommen kann!
Veronique, die Zimmerwirtin fragte gleich bei der Ankunft, was ich so auf La Digue geplant hätte und bestellte daraufhin per Telefon mal Rondy (den Wanderführer) und Nevis (den Bootsbesitzer) zu mir ins Gästehaus, damit ich die Touren besprechen könnte…hier kennt ja jeder jeden.
Für abends organisierte sie mir eine Teilnahme im Hotel Patatran am Buffet-Abend mit Livemusik. Ein Hotelfahrer hat mich extra abgeholt und wieder zum Gästehaus zurückgefahren. Das Buffet war zwar nicht schlecht aber auch nicht so besonders gut... das ganze Drumherum schon sehr touristisch...und die Gesänge...mh...gelinde gesagt, sehr schräg ...da haben mir die Kirchengesänge deutlich besser gefallen und das einheimische Essen in den Gästehäusern ist auch deutlich besser für meinen Geschmack. Leider fand das mein Magen auch und warf über Nacht das Hotelessen über Bord...irgendwas habe ich dort wohl nicht vertragen, boa, wars mir schlecht! Was mir übrigens nirgends bei einheimischem Essen sonst passiert ist, nicht mal am Mittwochsmarkt an den Essenständchen!

Da Veronique eigentlich ein Selfcatering-Haus ist, ich mich aber nicht alleine selber verpflegen wollte, hatte der Reisevermittler vorab da eine etwas unkonventionelle aber sehr gute Lösung organisiert: in der Nachbarschaft von meinem Gästehaus war das Beryl Gästehaus....die Unterkunft hatte mir im Internet nicht so gefallen..aber das Essen wurde hoch gelobt...also bin ich dort immer zum Essen hingegangen und das war wirklich superlecker! Als ich am ersten Morgen erwähnte, dass ich so viel von ihrem Oktopus-Curry gehört habe...gab es abends als Überraschung....tataaaa: Oktopus-Curry...und ich muss sagen....es war wirklich megalecker! Und warum gab es das abends?...na: weil sie wollten, dass ich glücklich bin! Auch sonst war das Essen dort immer mit viel Liebe zubereitet und schmeckte immer toll. Morgens gab es immer irgendwas selbstgemachtes als zusätzliche Überraschung.

Am nächsten Tag holte mich Rondy zur Südumrundung der Insel ab....und zuerst organsierte er mir erst mal ein anständiges Rad...das was Elvis mir hingestellt hatte, musterte Rondy mitleidig und bei uns wäre das auch locker als Sperrmüll durchgegangen...dort wo normalerweise ein Sattel ist, starrten mich böse 2 Sprungfedern an, die um den Hals noch ein paar Reste von Schaumstoff gewickelt hatten. Nun ja...das Alternativrad gewann auch nicht unbedingt einen Schönheitswettbewerb, der Sattel war für meine Größe auch gewöhnungsbedürftig, da meine Knie immer an den Ohren schrubbten....Schlüssel zur Sattelhöhenregulierung…Fehlanzeige im Verleih…aber gut, man konnte sich wenigstens hinsetzen beim Fahren...auch wenn man nach jeder Fahrt ziemlich ölverschmiert war. Unterwegs sahen wir noch eine deutsche Braut, die selbst mit dem Rad zu ihrer Trauung radelte….meine blühende Phantasie malte da gleich mal ein ziemlich übles Bild von ihrem Anblick NACH dieser Radtour….Ölflecken, zerfetztes Kleid, weil Kettenschutz ja völlig unbekannt ist…aber gut.

Jetzt gings per Rad zum Treffpunkt mit den anderen Gästen am Hubschrauberlandeplatz. Dort warteten noch ein paar nette französische Gäste und wir liefen direkt bei Ebbe los im flachen Wasser...mh...leider hatte Rondy mir diese wichtige Kleinigkeit unterschlagen und ich war die einzige, die barfuß zwischen den spitzen Korallen herumstakste ohne Wasserschuhe...aua! Der Weg ist aber wirklich superschön...auch wenn er als solches eigentlich fast nie erkennbar war…da gab es nie eine Markierung und ganz oft auch nicht mal eine Idee, wo denn hier jetzt der Weg sein sollte…also alleine hätte ich das nie gefunden! Von daher denke ich, die die das ohne Führer laufen anhand von Markierungen…müssen definitiv eine andere Strecke gehen. Ich kam aus dem Gucken gar nicht mehr raus, ein Fotomotiv reiht sich ans andere. Da war ich im Nachhinein auch froh, dass ich vorher nicht wusste, was so auf mich zukam...ich habe Höhenangst und kam da schon einige Male an meine Grenzen, wenn man freihändig über irgendwelche schwindelnd hohen schmalen Felsspitzen balancieren oder noch schlimmer: über Felsspalten springen musste. Aber Rondy war immer da...wie eine Bergziege hüpfte und rannte er den ganzen Weg barfuß (!) hin und her und half jedem, der sich nicht sicher fühlte....immer gut gelaunt, schleppte dabei noch einen großen Rucksack voller Obst mit sich herum....wozu das eigentlich?
Mittags kamen wir dann am wunderschönen Anse Marron an. Vor uns war ein anderer Führer mit Gästen dort, der daraufhin weiterging...die Führer scheinen sich abzusprechen untereinander…also war unsere kleine Gruppe ganz alleine an diesem malerischen Strand mit kleinen Meerespool voller Fische und toller Felsformationen. Kurz darauf wussten wir, warum Rondy so viel Obst mit sich herumschleppte: er tauchte als Überraschung mit großen Platten auf: für jeden gab es so eine Riesen-Platte mit Stücken von Kokosnuß, Ananas, Mango, Apfel, Orange...mh...lecker! Danach packten alle ihre mitgebrachten Schwimmsachen aus....außer mir...auch diese Kleinigkeit hatte Rondy bei mir vergessen zu erwähnen. Ich war jedoch nur kurz etwas geknickt...da sagte eine nette Französin, sie hätte noch einen zweiten Bikini dabei, den sie mir leiht...na bitte, Tag gerettet. Nach einem langen Bade- und Sonnenstopp ging´s dann weiter durch die Felsen....einmal musste man abenteuerlich, kopfüber voran, durch eine sehr enge Felshöhle kriechen (hatte ich schon erwähnt, dass ich ein bisschen platzängstlich bin?)...dazu musste man abwarten, bis die Meereswellen zurückgingen...dann schnell bäuchlings durch die Höhle hechten...äh ja..soviel zur Theorie....als ich gerade bäuchlings in der Höhle steckte und überlegte, wo ich denn jetzt eigentlich „hinhechten“ soll...kam die Welle zurück...und ich hatte den Rest der Wanderung Wasserkühlung im Wanderschuh....grmpf!
Die anderen hatten was zu Lachen und ich bekam als Trost ein wunderschönes Wasserschneckenhaus von der Bikini-Französin geschenkt, was sie vorher am Strand gefunden hatte...weil sie möchte, dass ich glücklich bin...soso...mh...hier muss wohl ein Nest von Glücksbringern sein. Während der Wanderung erzählte ich ein bisschen mit Rondy und erwähnte den für mich eindrucksvollen Gottesdienstbesuch von Praslin. Daraufhin erzählte er mir, dass er auch zu dieser Gemeinde gehöre und es abends eine schöne Feier im Gemeindehaus gäbe und ich wäre herzlich eingeladen. Also gesagt...getan...abends habe ich das Gemeindehaus besucht und es war auch wieder ein wunderschönes Gänsehauterlebnis mit tollen Gesängen, Tänzen und die Einheimischen waren sehr stolz darauf, dass ein paar Touristen sich dafür interessieren. Wir wurden richtig nett einbezogen. Ein paar Minuten später jedoch war Fremdschämen für eine ziemlich üble Touristennummer angesagt: die Tür ging auf und lautstark polterten 3 chinesische Touristinnen herein, in klatschnassen Taucheranzügen...hüpften mit ihren Kameras zwischen den Gottesdienstbesuchern herum, lachten und schwatzten lautstark während der Predigt, schubsten sogar irgendwann die Gottesdienstbesucher beiseite für bessere Fotoaufnahmen. Sie führten sich auf wie im Zoo. Da ist mir der Kragen geplatzt und ich habe ihnen gesagt, das wäre hier ein normaler Gottesdienst und sie sollten mal etwas Respekt zeigen. Keine Chance, sie würden hier fotografieren, das wäre ihnen egal, war die Antwort! Unmöglich! Wie es wohl wäre, wenn man mal ein oktoberfestähnliches Biergelage in einem chinesischen Tempel aufführen würde???

Am nächsten Tag bin ich mit dem Fahrrad über die ganze Insel gefahren...einfach wunderschön....die vielen schönen Strände, die Felsen, das Meer, das in allen Grün- und Blautönen schimmerte...irgendwie kam ich gar nicht vorwärts vor lauter Fotografiererei. Unterwegs habe ich auch natürlich an den beiden Obstsaft-Ständen Richtung Grand Anse halt gemacht....sehr nett und witzig: der Eine hatte lautstark Musik von Philip Toussaint laufen und verkaufte mal gleich nebenbei die Original-CD´s an die Touristen. Der Andere hatte sein ganzes Ständchen mit Fotos gepflastert und stand stolz im Original-Holland-Fussball-T-Shirt hinterm Tresen. Hier gab´s auch noch einen Teller Kokosnuß mit Mangostücken zum Obstsaft gratis dazu. An einem Strand waren jede Menge Krebse in allen Größen unterwegs und während ich mich gerade fragte, was die eigentlich so fressen...schnappte sich ein Krebs einen dicken schwarzen Käfer und mampfte den sehr fotogen vor meiner Kamera.
Auf meiner Fahrt über die Insel kam ich am Etoile Labrine Gästehaus vorbei...dort hatte ich vergeblich versucht per Mail von Deutschland aus ein Abendessen zu planen, da ich von dem guten Essen und von den gelegentlichen Live-Musik-Abenden gehört hatte. Hatte aber leider keine Antwort erhalten. Also...schaute ich spontan einfach mal vorbei und machte mit dem netten Besitzer ein Abendessen für meinen letzten Abend aus und erzählte ihm, dass ich schon viel von dem guten Oktopus-Salat gehört hätte.

Gegen Mittag gab´s dann auch ein interessantes Insel-Schauspiel: die Fähre aus Praslin spuckte Unmengen von Fußballfans in leuchtend bunten Trikots an Land und mit Fahnen, Fahrrädern, Kinderwagen, Kind und Kegel pilgerten die Massen Richtung Fußballfeld am anderen Ende von La Digue...alle entweder in neon-gelb oder neon-orange gekleidet...bis auf einen etwas einsam wirkenden Herrn in grünem Özil-T-Shirt….die Frauen hatten sich sogar richtig nette Kleidchen in den Neon-Farben genäht. Zusätzlich wurden Pritschenwagen mit riesigen Lautsprechern beladen und dorthin gekarrt. Abends nach dem Spiel zogen dann alle wieder einträchtig zurück Richtung Hafen...die beiden Neon-Farben bunt gemischt und in wilde Diskussionen über das Spiel vertieft...um sich dann alle gemeinsam zum Seebrew-Trinken und Feiern beim Sonnenuntergang am Strand zu versammeln...na, da könnten sich einige Hooligans-Haufen bei uns noch eine Scheibe von abschneiden, wie man zünftig-fröhlich so eine Sportveranstaltung beenden könnte!

An meinem letzten Tag in La Digue machte ich einen Bootsausflug mit Nevis und 2 weiteren „Rasta-Jungs“ nach Felicité + Coco Island. Tja, und wen traf ich am Boot?...die netten Franzosen vom Wanderausflug mit Rondy...auch meine „Bikinifranzösin“ hatte diesen Bootsausflug gebucht....wie witzig. Zuerst fuhren wir nach Felicité. Die Insel selber hat mich etwas enttäuscht, da dort ein ehemaliges Luxushotel langsam zerfällt und die Insel ziemlich zugemüllt und verwahrlost aussieht. Ironischerweise liegt der meiste Müll und Bauschutt neben einem Schild, das wortreich erklärt, dass man seinen Müll mitnehmen soll und die Natur achten soll. Zu allem Überfluss hausen in diesem Chaos auch noch viele Afrikaner, die hier als Gastarbeiter an einer zukünftigen Ferienhaussiedlung für Reiche bauen und sich solange „häuslich eingerichtet haben“ in dieser Hotelruine...ein ziemlich trauriger Anblick. Wir sind dann zuerst an den größeren der beiden Strände gegangen, die Rasta-Jungs haben gegrillt (2 große Jobfische) und wir haben direkt am Strand im flachen Wasser unsere erste Meeresschildkröte sehen und anfassen können! Nach dem Mittagessen ging´s dann kurz zum Schnorcheln vom Land aus....sooo viele bunte Fische direkt um einen herum...toll! Am kleineren Strand fütterte dann Nevis kleine Baby-Riffhaie direkt im ganz flachen Wasser am Strand mit Fischabfällen...dazu kann man ja geteilter Meinung sein...ist halt die Frage, ob das sinnvoll ist...auch das direkte Ausnehmen der Fische immer am Strand, direkt am Fischerboot und daneben, wo alle Schwimmer und Schnorchler unterwegs sind....ob der Hai dann so genau weiß, wer der Fisch und wer der Tourist ist...und ob sie dann nicht doch mal einfach so in einen Touristen beißen, wenn gerade kein Fisch herumliegt...ich dachte ja auch eigentlich, dass es aufgrund der tödlichen Unfälle verboten sei, Haie anzufüttern...

Später fuhren wir dann mit dem Boot weiter zu Coco Island. Dort schwammen wir erst mal an den Strand...bei dem Wellengang mit Flossen war das eine filmreife Veranstaltung, bis alle endlich an Land waren...und die Flossen wieder eingefangen waren, die schon wieder herrenlos Richtung Meer unterwegs waren. Barfuß kletterten wir dann in die Felsen und Nevis zeigte uns vorsichtig von weitem ein paar Nester der bodenbrütenden Seevögel mit Küken drin....wie süß! Danach ging´s zurück zum Boot und zum Schnorchelplatz. Da ich wegen der Strand-Haifütterung etwas Hai-neurotisch war, passte der eine „Rasta-Men“ persönlich auf mich auf...mit den Worten: „das ist hier kein Bootsausflug, das ist ein Schnorchelausflug, Haie gehören ins Meer, kein Problem“…zog er mich an der Hand hinter sich her zu einem richtig tollen natürlichen „Aquarium“ mit Unmengen bunter Fische und einigen schönen Korallen. Einmal tauchte er und kam mit einem riesigen weißen Seestern zurück, den ich anfassen durfte, bevor er ihn vorsichtig zurück an seinen Platz setzte. Plötzlich murmelte mein Schnorchel-Aufpasser etwas unverständliches in seinen Schnorchel und zog mich eilig hinter sich her...die Sonne stand mittlerweile schon sehr tief und blendete mich über dem Wasser, daher konnte ich nicht viel sehen. Als er mich losließ, schwamm ich also hinter ihm her und plötzlich tat es einen Schlag, etwas tauchte aus dem Wasser vor mir auf, riss sein Maul auf und biss mir in die Hand. Ich habe mich zu Tode erschrocken und einen heftigen Schrei ausgestoßen, da meine halbe Hand in dem Maul verschwand und es auch ziemlich wehtat. Als der erste Schreck vorbei war, sah ich: ich war mit einer sehr großen Meeresschildkröte zusammen gestoßen und sie hat vor Schreck zugebissen...netterweise nur ein bisschen und so wurde nur meine Hand total blau...sonst war nichts passiert...uff! Zur Strafe habe ich sie mal sehr schön abgelichtet..sie schwamm nämlich weiter neugierig mit uns Schnorchlern herum und hatte gar keine Angst....sie biss auch noch einen weiteren Schnorchler in die Schulter.

Abends ging es dann zum Abendessen ins Etoile Labrine. Meine Zimmerwirtin hatte extra ein Taxi organisiert, damit ich im Dunklen nicht alleine über die Insel musste. Ich war der erste Gast, also schwatzte ich noch ein wenig mit Mutter und Sohn in der Küche und erzählte, dass ich eigentlich per Mail erfragen wollte, wann sie denn die abendliche Livemusik hätten. Die Mutter meinte daraufhin nur trocken: die Livemusik war gestern...ach wie schade, also gerade verpasst. Als sie mein enttäuschtes Gesicht sah, nahm sie ihr Handy und brabbelte etwas auf Kreol in den Hörer. Dann bekam ich einen Sitzplatz im Restaurant gezeigt. Langsam füllte sich das offene Restaurant und bevor sie mit dem Servieren anfingen, sagte mir die Mutter sehr ernst, so könne ich nicht sitzen bleiben, ich müsste mich anders herum setzen, das wäre sehr wichtig. Das fand ich ja schon etwas merkwürdig und setzte mich sehr verblüfft anders herum...tja und da saß hinter meinem Rücken die Band! Sie hatte heimlich als Überraschung die Band einfach noch mal bestellt für diesen Abend...extra für mich, weil es mein letzter Abend auf La Digue war und...man ahnt es schon....weil sie möchte, dass ich glücklich bin! Und selbstredend gab es natürlich den berühmten Oktopus-Salat als Überraschungsvorspeise! Also...ich muss schon sagen, das hat mich schon sehr gerührt!!! Das Essen dort ist wirklich superlecker und die beiden Jungs von der familieneigenen Band machten auch sehr schön und sehr ausgiebig Musik....langsam gingen die hauseigenen Gäste einer nach dem Anderen und ich saß und hörte Musik...weil ich dachte, wenn sie schon extra wegen mir engagiert werden, kann ich ja nicht einfach gehen, bevor sie fertig sind...und die Jungs spielten....und spielten ...und zwischendurch quatschten wir ein bisschen und sie spielten wieder...zwischendurch grinsten sie sich immer an und lachten....und ich dachte, Donnerwetter die spielen ja lange...mittlerweile wurden die anderen Tische schon abgeräumt...und irgendwann dachte ich, ich sage mal höflich, dass ich ja langsam zu meinem Taxi müsse....tja, was ich nicht wusste...die spielen so lange, bis der letzte Gast geht!

Am nächsten Tag war dann leider schon Abreise von La Digue angesagt. Morgens kam Rondy noch extra vorbei, um sich zu verabschieden und weil er mir eigentlich eine CD mit einheimischer Musik versprochen hatte. Allerdings klappte das mit dem Aufnehmen irgendwie nicht und daher brachte er mir Zettel mit Künstlernamen vorbei, die Kirchenmusik-ähnliche CD´s gemacht haben und sagte mir, dass ich in Mahé in CD-Läden sowas besorgen könne.
Mit der kleinen Fähre ging es erst nach Praslin in einer kurzen schönen Fahrt, dort stieg man problemlos auf die große Fähre nach Mahé um. Da ich ja seekrank-gefährdet bin, war ich gewappnet mit speziellen Akupressur-Bändern und saß brav in der Schiffsmitte....allerdings war das Geschaukel schon nach wenigen Minuten so heftig und diese Akupressurbänder sowas von nutzlos...naja....ich erspare mal die Details...aber es wären jede Menge Fische satt geworden...und ich war heilfroh, als die Stunde nach Mahé endlich vorbei war! An Land war es dann so schwülheiß und mir noch so schlecht, dass ich mich erst mal in den Schatten setzen musste bis endlich mein Fahrer zum Gästehaus auftauchte. Ziemlich grün saß ich vorne als Beifahrer und versuchte an einen imaginären Horizont zu starren, während mein Fahrer unbeirrt die Serpentinen vom Flughafen zum Gästehaus raste und auf mich einredete...ich war ziemlich einsilbig während der Fahrt und schaffte es noch mit letzter Kraft auf die Veranda des Gästehauses, dann wurde ich dort wohl im Stuhl ohnmächtig. Ich hatte jedenfalls dann einen Filmriss und wachte völlig orientierungslos von einem panischen Geschrei auf während mir jemand mit klatschnassen Handtüchern am Kopf herum wischte, weil das Zimmermädchen mich dort wohl leblos vorfand und völlig aufgelöst war....sie schleppten mich dann mit vereinten Kräften in mein Zimmer und dort blieb ich dann bis zum nächsten Morgen wie tot. Die Köchin wollte mir unbedingt eine Suppe kochen...aber an Essen war an diesem Tag wirklich nicht zu denken! Am nächsten Morgen war ich früh wach...mit Bärenhunger und trabte voller Tatendrang zum „Essplatz“...ein überdachter offener Raum mit Tischen und einer kleinen offenen Küche....und stellte fest, dass ich 1 Stunde zu früh war...keiner da. Also machte ich mit knurrendem Magen erst mal einen kleinen Morgenspaziergang am Beau Vallon entlang und beobachtete zusammen mit einem Fischreiher die ankommenden Fischer....um diese Zeit ist der Beau Vallon sehr idyllisch....was man zu späteren Stunden irgendwie nicht mehr behaupten kann...ich kam mir dort tagsüber eher vor wie in Indien....da sehr viele indische Gastarbeiter dort sind, war der ganze Strand voller gaffender indischer Männer, das nervte echt mit der Zeit und ich habe mir ansonsten lieber andere Strände gesucht.
Da ich ja besonders hungrig sein musste, bekam ich von der Gästehauswirtin persönlich schon früher das Frühstück zubereitet heute...sehr lecker und sehr nett! Danach telefonierte sie für mich mit Jaques Barreau, der Wandertouren auf Mahé anbietet und für mich eine Tour einplante die nächsten Tage. Anrufen bei ihm ist übrigens die beste Lösung, da er nicht lange im Voraus Touren fest planen möchte und es per Email aus technischen Gründen oft schwierig ist, jemanden zu erreichen (das hatte mir auch schon das Etoile Labrine bestätigt, viele Emails kommen gar nicht an).

Später fuhr ich mit dem öffentlichen Bus (die Haltestelle ist direkt vor dem Gästehaus, wie praktisch!) die Nordspitze entlang. Laut Reiseführer gibt es dort eine Parfüm-Manufaktur, bei der man sich auch das Labor und die Pflanzen ansehen kann...das klang interessant. Komisch nur, dass weder der Busfahrer noch die meisten Busgäste wussten, wo das ist. Ein Gast zeigte mir dann die richtige Ausstiegshaltestelle...und tatsächlich, da war auch das Schild. Allerdings wirkte das Gelände ziemlich verlassen und die Hunde dort etwas übereifrig. Dann erschien eine nette Dame, die mir sagte, dass man hier leider nichts mehr besichtigen kann, höchstens was kaufen: es standen genau 4 Fläschchen Parfum vor der Tür, das wars...keine Erklärungen, keine Pflanzen, keine Besichtigungen…mpf...also ganz umsonst hierher gefahren, schade! Auch unklar...wann kommt hier der nächste Bus vorbei? Naja....dann bin ich eben auf der Küstenstraße entlang gelaufen, bis die nächste Bushaltestelle kam und die Ausblicke aufs Meer waren wirklich sehr schön! Tatsächlich tauchte nach kurzer Zeit dann auch ein Bus auf, mit dem ich nach Viktoria fuhr. Dort erinnerte ich mich an den Tipp von Rondy mit der Musik und ich enterte den erstbesten CD-Laden. Hier wurde ich erstaunlich gut beraten, der Verkäufer spielte mir ganz viele verschiedene Beispiele vor, um zu testen, was mir gefällt und schnell war klar, die Kirchenmusik-CD´s gefielen mir leider eher nicht....die Musik war nicht so schön, wie die Lieder in den Kirchen. Dafür füllte sich der Laden mit neugierigen Einheimischen, die auch ihren kreolischen Senf dazu gaben und mal beäugten, was ich da wohl so lange in dem Laden mache und wieso hier dauernd die Musik wechselt. Danach machte der Verkäufer eigene Vorschläge und ich war überrascht, wie viele einheimische Musiker es hier gibt...er übersetzte mir auch gleich immer die kreolischen Texte und bot mir einen Kreolisch-Sprachkurs an. Am Ende wurde es dann eine CD von Jones, einem Musiker aus Praslin. Die Reggae-Musikrichtung hat mir sehr gut gefallen. Danach besuchte ich noch den Hindutempel, den Markt, das hübsche kleine Museum und den Botanischen Garten (den ich nicht besonders berauschend finde, ehrlich gesagt). Dort hörte ich jedoch wieder sehr schöne Musik und landete...wieder mal in der Kirche. Diesmal war hier ein ganzer Chor mit Orchester am Werk und während ich begeistert zuhörte, kam ein Einheimischer und sprach mich an, er müsse mir mal erklären, was das hier bedeutet. Alle Sänger und Orchestermusiker waren nämlich Drogenabhängige in einem Methadon-Programm. Um ihnen eine Aufgabe, Gemeinschaft und neue Ziele im Leben zu geben, werden sie tagsüber in dieser Kirchengemeinde versorgt und dort auch verpflegt. Sie müssen mitsingen oder musizieren und abends gehen sie in ihre Familien zurück. Ich war sehr beeindruckt, weil sie augenscheinlich auch sehr viel Spaß dabei hatten!

Abends war Grillabend in meinem Gästehaus angesagt und es gab einen riesigen Red Snapper mit sehr leckeren Salaten und....ein Wiedersehen mit einem netten deutschen Pärchen, die ich schon im Gästehaus auf Praslin getroffen hatte...jaja..die Welt eines kleinen, hier ungenannten, Hamburger Reisevermittlers ist halt ziemlich klein . Witzigerweise habe ich im Verlauf meiner Reise festgestellt, dass alle Deutschen, die ich unterwegs getroffen habe in meinen Gästehäusern, auch immer bei Meerzeitreisen gebucht hatten...und ich dachte noch vor meinem Urlaub, das ist so eine "kleine nordische Enklave", die keiner kennt...tzzz, so kann man sich täuschen.

Am nächsten Morgen wurde ich dann von Jaques Barreau abgeholt und mit einem weiteren französischen Pärchen wanderten wir zum Mare au Couchon. Ein sehr schöner Weg mit tollen Fotomotiven...unter anderem eine blaue Taube, Bülbüls, die kleine „tanzende“ Schnecke, eine Schlange, mehrere (leider sehr tote) Igel, aber auch einmal die lebende Version. Den kleinsten Frosch haben wir aber nur gehört und nicht gesehen.
Abends fand der Mittwochsmarkt am Beau Vallon statt. Ein netter Markt mit leckeren Essensständchen und einem sehr leckeren Getränk aus Kokosnuß, was schmeckt, wie unser Federweißer und auch so aussieht (ich glaube, es heißt Calou?). Eine tolle Atmosphäre bei Sonnenuntergang am Strand! Leider gab es an diesem Tag dort keine Musik aber die leckeren Bananen- und Brotfruchtchips haben mich getröstet.

Am nächsten Tag sollte meine Rundtour über die Insel stattfinden. Dafür hatte meine Gästehauswirtin extra einen Taxifahrer, den sie kennt, organisiert. Tja...leider wartete ich fast 45 min vergebens und hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben. Er kam jedoch und entschuldigte sich tausendmal, da er wegen einer Familienangelegenheit aufs Gericht beordert wurde und sich deswegen verspätet hatte. Er würde die verlorene Zeit hinten anhängen, versprach er mir..okay, ich war besänftigt. Dann ging es zuerst mal zum nächsten Geldautomaten, da ich am Tag zuvor in Victoria mehrfach vergeblich versuchte, an Bargeld zu kommen an verschiedenen Automaten, hatte ich kein Geld, um den Taxifahrer zu bezahlen. Am Automaten dann der Schreck: eine etwas kryptische Meldung erzählte mir, ich solle in Victoria zu einer bestimmten Bank gehen, mit meiner Karte gäbe es kein Geld mehr. Mich traf fast der Schlag! Da stand ich nun, ohne Geld, ohne Chance, den Taxifahrer zu bezahlen und meine weiteren Urlaubstage auf der Insel. Ich hatte zwar zur Sicherheit noch eine weitere Kreditkarte dabei, mit der konnte ich jedoch nur zahlen und kein Geld abheben. Das man damit auf den Seychellen buchstäblich „zerschellt“..sprich, niemand diese Karten annimmt, war mir vorher nicht klar. Da man auch nur begrenzte Bargeldmengen mitnimmt, war ich mal kurz ziemlich panisch. Der Taxifahrer beobachtete das Ganze ganz entspannt, nahm sein Handy und brabbelte auf Kreolisch was in den Hörer, drückte mir das Handy in die Hand und...am anderen Ende war meine Gästehauswirtin dran, die mich beruhigte und sagte, ich solle mir mal keine Sorgen machen. Sie würde den Taxifahrer bezahlen für die Tour heute und alle weiteren Kosten würde sie mir auslegen, bis ich nach Hause fliege Dort solle ich das fehlende Geld meinem Reisevermittler geben und wenn der IRGENDWANN mal wieder auf die Seychellen kommt, solle der ihr das Geld mitbringen (die Frau hat nicht mal eine Sicherheit von mir verlangt, kannte weder meine Adresse noch meine Reisepassnummer, da ich sie ja vorher bar bezahlt hatte! Ich hätte also einfach verschwinden können ohne Bezahlung!)...ich glaube, ich würde heute noch das Handy ungläubig anstarren. Der Taxifahrer nahm es mir aber wieder weg und dann ging´s los zur Inseltour mit den Worten: ob es mir jetzt wieder gut ginge...schließlich...wolle er ja, dass ich glücklich bin!
Spätestens hier fand ich es langsam ein bisschen gruselig!
Er fragte mich, was ich denn alles sehen wolle...und natürlich hatte ich in schöner deutscher Gründlichkeit mir eine To Do-Liste gemacht von allem, was möglich wäre....allerdings ohne zu wissen, ob das alles zeitlich überhaupt zu schaffen ist.
Aber...der Taxifahrer war noch besser...er beäugte eine Weile die Liste und meinte, das wäre schon ganz schön viel...und dann bewaffnete er sich mit einem Stift, fuhr los und hakte ganz stolz einen Punkt nach dem anderen auf der Liste ab, den wir erledigt hatten...er zeigte mir den ganzen Osten, Westen und Süden von Mahe, kletterte mit mir in den Feldern herum, weil er mir eigentlich die spezielle Blume zeigen wollte, die aber gar nicht blüht zu dieser Jahreszeit (ich habe leider vergessen, wie sie heißt), zeigte mir Pflanzen, Tiere, tolle Aussichtspunkte wie Mission Logde, das Exil des zypriotischen Popen, den Wasserfall, das riesige Anwesen eines Abu Dhabi-Scheichs mit zugehörigem Flugzeugträger im Meer, hielt an unzählen tollen Aussichtspunkten, schleifte mich in die eigentlich geschlossene Teefabrik an einem strengen Wärter mit „Nesquick-Schirmmütze“ vorbei, witzigerweise wird dort mangels eigener Tee-Masse teilweise der Tee aus Sri Lanka importiert und das Vanillearoma kommt glaube ich aus China...daraus bastelt man dann original Vanilla-Tea aus den Seychellen....das ist ja so, wie mit unseren deutschen Schweinen, die dann per Viehtransport zu original ital. Parmaschinken werden!
Unterwegs machten wir eine kleine Stippvisite im Ephelia-REsort....schon ein sehr beeindruckendes Gelände mit wunderschönen Stränden, eingebettet in eine riesige Mangrovenlandschaft....sehenswert aber dort hätte ich mich sicher sehr verloren gefühlt...ich habe sehr wenig Gäste gesehen auf dem riesigen Gelände.
Mittags schleppte der Taxifahrer mich dann in ein sehr nettes Takeaway und lud mich dort einfach zum Essen ein, ich hätte ja jetzt kein Geld mehr verkündete er der netten Köchin und den einheimischen Gästen dort! Jeder Protest war zwecklos und ein Nein wurde nicht akzeptiert...die Begründung...ihr ahnt es schon.... wie immer: er möchte, dass ich glücklich bin! Unglaublich! Der Toilettenbesuch war auch witzig, den konnte man nur korrekt absolvieren, wenn man die Zeichen für Männlein und Weiblein richtig deuten konnte: je ein männlicher und weiblicher Coco de Mer Samen....ein Glück, dass ich schon auf Praslin war.

Zwischendurch setzte er mich mal für 2 Stunden zum Baden und relaxen an einem superschönen Strand ab und sammelte mich pünktlich zum Sonnenuntergang wieder ein.

Die Takamaka-Fabrik war abends zwar schon geschlossen, aber das Gelände ist auch so sehenswert mit dem schönen Restaurantgelände und auch das zeigte er mir noch. Weil es schon dunkel war, konnten wir dann auch durch die Beleuchtung ins Innere der Seabrew-Brauerei schauen von außen.
Alles in allem kamen wir abends im Dunklen ins Gästehaus zurück, er hakte mit stolzem Grinsen auch den letzten Punkt auf meiner Liste ab und war dann schlussendlich mehr als 2 Stunden länger als vereinbart mit mir unterwegs gewesen, ohne einen Cent mehr zu wollen...ich sags mal nicht, was als Begründung dafür kam!

Am nächsten Tag ließ ich es mal gemütlich angehen und fuhr mit dem öffentlichen Bus an den Sunset-Beach. Einen kleinen versteckten Strand neben einem Hotel. Dort konnte man super schnorcheln und viele Fische sehen und Schattenplätze gab es auch. Abends habe ich mich vor dem Beachhouse am Strand auf die Felsen gesetzt und einen wunderschönen Sonnenuntergang beobachtet....der Himmel war glutrot und damit das Kitschbild vollkommen ist, segelte passend dazu noch ein Kataman durch mein Foto...wow! Das fand auch ein putziges kleines Einheimischen-Baby toll...krabbelte kurzerhand zu mir auf die Felsen, setzte sich neben mich und schaute ganz ernst mit mir den Sonnenuntergang an...sehr zur Belustigung seiner Eltern.
Abends muss wohl die Köchin vom Gästehaus frisch verliebt gewesen sein...es gab versalzenen Obstsalat zum Nachtisch ....sie hat Salz und Zucker verwechselt...wir haben sehr gelacht! Morgens hatten wir schon viel Spaß mit dem Mädchen, was unser Frühstück "noch im Halbschlaf" brachte, ganz akurat alles aufbaute und verschwand...auch die leere Untertasse legte sie mir ordentlich hin ... leider ohne Teetasse und Besteck… so unwichtige Kleinigkeiten werden ja auch völlig überbewertet .

An meinem letzten Tag musste ich mein Zimmer wechseln, was mir eigentlich nicht so recht war...aber das ganze Haus wurde an eine Großfamilie vermietet am nächsten Tag und alles musste umgebaut werden und zusätzliche Betten rein. Dafür bekam ich aber würdigen Ersatz: ich zog ins kleine Häuschen im Garten (Chateau Martha)...ein original-altes Seychellen-Haus, was stilecht renoviert wurde und sehr schön mit neuem Bad, tollen Möbeln ausgestattet ist...in schönen Farben dekoriert und sogar eine Klimaanlage hat! Leider gibt es durch die offene Bauweise Unmengen von Mücken dort und kein Moskitonetz.
Tagsüber war ich noch mal am Sunset-Beach, diesmal war das Meer aber sehr unruhig, es gab Seegras und hohe Wellen...also Schnorcheln war nicht angesagt...dafür fand ich jede Menge schöner Muscheln! Da es Wochenende war, tauchte bald eine einheimische Großfamilie auf mit Sack und Pack. Es wurde ein Stuhl für den Opa aufgestellt, der Rest saß auf Decken im Sand, die Kinder spielten fröhlich am Wasser und die Frauen bauten Unmengen von Salaten und anderen Köstlichkeiten auf, während die Männer den Fisch erst angelten und dann grillten. Ich lag gemütlich auf meiner Decke und beobachtete das Ganze...irgendwann sahen die Frauen zu mir rüber und sagten, ich solle mitessen. Das wollte ich dann aber doch nicht und ich habe höflich abgelehnt...das ließ ihnen wohl keine Ruhe...und irgendwann standen sie mit leckerem Obstsalat vor meiner Decke und gingen erst weg, als ich den aufgegessen habe..sie haben übrigens auch noch alle anderen Touristen am Strand mit Obstsalat versorgt...wieder so ein nettes Erlebnis! Später zogen immer schwärzere Wolken auf und ich bin sicherheitshalber mal zum Bus gelaufen....was auch besser war: kaum war ich am Gästehaus angekommen, gab es einen heftigen Wolkenbruch und den Rest des Abends regnete es heftig. Ich saß derweil gemütlich auf meiner Gästehausveranda im Trockenen mit Blick aufs Meer...einfach traumhaft und einen schönen Sonnenuntergang gabs auch noch! Nach dem Regen lag das Meer eine Zeitlang still wie ein Spiegel und....da war er, mein erster Hai! Pfeilschnell sah ich die Flosse im Zickzack immer wieder durchs Wasser pflügen...genau dort, wo sonst oft die Schnorchler unterwegs waren und wo morgens aus immer die Fischer mit ihren Booten reinkommen....puh, mir was schon etwas mulmig zu Mute und ich war im Nachhinein froh, dass ich dort nie schnorcheln war! Danach war Koffer packen angesagt...es war nämlich mein letzter Abend.

In der Nacht wurde ich dann vom Taxifahrer abgeholt und zum Flughafen gebracht...ein schönes Wiedersehen, es war mein netter Bekannter von der Inseltour!
Und damit ging, leider viel zu schnell, eine echte Traumreise zu Ende mit wunderschönen, lustigen, eindrucksvollen Erlebnissen mit unglaublich gastfreundlichen, liebevollen, hilfsbereiten Menschen! Ich habe schon viel gesehen von der Welt...aber die Seychellenreise gehört eindeutig zu meinen schönsten Reisen und…ja, sie haben es geschafft, dass ich sehr glücklich war dort.
Zuletzt geändert von Reisefieber am 10 Feb 2014 15:04, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße
Reisefieber

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Re: Seychellen September/Oktober 2013 oder...

Beitrag von seycoco » 10 Feb 2014 14:41

Hallo Reisefieber. Danke für den tollen und ausführlichen Reisebeitrag. Aus dem Bericht geht wirklich einmal mehr hervor, wie zuvorkommend die Seychellois doch sind. Unser Sohn hat in fast jedem Shop etwas geschenkt bekommen. Und Rondy, Nevis Ernesta, Elvis und Jaque Barreau habe ich auch persönlich kennenlernen dürfen. Du bist nur an die besten geraten :) Der Manager der Teefabrik kommt aus Sri Lanka und hatte vorher in der Teefabrik von Sri Lanka (Geragama) gearbeitet. Vermutlich wird deshalb von dort importiert. Eine geplatzte Blumenwiese kann man sich wirklich gut vorstellen. Schön dass Du glücklich geworden bist und eine so tolle Zeit hattest. Ich wäre auch gerne wieder dort. Vielleicht in ein paar Jahren wieder.
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Re: Seychellen September/Oktober 2013 oder...

Beitrag von Reisefieber » 10 Feb 2014 15:14

hi Seycoco, ja das stimmt...ich fand auch, das es besondere Menschen waren! Rondy ist sowieso ein herzensguter lebensfroher Strahlemann, es gibt immer was zu lachen mit ihm. Und Navis hat mir erzählt, dass er eigentlich eine Lizenz für 13 Leute für sein Boot hat. Er nimmt aber nie so viele mit, weil er sich dann nicht richtig um die Gäste kümmern kann und es zu eng wird auf dem Boot. Höchstens 8 Leute findet er okay, auch wenn er viel mehr Geld verdienen könne...Geld wäre nicht alles und er möchte ja, dass die Gäste einen schönen Tag haben....schöne Einstellung, fand ich.
Viele Grüße
Reisefieber

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Karambesi
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Re: Seychellen September/Oktober 2013 oder...

Beitrag von Karambesi » 11 Feb 2014 11:01

@Reisefieber,
vielen Dank für den sehr ausführlichen Bericht.

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meerzeitreisen
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Re: Seychellen September/Oktober 2013 oder...

Beitrag von meerzeitreisen » 11 Feb 2014 20:21

Moin Reisefieber,

vielen Dank für deinen großartigen Bericht :bounce: ...eine Pflichtlektüre für jeden Seychellen-Neuling :wink:

Liebe Grüße,

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Re: Seychellen September/Oktober 2013 oder...

Beitrag von Reisefieber » 12 Feb 2014 09:13

Moinsen :-),

danke schön :-). Ja beim Schreiben erinnert man sich dann auch noch mal an so viel Schönes. Wenn ich mit meiner Fiji-Samoa-Planung fertig bin und mehr Zeit habe, ergänze ich den Bericht hier vielleicht noch mit ein paar Fotos, wenn ich mal rausgefunden habe, wie das geht mit verkleinern und einfügen :-)
Viele Grüße
Reisefieber

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Pico
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Re: Seychellen September/Oktober 2013 oder...

Beitrag von Pico » 12 Feb 2014 10:11

Ein toller und unterhaltsamer Bericht. So lebendig, da fühle ich mich manchmal schon wieder fast vor Ort, seufz...
Habe so manches ebenso erlebt und gefühlt.
Dankeschön!

murcs
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Re: Seychellen September/Oktober 2013 oder...

Beitrag von murcs » 03 Mär 2014 18:53

Hallo Reisefieber,

danke für den tollen und sehr lebendigen Bericht. Musste an einigen Stellen sehr schmuzeln...

Was hat denn die Taxitour auf Mahe letztendlich gekostet?

Gruß
Marcus
Gruß
Marcus

Reisefieber
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Re: Seychellen September/Oktober 2013 oder...

Beitrag von Reisefieber » 05 Mär 2014 16:30

Hallo Marcus,

danke das freut mich :)

öh....ehrlich gesagt, weiß ich nicht mehr genau, was die Tour gekostet hat....ist schon so lange her und im Moment bin ich ständig am rumrechnen mit Fiji-Dollar und Samoan Talar, bzw. US-Dollar wegen meiner nächsten Reiseplanung...da bin ich sowieso ganz wirr mit den Preisen ?( ...dafür werde ich wohl sicherheitshalber die "geplatzte Blumenwiese" wiederbeleben...die Kleiderordnung ist da ziemlich....konservativ, um das mal vorsichtig auszudrücken :)

ich glaube es lag zwischen 80-100 Euro....aber nagel mich mal nicht fest.
Viele Grüße
Reisefieber

murcs
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Re: Seychellen September/Oktober 2013 oder...

Beitrag von murcs » 06 Mär 2014 20:07

Hallo Reisefieber,


danke für die Hausnummer. Da haben wir gegebenenfalls eine Verhandlungsbasis.

Gruß
Marcus
Gruß
Marcus

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