I survived the Seychelles (barely)...

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Maledivenmichl
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I survived the Seychelles (barely)...

Beitrag von Maledivenmichl » 17 Jan 2010 17:01

Ist zwar nun schon eine Weile her, dass ich auf den Seychellen war (Oktober 2009), aber da ich ja auch ejde Menge Reiseberichte hier studiert habe, ist es doch angebracht meine Eindrücke hier selber zu hinterlassen, vielleicht profitiert ja der Eine oder Andere davon. Ich werde allerdings nicht so minutiös ins Detail gehen, wie so mancher andere hier, das wäre mir etwas zu anstrengend, obwohl ich auf den Seychellen mir jeden tag notiert habe, was so alles passiert ist. Trotzdem wird der Bericht nicht ganz kurz werden.

Geplant hatten wir zwei Wochen, 8 tage auf La Dige und 7 auf Praslin. Ich muss dazu noch sagen, dass ich die Seychellen als Wunschtraum schon seit Ende der Neunziger im Kopf hatte, aber irgendwie hatte es nie geklappt. Nun war es also soweit.

Also, fangen wir mal an mit der...

Anreise
Wir hatten einen Flug mit Emirates über Dubai gebucht, und zwar über Myseychelles.de. War an sich auch sehr angenehm. Blöd war, dass die relevante Nummer zum Internet-Eincheck sich nicht in die Webseite der Fluggesellschaft eingeben liess, so dass wir relativ schlechte Sitze bekamen, obwohl wir sehr früh da waren. Na, da mussten wir wohl nu mit leben. Ansonsten gabs aber an Myseychelles nichts zu mäkeln, würde ich wieder bei denen machen.

Dubai war sehr witzig, aber auch anstrengend. Frag mich, warum die Hinreise irgendwohin blos immer so viel anstrengender ist wie die Rückreise?
Auf jeden Fall ein irrer Haufen an fremden Kulturen, die einem auf diesem Flughafen begegnen.

Irgendwann kamen wir dann endlich morgens auf Mahe an, und waren beim Aussteigen erstmal beeindruckt von diesem Berg, der sich vor dem Flughafen aufbaut. Gleich mal einen ersten Eindruck von der beeindruckenden Vegetation der Insel bekommen. Ich war dann so doof (naja, wusste es halt nicht besser), und hab Geld am Flughafen gewechselt, und zwar zum miserablen Kurs von 1 Euro zu 13 Rupien. Da ich hier im Forum was von 18 Rupien gelesen hatte, war ich doch etwas erstaunt. Meine Freundin hat sich das erspart, und erst mal nix gewechselt, was aus späterer Sicht auch schlauer war.

Nach dem etwas holprigen Transfer nach La Digue, der ersten unserer beiden Stationen über die nächsten 14 Tage (zweiter war eine Woche Praslin noch), sind wir dann schliesslich ziemlich geschafft im Rising Run auf La Digue angekommen.

Dieser erste Tag auf der Insel war doch etwas sehr gewöhnungsbedürftig. Das Wetter war halbschlecht, und uns war auch nicht ganz klar, wo denn nu die tollen Strände sein sollen. Wir haben uns dann, ziemlich geschafft erst mal an einen der Strände (ist das die Anse la Reunion?) in der Nähe vom Rising Sun hingelegt, und waren etwas genervt von dem vielen Seegras was da rumschwamm. Meine Freundin wollte da garnicht reingehen, aber ich habe dann doch mal den Sprung ins Wasser gewagt. Herrlich warme Temperatur, fast schon Badewanne. Na das war doch schon mal was. Wir sind dann wieder zum Bungalow zurück, haben das gute Essen im Rising Sun genossen, und dann früh schlafen.

Am nächsten Tag hatten wir ein großes Programm, erstmal frühstücken, dann Fahrrad ausleihen und rüber zur Grand Anse, in der Hoffnung, dass es ja auch schöne Strände auf La Digue geben müsste. :D

Haben wir dann gemacht, und als wir ankamen, sind wir fast aus den Schuhen gekippt, so schön war die Grand Anse. Und da wir recht früh da waren, waren wir auch noch fast allein. Nur zwei andere Leute waren noch da. Na, das war doch schon ziemlich imposant, der schönste Strand den ich (bis dato) je gesehen hatte, und wir fast ganz für uns. Im Laufe des Vormittags hat sich die Grand Anse dann doch noch ein wenig gefüllt, insgesamt waren dann so um die 30 Leute da versammelt. Es war aber keineswegs voll, denn wie der Name schon sagt, die "grand" Anse ist so klein ja nicht.

Da sind wir dann mal ins Wasser, und haben das tolle Spiel der Wellen genossen. Leider hat die Sonne wieder nicht so schön geschienen, aber wenn sie mal rauskam, waren die Farben wirklich atemberaubend. Sind dann auch mal ins "Loutier Cocos" gegangen, und haben beide ein Seybrew getrunken. Lecker wars.

Da wir schonmal da waren, sind wir, bewaffnet mit dem Reiseführer vom Wolfgang Därr, auch gleich mal zur Anse Petite rübergekraxelt. Wow, das war ja fast noch schöner, und auch noch ein paar weniger Leute als wie bei der Grand Anse.

Auch dort sind wir wieder gleich ins Wasser, und nun kommen wir zum etwas reisserischen Titel meines Reiseberichtes. Meine Freundin und ich sind dort in eine dieser berühmten Strömungen geraten, und wirklich fast ertrunken. Wenn da nicht zwei sportliche Schweizer da gewesen wären, die uns unter größten eigenen Anstrengungen rausgezogen hätten, könnte ich dies hier nicht mehr schreiben.
Dabei waren wir wirklich nicht allzuweit weg vom Ufer, und es war nur ein Schritt vom sicheren Stehen weg, und auf einmal hatte man keinen Boden mehr unter den Füßen, und schwamm um sein Leben. Ich muss dazu sagen, ich bin kein guter Schwimmer. Mir kamen in dem Moment, wo ich da um mein Leben kämpfte auch die beiden Forumsteilnehmer hier in den Sinn, die auf den Seychellen ertrunken waren, und dachte mir, "Scheisse, jetzt passiert ausgerechnet mir das auch".

Als ich nach meinem überstandenen Todeskampf mit den letzten Fünkchen Energie an den Strand zurück gekrochen bin, ist mir erst mal schwarz vor Augen geworden, und da lag ich dann eine Viertelstunde, unfähig noch irgendwas zu tun, und mit einem Schock wie ich ihn in meinem Leben noch nie hatte.. Meine Freundin, die es nicht ganz so hart wie mich erwischt hatte, versuchte mich dann wenigstens in den Schatten zu kriegen, wo wir dann hin sind. Da lag ich dann noch eine weitere Stunde, schwer atmend, und mich fragend, was denn da bitte gerade passiert war.

Da kam dann irgendwann ein anderer, recht junger Deutscher her, und erzählte, dass es ihm fast ähnlich ergangen wäre. Er, ein sehr guter Schwimmer, sei zu weit raus an der Stelle, und musste ne Viertelstunde rumschwimmen, bis er wieder aus der Strömung raus war. Dann meinte er scherzhaft, die sollten an dem Strand T-Shirts verkaufen mit dem Aufdruck "I survived the Seychelles"...

also nocheinmal: Passt bitte an den Stränden da hinten auf!!!

An dem Tag war ausser Heimradeln nicht mehr viel angesagt. Abends noch das tolle Essen im Rising Sun zu uns genommen, und den Rest der Zeit über mein furchtbares Erlebnis sinniert.

Den Rest des Aufenthaltes auf La Digue werde ich in Stichpunkten abhandeln, denke das ist übersichtlicher:

* Ni d'Aigle: War sehr nett da oben, vor allem die Sunset Bar, mit dem netten verpeilten Wirt, der nicht rechnen kann. Aber sehr leckere Fruchtdrinks, und eine tolle Aussicht auf den Hafen, und rüber zu Praslin. Wir sind dann noch ein zweites Mal sogar hin, und da hats dann extrem geregnet, was aber auch ein tolles Erlebnis war. Sollte man sich definitv nicht entgehen lassen, auch wenn der Aufstieg ein wenig beschwerlich sein kann. (Feste Schuhe, Handtuch um den Hals zum abtupfen, man schwitzt wie ein Eber beim Aufstieg)

* Union Estate: Sehr schöne Kolonialplantage, da atmet man wirklich das Flair vergangener zeiten, vor allem auf den kleinen Friedhof. Sehr schön auch das Reiten am Strand entlang, und, wer kennt sie nicht: RAPUNZEL!!! Ja, die quirlige Verkäuferin an dem Steg beim Estate. Bei ihr, und dem Hund "Charlie" der da immer abhing, sind wir auch gerne eine Weile gesessen, und haben mir ihr über das Leben auf der Insel geschwatzt. Sehr nett. Hab ihr auch gleich mal einen ihrer aus Kokosnuss geschnitzen Löffel abgekauft, den nehme ich jetzt zum eintopfkochen her ;)

* Source D'argent: Tja, da war er, der schönste Strand der Welt. Beim ersten Mal waren wir am frühen Nachmittag da, und ich hatte das Gefühl, das ich selbst in Rom noch nicht so viele Italiener auf einem Haufen gesehen habe. Da waren sie also, "Cesars Legionen" von denen ich hier im Forum schon so viel hab lesen dürfen. Nun, ganz hinten, am letzten Teil des Strandes, wo auch der schöne große Stein steht, war es gottseidank etwas leerer, so dass wir dort schön Platz fanden, und es auch nicht so voll war. Die nächsten beiden Male waren wir sehr früh dort, und waren auch für eine Weile sehr alleine. Italiener waren an den Tagen auch viel weniger da. Hat schon was, die Source d'Argent. Trotzdem fand ich die Grand Anse irgendwie schöner und aufregender. Vielleicht weil sie einfach auf diesem unbewohnteren Teil der Insel ist, und das Ganze wenigstens ein bisschen das Flair von Abgeschiedenheit vermittelt.

* Anse Severe: Als wir mal eine Fahrradtour nach Norden gemacht haben, fiel uns dieser wunderschöne Strand auf. Da sind kaum Leute, ist aber sicher einer der tollsten Strände der Insel. Zwar nur um die Ecke zum Hafen rum, aber den kriegt man von dort aus kaum mit. "Geheimtipp", irgendwie.

* Anse Banane: Nix zum Baden, aber ein lustiges Häuschen mit vielen Tieren, und einer etwas gequält aussehenden Schildkröte auf der Strasse, die da wohl Touriattraktion spielen darf. Leckere Fruchtsäfte ( Meiner Meinung ach die Besten auf der Insel) gibts auch.

* Das Rising Sun selber: Sehr schönes kleines Guesthouse. Tolle Athmosphäre unter den zumeist deutschen Gästen, alle haben sich erzählt, was sie den tag so erlebt haben, und sich ausgetauscht. Der Gastgeber war meistens etwas übelgelaunt, aber nicht schlimm in irgendeiner Art und Weise..Das Essen muss ich hier noch einmal besonders herausheben. Da kocht die Mama des Hauses, und das mit echt viel Liebe. Hat mir deutlich besser geschmeckt als in dem deutlich nobleren "Le Colibri" auf Praslin. Da war das Essen auch gut, aber da fehlte einfach der "Mamafaktor". Und die Zimmer waren Tipp Topp sauber, muss man auch mal erwähnen. Für so ein kleines "Unternehmen" echt toll gemacht.
Da würde ich wieder absteigen, wenn ich nochmal auf La Digue wäre.

Abschliessend zu La Digue ist noch zu sagen, dass uns auffiel, dass dort an sich sehr viele Deutsche sind, während Praslin viel französischer wirkte von den Gästen her. Ist das nur ein winziger Eindruck, oder ist das wirklich ein wenig so? Würde mich mal interessieren.



Nun, so ging die Zeit da vorrüber auf der Insel, und alsbald nach den 8 Tagen gings dann mit der Fähre rüber nach...

Praslin ...

Hier wieder Stichpunkte:

* Le Colibri: An sich eine schöne Anlage. Zimmer waren leider nicht sehr sauber gehalten, vor allem das Bad war sehr gewöhnungsbedürftig. Der Mülleimer war nicht entleert worden als wir da reinkamen, und eine Duschhaube vom Vorbenutzer lag noch im Bad herum. Nach dem tollen Rising Sun schon etwas seltsam, da die Anlage an sich ja sehr viel schöner aussah. Na, Aussen hui, innen... Der Manager dort war aber immer sehr bemüht, muss man schon sagen. An sich war das Le Colibri schon okay, aber der Funke wollte irgendwie nicht überspringen.

* Es fiel uns auf, dass man im Gegensatz zu La Digue nicht mehr zu Fuss überall bequem hinkam, man musste den öffentlichen Bus nehmen, wenn man irgendwas unternehmen wollte. Praslin ist wirklich um einiges größer.

* Praslin wirkt auch viel besiedelter, fast schon "urban" im gegensatz zum doch immer noch sehr verträumten La Digue. Ich würde mal für La Digue das Wort "Südseetraum" in beschlag nehmen, während ich Praslin eher unter "James Bond Feeling" verbuchen täte, wenn das irgendeinen Sinn macht... :D

* Anse Volbert: Wow. Da war der Sand so weiss, dass uns die Augen weh taten. Irre Farben bei Sonnenlicht. Sehr schön. Das Wasser ist kristallklar und hat eine schöne helltürkise Farbe, und die kleinen Inseln die da vor der Küste liegen schauen sehr malerisch aus. Im Paradise Sun Returant sitzen, auf den Strand schauen, und ein Getränk geniessen und was essen gehörte für mich zu den Höhepunkten auf Praslin.

* Anse Georgette: Als wir zur Anse Lazio sind, war das Wetter nicht so dolle, deswegen haben wir uns entschlossen, gleich weiter zu ziehen, und den im Reiseführer beschriebenen Pfad rüber zu Anse Georgette zu gehen. Mann, war das ne Dschungeltour. Das ist echt nichts für unfitte Leute. Da braucht man echt ordentliche Schuhe, mit Flip Flops oder ähnlichem keine Chance. Falls einem was passiert ist man auch ziemlich im Arsch, man ist ja ein paar Hügelauf- und Abstiege von der Zivilisation entfernt. Trotzdem eine schöne Sache, aber es sollte in dem Reiseführer doch etwas herausgehoben werden, dass das kein Spaziergang ist, sondern echt Hardcore-Rambo-Dschungelkampf. Die letzten Meter vor dem Golfplatz vom Lemuria Reort mussten wir uns sogar noch an ein paar Baumwurzeln entlanghangeln, sonst wären wir 10 Meter runtergestürzt. Die Anse Georgette hat uns dann aber für alles entschädigt, wirklich wunderschöner kleiner Strand, und wenig Leute. Wir haben dort sogar einen Freund von mir hier aus München getroffen, von dem ich wusste, dass er zur gleichen zeit auf Praslin war, aber sonst nix.


* Anse Lazio: Sicher der schönste Badestrand der Seychellen, leider wissen das auch ein paar andere Leute, und deswegen wars da auch so voll wie nirgendwo sonst wo wir waren. Da hab ich doch gut und gerne an die 120 leute und 10 Yachten in der Bucht gezählt, für Seychellenverhältnisse doch ganz schön viel. Bon Bon Plume was essen war auch nett, mal wieder James Bond Film halt. Meiner Freundin hats dort auf Praslin am besten gefallen, mir eher am wenigsten, schwer zu sagen warum. Schön ist es dort eigentlich überall, für mich ist dann das Feeling an sich sehr wichtig, was mir der ort vermittelt, und das war bei der Lazio einfach eins der "Überfülltheit".

Unsere Heimreise nach den zwei Wochen war sehr angenehm, sogar der kleine Flieger vor dem ich vorher so Angst hatte von Praslin nach Mahe war witzig. Hat Spass gemacht.


Fazit: Die Seychellen waren nicht ganz das, was ich mir erträumt hatte. Es war doch deutlich besiedelter als wie ich erwartet hatte, vor allem auf Praslin hatte ich ein Gefühl von "DomRep", was jetzt sehr übertrieben klingen mag, aber damit meine ich das fehlende Gefühl von Abgeschiedenheit. Schwer zu erklären. Das war etwas, was ich auf den Malediven zB deutlich stärker hatte, obwohl mir an sich die Gesamterfahrung auf den Seychellen besser gefallen hat.
Ich empfand die Strände auf den Seychellen als wirklich einzigartig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es auf der Welt schönere Orte gibt als wie die Source d'argent, Grand Anse oder auch Anse Volbert.
Ich hatte oft Momente, wo ich es einfach nicht glauben konnte, wie schön diese Orte sind. So richtige optische Glücksüberforderung war das manchmal.. :D Man musste immer wieder und wieder hinschauen, weil man es nicht fassen konnte.

Blos ist dies eingebettet in einem Kontext von Zivilisation, der mir nicht immer schmeckte. Ich hatte manchmal das Gefühl, ich wäre in einem großen Freizeitpark, in dem Leute wohnen, und gehe mir dort die verschiedenen Attraktionen eine nach der anderen anschauen.

Wirklich schwer zu erklären, was ich meine, denke ich.

Trotz dieser (vielleicht etwas überzogen wirkenden) Kritik, war es (vor allem auf La Digue) doch sicher der schönste Urlaub den ich so je erlebt habe, und ich war doch schon an einigen Orten auf der Welt. Ich würde die Seychellen auch den Malediven vorziehen als Urlaubsziel, allein schon wegen der vielen Sachen die man dort machen kann.

Ich hoffe blos inständig, dass die sich dort nicht das verbauen, was ihre Inseln so einzigartig macht. Überall auf La Digue und Praslin waren Baustellen zu sehen, und wenn das so weitergeht, dann geht das mit Sicherheit kaputt. Wir haben mit einigen anderen Leuten dort gesprochen. Einer war vor 20 jahren mal auf den Seychellen, der war bitter enttäuscht. Eine Dame war vor zehn Jahren dort, und erzählte uns, dass man auf La Digue früher noch durch den Sand gelatscht ist, und die Strassen die jetzt überall sind, damals noch nicht existiert haben... Solche Sachen halt...

Das klingt jetzt natürlich alles sehr zerrissen was ich an Eindrücken präsentiere, aber ich hoffe es macht irgendwie Sinn.



Nun, ich werde mit Sicherheit noch einmal dort hinfliegen, würde allerdings noch mehr La Digue buchen, und weniger Praslin. Eher noch evtl eine andere, kleinere Insel, oder gleich mal nach Mauritius noch rüber.

Ich hoffe, das sich das, was mir dort gefallen hat, ein wenig erhält...

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Re: I survived the Seychelles (barely)...

Beitrag von rookie » 17 Jan 2010 17:22

Hi Michl,

danke für deinen Bericht und gut das Ihr wieder Gesund zurück seid.

VG Rookie
But anyway, I made a big mistake to join the conversation.
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It really has no sense.
[i]A wise forum member[/i]

http://www.bgp-welt.de

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Re: I survived the Seychelles (barely)...

Beitrag von Tramp » 17 Jan 2010 18:10

Michl,

ja, "das klingt jetzt natürlich alles sehr zerrissen was ich an Eindrücken präsentiere...". Dennoch, sehr vielschichtig, Deine Eindrücke.

Erstmal ein herzliches Dankeschön für's Einstellen und Teilhaben lassen an Deinen Eindrücken. Ich gestehe, ich bin sehr... bewegt!

LG Tramp
... und klagen über den Rummel, auch wenn sie selbst ein Teil davon sind ...
WDR, bedrohte Paradiese, 3. August 2009

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Suse
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Re: I survived the Seychelles (barely)...

Beitrag von Suse » 17 Jan 2010 19:59

Erst dachte ich, wir wären gleichzeitig dort gewesen, aber wir haben ja schon 2010 :roll:, ich war also ziemlich genau ein Jahr vor Euch dort. Ich erinnere mich noch gut an das, was damals dort passiert ist mit dem Paar aus Deutschland. Ihr beide habt echt Schwein gehabt.

Finde ich ja gut, daß Du doch noch einen Bericht eingestellt hast, hab ich bislang nicht gemacht, obwohl ich die der anderen auch immer gern lese, aber momentan hab ich nicht so viel Lust, mich damit zu beschäftigen. Und überzogen finde ich Deine Kritik nicht, das ist eben, wie Du es wahrgenommen hast. Wenn Du mit der Erwartung, etwas Ursprünglicheres als die Seychellen vorzufinden nach Mauritius reist, wirst Du allerdings sehr enttäuscht werden.

Viele Grüsse und danke für den Bericht,

Suse
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- Grubi -

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Monti
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Re: I survived the Seychelles (barely)...

Beitrag von Monti » 18 Jan 2010 10:59

Danke für Deinen Reisebericht Michl,
war kurzweilig zu lesen.
Du hast eine schöne Art manche Sachen auszudrücken, wie: Das Wetter war halbschlecht... - Heißt das jetzt es war Halbschön ?? :wink:
oder:
Und da wir recht früh da waren, waren wir auch noch fast allein. Nur zwei andere Leute waren noch da.
Kurz darauf schreibst Du, noch den selben Tag gemeint und knappe 6 Sätze später:
Da wir schonmal da waren, sind wir, bewaffnet mit dem Reiseführer vom Wolfgang Därr, auch gleich mal zur Anse Petite rübergekraxelt. Wow, das war ja fast noch schöner, und auch noch ein paar weniger Leute als wie bei der Grand Anse.
Heißt das dann Ihr ward alleine, oder ??? :wink: :lol:
Im Ernst, ich liebe solch, in emotionaler Art geschriebene Texte, sieht man doch im Allgemeinen die Begeisterung des Schreibers.
Immer wieder schön wie die Seychellen glückliche Urlauber produzieren !
Liebe Grüße
Monti

@Suse: Bleib Du mal bei diesem "gewaltigen" Niveau hier. Dieses Level zu halten, erfordert dermaßen Engagement, dass beim Reisebericht verfassen wohl "leider" einiges davon wieder verloren ginge. Das wollen wir doch alle nicht, oder ?
Schuster bleib bei Deinen Leisten ! :wink:
Die Seychellen waren schon immer "unser Traum"

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Re: I survived the Seychelles (barely)...

Beitrag von foto-k10 » 18 Jan 2010 11:47

Suse hat geschrieben:Finde ich ja gut, daß Du doch noch einen Bericht eingestellt hast, hab ich bislang nicht gemacht, obwohl ich die der anderen auch immer gern lese, aber momentan hab ich nicht so viel Lust, mich damit zu beschäftigen.
Da Du in einem anderen Thread mit dem Thema Schule angefangen hast:
Hausaufgaben nicht gemacht - zur Strafe in die Ecke stellen! :mrgreen:

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Re: I survived the Seychelles (barely)...

Beitrag von Suse » 18 Jan 2010 12:05

Monti hat geschrieben: @Suse: Bleib Du mal bei diesem "gewaltigen" Niveau hier. Dieses Level zu halten, erfordert dermaßen Engagement, dass beim Reisebericht verfassen wohl "leider" einiges davon wieder verloren ginge. Das wollen wir doch alle nicht, oder ?
Schuster bleib bei Deinen Leisten ! :wink:
:lol:
Nu überschätz mal den Einfluß dieses Forums nicht. Meine persönlichen Reiseaufzeichnungen waren schon von jeher von größtmöglicher Niveaulosigkeit! :mrgreen:

http://www.kleine-sticheleien.com/shop/ ... hop_param=

Was darf ich Dir zukommen lassen?
:O

Nun aber raus aus Michls Thread.

:wink:
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Re: I survived the Seychelles (barely)...

Beitrag von grubi » 18 Jan 2010 14:18

Hi Maledivenmichel,
auch von mir Danke für deine Mühe hier einen Reisebericht zu schrieben.
Klasse! :D

Was die „Zerrissenheit“ deiner Eindrücke betrifft, so denke ich zu verstehen was du meinst.
Einige Dinge die du angesprochen hattest sind auch schon sehr oft hier ausgiebigst diskutiert worden.

VG Grubi
Wer weiß, dass er nichts weiß, weiß mehr als der, der nicht weiß, dass er nichts weiß.

Sokrates

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Re: I survived the Seychelles (barely)...

Beitrag von Maledivenmichl » 18 Jan 2010 18:40

Monti hat geschrieben:Danke für Deinen Reisebericht Michl,
war kurzweilig zu lesen.
Du hast eine schöne Art manche Sachen auszudrücken, wie: Das Wetter war halbschlecht... - Heißt das jetzt es war Halbschön ?? :wink:
oder:
Und da wir recht früh da waren, waren wir auch noch fast allein. Nur zwei andere Leute waren noch da.
Kurz darauf schreibst Du, noch den selben Tag gemeint und knappe 6 Sätze später:
Da wir schonmal da waren, sind wir, bewaffnet mit dem Reiseführer vom Wolfgang Därr, auch gleich mal zur Anse Petite rübergekraxelt. Wow, das war ja fast noch schöner, und auch noch ein paar weniger Leute als wie bei der Grand Anse.
Heißt das dann Ihr ward alleine, oder ??? :wink: :lol:
Im Ernst, ich liebe solch, in emotionaler Art geschriebene Texte, sieht man doch im Allgemeinen die Begeisterung des Schreibers.
Immer wieder schön wie die Seychellen glückliche Urlauber produzieren !
Liebe Grüße
Monti

@Suse: Bleib Du mal bei diesem "gewaltigen" Niveau hier. Dieses Level zu halten, erfordert dermaßen Engagement, dass beim Reisebericht verfassen wohl "leider" einiges davon wieder verloren ginge. Das wollen wir doch alle nicht, oder ?
Schuster bleib bei Deinen Leisten ! :wink:

Heeey, moment mal.. *haha* Ich meinte, es waren an der Petite Anse weniger Leute, als sich an der Grand Anse im Laufe des Vormittags versammelt hatten (30, wie beschrieben ;) )...

Na, schön zu hören, dass ihr ein bisschen kapiert was ich meine.

Die Seychellen sind auf der "optischen" Seite einfach der Hammer gewesen. Sicher der schönste Fleck auf Erden, den ich je gesehen habe. Und das mit Abstand. Aber vom Gefühl her, war es nicht ganz das, was ich erwartet habe. Ich habe wohl was "Robinson Crusoe"-mässigeres gesucht, das sind die Seychellen aber mit Sicherheit nicht.

Aber trotzdem war es einer der schönsten, wenn nicht der schönste Urlaub, den ich je (üb)erleben durfte. ;)

Blos keine Ahnung, ob ich mich je wieder weiter als 2 Meter ins Meer reintraue wenns wo Wellen hat... :(

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Re: I survived the Seychelles (barely)...

Beitrag von Suse » 18 Jan 2010 20:02

Keine Sorge Michl, das Zitat von Monti bezog sich auf mich, nicht auf Dich, den Schuh mußte Dir nicht anziehen. Deinem Bericht hat es in keinster Weise an Niveau gefehlt. :lol:

Wenn das Robisonmäßige für Dich an erster Stelle steht, wirst Du im indischen Ozean nirgendwo mehr richtig glücklich werden, selbst Madagaskar ist (schon lange) von arglosen kleinen Südeuropäern bevölkert.
Ich empfehle Dir mal diese Seite:

http://www.antoine.tv/index-en.php *

Ich bin ja ein Fan von Antoine. Er ist sowas wie der französische Reinhard Mey, früher hat er auch so mehr oder weniger tiefsinnig rumgeklampft. Jetzt umsegelt er aber schon seit Jahrzehnten die Welt und lebt davon. Ist ein total sympathischer Typ, macht großartige Reportagen, ich hab einige DVDs von ihm und auch einen riesigen Bildband. Wenn ich mich richtig erinnere, sind seine Trauminseln die St. Blas (ich glaub, die sind irgendwo vor Panama, aber ganz ohne Tigerente), da soll es noch so einsam sein, da mußt Du Dir den Backenzahn notfalls noch selber ziehen. :mrgreen:

Gruß,

Suse


* Nur sicherheitshalber: Weder kenne ich Antoine persönlich noch habe ich irgendeinen Nutzen davon, wenn einer da was kauft!
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Re: I survived the Seychelles (barely)...

Beitrag von mr.minolta » 18 Jan 2010 20:18

Maledivenmichl hat geschrieben: Wirklich schwer zu erklären, was ich meine, denke ich.

Das klingt jetzt natürlich alles sehr zerrissen was ich an Eindrücken präsentiere, aber ich hoffe es macht irgendwie Sinn.
Für mich ist es sehr verständlich und es macht sehr wohl Sinn!

Du hast präzise die widersprüchlichen Eindrücke und Emotionen beschrieben, die der Reisende auf den Inseln erlangen muß, und das, obwohl Du zum erstenmal dort gewesen bist und La Digue gar nicht kanntest, als die Insel noch nicht wie ein "Freizeitpark" aussah. Du hast den jetzigen Zustand richtig interpretiert. Treffender, als Du es getan hast, kann man es kaum benennen!

Mich würde, falls Du Dich diesbezüglich weitergehend äußern möchtest, noch interessieren, warum Du Dich in Kenntnis hier umfangreich geführter Diskussionen über Todesfälle aufgrund von gefährlichen Strömungen trotzdem diesem Risiko aussetztest. Hattest Du den Eindruck vermeintlich ruhiger See aufgrund fehlenden Wellengangs?

Oft kann es auch so aussehen:

Bild
Wir werden alle sterben.

Nicht an Corona, sondern an der Dummheit der Politik.

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Re: I survived the Seychelles (barely)...

Beitrag von Tramp » 18 Jan 2010 21:26

Menno, Suse,

ich wollte heute abend noch was tun, und nicht stundenlang bei Antoine Videos schauen! Sehr schön! *träum*

Mr. M, Du hast mein "bewegt" sehr gut in Worte gefasst, danke.

Wobei, die Sache mit dem "barely survived" mich nicht so sonderlich bewegt hatt. Ich kann es nicht beurteilen, ich war nie auf La Digue. An der Anse Lazio war's ziemlich ruhig, was die Wellen anging, da sind wir trotzdem nur rechts an der Landzunge entlang geschnorchelt, nicht mal bis zum Ende. Bei St. Pierre habe ich bei diesen Felsen links kurz in den Abgrund geschaut und bin dann schnell zurück. Muss jeder selbst ab- und einschätzen können.

LG Tramp
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Re: I survived the Seychelles (barely)...

Beitrag von LeoLaDigue » 18 Jan 2010 22:03

Hallo Maledivenmichl,

vielen Dank für deine farbigen Schilderungen. Mir ging es oft ähnlich. Als ich das erste Mal aus dem Schatten der alten Takamakabäume auf die Anse Lazio sah, war ich überwältigt. Es war fast überirdisch schön und genau diese Begeisterung entdecke ich auch in deinen Zeilen. Das Gefühl des "Freizeitparks" mag damit zusammenhängen, dass man als Tourist die Verbindung zu den Menschen, die dort leben, noch nicht richtig hergestellt hat. Man sieht die Wunder der Natur losgelöst von der einheimischen Bevölkerung und betrachtet sie isoliert und fast abstrakt. Darin liegt eine gewisse Spannung, die sich erst auflösen kann, wenn man sich vollkommen einlässt, was mir aber bei meinem ersten Aufenthalt auch nicht gelungen ist. Ich wünsche dir noch viele schöne Aufenthalte dort, und ich bin sicher, das "Ungleichgewicht" deiner Eindrücke wird sich spätestens nach den nächsten 14 Tagen La Digue in einen harmonischen Gleichklang verwandelt haben.

Viele Grüße
Leo
"Im B&M Store angekommen, fällt mir ein Stein vom Herzen: massenweise Drahtbürsten in der Auslage, nicht die beste Qualität, aber spottbillig!"
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Re: I survived the Seychelles (barely)...

Beitrag von Suse » 18 Jan 2010 22:41

Tramp hat geschrieben:ich wollte heute abend noch was tun, und nicht stundenlang bei Antoine Videos schauen! Sehr schön! *träum*


LG Tramp
Ja, Antoine ist toll, oder? Ich war auch lange nicht auf der Seite und gleich nachdem ich den Link kopiert hatte mußte ich wieder zurück und mich da umsehen, was es Neues gibt. Das hat dann bis jetzt gedauert. :lol:

Ich habe mich das übrigens auch gefragt, ob das Wasser dort so trügerisch harmlos wirkt, daß man sich doch immer wieder verleiten läßt hineinzugehen, Ihr seid ja bei weitem nicht die einzigen.

Was ich gar nicht teile, sind Eure "Freizeitparkempfindungen", hatte ich nicht mal ansatzweise. Ich habe die Seychellen vor 20 Jahren nicht gekannt und ich will jetzt auch gewiß nicht die tausendste Diskussion über Fortschritt auf den Seychellen anstoßen, aber würdet Ihr auf dreispurige Autobahnen verzichten, nur weil das ein paar 90jährige GIs mit nostalgisch verklärten Erinnerungen an Deutschland glücklich machen würde?
Ich beziehe mich damit jetzt insbesondere hierauf:
Wir haben mit einigen anderen Leuten dort gesprochen. Einer war vor 20 jahren mal auf den Seychellen, der war bitter enttäuscht. Eine Dame war vor zehn Jahren dort, und erzählte uns, dass man auf La Digue früher noch durch den Sand gelatscht ist, und die Strassen die jetzt überall sind, damals noch nicht existiert haben... Solche Sachen halt...
Das mit den 90jährigen GIs ist selbstverständlich metaphorisch gemeint. :wink:

Eure Meinungen in allen Ehren und außerdem nur meine 2 cents halt.

Sayonara,

Suse
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- Grubi -

Maledivenmichl
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Re: I survived the Seychelles (barely)...

Beitrag von Maledivenmichl » 18 Jan 2010 23:19

mr.minolta hat geschrieben:
Maledivenmichl hat geschrieben: Wirklich schwer zu erklären, was ich meine, denke ich.

Das klingt jetzt natürlich alles sehr zerrissen was ich an Eindrücken präsentiere, aber ich hoffe es macht irgendwie Sinn.
Mich würde, falls Du Dich diesbezüglich weitergehend äußern möchtest, noch interessieren, warum Du Dich in Kenntnis hier umfangreich geführter Diskussionen über Todesfälle aufgrund von gefährlichen Strömungen trotzdem diesem Risiko aussetztest. Hattest Du den Eindruck vermeintlich ruhiger See aufgrund fehlenden Wellengangs?

Oft kann es auch so aussehen:

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Ehrlich gesagt schwieriges Thema für mich, aber ich versuche es zu erklären. Erstmal, ich bin eigentlich ein extrem vorsichtiger Mensch.
Mir ist wirklich jedes unnötige Risiko zuwider.

Ich hatte auch als wie da zu den Stränden dort kamen, diese Berichte über die Todesfälle im Kopf, und habe auch meine Freundin eindringlich gewarnt davor, und ihr gesagt, sie soll nicht zu weit reingehen. Ich wusste, dass sie das gerne macht (oder gemacht hat, ich glaube die hat bei dem Thema nun auch ihren Schaden weg, sogar ein bisschen mehr noch als wie ich, aber dazu später mehr).

Nun, ich habe mich an der Grand Anse immer in Strandnähe gehalten. Immer da wo man noch gut stehen kann, und der Oberkörper bis zur Hüfte aus dem Wasser schaut. Meine Freundin ist ein bisschen weiter raus, ist aber auch eine wesentlich bessere Schwimmerin als wie ich. Ich hab ihr trotzdem immer zugerufen, dass sie aufpassen soll.

So weit so gut. Dann sind wir zur Petite Anse rüber. Ich bin weiterhin im seichten Wasser geblieben, das Fatale ist aber, das geht bei der Petite Anse ganz schön weit rein, und diese Rückströmung lässt einen erstens immer weiter in südlicher Richtung gehen/stehen, und außerdem, was man erstmal garnicht bemerkt, auch weiter rausgehen. Man denkt sich aber nichts, weil man ja noch gut nur hüfthoch im Wasser steht.
Da plansche ich also vor mich hin, da ruft meine Freundin zu mir rüber "Schatz, komm mal her". Ich dachte mir nichts böses, schwimm rüber zu ihr, gerade mal 2 oder 3 Meter weiter raus.

Tja, und dann sagt sie zu mir "Verdammt, Ich komm hier aus der Strömung nicht mehr raus!!! Hilf mir doch mal!". Sie hatte in ihrer Panik vergessen, was für ein miserabler Schwimmer ich bin. Und da waren wir dann, und schwimmten und schrien beide um unser Leben. Und das wäre bei mir in ungefähr einer Minute vorbei gewesen. Stehen konnte man nicht mehr. Wie ich sagte, ich bin ein sehr schlechter Schwimmer nur, und die Strömung da zieht einen unbarmherzig raus und auch runter, da kam ich mit meinem bisschen Brustschwimmen nicht mehr raus, und mir ging unheimlich schnell die Puste aus, weil man so viel Kraft aufwenden musste, da nicht komplett rausgetrieben zu werden, und um den Kopf über Wasser zu halten.

Wir haben dann um Hilfe gerufen, und wenn diese beiden Jungs da nicht gewesen wären, wär ich auf jeden Fall jetzt tot. Ich denke, meine Freundin hätte es auch so wieder rausgeschafft, sie brauchte da auch keine so große Hilfe wie ich, um da wieder rauszukommen. Sie hat sich schwimmend wenigstens einigermassen gut über Wasser halten können.

An sich waren wir ja nur etwas mehr als wie 12 bis 15 Meter vom Strand weg, aber der kam mir in der Situation, als ich um mein Leben kämpfte unerreichbar fern vor.

Das irre war auch, als mich der eine von den beiden, da nach vorne in Richtung Strand wuchtete, bekam ich sogar nach einigen Versuchen wieder Boden unter den Füssen, aber ich hatte schon kaum noch Energie, da mit eigener Kraft noch Richtung Strand zu tapsen, und so hat es einen immer wieder weggespült. Ich habe keine Ahnung, wo ich diese Restenergie noch hernahm, um es dann doch noch zu schaffen, aber das war echt purer Ur-Überlebenswille in dem Moment, da war garnichts mehr Kopfgesteuert.

Als ich dann den letzten Meter geschafft hatte, mit diesen Stückchen Energie von dem ich garnicht wusste, dass es da sein könnte, bin ich zusammengebrochen, und wie oben geschrieben, mir wurde schwarz vor Augen. Ich hab dann erstmal nichts mehr mitbekommen. Alles in allem eineinhalb Stunden sind vergangen, bis ich überhaupt wieder gerade gehen und stehen konnte. In den Knochen lag mir das aber sicher noch ein bis zwei Tage, und so ein Erlebnis lässt einen natürlich viel nachdenken.

Meine Freundin hat sich natürlich danach ziemlich große Vorwürfe gemacht. Und hatte danach sogar noch mehr Schiss vorm Wasser als ich. Die ist wirklich nur noch an den sehr ruhigen Stränden wie der Source d'argent, der Anse Volbert, und der Lazio ins Wasser gegangen. Als wir an der Anse Georgette waren, gabs dort ziemlich hohe wilde Wellen, da sind wir nur Knietief rein ungefähr.

Nun, was ich sagen will, ist: Es geht einfach viel schneller als man meint, dass sowas passiert. Wir waren jetzt nicht extrem rausgeschwommen. Der Schritt von sicher zu auf einmal in der Strömung hängen, und nicht mehr rauskommen ist da aber echt kein großer, und das sollte man sich immer im Hinterkopf behalten.
Zuletzt geändert von Maledivenmichl am 18 Jan 2010 23:23, insgesamt 1-mal geändert.

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