Seychellen 2022 - das zugemüllte Paradies

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Seychellen 2022 - das zugemüllte Paradies

Beitrag von foto-k10 »

knuffi hat geschrieben: 24 Mai 2022 18:23 Die Buisness-Class schaut schon echt toll aus...Aber die Holzklasse bei Qatar war auch ok...trotzdem, würde gerne mal Business fliegen...aber ist halt immer so teuer :O
Ich spoiler mal: auf dem Rückweg bin ich auch nur Holzklasse geflogen. Bei 5 Stunden Aufenthalt in Doha bringt die gemütliche Businessclass nicht viel. Und ausschlafen kann ich danach auch zu Hause. Auf dem zweiten Flug DOH - FRA war der Sitzabstand für meine Körpergröße noch akzeptabel, auf dem ersten Flug SEZ - DOH aber arg knapp. Besonders mag ich es, wenn der Passagier in der Reihe vor mir in seinem Sitz "herumhüpft".

Qatar hatte dieses Jahr wohl 25jähriges Jubiläum, vielleicht deshalb der "ermäßigte" Preis. Vielleicht auch weil ich im Vorfeld zuviel gemeckert hatte.
Zuletzt geändert von foto-k10 am 27 Mai 2022 14:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von foto-k10 »

11.03.2022

Das letzte Mal frühstücken. Benjamin holt die Reisetaschen aus dem Zimmer und bringt sie zum Jetty, fragt, ob ich Kokosnüsse eingepackt habe. Das Boot ist 9:55 Uhr in Eden Island. Die Crew hilft mir, die Reisetaschen zum anderen Steg zu bringen. Dann zum Spar, Lebensmittel einkaufen. Nicht besonders preiswert, aber durchaus gut sortiert.

Falls es jemanden interessiert:

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6er Pack Seybrew                179,90 Rs (+  12 Rs Pfand)       
10 Eier                          53,90 Rs
290g Kirschmarmelade             36,90 Rs
240g Gouda                       67,90 Rs
125g Putenaufschnitt             88,90 Rs
Orangennektar                    41,90 Rs
gemischter Saft                  49,90 Rs
Der Wechselkurs war zu der Zeit ca. 1:15.
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Beitrag von foto-k10 »

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11.03.2022 Forts.

Ich habe das obere Appartment im Fairy Tern Chalet gebucht. 134 €/Nacht hat es über Meerzeitreisen gekostet. Üblich waren zu dem Zeitpunkt 155 bzw. 150 €. Nur mal so als Info für alle "Individualisten", die meinen, sie kämen mit eigener Buchung günstiger weg.

Der Bootstransfer wird durch das L'Habitation durchgeführt, da bestehen familiäre Beziehungen. Das Fairy Tern ist eine Selbstversorgerunterkunft. Frühstücken und Abendessen ist im Hotel möglich. Aber 15 € für das Frühstück finde ich zu teuer und 30 € für das Abendessen ... hmmm. Das L'Habitation muss wohl voll gewesen sein (auch wenn ich auf der Anlage nicht so viele Personen gesehen hatte), denn die Gäste im unteren Appartment haben keinen Platz mehr beim Abendessen bekommen.

Das Boot ist um 10:20 Uhr da. Wendy empfängt mich am Steg. Mein Zimmer ist noch nicht fertig. Ich sitze mit Kevin unter zwei grossen Badamierbäumen und trinke einen Begrüßungssaft. Als es zu regnen anfängt, verkrümeln wir uns unter das Vordach von Wendys Atelier.

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#215 - Fairy Tern

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#216 - Fairy Tern

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#217 - Fairy Tern, das obere Appartment

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#218 - Fairy Tern, das obere Appartment

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#219 - Fairy Tern, das obere Appartment

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#220 - Fairy Tern, Küche

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#221 - Fairy Tern, Bad

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#222 - Fairy Tern, Balkon

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#223 - Badamierbäume, von Kevin vor 17 Jahren gepflanzt

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#224 - Fairy Tern

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#225 - Edda, der Hund der Familie: bellt nicht, lässt sich gern streicheln und wartet ansonsten darauf, dass die Enkel aus der Schule kommen

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#226 - Edda

Nachdem die Formalitäten erledigt sind, geht es unter leichtem Regen in mein Zimmer: geräumig und hell eingerichtet. Sowohl Klimaanlage als auch Lüfter arbeiten ohne nennenswerte Geräusche. Kurz darauf fängt es richtig an zu schütten - wo ich eben noch mit Kevin gesessen hatte, ist nun eine riesige Pfütze. Die Kinder der Österreicher im unteren Appartment haben allerdigs ihren Spaß und rennen übermütig und nackt durch den warmen Regen.

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#227 - Wolkenbruch Nr.1


Als der Regen aufhört: was mache ich mit dem angebrochenen Tag? Um die Insel herum wandern, geht nur bei starker Ebbe. Derzeit ist der Tidenhub zu gering. Ein Doppelsitzerkanu steht zur Verfügung, das Einsitzerkanu ist mit Gewebeband geklebt.

Ich versuche die Wanderung zum Aussichtspunkt. Wendys Erklärungen sind schon fast zu ausführlich, ich kann mir das nicht alles merken. Ich laufe an der richtigen Stelle zweimal vorbei, frage am falschen Haus (weil dort ein Zaun ist) und gehe dann den betonierten Weg hoch. Der führt nur zu einem neuen Gebäude weit oben. Wieder zurück. Ich sehe eine Stelle, an der die typischen waagerechten Wurzeln zu sehen sind. Und ja, laut der OSM-Karte soll das der Anfang des Wanderweges ssin. Und da ist auch der von Wendy erwähnte Baumstumpf mit der orangeroten Plastiktüte.

Der Weg entpuppt sich als Desaster. Die "Treppenstufen" sind mit Wasser gefüllt. Irgendwann wird der Weg eben und führt durch Kokospflaumen hindurch, doch dann ist der Weg schlichtweg ein langer Bachlauf.

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#228 - Die schmale Betonstraße

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#229 - Wasser quillt aus der Erde

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#230 - Beginn des Wanderweges

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#231 - Pfützen über Pfützen

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#232 - aus feuchter Erde wird ein Bachlauf

Ich drehe um, evtl. morgen nochmal, dann mit den Booties. Am späten Nachmittag kommt die Sonne etwas heraus, doch kurz nach 18 Uhr wieder ein Wolkenbruch.

Der nächste Wolkenbruch um 21 Uhr ist vom Getöse her der kräftigste, der um 23 Uhr der längste. 4 Flugzeuge starten zwischen 23 und 1 Uhr und dem dumpfen Bumm-Bumm nach ist irgendwo eine grosse Party. Kevin erklärt mir am nächsten Morgen, dass der Lärm von Mahe herüberschallt.
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Re: Seychellen 2022 - das zugemüllte Paradies

Beitrag von foto-k10 »

12.03.2022

Die Straßen und Wege auf Cerf sind privat! Wie kommt man auf die andere Inselseite? Ausschnitt aus der OSM-Karte:

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Der ursprüngliche Wanderweg (rot markiert) führt über ein Privatgrundstück und ist nicht mehr zugänglich. Aufpassen sollte man auch auf dem Rückweg, dass man nicht falsch abbiegt. Grau markiert ist die schmale Betonstraße, die zu einem neuen Hotel(?) führt. Allerdings beginnt die Straße direkt vor einem Gebäude - der Beginn ist in der OSM-Karte derzeit falsch eingezeichnet. Das ist der Stand im März 2022 - kann nächstes Jahr wieder anders sein.

Der Morgen startet leicht bewölkt, schließlich kommt die Sonne heraus. Mache mich nach dem Frühstück erneut auf den Weg zum Aussichtspunkt und zum alten Friedhof. Durch die weiteren Regenfälle gestern abend ist der Pfad ein kompletter Bachlauf, gut dass ich die Booties angezogen habe. Vom Aussichtspunkt hätte man zwar einen schönen Blick auf St. Anne, Ile Ronde, Moyenne und Ile Longue, aber morgens mit Gegenlicht und einige Stunden später ist es durch den verdunsteten Regen diesig.

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#235 - Heute ist Wassertreten angesagt, die Regenfälle des gstrigen Abends haben den Pfad in einen Bachlauf verwandelt.

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#236 - Der alte Friedhof, auch als "Calais cementry" bezeichnet
Die erste Konzession zur Nutzung von Cerf erhielt Charles Telfair. Diese ging 1815 an Dr. Poupinel, 1824 dann an Dorothé François Marie Ferdinand Savy und 1832 schließlich an die Witwe von Denis Adrien Calais. Im weiteren Verlauf tauchen die Namen Lapousière, Collie, Contoret und Germain auf. Bis vor wenigen Jahren war Cerf im Besitz der Nachkommen der Familien Calais, De la Fontaine und Wood, 140 Parzellen listen die Katasterpläne für Cerf auf. Natürlich weckt auch diese Insel Begehrlichkeiten von Investoren. Île Cachée soll von einem der Calais-Söhne an den Staat verkauft worden sein.


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#237 - Sendestation am Aussichtspunkt

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#238 - Saint Anne

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#239 - Île Ronde und Moyenne

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#240 - Île Longue mit Sandbank, die bis nach Île Ronde reicht

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#241 - Blick nach Mahé

Hinter dem Wasserreservoir geht es den Pfad zur anderen Seite. Zunächst arg zugewachsen, dann weitet sich der Weg wieder. Unten kurz vor der Küste etwas Sumpflandschaft. An einem alten Haus schneidet ein Mann mit schlohweißen Haaren mit einer Machete Pflanzen. Ich grüße ihn, frage, ob das der Weg zum Strand ist und kann passieren. Am Strand jede Menge Seegras, teilweise Algenschaum. Das Wasser braun von den hinein gespülten Sedimenten. Ein "Winnie" macht seinen Besitzer auf mich aufmerksam. Dahinter ein Grundstück mit drei aggressiven Hunden, die bis an den Strand gelaufen kommen. Die nachfolgenden Strände sehen schöner aus. Auf einem Grundstück weiden Ziegen.

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#242 - Wasserbehälter

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#243 - Der Pfad zur anderen Inselseite

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#244 - Die Markierungssteine sind für die Wasserleitung des PUC

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#245

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#246 - altes Haus kurz vor Erreichen der anderen Inselseite

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#247 - Ebbe und jede Menge Seegras

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#248 - Steinwälzer (Arenaria interpres) wälzen ... Seegras

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#249 - Steinwälzer (Arenaria interpres)

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#250 - Steinwälzer (Arenaria interpres)

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#251 - einbeiniger Steinwälzer (Arenaria interpres)

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#252 :shock:

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#253 - einen Strand weiter sieht es wieder besser aus

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#254

Ich habe einen Touristen mit Guide gesehen, die beiden haben sich an eine halbe Inselumrundung gemacht. Nach Erreichen der anderen Inselseite sind sie am nördlichen Strandende über die Felsen geklettert. Ich mache mich wieder auf den Rückweg und treffe auf eine große braune Krabbe. Hinter dem Wasserreservoir nehme ich wohl eine falsche Abzweigung und lande auf einem Privatgrundstück. Lautes Knacken, ist nur eine Riesenschildkröte. Also überquere ich trotz Verbotsschilder schnell den Bereich bis zum Strand.

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#255 - Wegelagerer auf dem Rückweg

Nachmittags schnorcheln. Lohnt sich nicht, durch den vielen Regen ist die Sicht max. 5m. Zu allem Überfluß hat sich der Verschluß im Schnorchel davon gemacht, ständig muss ich Wasser aus dem Rohr ausblasen.

Nach Moyenne will ich, habe Kevin gefragt. Sein Neffe Domenique habe ein Boot, er sage Bescheid. Bei der Rezeption des L’Habitation auch gefragt. Dort arbeitet Domeniques Mutter. Hat Kevin seinen Neffen erreicht? Ja ja, der kommt vorbei. Und wenn ich da gerade auf einer Wanderung bin?
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Re: Seychellen 2022 - das zugemüllte Paradies

Beitrag von foto-k10 »

13.03.2022
hey ist schon 3 Monate her ...

Tatsächlich schaut Domenic vorbei. Morgen geht es um 9:30 Uhr nach Moyenne, dann sind wir vor den Menschenmassen dort. Danach noch etwas schnorcheln. Vor Corona war der Preis noch 30 €, inzwischen 40 € bzw. bei zusätzlichem Schnorcheln 50 €.


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#256 - St. James Chapel (1906 - 1938)

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#257 - St. James Chapel

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#258 - Friedenstaube der St. James Chapel

Erneut schnorcheln, Sicht ist weiterhin gering. Nehme das Einerkajak, dessen fehlendes Ventil durch etwas Gewebeklebeband ersetzt ist und breche zur Île Cachée auf. Bis ich den Rollverschluß des wasserdichten Beutels geöffnet und die Kamera herausgeholt habe, hat sich das Kajak meistens schon um 90 Grad gedreht. Hinter dem Inselchen sieht man das Meer am Riff anbranden, eine Umrundung spare ich mir daher.

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#259

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#260

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#261

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#262 - Île Cachée

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#263

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#264

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#265 - Île Cachée

Rückweg ist auch gegen den Wind kein Problem, ich vermisse allerdings eine Rückenstütze. Neben dem Mittagsbuffet, dass kurz hinter dem L'Habitation angeboten wird, macht auch ein Barbequestand kurz vor Ende des Strandes auf. Etliche Boote haben Ausflügler von Mahé herübergebracht, dort ist jetzt Party.
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Re: Seychellen 2022 - das zugemüllte Paradies

Beitrag von foto-k10 »

13.03.2022 Forts.

Noch einige Bilder vom Grundstück des Fairy Tern und rundherum ...

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#266 - Na, wer erkennt es? Tipp: es sind keine Birnen ;-)

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#267 - Regenbrachvogel (Numenius phaeopus) sucht nach Nahrung

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#268 - Zweiter Regenbrachvogel auf dem gegenüber liegenden Dach

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#269 - Regenbrachvogel (Numenius phaeopus)

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#270 - Nektarvogel (Cinnyris dussumieri)

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#271 - Sperbertäubchen (Geopelia striata)

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#272
Zuletzt geändert von foto-k10 am 10 Jul 2022 07:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Seychellen 2022 - das zugemüllte Paradies

Beitrag von foto-k10 »

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14.03.2022

Heute Ausflug nach Moyenne. Domenic ist pünktlich da, nur von dem Wunsch im Anschluß schnorcheln zu gehen, ist er noch weniger begeistert als gestern. Auf dem Hinweg erklärt er die Inseln, welches Hotel am teuersten ist und welche Pleite.

Um 10 Uhr sind bei Moyenne und die ersten Gäste. Eintritt kostet weiterhin 10 Euro oder 12 Dollar. Neben der Eintrittskarte bekommt man einen DIN A4-Plan. Plastikflaschen sind auf Moyenne verboten. Ich ersticke jedliche Diskussion mit dem in aller Bestimmtheit vorgetragenen Hinweis, dass ich meine Flasche immer mit zurück nehme.

Ein Großteil des Rundweges hat betonierte Stufen für die Menschenmassen, die sich hier manchmal über die Insel bewegen. Bäume und Sträucher links und rechts des Weges sind mit ausführlichen Schautafeln erklärt, die Pflanzen sind für gute Fotos leider zu dicht am Weg. Und natürlich gibt es auch jede Menge Riesenschildkröten, junge Exemplare in zwei Aufzuchtgehegen. Der Rundweg ist trotz Badepause in 1,5 Stunden geschafft. Ein Weg mitten über die Insel war gesperrt. Viele Pfade, die in den Skizzen der Bücher eingezeichnet sind, existieren nicht mehr.

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#275 - Turtle Traffic Jam :D

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#276 - Beginn des Rundweges, im Hintergrund das frühere Generatorhaus

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#277 - erste Häuser von Brendon Grimshaw und Rene (vorne) bzw. Familie Lafortune (hinten), heute Mitarbeiterunterkünfte

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#278 - so klein und schon weggesperrt, 5 Jahre Haft

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#279

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#280

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#281 - Tortoise Rock

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#282 - Takamaka Cove

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#283 - 12 Island Viewing Rocks

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#284 - Pirate Cove

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#285 - die Gräber

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#286 - Plaketten auf den Gräbern

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#287 - Plaketten auf den Gräbern

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#288 - Kapelle

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#289 - Big Dig

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#290

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#291 - Rocky Point, der östlichste Punkt der Insel

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#292 - Julie Melidor House, man sieht von zwei Gebäuden nur noch jeweils eine Steinreihe am Boden.

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#293 Blick zur Coral Cove

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#294 - Coral Cove

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#295

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#296 - House of dogs

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#297

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#298

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#299

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#300 - Lover's leap     (echt schräger Humor!)

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#301

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#302

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#303 - Clamshell Rock

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#304

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#305

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#306

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#307

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#308

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#309 - Small Dig

Zum Schnorcheln fährt Domenic uns an eine Stelle zwischen Cerf und Île Longue. Das Wasser ist trübe, da war die Sicht im Wasser vor Moyenne am "Stallion Rock" deutlich besser.
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Another grain of sand

Beitrag von foto-k10 »

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Another Grain of Sand ist keine Fortsetzung von A Grain of Sand, sondern eine erweiterte Neuauflage. Teil 1 beschreibt wie bisher die Kindheit von Brendon Grimshaw, seine Arbeit als Journalist in Ostafrika und den Erwerb und die Gestaltung von Moyenne. Teil 2 beschreibt Reisen, die er im Laufe der Jahrzehnte allein und zusammen mit Rene gemacht hat. Inhaltlich ist nichts gekürzt worden. An einigen Stellen steht nun „we“ statt „I“ . Hinzugefügt wurde ein dritter Teil über die weitere Entwicklung von Moyenne, einige Anektoten über berühmte Besucher, Reisen, der Tsunami, Renes Tod und die Gründung der Moyenne Island Foundation.

Die ersten 8 Bilder zur Kindheit und der Arbeit in Ostafrika waren im ursprünglichen Buch gut durchgezeichnete schwarzweiß-Bilder. Im neuen Buch hat man den Bilder einen deutlichen chamois-Ton verpasst, um sie auf alt zu trimmen. Leider hat man auch den Kontrast erhöht, mit dem Ergebnis, dass dunkle Stelle ins Schwarze absaufen. Auch die weiteren Farbfoto hat man verschlimmbessert.


Another grain of sand
ISBN 987-1-904722-41-0
2009
Camerapix Publishers International
https://www.nation.sc/archive/224651/gr ... in-of-sand
Ursprünglich Rs 450 bzw. 35€, inzwischen ca. 16 €


Und für alle Schmierfinken dieser Welt noch ein Zitat:
He writes affectionately of his Man Friday who did not have the chance to go to school after he arrived on Moyenne, mentions his many times in the book, and throughout writes ‚we‘ instead of ‚I‘ making it clear that Rene was by his side all the way through. But for goodness sake, it’s not a homosexual relationsship, he said suddenly aware of me watching him watching Rene foundly as he poured giant Camparis into crystal glasses.
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Re: Seychellen 2022 - das zugemüllte Paradies

Beitrag von MAX-HARDCORE »

Hallo Jürgen,

Was für ein geiler Reisebericht von Silhouette. Mega. Vielen Dank dafür.
Kenne das alles bis auf die Wanderung zur Grande Barbe, die bei mir auch noch ganz oben auf der Bucketlist steht.
Sehr, sehr schön. Werde mir das noch öfter und genauer ansehen.

Bist du nach OSM gelaufen oder nach Auge?
Ist der Trail eindeutig oder nur teilweise zu erkennen?

Wie lange hast du gebraucht?
Möglichwerweise habe ich es auch überlesen.
Ich habe keine Fotos von der Grande Barbe gesehen. Oder habe ich das nicht richtig erkannt?

LG Max
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Re: Seychellen 2022 - das zugemüllte Paradies

Beitrag von foto-k10 »

Hallo Max,
MAX-HARDCORE hat geschrieben: 24 Jul 2022 23:20 Bist du nach OSM gelaufen oder nach Auge?
Ist der Trail eindeutig oder nur teilweise zu erkennen?
Ich bin nach Auge gelaufen.
Anfang März war der Pfad gut zu erkennen. Könnte einige Monate später anders sein - na das kennst Du ja selber. Keine Ahnung, wie oft die Wege überprüft und frei gemacht werden. Das IDC steht wohl auf dem Standpunkt, je weniger Leute, desto besser.

Warum das Hilton am offizielle Trail-Startpunkt das Wandern ohne Guide verbieten will, ist für mich nicht nachvollziehbar. Wer schon auf den Seychellen gewandert ist, für den ist der Weg gut erkennbar. Die Anforderungen an die Kondition sind natürlich hoch.


Einen Garmin GPSMAP 66s habe ich trotzdem dabei. Normalerweise lade ich die Daten kurz vor Urlaubsbeginn von garmin.openstreetmap.nl herunter. Diesmal sollte die Bereitsstellung um die 540 Stunden dauern, da wäre ich schon auf den Inseln gewesen.
MAX-HARDCORE hat geschrieben: 24 Jul 2022 23:20 Wie lange hast du gebraucht?
8 Stunden. Aber nicht bis zur Grand Barbe gekommen (s.u.)!
MAX-HARDCORE hat geschrieben: 24 Jul 2022 23:20 Ich habe keine Fotos von der Grande Barbe gesehen. Oder habe ich das nicht richtig erkannt?
Korrekt.

Ich war nicht direkt an der Grand Barbe, die letzten 600 m hatten mir noch gefehlt. Den Süßwassersumpf konnte ich schon sehen. Davon gibt es auch ein Foto.

Wenn man aus dem Wald herauskommt ist da zunächst ein vom Regen ausgewaschenes Stück. Häufig links und rechts noch etwas Weg, dazwischen 50 cm tiefe Löcher mit einigen Wurzeln. Da muss man breitbeinig wie eine Ente herumwatscheln.

Dann kommt "Gratte Fesse": schräge Felsbereiche, glatt wie ein Androidenpopo. Meine Turnschuhe mit der dicken profilierten Sohle waren dafür nicht wirklich geeignet. Ich habe Wasserschuhe von Seac mit einer dünnen, glatten Gummisohle. Die wären dafür besser gewesen. Deshalb hatte ich bei der dritten Felsfläche kehrt gemacht. Nützlich auf div. Wanderungen waren Nordern Hiking-Stöcke.


Frühstück ab 8 Uhr im Belle Tortue ist für so eine Wanderung etwas spät. Ich konnte Benjamin (Pächter und Koch) überreden, schon um 7:30 Uhr etwas auf den Tisch zu stellen. Das Restaurant vom Hilton Labriz soll ab 7 Uhr geöffnet sein. Etwas besser, aber am liebsten wäre ich bei so einer Tour schon um 7 Uhr unterwegs. Wenn man an der Grand Barbe war, muss man zurück den ersten Anstieg in der prallen Mittagssonne hoch.

Es war auch nicht wirklich clever, gleich als erste Urlaubsstation Silhouette zu nehmen. Einige Tage auf einer anderen Insel, um sich an Temperatur und die hohe Luftfeuchtigkeit zu gewöhnen, wären für mich besser gewesen.
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Re: Seychellen 2022 - das zugemüllte Paradies

Beitrag von MAX-HARDCORE »

Ja super Jürgen.
Das werde ich/wir auf jeden Fall das nächste mal auf Silhouette durchziehen.

Die letzten 600 Meter hast du aus Zeitgründen, Höhendifferenz, Wassermangel und Kondition nicht gemacht, weil es abwärts ging?
600 Meter abwärts und wieder hoch Im Dschungel ist schon anspruchsvoll.

WIr haben jetzt im letzten Februar richtig Ballett auf den Inseln gemacht. Jede Reise wird extremer und auch die Wanderungen werden immer anspruchsvoller, länger und gefährlicher. Genau mein Ding. Und genau da wo sich kein Touri hin verirrt.
Es war so unfassbar geil.
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Re: Seychellen 2022 - das zugemüllte Paradies

Beitrag von foto-k10 »

Keine Panik, Max!
MAX-HARDCORE hat geschrieben: 25 Jul 2022 23:06 600 Meter abwärts und wieder hoch Im Dschungel ist schon anspruchsvoll.
Ganz so schlimm ist es nicht.
Nach offiziellen Daten geht es hoch auf 421 m, dann runter zur Grande Barbe und dann wieder hoch auf 421 m und wieder herunter. Das macht die Muskeln mürbe. Daher auch die Empfehlung mit den Hikingstöcken. Wenn man sich bei Abstieg nach La Passe die Stufen herunter "plumpsen" lässt, steigt die Gefahr, auf Blättern auszurutschen. Ich hatte allerdings auch 7,5 kg Fotoausrüstung dabei plus Wasser.

Mit den "letzten 600 Meter" meinte ich die Strecke, keine Höhenmeter.

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Das Höhenprofil sieht etwa so aus:

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Ich hatte den Garmin nicht rechtzeitig warm laufen lassen, daher -29 m am Anfang.


MAX-HARDCORE hat geschrieben: 25 Jul 2022 23:06 Die letzten 600 Meter hast du aus Zeitgründen, Höhendifferenz, Wassermangel und Kondition nicht gemacht, weil es abwärts ging?
Wassermangel sowieso. Im Gegensatz zur Anse Mondon-Wanderung gibt es keinen Bachlauf, den man vom Trail aus erreichen könnte. Ob das Wasser aus dem Süßwassersumpf in Strandnähe genießbar ist, bezweifle ich. An der Anse Takamaka auf Mahé ist der dortige Sumpf eine stinkende Brühe.
Eine Extraflasche kurz vor Ende des Waldes abzulegen, wäre ein Idee. Wenn Du das erste Stück des Rückweges in der prallen Sonne hinter Dir hast und wieder im Schatten bist, kannst Du den Wasserverlust ausgleichen.

Mein Grund zur Umkehr:
Die Granitflächen wurden größer, nicht zu erkennen, wo der Ausgang ist. Meine Schuhe waren dafür nicht optimal, abrutschen und irgendwo im Gebüsch liegen wollte ich nicht.

Wenn man im Belle Tortue nicht zum Abendessen von einer Wanderung zurück ist, informiert der Pächter das Rescue Team vom Hilton. Die gehen dann früh ins Bett, denn im Dunkeln finden die einen Vermissten eh nicht und eine Nacht hält der auch ohne Wasser aus. Am nächsten Morgen wandern die dann los. Die sollen einen Touristen an der Anse Mondon aufgelesen haben, angeblich habe er keinen Hunger gehabt, weil er Nacktschnecken "genascht" habe. :lol: So ein Fall kostet dann ca. 1000 €. Wenn sie den Vermissten nicht finden, weil der einen Abhang herunter gefallen ist, wird der Heli angefordert und dann wird es richtig teuer.
MAX-HARDCORE hat geschrieben: 25 Jul 2022 23:06 WIr haben jetzt im letzten Februar richtig Ballett auf den Inseln gemacht.
Anmerkung 1: Und wann zeigst Du die Bilder von Dir im Tütü? :mrgreen:
Anmerkung 2: Redest Du von 2022? Dann ohne Torsten?
MAX-HARDCORE
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Re: Seychellen 2022 - das zugemüllte Paradies

Beitrag von MAX-HARDCORE »

Ich meinte auch deine 600 Meter Distanz, aber aus den Karten geht hervor, dass die nochmal Elevation haben.
Die Fotoausrüstung mit dem Gewicht ist natürlich ein Faktor gewesen für dich. I)
Und Alleine finde ich auch immer ziemlich anspruchsvoll. Grad in dem Terrain.

Mir wurde sehr oft zugetragen, wieviele Wanderer dort schon verloren gegangen sind und auch gestorben sein sollen.
MAX-HARDCORE
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Re: Seychellen 2022 - das zugemüllte Paradies

Beitrag von MAX-HARDCORE »

Ja ich rede von 2022 Februar.
Wir waren mit mehreren Freunden da und die waren extrem heiss auf die Wanderungen. Also haben wir die so anspruchsvoll wie nur möglich gestaltet.
Was für ein Tütü meinst du?
Und wie kommst du auf: " Ohne Torsten "?
Der war teilweise dabei.

Wir haben richtig kranken Scheiss gemacht mit vielen Verletzungen und bleibenden Erinnerungen. Es war unfassbar geil und nicht in Worte zu fassen. Natürlich speziell auf La Digue.

Ich kanns kurz anreissen:

-Zur Marron mit meiner 5-Jährigen Tochter über die Westseite. Keine Probleme.

-Vom Belle Vue über den Berg rüber mit Roland dem Buschdoktor straight durch den Dschungel den Berg runter auf der Rückseite ohne Trail und 50 Meter neben Jules rausgekommen.
Fleischmützen-Andi hat sich den Schädel am Granitblock eingeschlagen - musste nicht genäht werden. Torsten hat sich um ein Haar das Bein gebrochen, weil er ein Loch unterm Laub nicht gesehen hat. Das war extrem anspruchsvoll und zum Glück hatten wir Roland dabei.
Roland ist definitiv mit Abstand der Local, der sich am besten im La Digue Dschungel auskennt. Darauf legt er auch höchsten Wert und ich kanns bestätigen.

-Black Forrest von der Müllkippe aus hoch zum Turtle Rock und zurück über den Bachlauf runter zum Ende der Source. Sehr anspruchsvoll und zwei Stiche von Yellow Bee für einen unserer Teilnehmer.

-Zweimal Südumrundung von Jules aus ohne Probleme, aber zwei Teilnhemer mit Schüttelfrost nachts.

-Muskattrail Start unterhalb von Belle Vue rüber zum Aussichtsfels auf die Anse Petit in ca. 100 Metern Höhe. Dorthin hat Torsten Rondy und zwei Helfer hinbestellt, die uns an diesem Fels mit dieser gigantischen Aussicht auf meine Idee hin fürstlich bekocht haben. Mit Fisch Grill, Salat, Reis, Obst und kalten Getränken. Das war auf jeden Fall der ganz große Auftritt und auf so eine bekloppte Idee ist noch keiner gekommen.
Rondy fands auf jeden Fall mega cool und würde es immer wieder machen.

Highlight war auf jeden Fall der Abstieg hinterm Belle Vue den Berg herab. Das war sowas von anspruchsvoll und man bekam erneut die Bestätigung warum die Touris da oben alle verloren gehen und reihenweise verrecken. Extrem anspruchsvolles Terrain.
Als wir untern ankamen sahen wir aus wie Schweine - komplett voll mit Schlamm, zerissene Klamotten usw.

Ich durfte zum Glück Jules' private Dusche benutzen gleich hinter seiner Küche. Die anderen mussten sich mit der Aussendusche begnügen.
Und nach dieser Hardcore Wanderung trafen wir uns mittags bei Jules mit meinem Freund und Idol Kerry Ward aus Kanada und sind direkt weiter zur Caiman und von der Coco aussenrum über die Steine ( extrem anspruchsvoll ) zur Petit und dann zur Grand Anse.

Das ganze Programm innerhalb einer Woche auf La Digue. Jeden Tag immer mindestens 8 Stunden.
Für Kerry Ward ( Ultra-Runner / 54 Jahre alt ) war alles was folgte absoluter Kindergarten und alle Locals waren extrem beeindruckt wozu er fähig war.

Dann in der Folgewoche unter anderem den Salazie-Trail auf Praslin gemacht. Der absolute Wahnsinn.
Georgette zur Lazio rüber wurde komplett erleichtert und umgebaut, damit keiner mehr verloren geht und kann jetzt auch ein Blinder mit Krückstock wandern. Leider dadurch sehr hoch frequentiert und nicht mehr so cool wie früher.
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foto-k10
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Re: Seychellen 2022 - das zugemüllte Paradies

Beitrag von foto-k10 »

MAX-HARDCORE hat geschrieben: 27 Jul 2022 00:59 Die Fotoausrüstung mit dem Gewicht ist natürlich ein Faktor gewesen für dich. I)
Ja ich leider immer noch unter meine Kestrel-Trauma ... :roll:

Tütü - oder korrekt geschrieben Tutu - ist das Röckchen, das Ballettänzer(innen) tragen.

Torsten hatte ich Mitte März auf La Digue gesehen, war in derselben Unterkunft. Hat aber nicht mal für ein gemeinsames Bierchen und Klönschnack gereicht, er war ständig unterwegs. OK, er meinte, dass seine Aufenthalte inzwischen deutlich länger sind. Wusste nicht, dass er bereits im Februar dort war.

MAX-HARDCORE hat geschrieben: 27 Jul 2022 00:59 Zur Marron mit meiner 5-Jährigen Tochter über die Westseite. Keine Probleme.
Für einen Erwachsenen kein Problem, man muss nur den Weg kennen. Und Deiner Tochter machen Wandertouren Spaß? Toll!
Kerry Ward ist jener Freund, der während Corona nicht auf die Seychellen durfte?

Zwischen Grand Anse und Anse Caiman ist viel los. Ein Flycatcher-Weibchen hatte ich zwar gesehen, aber zu viele Leute schlurfen da laut schwätzend herum. Kenne das letzte Stück noch aus Zeiten, wo man an der Anse Cocos durch's Gebüsch kriechen musste.

Auf dem Nid d’Aigle war ich auch (den neuen Aufstieg finde ich nur schwachsinnig!), bin auch entlang der Ruinen Richtung Norden, nach einem Abstieg zur Anse Fourmis oder Anse Banane hatte ich allerdings nicht gesucht. Andeutungen, man müsse über höhere Felsen herunter usw. gab es schon vor vielen Jahren. Früher haben es die Besitzer noch eher toleriert, wenn ein Wanderer ihr Grundstück überquert. Heute sind überall aggressive Hunde.

Warum müssen Leute aus dem Gebüsch gerettet werden?
In ein Loch treten und sich den Fuß verstauchen, kann jedem passieren. Aber wenn man keinen Trail mehr erkennen kann, dann sollte man so einsichtig sein und umkehren.
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