Seychellen 2022 - das zugemüllte Paradies

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Seychellen 2022 - das zugemüllte Paradies

Beitrag von foto-k10 »

knuffi hat geschrieben: 24 Mai 2022 18:23 Die Buisness-Class schaut schon echt toll aus...Aber die Holzklasse bei Qatar war auch ok...trotzdem, würde gerne mal Business fliegen...aber ist halt immer so teuer :O
Ich spoiler mal: auf dem Rückweg bin ich auch nur Holzklasse geflogen. Bei 5 Stunden Aufenthalt in Doha bringt die gemütliche Businessclass nicht viel. Und ausschlafen kann ich danach auch zu Hause. Auf dem zweiten Flug DOH - FRA war der Sitzabstand für meine Körpergröße noch akzeptabel, auf dem ersten Flug SEZ - DOH aber arg knapp. Besonders mag ich es, wenn der Passagier in der Reihe vor mir in seinem Sitz "herumhüpft".

Qatar hatte dieses Jahr wohl 25jähriges Jubiläum, vielleicht deshalb der "ermäßigte" Preis. Vielleicht auch weil ich im Vorfeld zuviel gemeckert hatte.
Zuletzt geändert von foto-k10 am 27 Mai 2022 14:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Seychellen 2022 - das zugemüllte Paradies

Beitrag von foto-k10 »

11.03.2022

Das letzte Mal frühstücken. Benjamin holt die Reisetaschen aus dem Zimmer und bringt sie zum Jetty, fragt, ob ich Kokosnüsse eingepackt habe. Das Boot ist 9:55 Uhr in Eden Island. Die Crew hilft mir, die Reisetaschen zum anderen Steg zu bringen. Dann zum Spar, Lebensmittel einkaufen. Nicht besonders preiswert, aber durchaus gut sortiert.

Falls es jemanden interessiert:

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6er Pack Seybrew                179,90 Rs (+  12 Rs Pfand)       
10 Eier                          53,90 Rs
290g Kirschmarmelade             36,90 Rs
240g Gouda                       67,90 Rs
125g Putenaufschnitt             88,90 Rs
Orangennektar                    41,90 Rs
gemischter Saft                  49,90 Rs
Der Wechselkurs war zu der Zeit ca. 1:15.
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Seychellen 2022 - das zugemüllte Paradies

Beitrag von foto-k10 »

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11.03.2022 Forts.

Ich habe das obere Appartment im Fairy Tern Chalet gebucht. 134 €/Nacht hat es über Meerzeitreisen gekostet. Üblich waren zu dem Zeitpunkt 155 bzw. 150 €. Nur mal so als Info für alle "Individualisten", die meinen, sie kämen mit eigener Buchung günstiger weg.

Der Bootstransfer wird durch das L'Habitation durchgeführt, da bestehen familiäre Beziehungen. Das Fairy Tern ist eine Selbstversorgerunterkunft. Frühstücken und Abendessen ist im Hotel möglich. Aber 15 € für das Frühstück finde ich zu teuer und 30 € für das Abendessen ... hmmm. Das L'Habitation muss wohl voll gewesen sein (auch wenn ich auf der Anlage nicht so viele Personen gesehen hatte), denn die Gäste im unteren Appartment haben keinen Platz mehr beim Abendessen bekommen.

Das Boot ist um 10:20 Uhr da. Wendy empfängt mich am Steg. Mein Zimmer ist noch nicht fertig. Ich sitze mit Kevin unter zwei grossen Badamierbäumen und trinke einen Begrüßungssaft. Als es zu regnen anfängt, verkrümeln wir uns unter das Vordach von Wendys Atelier.

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#215 - Fairy Tern

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#216 - Fairy Tern

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#217 - Fairy Tern, das obere Appartment

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#218 - Fairy Tern, das obere Appartment

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#219 - Fairy Tern, das obere Appartment

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#220 - Fairy Tern, Küche

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#221 - Fairy Tern, Bad

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#222 - Fairy Tern, Balkon

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#223 - Badamierbäume, von Kevin vor 17 Jahren gepflanzt

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#224 - Fairy Tern

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#225 - Edda, der Hund der Familie: bellt nicht, lässt sich gern streicheln und wartet ansonsten darauf, dass die Enkel aus der Schule kommen

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#226 - Edda

Nachdem die Formalitäten erledigt sind, geht es unter leichtem Regen in mein Zimmer: geräumig und hell eingerichtet. Sowohl Klimaanlage als auch Lüfter arbeiten ohne nennenswerte Geräusche. Kurz darauf fängt es richtig an zu schütten - wo ich eben noch mit Kevin gesessen hatte, ist nun eine riesige Pfütze. Die Kinder der Österreicher im unteren Appartment haben allerdigs ihren Spaß und rennen übermütig und nackt durch den warmen Regen.

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#227 - Wolkenbruch Nr.1


Als der Regen aufhört: was mache ich mit dem angebrochenen Tag? Um die Insel herum wandern, geht nur bei starker Ebbe. Derzeit ist der Tidenhub zu gering. Ein Doppelsitzerkanu steht zur Verfügung, das Einsitzerkanu ist mit Gewebeband geklebt.

Ich versuche die Wanderung zum Aussichtspunkt. Wendys Erklärungen sind schon fast zu ausführlich, ich kann mir das nicht alles merken. Ich laufe an der richtigen Stelle zweimal vorbei, frage am falschen Haus (weil dort ein Zaun ist) und gehe dann den betonierten Weg hoch. Der führt nur zu einem neuen Gebäude weit oben. Wieder zurück. Ich sehe eine Stelle, an der die typischen waagerechten Wurzeln zu sehen sind. Und ja, laut der OSM-Karte soll das der Anfang des Wanderweges ssin. Und da ist auch der von Wendy erwähnte Baumstumpf mit der orangeroten Plastiktüte.

Der Weg entpuppt sich als Desaster. Die "Treppenstufen" sind mit Wasser gefüllt. Irgendwann wird der Weg eben und führt durch Kokospflaumen hindurch, doch dann ist der Weg schlichtweg ein langer Bachlauf.

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#228 - Die schmale Betonstraße

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#229 - Wasser quillt aus der Erde

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#230 - Beginn des Wanderweges

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#231 - Pfützen über Pfützen

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#232 - aus feuchter Erde wird ein Bachlauf

Ich drehe um, evtl. morgen nochmal, dann mit den Booties. Am späten Nachmittag kommt die Sonne etwas heraus, doch kurz nach 18 Uhr wieder ein Wolkenbruch.

Der nächste Wolkenbruch um 21 Uhr ist vom Getöse her der kräftigste, der um 23 Uhr der längste. 4 Flugzeuge starten zwischen 23 und 1 Uhr und dem dumpfen Bumm-Bumm nach ist irgendwo eine grosse Party. Kevin erklärt mir am nächsten Morgen, dass der Lärm von Mahe herüberschallt.
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Re: Seychellen 2022 - das zugemüllte Paradies

Beitrag von foto-k10 »

12.03.2022

Die Straßen und Wege auf Cerf sind privat! Wie kommt man auf die andere Inselseite? Ausschnitt aus der OSM-Karte:

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Der ursprüngliche Wanderweg (rot markiert) führt über ein Privatgrundstück und ist nicht mehr zugänglich. Aufpassen sollte man auch auf dem Rückweg, dass man nicht falsch abbiegt. Grau markiert ist die schmale Betonstraße, die zu einem neuen Hotel(?) führt. Allerdings beginnt die Straße direkt vor einem Gebäude - der Beginn ist in der OSM-Karte derzeit falsch eingezeichnet. Das ist der Stand im März 2022 - kann nächstes Jahr wieder anders sein.

Der Morgen startet leicht bewölkt, schließlich kommt die Sonne heraus. Mache mich nach dem Frühstück erneut auf den Weg zum Aussichtspunkt und zum alten Friedhof. Durch die weiteren Regenfälle gestern abend ist der Pfad ein kompletter Bachlauf, gut dass ich die Booties angezogen habe. Vom Aussichtspunkt hätte man zwar einen schönen Blick auf St. Anne, Ile Ronde, Moyenne und Ile Longue, aber morgens mit Gegenlicht und einige Stunden später ist es durch den verdunsteten Regen diesig.

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#235 - Heute ist Wassertreten angesagt, die Regenfälle des gstrigen Abends haben den Pfad in einen Bachlauf verwandelt.

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#236 - Der alte Friedhof, auch als "Calais cementry" bezeichnet
Die erste Konzession zur Nutzung von Cerf erhielt Charles Telfair. Diese ging 1815 an Dr. Poupinel, 1824 dann an Dorothé François Marie Ferdinand Savy und 1832 schließlich an die Witwe von Denis Adrien Calais. Im weiteren Verlauf tauchen die Namen Lapousière, Collie, Contoret und Germain auf. Bis vor wenigen Jahren war Cerf im Besitz der Nachkommen der Familien Calais, De la Fontaine und Wood, 140 Parzellen listen die Katasterpläne für Cerf auf. Natürlich weckt auch diese Insel Begehrlichkeiten von Investoren. Île Cachée soll von einem der Calais-Söhne an den Staat verkauft worden sein.


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#237 - Sendestation am Aussichtspunkt

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#238 - Saint Anne

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#239 - Île Ronde und Moyenne

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#240 - Île Longue mit Sandbank, die bis nach Île Ronde reicht

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#241 - Blick nach Mahé

Hinter dem Wasserreservoir geht es den Pfad zur anderen Seite. Zunächst arg zugewachsen, dann weitet sich der Weg wieder. Unten kurz vor der Küste etwas Sumpflandschaft. An einem alten Haus schneidet ein Mann mit schlohweißen Haaren mit einer Machete Pflanzen. Ich grüße ihn, frage, ob das der Weg zum Strand ist und kann passieren. Am Strand jede Menge Seegras, teilweise Algenschaum. Das Wasser braun von den hinein gespülten Sedimenten. Ein "Winnie" macht seinen Besitzer auf mich aufmerksam. Dahinter ein Grundstück mit drei aggressiven Hunden, die bis an den Strand gelaufen kommen. Die nachfolgenden Strände sehen schöner aus. Auf einem Grundstück weiden Ziegen.

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#242 - Wasserbehälter

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#243 - Der Pfad zur anderen Inselseite

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#244 - Die Markierungssteine sind für die Wasserleitung des PUC

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#245

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#246 - altes Haus kurz vor Erreichen der anderen Inselseite

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#247 - Ebbe und jede Menge Seegras

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#248 - Steinwälzer (Arenaria interpres) wälzen ... Seegras

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#249 - Steinwälzer (Arenaria interpres)

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#250 - Steinwälzer (Arenaria interpres)

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#251 - einbeiniger Steinwälzer (Arenaria interpres)

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#252 :shock:

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#253 - einen Strand weiter sieht es wieder besser aus

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#254

Ich habe einen Touristen mit Guide gesehen, die beiden haben sich an eine halbe Inselumrundung gemacht. Nach Erreichen der anderen Inselseite sind sie am nördlichen Strandende über die Felsen geklettert. Ich mache mich wieder auf den Rückweg und treffe auf eine große braune Krabbe. Hinter dem Wasserreservoir nehme ich wohl eine falsche Abzweigung und lande auf einem Privatgrundstück. Lautes Knacken, ist nur eine Riesenschildkröte. Also überquere ich trotz Verbotsschilder schnell den Bereich bis zum Strand.

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#255 - Wegelagerer auf dem Rückweg

Nachmittags schnorcheln. Lohnt sich nicht, durch den vielen Regen ist die Sicht max. 5m. Zu allem Überfluß hat sich der Verschluß im Schnorchel davon gemacht, ständig muss ich Wasser aus dem Rohr ausblasen.

Nach Moyenne will ich, habe Kevin gefragt. Sein Neffe Domenique habe ein Boot, er sage Bescheid. Bei der Rezeption des L’Habitation auch gefragt. Dort arbeitet Domeniques Mutter. Hat Kevin seinen Neffen erreicht? Ja ja, der kommt vorbei. Und wenn ich da gerade auf einer Wanderung bin?
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Re: Seychellen 2022 - das zugemüllte Paradies

Beitrag von foto-k10 »

13.03.2022
hey ist schon 3 Monate her ...

Tatsächlich schaut Domenic vorbei. Morgen geht es um 9:30 Uhr nach Moyenne, dann sind wir vor den Menschenmassen dort. Danach noch etwas schnorcheln. Vor Corona war der Preis noch 30 €, inzwischen 40 € bzw. bei zusätzlichem Schnorcheln 50 €.


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#256 - St. James Chapel (1906 - 1938)

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#257 - St. James Chapel

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#258 - Friedenstaube der St. James Chapel

Erneut schnorcheln, Sicht ist weiterhin gering. Nehme das Einerkajak, dessen fehlendes Ventil durch etwas Gewebeklebeband ersetzt ist und breche zur Île Cachée auf. Bis ich den Rollverschluß des wasserdichten Beutels geöffnet und die Kamera herausgeholt habe, hat sich das Kajak meistens schon um 90 Grad gedreht. Hinter dem Inselchen sieht man das Meer am Riff anbranden, eine Umrundung spare ich mir daher.

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#259

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#260

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#261

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#262 - Île Cachée

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#263

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#264

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#265 - Île Cachée

Rückweg ist auch gegen den Wind kein Problem, ich vermisse allerdings eine Rückenstütze. Neben dem Mittagsbuffet, dass kurz hinter dem L'Habitation angeboten wird, macht auch ein Barbequestand kurz vor Ende des Strandes auf. Etliche Boote haben Ausflügler von Mahé herübergebracht, dort ist jetzt Party.
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Re: Seychellen 2022 - das zugemüllte Paradies

Beitrag von foto-k10 »

13.03.2022 Forts.

Noch einige Bilder vom Grundstück des Fairy Tern und rundherum ...

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#260 - Na, wer erkennt es? Tipp: es sind keine Birnen ;-)

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#261 - Regenbrachvogel (Numenius phaeopus) sucht nach Nahrung

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#262 - Zweiter Regenbrachvogel auf dem gegenüber liegenden Dach

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#263 - Regenbrachvogel (Numenius phaeopus)

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#264 - Nektarvogel (Cinnyris dussumieri)

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#265 - Sperbertäubchen (Geopelia striata)

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#266
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