Seychellen 2022 - das zugemüllte Paradies

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Seychellen 2022 - das zugemüllte Paradies

Beitrag von foto-k10 »

Prolog

Nachdem ich 2020 die Seychellen vorzeitig verlassen musste (https://www.seychellen-forum.de/viewtop ... =9&t=10234 ) und es 2021 nicht mit der Fortsetzung geklappt hat, soll es dieses Jahr soweit sein: noch einmal auf die Seychellen. Gebucht habe ich diesmal bei Meerzeitreisen mit Ausnahme der Flüge und dem Aufenthalt auf Silhouette. Nach Corona sind die Fluggesellschaften zu geizig, den Reisebüros und -veranstaltern einen ermäßigten Preis zu gewähren. Selbst buchen ist daher günstiger. Insgesamt werde ich 4 Nächte auf Silhouette verbringen, weitere 4 Nächte auf Cerf, dann jeweils eine Woche auf La Digue und Praslin und zum Schluß 4 Wochen auf Mahé.


Ja wo fliegen sie denn?
Ich mag Direktflüge ohne umzusteigen. Auch wenn meine Hoffnung, dass ich eine Mütze voll Schlaf bekomme und weder ein hyperaktiver Filmenthusiast noch ein schreiendes Kind mich wachhalten, häufig enttäuscht wurde. Aber während 2020 Premium Economy noch ca. 1000 € hin- und zurück gekostet hat, ruft Condor inzwischen Preise von 1400 € auf. Dazu kommen noch die Kosten für das Tauchgepäck.

Ich bin kein Fan der arabischen Fluggesellschaften. Die Länder sind nicht gerade für Menschenrechte und fairen Umgang mit den vielen Gastarbeitern bekannt. Allerdings: der günstige Preis und 2mal 23 kg Freigepäck bei Qatar sind unschlagbar. Emirates kennt z.B. kein Tauchgepäck und als normales Übergepäck wird es teuer. Ethopian hat zwar ähnliche Preise wie Qatar und auch 2mal 23kg Freigepäck, ist für mich dennoch keine Option, die landen erst um 14:20 Uhr auf Mahé. Bis man an der ersten Unterkunft ist, ist der Tag auch fast vorbei.

Der relativ günstige Preis bei Qatar hat auch Nachteile: nur 7 kg Handgepäck. Ein Laptop muss in den Fotorucksack, also bleibt der zu Hause. Tablet? Wiegt mit gut gepolsterter Hülle 820 g. Also nur Smartphone.

Zwei Wochen vor Abflug trudelt ein Upgradeangebot ein, Titel: „upgrade to Business Class on your flight to Mahe island for 282 EUR.“ Gemeint ist damit nur der zweite Flug von Doha nach Mahé. Für die Strecke Frankfurt nach Doha kommen nochmals 397 € dazu. Wenn ich auf beiden Strecken upgrade, gibt es noch einen großzügigen Rabatt von 68 €. Haken beim Upgrade: es bleibt bei der Gepäckbestimmungen der ursprünglich gebuchten Klasse, außer es steht explizit etwas anderes im Text. In dem Fall also 10 kg mehr bei aufgegebenen Gepäck, aber weiterhin nur 7 kg Handgepäck.


Aber sicher datt!
Ende 2021 / Anfang 2022 muss man sich leider auch Gedanken um eine Reiseversicherung incl. Coronaschutz machen. Versicherungen, die keinen Coronaschutz bieten, wenn für das Urlaubsland eine Reisewarnung gilt, sind gleich raus. Da sind es nur noch fünf.

- Versicherung 1 ist am teuersten. Auf der Internetseite 3 Tarife nebeneinander. Eine Selbstbeteiligung kann man nur bei den beiden teuersten auswählen, dann ändern sich alle 3 Spalten und bekommen neue Namen.

- Versicherung 2 benötigt zwei Monate, um auf eine Anfrage zu antworten. Anrede ist ein „Sehr geehrte Damen und Herren“, obwohl mein Name in der Anfrage steht. Ein „Mit freundlichen Grüßen“ wird weggelassen. Inhalt: nichts, ich solle meine Telefonnumer mitteilen, dann würde man mich anrufen. In dem restlichen Text darunter kann ich sehen, wie meine Anfrage von einer Gruppe zur nächsten weitergeleitet wurde - wie peinlich.

- Versicherung 3 wäre mein Favourit. Auch da dauert eine Antwort einige Tage, aber inhaltlich wird alles im Detail beantwortet. Leider geht der Coronaschutz nur 45 Tage.

- Versicherung 4 ist es dann geworden. Der Online-Abschluss ging schnell, das Geld wurde 3 Tage später abgebucht. Dummerweise habe ich nicht den Gesamtpreis, sondern die Restzahlung als Versicherungssumme eingetragen. Telefonhotline ist natürlich besetzt, als ich durchkomme sind es nur noch 15 Minuten bis Feierabend. Der Mitarbeiter kann noch nicht auf die Unterlagen zugreifen? Na wer’s glaubt ... am nächsten Morgen heißt es, ich solle eine Erhöhung der Versicherungssumme per Mail beantragen. Und da kommt nur eine automatische Benachrichtigung, eine Antwort würde mehrere Wochen dauern. Glücklicherweise war die Bestätigung der Anpassung dann doch eine Woche vor Abflug da.
Zuletzt geändert von foto-k10 am 27 Mai 2022 11:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: das zugemüllte Paradies - Seychellen 2022

Beitrag von foto-k10 »

03.03.2022

Zugegeben: ich schiebe auch mal Dinge auf die lange Bank. Aber diese Seychelles Travel Authorization hätte ich gern schon 2 Wochen vor Abflug soweit vorbereitet, dass ich nur noch das Ergebnis des PCR-Test hätte hochladen müssen. Geht aber frühestens 4 Tage vor Abflug, denn alle Tage weiter in der Zukunft sind ausgegraut. Ich könnte zwar die Unterkünfte aus der Liste auswählen und den Aufenthalt eintragen, aber man kann nichts zwischenspeichern. Die Mailadresse kann man mittels Copy&Paste hineinkopieren, bei der Telefonnummer geht das nicht. Die muss man per Hand eintippen.

Ein PCR-Test 72 Stunden vor Abflug ist im März noch notwendig. In Darmstadt gibt es den nur mit 24Stunden-Ergebnis und dem Hinweis „dauert 24 bis 39 Stunden“. Zu dem Zeitpunkt heißt es in den Medien, dass Deutschland nicht genügend Testkapazitäten habe.

Am Flughafen Frankfurt gab es mal Centogene, die wollten ihr Testcenter aber Februar 2022 dicht machen. Auch Ende Januar wissen sie nicht, ob es dabei bleibt oder das Testcenter weiter offen ist. Früher waren Unternehmer Leute, die eine Geschäftsidee hatten und etwas vorangetrieben haben. Heutige Manager sind wahre Künstler des Zauderns!


EcoCare - noch solche Profis. Bei der Registrierung wird eine Mailadresse der Form vorname.nachname@mailprovider.de als fehlerhaft abgelehnt, nur ein name@mailprovider.de wird akzeptiert. Die Hotline meint, es wäre ein vorübergehender Fehler. Eine Mobilnummer wollen sie, die Freischalte-SMS kommt nicht. Also wieder Telefonhotline: das würde nicht funktionieren, ich solle meine Festnetznummer eingeben, statt SMS käme eine Mail. Nein die kommt nicht. Aber ich kann danach tatsächlich einen Termin buchen - hoffentlich klappt die Testdurchführung besser. Statt der üblichen 69 € habe ich 99 € verjuxt, um das Ergebnis innerhalb von 6 Stunden zu erhalten.

Einen Tag vor meinem Test verlegen die ihr Testzentrum dorthin, wo vorher Centogene war. Wo genau das ist? Das wäre doch auf der Homepage beschrieben und es gäbe überall Hinweisschilder. Auf der Homepage ein dürftiger Satz, keine Karte. Und das mit den Hinweisschildern stimmt nur, wenn man innerhalb des Terminals an den Schaltern der Fluggesellschaften steht. Draußen an den Parkplätzen ist nichts. Immerhin weiß die Bundespolizei Bescheid.

Der Umbau ist am 03.März nur halbherzig fertig, überall Abstandmarkierungen von Centogene. Der erste Eingang war wohl mal für die Lufthansa und deren Expresskunden. Am zweiten Eingang gucke ich dumm aus der Wäsche, weil Exitschilder mir entgegenzeigen. Bin nicht der Einzige, dem es so geht. Der dritte Eingang mit der Menschentraube ist richtig. Das scheinen Leute zu sein, die sich vor Ort registrieren lassen. Ich kann mir meiner Buchungsbestätigung direkt in die Warteschlange. Nach 20 min bin ich dran: der QR-Code von der Buchung wird abfotografiert, dazu der Code für das Probenröhrchen. Dann nochmals kurz warten. Abstrich durch den Mund. Würgereiz hält sich in Grenzen. Nach 5 1/2 Stunden ist das Ergebnis da und wie erhofft negativ.

Nach 41 km per Fahrrad zum Flughafen und zurück bin ich um 21 Uhr hundemüde, aber irgendwie ... also ran an die STA.

Gebraucht werden:
- Name, Anschrift (woher kennen die den Straßennamen, dass ich nur aus eine Dropdownliste auswählen muss?), Mailadresse und Telefonnummer.
- Scan der Reisepassseite mit den Daten. Die Software erkennt Passnummer, Gültigkeitsdatum usw.
- Ein Selfie
- Dann heißt es, neben An- und Abreise auch die Aufenthaltsdauer in jeder Unterkunft einzutragen. Auch die Unterkünfte sind in einer Dropdownliste.
- Aktuell im März weiterhin kein Hochladen einer Auslandskrankenversicherung, nur den neg. PCR-Test. Dazu etlichen Fragen, ob man auf einem Bauernhof, Tierpark oder einer Schlachterei war.
- Als letztes noch sämtliche Voucher und das Flugticket.
Nach 7 Stunden ist die Genehmigung da.
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Re: das zugemüllte Paradies - Seychellen 2022

Beitrag von foto-k10 »

04.03.2022

48 Stunden vor Abflug - und keine Sekunde früher - funktioniert der Online Checkin. Auf dem Flug nach Doha belasse ich es bei Sitz 11J. Auf dem zweiten Flug ändere ich auf 3K um. Der ist zwar mit dem Rücken zur Flugrichtung, sollte aber vor den Flügeln sein (die zeichnet Qatar bei der Sitzplatzwahl nicht ein).

Im Upgradeangebot hieß es, 10kg mehr oder ein zusätzliches Gepäckstück. Im E-Ticket steht nun „3 pieces“, irgendwo steht sogar „3 pieces 23kg each“. Beim Kabinengepäck heißt es im Boardingpass nun „2 pieces weighing no more than 7 kgs each“, in den allg. Geschäftsbedingungen, dass die 2 Gepäckstücke zusammen nicht mehr als 15 kg wiegen dürfen.
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Re: das zugemüllte Paradies - Seychellen 2022

Beitrag von foto-k10 »

06.03.2022

Der Taxifahrer ist pünktlich um 11:30 Uhr da. Ein freundlicher Zeitgenosse. Gepäckwagen lassen sich nur per ec- oder Kreditkarte freischalten. Für einen Euro ist mir das zu blöd. Die Schalter von Qatar sind eh direkt hinter dem Eingang. Neben dem Reisepass will man die STA und das Ergebnis vom PCR-Test sehen. Warteschlangen an den Economyschalter, an den beiden Businessschalter dagegen ziemlich leer. Schade dass es mit dem dicken Lottogewinn bisher nicht geklappt hat. Gepäck genau 2 x 23 kg. Handgepäck auch auf's Band für den Anhänger, kein Problem mit den 11 kg. Die Mitarbeiterin ist eher verwundert, dass ich kein drittes Gepäckstück dabei habe. Dafür etwas Stress an der Sicherheitskontrolle, ich hätte alle Elektronik aus der Jacke und der Bauchtasche nehmen sollen.

Als Businesskunde darf ich die Maple Leaf-Lounge von Air Canada mitbenutzen. Bordkarte scannen und Impfzertifikat vorzeigen. Neben Brötchen mit Bockwurst gibt es Putengulasch mit Reis sowie eine Aprikosensahnecreme. Kaffee, Tee, Wasser, Softdrinks, Bier, Wein. Hier kann man angenehm die Zeit bis zum Boarding verbringen.

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#1 - MapleLeaf-Lounge am Flughafen Frankfurt

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#2 - MapleLeaf-Lounge am Flughafen Frankfurt

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#3 - MapleLeaf-Lounge am Flughafen Frankfurt

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#4 - MapleLeaf-Lounge am Flughafen Frankfurt

Einer Lautsprecherdurchsage ist zu entnehmen, dass man im Flughafen nur eine medizinische Maske benötigt. Boarding sollte um 14:40 Uhr beginnen, es wird 15 min später. Endlich darf ich als einer der Ersten einsteigen. Am Finger werden zwei Leute hinter mir angehalten: "Zollkontrolle". :shock:

Beim ersten Flug nach Doha eine Boeing 777-300ER, auf dem zweiten Flug eine Boeing 777-200LR. Beide Maschinen sind auf Q-Suiten umgebaut (auf dem Rückflug war dies nicht der Fall, obwohl die Umrüstung seit 2017 laufen soll). Es ist eine 1-2-1 Anordnung, d.h. Einzelplätze an den Fenstern und Zweierplätze in der Mitte.

Ich habe also den Bereich zwischen Gang und Fenster für mich allein. Der Sitz befindet sich neben dem Gang und zum Fenster hin ein großes Fach am Boden, in dem sich bereits ein Kopfhörer und 0,5 l Wasser befinden. Der Fernseher deutlich größer als in der Economy. Der heruntergeklappte Tisch nimmt quasi den ganzen Platz zwischen Fernseher und Sitz ein. Im Sicherheitsgurt ist lt. Aufdruck ein Airbag eingebaut, das Teil ist ätzend dick! Die Beine kann man unter dem Tisch in ein Fach "legen". Zudem hat jede Q-Suite eine Trennwand zum Gang hin. Nach dem Start kommt die Stewardesss, entriegelt und schließt sie. Nun bin ich quasi in meinem eigenen Reich.

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#5 - Q-Suite im Flugzeug

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#6 - Q-Suite im Flugzeug

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#7 - Q-Suite im Flugzeug

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#8 - Q-Suite im Flugzeug, Klappe zu ...

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#9 - Q-Suite im Flugzeug - viele Tasten für die Sitzeinstellung


Beim Sicherheitsvideo hat Qatar Airways eine Menge Geld verjuxt und Fußballstars wie Lewandowsky, Neymar, Cafu sowie zwei britische Komiker engagiert.

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#4 - alle müssen sich anschnallen - Szene aus dem Sicherheitvideo

Wer sich das komplette Video (6:15 min) ansehen möchte: https://www.youtube.com/watch?v=OT3CLInWrk4


Gleich nach dem Hinsetzen gibt es den ersten Drink. Etwas später fragt eine Stewardess, welchen Drink man nach dem Start möchte, welches Haupgericht und welche Getränke zum Essen. Etwas später kommt auch noch ein Supervisor, um sich vorzustellen. Seinen Namen habe ich nach wenigen Minuten bereits vergessen, obwohl er so deutlich auf sein Namensschild gezeigt hat.

Der Cuba Libre ist etwas bitter im Abgang, die vermeintliche Apfelsaftschorle entpuppt sich als Bier. Marke "Stella", kenn ich aus Ägypten, gibt es anscheinend auch in Katar. Kurz nach den Nüssen kommt bereits das Abendessen, aber nur der Hauptgang. Auf Nachfrage bekomme ich auch ein Dessert. Es hätte auch eine Tagessuppe, Appetiser und eine Käseplatte gegeben. 2 Champagnersorten (Heidsieck, Bollinger und 8 Weine.

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#10 - Nüsschen ...

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#11 - Hauptgang: braised Osso Bucu with beef jus, cremay Parmesan polenta, steamed broccolini, carrots and cherry tomato

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#12 - caramel Gianduja cake

In dem Sitz lässt es sich aushalten: per Knopfdruck fast vollständig herunterfahren, sich zur Seite drehen und dösen. Fast wie in einem Bett mit sehr dicken Kopfkissen. Leider ist die Zeit zu kurz. So etwas als Direktflug wäre toll.

Nach dem Verlassen des Fliegers wird die Temperatur gemessen. Den Flughafen von Doha finde ich nur nervig! Mein Anschlußflug steht nicht auf den Infotafeln. Also muss ich einen Informationsschalter suchen (dafür gibt es keine Hinweisschilder), dort nach dem Gate für meinen zweiten Flug fragen und dann elendig lang laufen. Nun bin ich durchgeschwitzt.

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#13 - der erste Flug ist gleich vorbei

Nach 12 Stunden schmerzt die Nase von der FFP3-Maske, ich wechsle auf die OP-Maske, die Qatar in einem Beutel bereithält. Und was ist das für ein Unfug, dass der Quietroom volle Beleuchtung hat und alle Nase lang eine Durchsage kommt? Trotzdem schafft es jemand, zu schnarchen. Chinesen in weißen Ganzkörperanzügen, bei einem ist die Folie vor der Kapuze so beschlagen, dass er lüften muss.

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#14 - im Flughafen Doha sieht man hohle Blechtypen ...

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#15 - ... Holzköpfe ...

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#16 - ... und gut geschützte Chinesen

Erstaunlicherweise steigen im Bereich E erst die Passagierre der Economy als Zonen 1 bis 3 ein, die Business-Passagiere zuletzt. Sitzplatz 3K ist wieder direkt vor dem Triebwerk. Durch die Orientierung entgegen der Flugrichtung sitze ich nun direkt am Fenster und habe gute Sicht. Das Ablagefach ist allerdings deutlich kleiner, meine Kamera passt dort nicht hinein.

Auf dem zweiten Flug gibt es kein Frühstück, sondern ein weiteres Mal Abendessen. Diesmal frage ich nach der Tagessuppe. Es ist eine Erbsenpüreesuppe, allerdings relativ dünnflüssig und sehr gut mit div. Kräutern abgeschmeckt.

Die gute Sicht nutzt leider nichts. Ich kann zwar einen Blick auf Cousin und Cousine erhaschen, das Flugzeug fliegt die Landebahn auch von Süden an, aber weder von Mahe noch von Cerf ist etwas zu sehen.

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#17 - Cousin

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#18 - Cousine

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#19 - na da weiß man doch, wo man gelandet ist :wink:

Obwohl planmäßige Ankunftszeit 9:05 Uhr ist, landet der Flieger bereits um 8:30 Uhr. Die nächsten 20 min vertrödelt eine unfähige Flughafencrew damit, die Gangway nicht an die Flugzeugtür zu bekommen. Der Purser ... ach nee, der heißt ja jetzt Supervisor ... ist genervt und greift mehrfach zum Telefon.

Das Immigrationsformular, das früher im Flieger verteilt wurde, gibt es nicht mehr. Das ist gut so, denn kaum ein "Ersttäter" hatte einen Kugelschreiber dabei und die Flugzeugbesatzungen waren auf solche "Notfälle" auch nicht vorbereitet. Man geht in der Eingangshalle durch den Bogen, am Ende steht das Thermometer und ein Display zeigt an, welchen Passagier das System erkannt hat. Am Schalter muss man nur noch den Reisepass vorzeigen, kein Ruckflugticket, keine Hotelvoucher. Ergebnis des PCR-Tests, Impfnachweiss oder Auslandskrankenversicherung will keiner sehen.
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Seychellen 2022 - das zugemüllte Paradies

Beitrag von foto-k10 »

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07.03.2022

Silhouette, das heißt entweder Hilton Labriz oder Belle Tortue. Das Boot des Hilton legt um 10 Uhr in Bel Ombre ab, 30 min vorher soll man dort sein. Bei einer Landung um 9 Uhr, Warten auf das Gepäck und Fahrt durch Victoria gegen Ende der morgendlichen Rushhour kaum zu schaffen. Bis zum nächsten Transfer um 16 Uhr die Zeit zu vertrödeln, dazu hätte ich keine Lust. Das Boot des Belle Tortue legt in Eden Island ab - also halbe Fahrstrecke - und erst um 10:30 Uhr. Das ist deutlich besser zu schaffen. Zudem konnte ich ein Jubliäumsangebot ergattern, auch wenn das nur wenige Euro Unterschied zum Preis des Hilton ausmacht. Und irgendwie ist mir eine kleine Lodge sympathischer.

Für das Zimmer habe ich 262,50 €/Nacht bezahlt, das war ein 30% Jubiläumsrabatt. Normalerweise bekommt man 20% Rabatt, wenn man 6 Monate im voraus bucht. Die Buchung auf der Homepage ist allerdings sehr undurchsichtig. Das 4Gänge-Abendessen kostet 55 €. Der Bootstransfer kostet hin/zurück 125 €. Ein Bier schlägt mit 6 € zu Buche, ein Cocktail mit 16,90 €. Mein Reiseveranstalter hätte im Hilton Labriz vermutlich ebenfalls 30% Rabatt erhalten, dann hätte eine Gartenvilla ca. 270€ gekostet. Der Transfer des Hilton war im Herbst 2021 mit 149 € teurer und das Abendessen mit 75 € ebenfalls.

Die Überfahrt dauert ca. 1 Stunde und ist etwas rau. Die Gäste sitzen entweder hinten oder vorne im Freien, also nicht in einer überdachten Kabine. Die Bootscrew hat Sonnenspray mit LSF 50 dabei. Aber irgendwie habe ich die Hände nicht richtig eingesprayt, der erste Sonnenbrand ist mir sicher.

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#20 - im Norden von Mahé: Häßlichkeit kennt keine Grenzen :o

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#21 - im Norden von Mahé

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#22

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#23 - Pointe Varreur

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#24 - Strand vor dem Belle Tortue

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#25 - Einfahrt in den Hafen

Schon vor Anreise musste ich eine Erklärung unterschreiben, weil ich ohne Guide wandern will. Habe mit Benjamin einen regen Austausch über aktuelle und frühere Wanderwege. Die u.a. in den Karten des Hilton Labriz eingezeichnete Wege von der Anse Mondon über Mare aux Cochons zum Pointe Etienne und von dort zur Anse Grand Barbe waren früher Wege für die Arbeiter und werden dementsprechend lange nicht mehr freigeschlagen. Auf dem Mont Dauban war zuletzt vor drei Jahren eine Gruppe erfahrener Bergsteiger. Motto der Inselverwaltung sei „je weniger Leute über die Insel wandern, desto weniger werde die Natur gestört“.

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#26 - Silhouette - einer alten Karte von ca. 1975 nachempfunden.
Von den Wegen zur Anse Mondon existiert der entlang der Küste nicht mehr. Auch über Jardin Marron kommt man nicht zur Westküste.


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#27 - Belle Tortue, die Zimmer

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#28 - Belle Tortue,Aufenthaltsbereich und Restaurant

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#29 -Belle Tortue, Aufenthaltsbereich und Restaurant

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#30 - Strand vor der Lodge mit Blick auf North Island

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#31 - Strand vor der Lodge

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#32 - Jacuzzi

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#33 - altes Gebäude am rechten Ende des Strandes

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#34 - Zimmer im Belle Tortue

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#35 - Zimmer im Belle Tortue

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#36
Zuletzt geändert von foto-k10 am 27 Mai 2022 11:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: das zugemüllte Paradies - Seychellen 2022

Beitrag von foto-k10 »

07.03.2022 Forts.

Nach dem Duschen mache ich mich auf zum Pointe Ramasse Tout mit der Anse Cimitière und danach zum Mausoleum und den Stränden Anse Lascars und Anse Patates. An der Anse Lascar stehe ich plötzlich 5 m neben einem jungen Mangrovereiher und kann ihn mit langsamen Bewegungen fotografieren, die 600mm Brennweite des Objektivies sind viel zu lang.

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#40 - der Süßwassersumpf am Ende vom Belle Tortue. Auf der anderen Seite des Weges sieht es ... naja aus.

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#44 - auf dem Weg zum Friedhof

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#47 - Pointe Ramasse Tout

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#48 - Pointe Ramasse Tout

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#50 - Anse Cimetière (rechts unten), Anse Lascars (im Hintergrund)

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#51 - Anse Cimetière

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#52 - Anse Cimetière

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#53 - Anse Cimetière

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#60
Vom Mausoleum aus bin ich den „main path“ gelaufen. Ob es vom „rear path“ aus einen Weg zum Mount Poules Marrons gibt, weiß ich nicht. In den OSM-Karten ist nichts dergleichen eingezeichnet. Zudem soll es lt. OSM zwischen Anse Lascars 2 und Anse Patates einen Wasserfall geben. Nach meiner Streckenaufzeichnung muss ich daran vorbei gekommen sein. Ein Bachlauf ist mir aufgefallen, aber kein plätschernder Wasserfall.

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#61 - Mausoleum

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#64 - Felsbereich in Richtung Mt. Poules Marrons

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#68 - Anse Lascars 1

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#69 - Wer hat die Kokusnuss, wer hat die Kokosnuss bewegt?

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#79 - ganz übel zu laufen ...

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#80 - Anse Patates


Abendessen ist lecker, von manchem Gang hätte ich gern etwas mehr gehabt. Danach ins Bett. Trotz des Lärms, den die Wellen wenige Meter vor dem Balkon machen, schlafe ich rasch ein.
Zuletzt geändert von foto-k10 am 25 Mai 2022 19:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: das zugemüllte Paradies - Seychellen 2022

Beitrag von foto-k10 »

08.03.2022

Wache schon um 4 Uhr auf. Frühstück ist hier erst ab 8 Uhr. Bin trotzdem noch der erste Gast. Man kann sich quasi alles von der Frühstückskarte bestellen. Ich entscheide mich für einen großen Kaffee, einen gemischten Saft, Fruchtsalat, Spiegelei und Brot mit Konfitüre.

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#85 - interessantes Design

Danach werde ich für meine Wanderung zur Anse Mondon mit dem Elektrobuggy durch's Hilton bis zur Präsidentenvilla gebracht. Das mindert evtl. Probleme, falls das Personal einen Fremden nichts durch's Hotelgelände lassen will. Diese Fahrt war neben dem Rückweg das einzige Mal, dass ich auf Silhouette eine Maske getragen habe. Im Hilton Labriz soll es zu dieser Zeit bei jedem Restaurantbesuch noch eine Temperaturmessung gegeben haben. Im Belle Tortue nichts dergleichen.


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#86 - auf dem Weg zur Baie Cipailles

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#87 - Baie Cipailles

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#88 - Baie Cipailles

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#89 - Baie Cipailles

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#90 - Baie Cipailles

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#91 - Krabbe an der Baie Cipailles
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Re: das zugemüllte Paradies - Seychellen 2022

Beitrag von foto-k10 »

08.03.2022 Forts.

Hinter der Präsidentenvilla ist die Baie Cipailles und an dessen Ende beginnt der Wanderweg zur Anse Mondon. Den ersten Kilometer geht es stramm aufwärts auf 180 Höhenmeter. Klingt nicht viel, aber 30 Grad und 79% Luftfeuchtigkeit schon um 10 Uhr im schattigen Wald sind ordentlich. Danach wird die Steigung geringer, teilweise geht es auch abwärts. Höchster Punkt sind ca. 207 m.

Ab dem Aussichtspunkt geht es dann nur noch abwärts. Dort wo lockerer Sand liegt, nicht immer angenehm. Man überquert noch den Rivere Mondon (Wasserflaschen auffüllen), kommt an der alten Siedlung vorbei und ist kurz danach am Strand.


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#92 - Start des Wanderweges

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#98 - auch hier überwucherte Bäume

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#99

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#101 - Seychellen-Skink (Trachylepis sechellensis)

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#102 - am häufigsten findet man auf der Wanderung den Riesentausendfüßler (Sechelleptus seychellarum)

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#103 - subtiler Hinweis: der Ast wurde absichtlich als Sperre hingelegt. Wenn man sich umschaut, sieht man ein Hinweisschild weiter oben.

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#104

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#106 - keine Ahung, ob man hier bei Regen Probleme bekommt ...

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#109 - weiblicher Schreihals, Seychellen-Rotschnabelbülbül (Hypsipetes crassirostris)

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#110

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#111 - für die Aussicht muss man über einen schrägen Felsbereich

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#112 - während Mt. Dauban sich in Wolken hüllt ...

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#113 - ... ist der Blick aud die Anse Mondon ungetrübt

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#114

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#115 - Brücke über den Mondon River

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#116 - Mondon River

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#117 - Falls man es nicht lesen kann:
Die Siedlung wurd nach Louis Mondon benannt. 1827 lebten hier 133 Personen, davon 112 Sklaven. Um 1990 waren es nur noch 2 Personen. Ursprünglich bestand die Siedlung aus 10 Gebäuden, nur die alte Farm ist erhalten. Eine Straße führte zum Mare aux Cochons. Dort wurde Kaffee angebaut. Ansonsten Gewürznelken, Kakao, Kokosnusspalmen, Weiße Zeder(?)


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#118 - Reste der alten Siedlung

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#119 - Reste der alten Siedlung

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#120 - Anse Mondon

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#121 - Anse Mondon

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#122 - Anse Mondon

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#123 - angeblich Überreste einer alten Beobachtungsstation aus dem Krieg

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#124 - Festmahl für die Einsiedlerkrebse

An den Felsen des Strandes viele "Felsenhüpfer". Leider fehlte mir die Zeit für eine längere Fotosession.

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#125 - Kammzahnschleimfisch (Alticus anjouanae)

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#126 - Kammzahnschleimfisch mit aufgerichteter Rückenflosse als Imponiergehabe

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#127 - Kammzahnschleimfisch stützt sich auf seine Brustflossen

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#128 - Kammzahnschleimfisch

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#129 - Kammzahnschleimfisch

Hinter dem Strand Müll. Styropor wie es als Verpackung für Elektrogeräte verwendet wird. Umwahrscheinlich, dass est von einem Wanderer hier weggeworfen wurde. Ob vom Meer angespült, kann ich nicht beurteilen. Meiner Meinung nach ist die Lage zu weit vom Strand entfernt. Auf dem Rückweg den ganzen Auf- und Abstieg erneut. Für den Hinweg habe 2 Stunden und 20 Minuten gebraucht, auf dem Rückweg war ich 5 min schneller. Also etwas langsamer als die Zeitschätzung der Lodge. Durch's Hilton kann ich problemlos hindurch.

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#130 - der einzige Taggecko, den ich auf der Wanderung gesehen habe

Im Belle Tortue gönne ich mir nach dem Duschen einen Cocktail. Von einer Mitarbeiterin erfahre ich, dass man auch früher als 8 Uhr Frühstück bekommen kann. 7 Uhr ist Benjamin allerdings doch zu früh, wir einigen uns auf 7:30 Uhr, danach soll ich wieder mit dem Buggy zum Beginn des Wanderweges gebracht werden. Im Zweifelsfalls wandere ich nur bis zum höchsten Punkt und kehre dann um. Die Grand Barbe kann ich notfalls auch einen Tag spater bei der Bootstour vom Wasser aus fotografieren.
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Re: das zugemüllte Paradies - Seychellen 2022

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09.03.2022

Frühstück um 7:30 Uhr klappt problemlos. Danach bringt Benjamin mich zu einen alternativen Startpunkt, durch den ich 15 min Weg sparen soll. Am offiziellen Startpunkt steht eine Tafel vom Hilton Labriz, laut derer das Wandern ohne zugelassenen Guide verboten sei. Gut, dass ich das nicht lesen konnte. :lol:

Um 8:15 Uhr bin ich unterwegs in Richtung Grand Barbe. Kurz darauf kommen mir schon zwei Wanderer entgegen, die beiden waren allerdings beim Jardin Marron. Der Weg ist steil, meistens gut zu erkennen. Man muss über etliche Baustämme klettern oder darunter durchkriechen. Immerhin läuft man auch hier überwiegend im Schatten, trotzdem sind es 28 °C und 76 % Luftfeuchtigkeit.

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#135 - erst nur ein Schild ...

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#136 - ... dann Schilder für beide Wanderwege

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#137 - Der Pfad fängt zunächst gemütlich an, geht auch über eine Wiese

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#138 - Dann wird der Pfad steiler

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#139

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#140 - Die Wege trennen sich

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#141 - manche Höhlen, aber keine Fledermäuse

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#142

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#143

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#144 - Hier muss man über die Felsen klettern ...

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#145 - ... und unter umgefallenen Stämmen durchkriechen

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#146 - Seychellen-Nacktschnecke (Filicaulis seychellensis), neben den Tausendfüßlern am häufigsten auf den Wanderwegen anzutreffen in Farbschattierung von hellbraun bis schwarz

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#159 - "Fahren Sie fort, sich zu übergeben" Benjamin und der Bootsführer haben mehrere Stunden überlegt, bevor sie zu dieser Übersetzung gelangt sind.

Eine Stelle "Rend d'Avance" scheint der höchste Punkt zu. Es müssten 421m sein, mein Garmin zeigt nur 390m an. Auf jeden Fall geht es von nun an bergab, teilweise auch sehr steil. Die Kamera packe ich vorsichtshalber in den Rucksack. Gut, dass ich meine NordingWalking-Stöcke dabei habe! An anderen Stellen kann man "richtig Strecke machen". Irgendwann ist der schattige Wald vorbei. Der Weg durch die Farne ist einem guten Zustand und gut zu wandern. Danach kommt ein Bereich, wo die Erde durch Regen stark ausgewaschen ist. Große Absätze, tiefe Löcher.

Wirklich übel wird der Bereich "Gratte Fesse": schräge Granitflächen, deren Oberfläche durch das Wetter glatt poliert sind. Die Turnschuhe mit der profilierten Sohle haben keinen guten Halt, die anderen Schuhe mit der glatten Gummisohle wären hier besser.

Die ersten beiden Flächen schaffe ich noch herunter zu kraxeln. Die dritte Fläche ist groß, kann nicht erkennen, wo der Wanderweg weitergeht. Also begnüge ich mich damit, von hier ein Bild vom Strand und dem Süßwassersumpf zu machen. Etwa 600 m wären es noch bis zum Strand.

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#160 - Fruchtsegment des Schraubenbaumes (Martellidendron hornei)

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#167 - ausgewaschener Boden mit vielen Löchern

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#168 - Gratte Fesse, glattpolierte Felsflächen

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In 300x1200Pixel: http://www.myk7.de/Galerie/Laender/Seyc ... 0x1200.jpg


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#172 - ein Blick in Richtung Grand Barbe

Die Granitflächen wieder hoch zu kommen, ist auch nicht einfach. Gleich bei der ersten rutsche ich wieder herunter. Also Fotorucksack abnehmen, ein Stück hochschieben und auf allen Vieren hinterher bewegen.

Nach den Granitflächen kommt natürlich auch wieder das Stück mit dem ausgewaschenen Pfad und der tiefen Rinne - und das in der prallen Sonne! Als ich endlich wieder im schattigen Wald bin, räume ich einen Stein von Weg, lege meinen Rucksack hin und lege mich mit dem Kopf darauf. 30 Minuten ausruhen, damit der Puls sich wieder beruhigt. Jedes Mal, wenn der Wind die Palmen bewegt, die Arme hochstrecken, um etwas Abkühlung zu bekommen. Jetzt kommen mir zum ersten Mal Zweifel, ob ich mich mit diesem Wanderweg übernommen habe und nicht zurück bin, bevor es dunkel wird ...

Ein Problem dabei: mein Wasser ist bereits alle. Ich kann gar nicht so viele Flaschen in den Rucksack packen, wie der Schluckspecht in mir braucht. Unterhalb einer Madonnenstatue ist ein kleiner Tümpel gefüllt mit Wasser, aber eben kein fließender Bachlauf. Ich lasse eine Flasche voll laufen, das Wasser ist klar. Also versuche ich mein Glück damit.

Der restliche Weg ist unspektakulär, steiler Aufstieg mit vielen Pausen. Ich setze meine Stöcke ein. Im Gummipuffer ist eine Metallscheibe eingebaut, damit er länger hält. Der Druck, den ich ausübe ist anscheinend zu groß, die Hartmetallspitze bohrt sich durch den Gummipuffer hindurch.

Als ich wieder am höchsten Punkt "Rend d'Avance", hole ich mich meine Smartphone heraus. Netz ist vorhanden, ich rufe das Belle Tortue an und lasse Benjamin ausrichten, wo ich bin.

Meine Einschätzung, es ginge nur noch bergab, ist nicht richtig, aber es sind nur noch geringe Steigungen. Am Punkt "Mont Laurent" laufe ich entweder vorbei oder es gibt ein Stück mit zwei Pfaden. Unverhofft bin ich wieder an der Gabelung zwischen Grand Barbe und Jardin Marron.

Aber wie sagt der Kölner so schön: es ist nicht weit, aber es zieht sich. Um 16:15 Uhr bin ich am Startpunkt, rufe Benjamin an und setze mich neben einem Haus auf einen Stein. Die Besitzerin schaut nach, was da los ist. Kein Problem, ich kann mich dort ausruhen. Kurze Zeit später kommt sie nochmals und schenkt mir zwei Mangos. Nach Rückkehr ins Belle Tortue erstmal einen Cocktail "Mango Colada", ein Schwätzchen mit Benjamin und dann eine ausgiebige Dusche.
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Re: das zugemüllte Paradies - Seychellen 2022

Beitrag von foto-k10 »

10.03.2022

Mein letzter kompletter Tag auf Silhouette. Heute kein Frühstück, ich will schon um 7 Uhr beim Jardin Marron sein. Nachmittag dann eine Bootstour rund um die Insel, um vom Boot aus zu fotografieren. Leider sind die Beine noch nicht von der gestrigen Wanderung erholt. Kein Muskelkater, es ist eher wie ein leerer Akku, nach einem Stück Weg fehlt die Kraft und ich muss mich ausruhen. Ursprünglich wollte ich die Wanderung zur Grand Barbe gleich am ersten Tag machen. Gut dass ich auf Benjamin gehört habe und Anse Mondon vorgezogen hatte.

Es ist bewölkt, bis 8 Uhr brauche ich die Taschenlampe, um die Palmen abzusuchen. Aber kein Chameleon zu finden. Ansonsten ist der Wanderweg nicht interessant, man muss mehr über Felsen klettern. Der Aussichtspunkt, der in den OSM-Karten eingezeichnet ist, ist nur ein Blick in ein Dschungeltal. Danach scheint der Pfad nicht mehr weiter zu führen.

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#175 - Wanderweg Jardin Marron nach der Abzweigung

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#176 - Tausendfüßler an einem Palmstamm. Auf anderen Wegen findet man sie auch zu mehreren Exemplaren in morschen Baumstämmen

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#177 - Man könnte den Weg auch "Jardin Caillou" nennen

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#180 - links oben der weiße Wegweiser

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#181 - das scheint der Aussichtspunkt zu sein

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#182 - end of trail

Nachtrag: Laut OSM-Karte hätte der Pfad noch ca. 500 m weiter gehen sollen. Ein Ausichtspunkt ist in der Karte nicht (mehr) markiert.
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Re: das zugemüllte Paradies - Seychellen 2022

Beitrag von foto-k10 »

10.03.2022 Forts.

Mittags ein Gewitter, erst regnet erst ein wenig, dann kommt es mit Macht herunter. Da die Sonne fehlt, sind die Flughunde schon den ganzen Tag aktiv.

Auf der Bootstour rund um Silhouette bin allein. Erstaunlich, dass die Lodge die Tour trotzdem durchführt und auf keiner Mindestteilnehmerzahl besteht. Es ist dieselbe Crew, die auch die Transfers macht. Die unterschiedlichen Granitformationen sind immer wieder faszinierend. Etliche Strände unberührt, weil es weder einen Weg dorthin gibt noch ein Boot durch das Riff an den Strand gelangen kann. So toll auch die Bucht der Anse Mondon vom Aussichtspunkt aussieht, so unspektakulär ist sie vom Meer aus. Gleiches gilt für die Grand Barbe. Der Süßwassersumpf ist nicht zu erkennen, man sieht nur den Strand und dahinter Palmen.

Flughunde fliegen dicht über das Wasser. Es sollen Weibchen sein, die sich während ihrer Tage mit Meerwasser reinigen.

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#185 - Hilton Labriz

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#186 - Hilton Labriz, Präsidentenvilla

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#187 - kurz hinter der Baie Cipailles: auch hier überwucherte Bäume

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#190 - kurz vor der Anse Mondon

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#191 - Beobachtungshütte bei Pointe La Varangue

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#192 - Taucher an der Anse Mondon

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#193 - Pointe Machabée

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#194 - Treibgut

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#199 - Beobachtungshütte bei Glacis Rouillé

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#200 - nördliches Ende der Grand Barbe

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#201 - südliches Ende der Grand Barbe

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#202 - Pointe Grand Barbe

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#203 - Pointe Grand Barbe

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#204 - Pointe Civine

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#205 - zwischen Glacis Cocos Marrons und Cocos dans Trou

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#206 - zwischen Glacis Cocos Marrons und Cocos dans Trou

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#207 - Cocos dans Trou

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#208 - Anse Patates

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#209 - Anse Lascars

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#210 - Pointe Ramasse Tout

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#211 - Pointe Ramasse Tout und Friedhof

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#212 - Pointe Varreur

Nach der Tour die Reisetaschen packen. Glücklicherweise kann ich eine Tasche durch Öffnen eines Reissverschlusses größer machen und muss nicht so überlegt alles verstauen.
Zuletzt geändert von foto-k10 am 25 Mai 2022 19:02, insgesamt 1-mal geändert.
Klara
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Re: das zugemüllte Paradies - Seychellen 2022

Beitrag von Klara »

Klasse, Danke für den ausführlichen, reich bebilderten Bericht. Bei der Schilderung der Versicherungsüberlegungen, vom Ausfüllen des Seychelles Travel Authoization, der PCR-Test Prozedur, dachte ich noch, muss ich echt nicht haben, aber wow,
foto-k10 hat geschrieben: 23 Mai 2022 19:59 Bild
#5 - Q-Suite im Flugzeug


hier kommt dann doch so was wie Neid auf. Toll, sicher ein genussreiches Erlebnis. Danke für die vielen Bilder dazu.
Klara
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Re: das zugemüllte Paradies - Seychellen 2022

Beitrag von Klara »

foto-k10 hat geschrieben: 23 Mai 2022 19:59 06.03.2022

Der Cuba Libre ist etwas bitter im Abgang, die vermeintliche Apfelsaftschorle entpuppt sich als Bier.

Das tröstet mich, Bier mag ich doch gar nicht :lol: .
foto-k10 hat geschrieben: 23 Mai 2022 19:59 06.03.2022

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#16 - ... und gut geschützte Chinesen

Klasse, wie in einem Endzeitfilm. Macht echt Spass deinen Bericht zu lesen und zu gucken.
LG
Klara
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knuffi
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Re: das zugemüllte Paradies - Seychellen 2022

Beitrag von knuffi »

Solche Chinesen haben wir in Doha auch gesehen...
Die Buisness-Class schaut schon echt toll aus...Aber die Holzklasse bei Qatar war auch ok...trotzdem, würde gerne mal Business fliegen...aber ist halt immer so teuer :O
Seychellen 2008 ( Mahe, Praslin, La Digue), 2010 (Praslin, La Digue), 2011 (Praslin), 2015 (Praslin, La Digue), 2017 (Praslin), next stop: 2021 Praslin und Mahe-->2022
Weitere besuchte Inseln: Curieuse, Cousin, Aride, Sisters, Coco, St. Pierre.
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foto-k10
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Re: das zugemüllte Paradies - Seychellen 2022

Beitrag von foto-k10 »

Klara hat geschrieben: 24 Mai 2022 17:59 hier kommt dann doch so was wie Neid auf. Toll, sicher ein genussreiches Erlebnis. Danke für die vielen Bilder dazu.
Ich habe mich bei den Getränken sehr zurückgehalten.
Mein Beschreibung der Weinkarte war übrigens falsch: es gab 2 Champagnersorten, 6 Weine und einen Desertwein (Muscatella) sowie einen Port. Falls ich also nochmal in die Versuchung komme, Business zu fliegen ...

Klara hat geschrieben: 24 Mai 2022 18:08 Klasse, wie in einem Endzeitfilm. Macht echt Spass deinen Bericht zu lesen und zu gucken.
Die meisten hatten vor ihrem "Ganzkörperkondom" ein Gesichtsvisier. Am Abfluggate war dann ein Chinese mit einer Folie in der Kapuze. Und da musste er den Reißverschluß öffnen und die Folie von innen trocken wischen, weil die beschlagen war und er nichts mehr sehen konnte.

Wir amüsieren uns über die Chinesen. Aber deren Regierung stellt einfach mal eine Großstadt mit Millionen von Einwohnern unter Quarantäne. Die Bewohner dürfen ihre Wohnungen nicht verlassen und die Behörden schaffen es nicht, sie mit Essen zu versorgen. Die Berichte über Chinesen, die an Fenstern als Protest mit leeren Töpfen Lärm gemacht haben, gingen ja durch die Medien.
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