La Digue im Oktober 2020

Hier können Seychellen-Reiseberichte hinterlegt werden
Benutzeravatar
Fabian.B
Beiträge: 124
Registriert: 23 Jul 2020 11:41
Wohnort: Hauptstadt

Re: La Digue im Oktober 2020

Beitrag von Fabian.B » 14 Nov 2020 18:03

So...Nach zwei Wochen schaff ich es jetzt auch mal wieder den Reisebericht weiterzuschreiben! :D

Hab mir vor kurzem mal Suses Reisebericht von 2017 komplett durchgelesen (der übrigens absolut top ist!) und da hats mich erschaudert, wie überfüllt die Anse Source d'Argent normalerweise ist. Auch wie viele Fahrräder teilweise überall rumstehen, was ja wiederrum zeigt wie viele Menschen an den einzelnen Plätzen sind. Das hat mir nochmal deutlich vor Augen geführt, was für ein unglaubliches Glück ich hatte, die Insel noch einmal so zu erleben, trotz aller Schwierigkeiten und Stress davor. Allerdings ist jetzt natürlich auch deutlich mehr zugebaut als noch 2017. Die komplette Westseite am Meer (südlich vom Jetty bis runter zum Heli-Platz) ist nun komplett zugebaut. Es gibt nur noch vereinzelt kleine Durchgänge zum Meer. Allein in diesem Bereich auf der Insel, standen mindestens 5 größere Baustellen. Der einzige freie Bereich im Westen der Insel war der kleine Abschnitt gegenüber vom "Eu Claire De Lune Restaurant". Wahrscheinlich aber auch nur eine Frage der Zeit bis der zugebaut wird..

Mir würde wahrscheinlich auch das Herz bluten, wenn ich die Insel(n) oder die einzelnen Strände noch von den 90ern oder den frühen 2000er kennen würde und mitkriege, wie stark sich alles (ins Negative) verändert...Bin auch schon vor Ort nachdenklich darüber geworden, wie schrecklich das eigentlich für Einwohner von La Digue sein muss. Es gibt ja dann an wirklich keiner Ecke mehr wirklich Ruhe und Privatsphäre. Überall radeln Touristen rum oder werden rumkutschiert, fotografieren alles und jeden und vermüllen die Insel. An jeder Ecke wird währendessen gebaut. Der Lärm kommt also noch dazu. Dass die meisten, trotz allem, noch so gastfreundlich geblieben sind, ist wirklich beeindruckend.

und jetzt mal zum eigentlichen Bericht:
Am 15. Oktober haben wir uns aufgemacht zum Südosten der Insel. Es war an dem Tag wieder sehr heiß und schwül, dennoch wollten wir gerne mal zum Naturalpool an der Anse Cocos. Der Weg zur Petit Anse ging ja noch, aber zur Anse Cocos war es, wie ihr wisst, ein kleines Abenteuer. Der Weg war insgesamt wohl etwas zugewachsener als sonst, weil natürlich weniger los war als sonst. Dennoch konnten wir uns gut zurecht finden und mussten nur aufpassen in keines der riesigen Spinnennetze zu laufen.

BildNahaufnahme einer Seidenspinne. Rucksack im Hintergrund, damit das Handy sie fokussieren kann

BildEin fast zugewachsener Weg

Auf dem Weg haben wir sogar endlich mal einen ausgewachsenen Riesentausendfüßler gesehen. Sonst verirrten sich bisher nur Riesentausendfüßlerkids hin und wieder in unser Ferienhaus. Es blieb allerdings (leider) die einzige Begegnung mit einem ausgewachsenen Exemplar. Schaffen es wohl nicht oft ins Erwachsenenalter?

BildDas Blatt hatte ich extra nicht weggetan, da ich Tiere in freier Wildbahn nicht stören bzw. stressen möchte

An der Anse Cocos angekommen, gefiel sie uns gleich mehr als die Grand- und Petit Anse. Weil es so heiß war an dem Tag und der Auf- und Abstieg bei solchen Temperaturen und der hohen Luftfeuchtigkeit gar nicht mal so ohne waren, waren wir nun komplett durchgeschwitzt. Herumliegenden Müll (wie auf Suses Fotos) gab es hier übrigens zum Glück nirgends. Auch gab es nirgendwo provisorische Bauten aus Palmenblättern oder irgendwelche Saftbuden. Es stand nur eine verlassene Holzbude an der Petit Anse.

Bild

Bild

Wir sind dann, wegen der prallen Sonne, direkt nach hinten zum Naturalpool gelaufen und haben uns ein schattiges Plätzchen gesucht.

Bild

Bild

BildNatural Pool der Anse Cocos

Wir haben darin ein wenig geschnorchelt. Es gab ein paar Fische zu sehen, allerdings nichts sonderlich spektakuläres. Das Highlight war wieder ein kleiner Zitronenhai, der hier seine Runden drehte. Wenn ich ruhig im Wasser stand und das Handy reinhielt, dann gingen sogar auch Fotos und Videos aus der Nähe, da er immer mal wieder um mich herum schwomm. So ganz hat er dem Ganzen aber nicht getraut.

Bild

Nach dem schwimmen wollten wir uns nochmal mit Sonnencreme (korallenfreundlich!) einschmieren und dann gemerkt, dass wir die dummerweise im Haus vergessen hatten. Also haben wir uns gleich wieder umgezogen und auf den Heimweg gemacht. Auf Sonnenbrand hatten wir echt keine Lust. Das hatte sowieso gerade gepasst, denn als wir gerade gehen wollten, kam schon eine kleine Gruppe von drei Leuten (um ca. 10:45 Uhr). Also nun wieder Auf- und Abstieg, der nach der Abkühlung etwas leichter fiel. Währenddessen kam uns schon ein weiteres Paar entgegen. An der Petit Anse haben wir dann eine kurze Pause gemacht um zu trinken und ein Brot zu essen. Wir mussten den Kopf schütteln über ein Paar, dass dort badete und todesmutig in die Wellen sprang. Am liebsten hätten wir ja was gesagt, aber letztendlich muss ja jeder selbst wissen, was er tut. Es stehen ja schließlich unmissverständliche Warnschilder an den Stränden.

Auf dem Rückweg zur Grand Anse kamen uns schon drei Paare entgegen. An der Grand Anse gab es dann weitere Idioten, die sich todesmutig in die Wellen stürzten...Zum Glück nicht viele, aber naja, so kann natürliche Selektion auch laufen.

Zurück ging die Straße dann, wie die meisten hier wohl wissen, ein wenig bergauf. Bei der Hitze war es eine ganz schöne Tortur! :lol: Wir haben auf dem Rückweg einen kurzen Abstecher zum Gala Takeaway gemacht, das stets nach und Lust und Laune geöffnet/geschlossen hatte ?( Haben dann im Ferienhaus gegessen und sind im Anschluss (samt Sonnencreme!) weiter Richtung Anse Severe.

Auf dem Weg dahin wollte ich dann endlich mal hiervon ein Foto machen: Hier entstehen gerade drei riesige Villen an der Ecke bei der Schule und dem kleinen indischen Laden, an der Straße zum Veuve Nature Reserve. Große Villen werden übrigens auch direkt am Meer gebaut. Es gibt, wie gesagt, schon jetzt kaum noch freie Stellen im Westen der Insel, wo man überhaupt noch zum Meer durchblicken kann..

Bild

Benutzeravatar
foto-k10
Beiträge: 2731
Registriert: 18 Nov 2007 17:37
Wohnort: Südhessen

Re: La Digue im Oktober 2020

Beitrag von foto-k10 » 14 Nov 2020 19:31

Fabian.B hat geschrieben:
14 Nov 2020 18:03
Auf dem Weg haben wir sogar endlich mal einen ausgewachsenen Riesentausendfüßler gesehen. Sonst verirrten sich bisher nur Riesentausendfüßlerkids hin und wieder in unser Ferienhaus. Es blieb allerdings (leider) die einzige Begegnung mit einem ausgewachsenen Exemplar. Schaffen es wohl nicht oft ins Erwachsenenalter?
Mein "Wildlife of Seychelles" sagt mir, dass der Seychelles giant millipede (Sechelleptus seychellarum) im ausgewachsenen Zustand so dunkelbrau ist wie auf Deinem Foto. Junge Exemplare sollen eher rot-braun sein. Über Freßfeinde sagt das Buch nichts. Cousine Island schreibt, dass die Tausendfüßler überall dort übergehen, wo Tiere eingeschleppt wurden - ob die Ratten meinen?

BTW: die Tausendfüßler sind Vegetarier, sondern aber bei Gefahr eine Flüssigkeit aus, die zu Hautirritationen führt. Aufpassen solltest Du bei Hundertfüßler. Die sind nachtaktive Jäger und gelten als aggressiv. Skinks gehören zu ihrer Beute. Der Biss ist auch für Mensch schmerzhaft und evtl gefährlich. Wenn die Seychellois so einen Hundertfüßler in Hausnähne sehen, dann werden Knüppel usw. herausgeholt und das Tier platt gemacht.

Benutzeravatar
mr.minolta
Beiträge: 1624
Registriert: 04 Jun 2008 00:39
Wohnort: Stadt ohne Klopapier

Re: La Digue im Oktober 2020

Beitrag von mr.minolta » 16 Nov 2020 04:10

Danke für die Infos und die Fotos!

Den Hai hast Du toll erwischt. :D

Da reist Du zum ersten mal überhaupt auf die Betoninsel und mußt erleben, daß sie sogar noch mehr Beton bekommen hat und daß es mit dem Betonieren dieser Insel wohl nie wieder ein Ende nehmen wird. Andererseits die menschenleeren Strände, wie es sie seit Jahrzehnten nicht gegeben hat. Das ist so unfaßbar bizarr, ich kann es kaum fassen.

Laß Dir gesagt sein, daß Du das in der Form wahrscheinlich nie wirst wiederholen können. Der Beton wird zwar bleiben und sich noch vermehren, die massentourismusfreie Umgebung jedoch nicht. Hält der Corona-Blödsinn weiter an, wird es auch mit dem Tourismus vielleicht nur langsam wieder anlaufen, aber schnell hat man den "richtigen" Zeitpunkt verpaßt und dann wird es auf der Insel mehr Urlauber geben denn je. Dazu Tausende Einheimische, die sich ihrer Kultur vollständig entledigt haben und nur noch eins wollen: $$$ & €€€
Wir werden alle sterben.

Nicht an Corona, sondern an der Dummheit der Politik.

Benutzeravatar
foto-k10
Beiträge: 2731
Registriert: 18 Nov 2007 17:37
Wohnort: Südhessen

Re: La Digue im Oktober 2020

Beitrag von foto-k10 » 16 Nov 2020 09:02

Sie können am Fähranleger ja Schilder aufstellen:

Ortsschild LaDigue.jpg
Ortsschild LaDigue.jpg (33.04 KiB) 581 mal betrachtet

Laut dem neuen Präsidenten soll ein neues Krankenhaus und Wohnungen für die Polizisten und Feuerwehrmänner gebaut werden. Eine neue Polizeiwache auch - am besten weit weg vom abgesägten Baum.
http://www.nation.sc/articles/6819/pres ... o-la-digue
"La Digue muss für seine wirtschaftlichen Beiträge belohnt werden."


Fabian.B hat geschrieben:
01 Nov 2020 19:08
Bild
Also ich beneide den Besitzer. Ein kleines Häuschen direkt am Strand, jeden Abend einen tollen Sonnenuntergang. Das einzige, was das stört, sind die Touristen. :lol:

Benutzeravatar
Suse
Beiträge: 2616
Registriert: 19 Aug 2009 22:07
Wohnort: zwischen Tegel und Trabrennbahn

Re: La Digue im Oktober 2020

Beitrag von Suse » 16 Nov 2020 10:27

Fabian.B hat geschrieben:
14 Nov 2020 18:03
was für ein unglaubliches Glück ich hatte, die Insel noch einmal so zu erleben, trotz aller Schwierigkeiten und Stress davor.
Genau aus dem Grund habe ich Euch auch dazu geraten, die Reise zu machen bzw. geschrieben, daß ich sie machen würde. Der Streß, das vergißt man später, was bleibt, sind die Erinnerungen an die schönen Dinge. Genau wie mr.minolta geschrieben hat, das werdet Ihr in kommenden Jahren so nicht mehr wiederholen können und Ihr habt allen anderen Seychellenreisenden des aktuellen Jahrzehnts eine unglaubliche Erfahrung voraus, um die ich Euch aufrichtig beneide, aber ohne Mißgunst, ich freu mich für Euch und daß Du uns über den Reisebericht daran teilhaben läßt. Ist das nicht unglaublich, einen Strand wie die Cocos so ganz für sich zu haben?

Dazu noch die Anwesenheit während der Wahlen, das ist ja auch noch so ein Punkt. So laut und schlafstörend das gewesen sein mag, aber man muß es mal aus dem Blickwinkel betrachten, daß Ihr die Seychellois bei einer ihr Land kennzeichnenden Wahl quasi begleitet habt, die Ablösung der sozialistischen Einheitspartei. Das ist gelebte Seychellengeschichte und etwas, das man eben genau auf La Digue sonst so nicht mehr miterlebt, jetzt schon kaum noch und in der Zukunft wohl eher noch weniger, wenn ich Deine Fotos so sehe. Was ich damit meine ist: Wo finden auf einer Insel, auf der man alles authentische kreolische Leben quasi ausradiert hat, um dem Tourismus Platz zu schaffen, eigentlich noch "die Seychellen" statt? Auf meiner 2017er Reise, die, was den Aufenthalt auf La Digue anbetrifft, ja eine Abschiedsreise sein sollte, habe ich versucht, genau diese Ecken, Situationen und Momente noch zu finden. Kinder, die den Kühen das Abendfutter bringen, Menschen beim Oktopusfang, beim Fischen, in der Vanilleplantage, auf der Werft. Ganz gelegentlich ist es mir noch gelungen, aber eigentlich, um es mal überspitzt auszudrücken, ist ein La Digue Aufenthalt nicht mehr weit von Ferien in den Center Parcs entfernt. Eine künstliche Welt, in der die Einheimischen alle irgendwie im Tourismus beschäftigt sind. Wenn man sie noch bei Facetten ihres Lebens sehen möchte, die nicht vom Tourismus berührt sind, muß man zukünftig wohl in die Kirche gehen oder sich vor die Grundschule stellen, aber dann kommt man sich wahrscheinlich vor wie ein Voyeur. Eigentlich besucht man kein Land und keine Kultur mehr, man besucht irgendwann nur noch Strände und da können die Touristen sich dann gegenseitig fotografieren. Ich würde mir an Eurer Stelle auch ganz genau überlegen, wann und wo Ihr dort heiraten werdet.

Tausenfüßer haben wir meistens in größerer Anzahl auf dem Weg zum Adlernest gesehen. Aber das mag inzwischen auch anders sein.

Ungefähr da, wo Ihr Euch an der Cocos in den Schatten gelegt habt, ging früher ein Trampelpfad ins Gebüsch, über den man zur Anse Caiman wandern konnte. Inzwischen ist der Einstieg wohl woanders und ausgeschildert. Seid Ihr da auch noch gegangen? Ich hab mir sagen lassen, der Weg zwischen den Stränden gliche inzwischen einer plattgetrampelten Autobahn.
Wenn Du keine Kokosmilch hast, machste einfach normales Wasser.
- Grubi -

Benutzeravatar
Pico
Beiträge: 593
Registriert: 14 Nov 2003 14:03

Re: La Digue im Oktober 2020

Beitrag von Pico » 16 Nov 2020 12:12

Danke für deinen Reisebericht und die teilweise nostalgischen Fotos, Fabian!

Ich beneide euch (ebenfalls ohne Missgunst) dass ihr La Digue und überhaupt die Seychellen heutzutage noch so leer erleben konntet.
Was würde ich darum geben, könnte ich die Insel auch noch einmal wie zu Anfang dieses Jahrtausends erleben!!!
Von La Digue habe ich 2016 Abschied genommen, die massiven Veränderungen dort konnte ich einfach nicht mehr ertragen.

Ich fürchte auch wenn irgendwann das Reisen wieder mehr oder weniger "normal" möglich ist, wird der Massentourismus insbesondere auf La Digue mehr denn zuvor.

Also behaltet diese wundervolle Erfahrung im Herzen.

Das Bild von dem kleinen Hai ist genial. Was für ein unbeschreibliches Glück!!! :D

Benutzeravatar
Fabian.B
Beiträge: 124
Registriert: 23 Jul 2020 11:41
Wohnort: Hauptstadt

Re: La Digue im Oktober 2020

Beitrag von Fabian.B » 21 Nov 2020 01:32

Vielen Dank für eure lieben Worte! :)
Ist das nicht unglaublich, einen Strand wie die Cocos so ganz für sich zu haben?
Auf jeden Fall. Strände wie die Anse Source d'Argent, die Lazio oder auch die Cocos stundenlang ganz für sich alleine zu haben, war absolut surreal und "mindblowing". Wir konnten unser Glück einfach nicht fassen. Das galt aber auch nur für die erste Woche. Tag für Tag kamen mehr Touristen an und in der zweiten Woche war schon etwas mehr los.
Ungefähr da, wo Ihr Euch an der Cocos in den Schatten gelegt habt, ging früher ein Trampelpfad ins Gebüsch, über den man zur Anse Caiman wandern konnte. Inzwischen ist der Einstieg wohl woanders und ausgeschildert. Seid Ihr da auch noch gegangen? Ich hab mir sagen lassen, der Weg zwischen den Stränden gliche inzwischen einer plattgetrampelten Autobahn.
Weiter wollten wir nicht, weil es an dem Tag wahnsinnig heiß war und wir leider unsere Sonnencreme vergessen hatten. Bis zur Anse Cocos reichte uns aber auch schon.
Dazu noch die Anwesenheit während der Wahlen, das ist ja auch noch so ein Punkt. So laut und schlafstörend das gewesen sein mag, aber man muß es mal aus dem Blickwinkel betrachten, daß Ihr die Seychellois bei einer ihr Land kennzeichnenden Wahl quasi begleitet habt, die Ablösung der sozialistischen Einheitspartei.
Das war auf jeden Fall mal ein Erlebnis auf Mahé ! :D Autokorsos überall, hupend mit lauter Musik und dröhnenden Bässen. Überall in den Autos, am Straßenrand oder sogar auf den Straßen Seychellois, die am Feiern, trinken und LDS-Fahnen schwenken sind. Das ging den kompletten Tag nach der Wahl so.
Wenn die Seychellois so einen Hundertfüßler in Hausnähne sehen, dann werden Knüppel usw. herausgeholt und das Tier platt gemacht.
Hätte gerne mal so einen ausgewachsenen Hundertfüßler gesehen. Hat einer von euch hier schon einen gesehen bzw. fotografiert?
Hält der Corona-Blödsinn weiter an, wird es auch mit dem Tourismus vielleicht nur langsam wieder anlaufen, aber schnell hat man den "richtigen" Zeitpunkt verpaßt und dann wird es auf der Insel mehr Urlauber geben denn je.
Ich würde mir an Eurer Stelle auch ganz genau überlegen, wann und wo Ihr dort heiraten werdet.
Also behaltet diese wundervolle Erfahrung im Herzen.
Uns geht es da wie Pico und Suse. Weil es so schön war, wollen wir auf jeden Fall noch ein letztes Mal zum Abschied hin bevor wir uns dann neuen Reisezielen widmen. Auf La Digue ein paar Tage verbringen, dort heiraten und im Anschluss Mahé noch ein wenig kennenlernen. Wenns klappt, am besten noch in der Coronakrise. Unsere Hoffnung ist, dass selbst wenn im nächsten Jahr mehr los sein sollte als im Oktober, dass wir das auf Mahé nicht so mitbekommen wie auf La Digue. Diesen "richtigen" Zeitpunkt, den mr.minolta erwähnt hat, wollen wir aber auf keinen Fall verpassen. Mal gucken, wann es im nächsten Jahr wieder klappt. Dafür muss der Geldbeutel allerdings erstmal wieder etwas mehr gefüllt sein. :wink:

Benutzeravatar
foto-k10
Beiträge: 2731
Registriert: 18 Nov 2007 17:37
Wohnort: Südhessen

Re: La Digue im Oktober 2020

Beitrag von foto-k10 » 22 Nov 2020 08:03

Fabian.B hat geschrieben:
21 Nov 2020 01:32
Hätte gerne mal so einen ausgewachsenen Hundertfüßler gesehen. Hat einer von euch hier schon einen gesehen bzw. fotografiert?
Nein, bisher nicht gesehen.
Der Name lautet Scolopendra subspinipes, damit findest Du Bilder im Internet: https://www.safari-afrika.de/tierwelt/s ... bspinipes/

mitterer
Beiträge: 21
Registriert: 27 Sep 2020 10:42

Re: La Digue im Oktober 2020

Beitrag von mitterer » 23 Nov 2020 16:48

Fabian.B hat geschrieben:
21 Nov 2020 01:32
Wenn die Seychellois so einen Hundertfüßler in Hausnähne sehen, dann werden Knüppel usw. herausgeholt und das Tier platt gemacht.
Hätte gerne mal so einen ausgewachsenen Hundertfüßler gesehen. Hat einer von euch hier schon einen gesehen bzw. fotografiert?
Habe keinen fotografiert, aber ich bin bei meiner ersten Reise auf die Seychellen (vor gut zwei Jahren) von einem gebissen worden. Wir wurden damals vor den Centipedes gewarnt, leider gab es einige in der Nähe unseres Bungalows, die krabbelten dort über die Pflastersteine der Terrasse bzw. in deren Fugen. Gebissen wurde ich aber nicht dort, sondern als ich mich (mit kurzer Hose) auf einen Stuhl in einem Hotelrestaurant (draußen) gesetzt habe. Da bin ich mit der Wade an das Stuhlbein gekommen und dort krabbelte das Viech auf oder in dem Korbgeflecht.

Zum Aussehen: Kleiner und deutlich heller als die Tausendfüßler. Und natürlich weniger Beine, so etwa 20 an jeder Seite. Ja, sind dann vielleicht 40 und nicht 100 aber der Tausendfüßler hat ja auch nicht 1000...

Zum Biss: Ja, tut weh. Stechender Schmerz, der dann langsam kleiner wurde. Ich würde es mit einem Wespenstich vergleichen. Ich hab die Stelle desinfiziert - die Schwellung war nicht besonders stark. Aber nach ca. 30 -40 Minuten hat sich der Wadenmuskel irgendwie komisch angefühlt, eine Mischung aus "Taub" und "nicht voll funktionsfähig", schwer zu beschreiben. Ich konnte nach wie vor ohne Probleme laufen, aber es hat sich einfach nicht gut angefühlt. Dazu hat die Wade auch eine halbe Stunde nach dem Biss noch weh getan - nicht stark, aber spürbar. Im Internet steht, dass der Biss lähmen kann und das trifft es wohl ganz gut: Er lähmt, aber ganz offenbar war das nicht genug Gift für den Wadenmuskel.

Ich hab dann einen ausführlichen Mittagsschlaf gemacht, danach war das besser. Am Abend waren das komische Gefühl und der Schmerz komplett weg (der Biss war mittags) und es war auch kaum noch eine Schwellung da, nur noch etwas rötlich. Am nächsten Tag hat man die Bissstelle kaum noch gesehen.

Tjö.

Also - eher eine unerfreuliche Begegnung.

Immerhin scheinen sie Airconditioning nicht so zu mögen, die waren eher draußen als drinnen.

Während uns damals einige von den Viechern begegnet sind, habe ich in diesem Urlaub in der ganzen Zeit keinen einzigen gesehen. Habe sie aber nicht vermisst. Wenn die jemand fotografieren möchte: NIcht zu nahe mit der Nase ran...

Antworten