Literatur von den Inseln

wie z.B. TV, Literatur, Werbung, usw.
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Werner E J Schulz
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Re: Literatur von den Inseln

Beitrag von Werner E J Schulz »

re: Seychellen - Mythos und Realität

Wir sagen hier immer: "Die besten Kapitaene stehen auf der Pier ..."
Auf den Seychellen habe ich in den 46 Jahren, in denen ich hier ununterbrochen gelebt habe, eine Menge enttaeuschter Menschen erlebt. Kein Wunder, dass es denen nicht schwerfaellt, alles hinzumachen.
Frage: Was hat der Autor dazu beigetragen, dass es so entsetzlich geworden ist? Oder, was hat er nicht dazu beigetragen, damit es nicht so geworden waere?
Ohne gerade diese Besucher waeren die Menschen hier vielleicht anders geblieben.
Diese importierten Malaisen hat es vor den Besucherstroemen nicht gegeben.
Wenn ich heute nach Deutschland reise, schlage ich die Haende ueber dem Kopf zusammen. Was haben Sie alle dort (oben) aus meinem Heimatland gemacht???
Dagegen sieht es hier bei uns aber beser aus, was die Kritikpunkte betrifft.
Uebrigens scheint das Buch kein Bestseller zu sein, wie angepriesen. Ein Ranking von ueber einer Million bei Amazon bezeichnet eher einen Flop.
Werner Schulz
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Suse
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Re: Literatur von den Inseln

Beitrag von Suse »

Werner E J Schulz hat geschrieben: 17 Jan 2021 09:43
Frage: Was hat der Autor dazu beigetragen, dass es so entsetzlich geworden ist? Oder, was hat er nicht dazu beigetragen, damit es nicht so geworden waere?

Ohne gerade diese Besucher waeren die Menschen hier vielleicht anders geblieben.
Du vertreibst doch selbst (vermutlich mit Gewinnerzielungsabsicht) Bücher und Filmaufnahmen von den Seychellen und bist selbst doch auch nur ein Besucher und nicht dort geboren. Also hol mal nicht gleich wieder die ganz große Keule raus. Hast Du das Buch überhaupt gelesen?

Um die Frage, was man dazu beitragen kann, daß die Seychellen nicht mehr so unreflektiert von den Besuchern zu Tode geliebt werden, geht es doch. Der Autor hinterfragt die Vorgänge und sein eigenes Verhalten. Niedergemacht wird da gar nichts, schon gar nicht die Inseln selbst.
Werner E J Schulz
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Re: Literatur von den Inseln

Beitrag von Werner E J Schulz »

Suse schrieb: bist selbst doch auch nur ein Besucher und nicht dort geboren.

"nicht dort gerboren" ist richtig. Aber: Niemand auf den Seychellen gehoert da eigentlich hin. Die eigentlichen "Seychellois" sind die Schildkroeten, Krokodile und ein paar Affen, vielleicht. Der Rest ist zugewandert. Manche fueher, manche spaeter ... Ich vor fast einem halben Jahrhundert, und es kommen immer noch welche! Einen Unterschied sollte man machen zwischen denen, die als Gluecksritter erscheinen, um einen "quick buck" zu machen und dann wieder verschwinden und mit Dreck werfen, wenn es nicht geklappt hat, und denen, die eine neue Haeimat gefunden haben.
WS
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Suse
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Re: Literatur von den Inseln

Beitrag von Suse »

Werner E J Schulz hat geschrieben: 17 Jan 2021 16:22 Suse schrieb: bist selbst doch auch nur ein Besucher und nicht dort geboren.

"nicht dort gerboren" ist richtig. Aber: Niemand auf den Seychellen gehoert da eigentlich hin. Die eigentlichen "Seychellois" sind die Schildkroeten, Krokodile und ein paar Affen, vielleicht. Der Rest ist zugewandert. Manche fueher, manche spaeter ... Ich vor fast einem halben Jahrhundert, und es kommen immer noch welche! Einen Unterschied sollte man machen zwischen denen, die als Gluecksritter erscheinen, um einen "quick buck" zu machen und dann wieder verschwinden und mit Dreck werfen, wenn es nicht geklappt hat, und denen, die eine neue Haeimat gefunden haben.
WS
Das ist Haarspalterei. "Zugewandert" ist auch ein gewaltiger Euphemismus dafür, daß der weitaus größte Teil der Vorfahren derer, die sich heute (wie ich finde zu Recht) Seychellois nennen, dorthin verschleppt wurde.

Der Rest Deiner Beschreibung trifft auf den Autoren dieses Buches auch nicht zu. Da gäbe es ganz andere, an die Du diese Worte richten müßtest. Aber deren Bücher stelle ich hier auch nicht vor. :wink:
Werner E J Schulz
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Re: Literatur von den Inseln

Beitrag von Werner E J Schulz »

... damit ist ja mal wieder alles geregelt!
Schoenen Abend!
WS
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Suse
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Re: Literatur von den Inseln

Beitrag von Suse »

Werner E J Schulz hat geschrieben: 17 Jan 2021 16:53 ... damit ist ja mal wieder alles geregelt!
Schoenen Abend!
WS
Dir auch.

Übrigens, Deine Drohnenvideos habe ich auch mal vorgestellt, die sind super. Aber der Thread ist schon wieder raus.
Werner E J Schulz
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Re: Literatur von den Inseln

Beitrag von Werner E J Schulz »

Guten Tag, Suse,
Wenn erlaubt, ein persoenliches Anliegen:
Ich habe etwas geschrieben, das auch mit den Seychelles zu tun hat - natuerlich.
Ich hadere mit mir, ob ich das veroeffentlichen will, oder nur fuer die Nachfahren hinterlasse.
Verwandte und Freunde haben es gelesen. Die Kommentare sind entsprechend: verwandtschaft- und freundlich.
Waerest du bereit, es zu lesen und mir eine Empfehlung re "public interest" etc. zu geben?
Unter welchen Bedingungen, bitte?
Laenge: 66,000 Woerter ...
Ich weiss ja nichts von dir, oder ueber dich, und was du eventuell beruflich tust, habe aber den Eindruck, dass du das gut koenntest.
Freue mich auf eine Atwort,
Werner Schulz
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Suse
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Re: Literatur von den Inseln

Beitrag von Suse »

Werner E J Schulz hat geschrieben: 03 Mär 2021 07:59
Freue mich auf eine Atwort,
Du hast eine PN.

Gruß,

Suse
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Re: Literatur von den Inseln

Beitrag von Suse »

Ein Buch zur gefährdeten Créolité der Seychellen:

http://www.seychellesnewsagency.com/art ... +larchipel.

Ist ein relativ schmales broschiertes Heft mit 122 Seiten, das sich mit der Geschichte der Seychellen, der kulturellen Entwicklung der kreolischen Bevölkerung sowie im Kontext der Bedrohung durch Krisensituationen wie in der gegenwärtigen Pandemie beschäftigt.

Man kann auf amazon.fr relativ weit ins Buch hineinlesen, es existiert aber nur eine französische Version. Das Anliegen des Buches erschließt sich mir aus dem bis jetzt gelesenen Text noch nicht richtig. Ich glaube nicht, daß die kulturelle Identität der Seychellen während der Pandemie in höherem Maße bedroht ist als wärend der Invasion durch Touristen und internationale Investoren, die das Land nach ihren Vorstellungen umkrempeln möchten. Eher im Gegenteil.

Falls es jemand liest, wäre es schön, wenn er/sie/divers hier berichtet.
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Suse
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Re: Literatur von den Inseln

Beitrag von Suse »

Suse hat geschrieben: 16 Nov 2020 11:05 Seltsame Koinzidenz der Ereignisse. Heute lese ich vom Tod Ron Gerlachs und taggleich erscheint ein Buch einer seiner quasi Wegbegleiterinnen in den 70er Jahren auf Mahé.

http://m.seychellesnewsagency.com/view_ ... xsIITkIEKE

Ich habs natürlich direkt bestellt, wenn ich es gelesen habe, stelle ich es hier vor. Die ganzen Bücher von Ron Gerlach hab ich ja auch, eigentlich wollte ich die ja erst hier vorstellen, wenn ich mal nach Silhouette fahre, weil ich vorhatte, sie dann noch mal zu lesen, aber das kann ja noch dauern und dann paßt das ja jetzt zusammen. So nach und nach verlassen uns ja die ganzen Originale, die die Seychellen mit geformt haben, und man hat ja gesehen, was passieren kann, wenn sich ein Schmierfink mit seinen unegalen Fingern daran macht, sich an ihren Lebenserinnerungen zu bereichern.
So, nun habe ich das oben erwähnte Buch zuende gelesen. Den Titel habe ich seinerzeit gar nicht erwähnt, sondern nur den Artikel verlinkt. Also, es geht um

Our seven years in Paradise

von Kathy de Smidt. Broschiertes Buch mit 261 Seiten, englische Sprache, im Selbstverlag herausgegeben, über Amazon zu beziehen.

https://www.amazon.de/Our-Seven-Years-P ... 184&sr=8-1

Kathy de Smidt war keine Wegbegleiterin von Ron Gerlach. Zu dieser Einschätzung war ich gekommen, da ich sie und ihren Ehemann aufgrund der in der Kurzbeschreibung angegebenen Beschäftigung als Töpfer fälschlich der seinerzeit in den siebziger Jahren auf den Seychellen lebenden Gruppe von Künstlern zugeordnet hatte, zu denen man auch Ron Gerlach in seiner prä-Silhouette-Zeit, Tom Bowers, Barbara Jenson, Peter Sellers, George Harrison und Michael Adams zählen durfte.

Realiter war es ganz anders, und es ist nicht schädlich, dies vor der Lektüre zu wissen. Kathy de Smidt und ihr Mann sind christliche Missionare aus Südafrika und im Auftrag einer Freikirche auf die Seychellen gekommen. Daraus ergibt sich in logischer Konsequenz, daß kirchliches Geschehen, die Querelen der einzelnen Kirchen untereinander, aber auch die konfessionsübergreifende Projektarbeit einen großen Raum im Buch einnehmen. Es ist nicht uninteressant zu lesen, wie Missionsarbeit organisatorisch läuft, wessen Zustimmung man benötigt, um in einem bestimmten Land Gutes tun zu dürfen, aber für an Kircheninterna nicht interessierte Leser wird dies eventuell einen zu großen Anteil haben; zum anderen ist alles, was geschieht, ja zwingend mit dem eigentlich nicht übersetzbaren Begriff des "to disciple" der Menschen verknüpft, sie zu Jüngern Christi zu machen. Dies geschieht auf vielfältige Weise, die man allerdings ganz gut ertragen kann, wenn man sich erinnert, daß die Seychellen ja nicht Polynesien sind, wo die Menschen ihrer Kultur beraubt wurden, sondern bereits zuvor katholisch waren, und dies, wenn man so will, von Anbeginn an. Wie immer muß man sich bewußt machen, daß man Bücher, die ihren Zeitpunkt in der Vergangenheit haben, nicht nach heutigen Maßstäben messen kann, sonst kann man es eben nicht lesen.

Weshalb die Töpfer-Kooperative in den späten 70er Jahren überhaupt ins Leben gerufen wurde, hat mit der sozialistischen Regierung zu tun, die der Bevölkerung eine größere Vielfalt an Berufsbildern abseits des Tourismus ermöglichen wollte, die eben nicht in klassisch konkurrierender kapitalistischer Marktwirtschaft, sondern in Kooperativen ausgeübt werden sollten. Die Verknüpfung mit dem christlichen Gedanken hatte hier eher mit dem Know-how zu tun, das auf diese Weise kostenlos ins Land kam, denn Töpferei war auf den Seychellen zuvor so gut wie unbekannt. Und so sind die de Smidts nicht ausschließlich Missionare, sondern vor allem Beobachter der politischen Entwicklung, die nicht nur ihre Kooperative, sondern vor allem das Leben der Einheimischen zunehmend auch negativ beeinflußte. Trotzdem kommen auch schöne Alltagserlebnisse auf den vom Tourismus fast noch unberührten Seychellen nicht zu kurz, und man lernt nebenbei einiges über das Töpfern. Als Angehörige eines seinerzeitigen Apartheids-Staates waren die Möglichkeiten der de Smidts zu aktivem Handeln abseits des Kirchengeschehens ohnehin eingeschränkt.

Kathy de Smidt sagt, sie sei vor allem durch die Verfolgung der Fernsehaufzeichnungen der durch den damaligen Präsidentschaftskandidaten Ramkalawan initiierten Sitzungen der "Truth and Reconciliation Commission", durch die das vielen Seychellois in den Zeiten des Einparteienstaates angetane Unrecht öffentlich aufgearbeitet wird, angeregt worden, das Buch zu schreiben. Dadurch, daß Kathy de Smidt neben ihren eigenen Erinnerungen auch die ihrer Familienangehörigen und einiger Mitstreiter, vor allem Seychellois, in Form von Briefen und persönlichen Aufzeichnungen in das Buch integriert, entsteht ein recht plastisches Bild der damaligen Geschehnisse, auch aus Sicht der Betroffenen, als junge Menschen auf den Seychellen in abgelegenen Bildungseinrichtungen erzogen wurden, um sie der Einflußnahme der Eltern zu entziehen, die den wahren sozialistischen Gedanken hätten verwässern können. Welche Tragödien sich da abgespielt haben, macht das Buch deutlich und wird dadurch zu einem neben dem ganzen Kirchengedöns wirklich lesenswerten Zeitdokument.

Das Buch ist in leicht verständlichem Englisch geschrieben.
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Suse
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Re: Literatur von den Inseln

Beitrag von Suse »

Das wird eine Herausforderung:

http://www.seychellesnewsagency.com/art ... ance+abuse

Kurzgeschichten auf Kreol, wenn Büchersendungen von den Seychellen endlich mal wieder funktionieren, werde ich mich daran wagen. :bounce:
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CarlMarx
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Re: Literatur von den Inseln

Beitrag von CarlMarx »

Velen Dank, es war hilfreich.
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Suse
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Re: Literatur von den Inseln

Beitrag von Suse »

Zum 250jährigen Inselgeburtstag dieses Jahr konnte es ja umständehalber nicht so viele Feiern geben, wie man sich das vorgestellt hatte, aber jetzt gibt es noch einen schönen Nachtrag: Ein in Zusammenarbeit verschiedener Autoren entstandener Band "History of Seychelles - from its Origins to Present Day".

Leider wird das Buch nicht wirklich gezeigt, als der Präsident es signiert, kann man aber kurz sehen, daß es auch innen offenbar sehr aufwändig gestaltet ist.

Die Laudatio hält so ab Minute 2:00 ungefähr Glynn Burridge, von dem ich in diesem Thread ja vermutlich schon genügend geschwärmt habe. Da er, wie man der Rede entnehmen kann, an der Entstehung des Bandes beteiligt war, dürfte es auch inhaltlich gut sein.

Was es kostet, wird nicht erwähnt, bislang gibts wohl auch erst ein paar Exemplare für ausgewählte Persönlichkeiten. Ich habe, wie immer, starke Zweifel, daß man es von Europa aus wird bestellen können, da wird das nächste Mal vielleicht wieder Platz im Koffer gelassen werden müssen, aber erstmal würde ich es sowieso durchblättern wollen.


https://www.facebook.com/sbc.sc/videos/516434062967287
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Suse
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Re: Literatur von den Inseln

Beitrag von Suse »

Kürzlich erschienen:

Was man im Kopf hat, kann einem keiner nehmen von Werner EJ Schulz.

https://www.amazon.de/Kopf-kann-einem-k ... 344&sr=8-1

Karl Köhler, in der Nachkriegs-DDR aufgewachsen, flieht mit Mutter, Geschwistern und Großvater in den Westen. Fluchtursache ist die Mutter, die als das System hinterfragende Lehrerin die Autorität des sozialistischen Regimes zu spüren bekommen hat, während Karli, kaum dem Kindesalter entwachsen und von der Idee der Klassenlosigkeit geprägt, Schwierigkeiten hat, die Standesunterschiede der westlichen Konsumgesellschaft und später die fehlende Durchlässigkeit der beruflichen Hierarchien zu akzeptieren, bis er schlußendlich mit den Seychellen eine neue Heimat und die persönliche Freiheit findet, die er gesucht hat.

Es erschließt sich natürlich schnell, daß Karl Köhler, der Protagonist, niemand anderes ist als der Autor selbst. Die erzählerische Distanz, die der Verfasser zu seiner eigenen Biografie durch die Erschaffung eines quasi alter ego entstehen läßt, tut der Erzählung gut. Karl Köhlers nicht immer geradliniger Lebensweg wird mit viel trockenem Humor und ohne die bei einer Ich-Erzählweise häufigen Rechtfertigungen und Nabelschauen geschildert.

Werner EJ Schulz, der in den 70er Jahren zur Zeit des Flughafenbaus auf die Seychellen ausgewandert und inzwischen eingebürgert ist, hat die Entstehung des Tourismus auf den Inseln somit von Anfang an miterlebt und sicher auch ein Stück weit mitgestaltet, und kann vermutlich noch weit mehr skurrile, witzige und teilweise auch enttäuschende und nervenaufreibende Anekdoten schildern, als im Buch Platz gefunden haben.

Das Buch ist somit keine Auswandererbiografie wie viele andere; lesenswert auch für diejenigen, die sich eventuell mit dem Gedanken einer Auswanderung auf die Seychellen tragen und vielleicht eine falsche Vorstellung davon haben, wieviel Anpassungs- und Durchhaltevermögen, Flexibilität und Resilienz es bedarf, um im vermeintlichen Paradies dauerhaft Fuß fassen zu können.

Das Buch ist bei Amazon zu beziehen, Link siehe oben. Broschierte Ausgabe, ca. 300 Seiten.
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