Dschungelcamp an der Datumsgrenze

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Suse
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Re: Dschungelcamp an der Datumsgrenze

Beitrag von Suse » 26 Jun 2019 00:26

Der Tag ist zwar nicht sonnig, aber dennoch drückend schwül und wir freuen uns, daß wir jetzt den Programmpunkt erreichen, der der Grund dafür ist, daß wir schon den ganzen Tag unsere Badesachen unter der Kleidung tragen - die Anahulu Caves. Eine Kalksteinhöhle im Korallengestein mag etwas Besonderes sein, als Höhle an sich sind die Anahulu Caves bei weitem nicht so beeindruckend wie vieles, was man zum Beispiel Harz sehen kann. Den Reiz macht der unterirdische See aus, in dem man schwimmen darf.

Die Höhle befindet sich auf einem Privatgrundstück, noch vor ein paar Jahren mußte man vor dem Betreten beim Besitzer um Erlaubnis ersuchen. Inzwischen steht er selbst dort und hält die Hand auf. Mit 15 Pa’anga will er kein Vermögen, außerdem ist seither für ausreichend Beleuchtung gesorgt und man muß nicht mehr im Schein selbst mitgebrachter Taschenlampen über die glitschigen Felsen klettern. So erfahren wir auch gleich am Eingang, daß außer uns heute niemand da ist und wir den See ganz für uns haben.

Das wiederum ist nun zumindest für mich etwas ganz Besonderes. Während der Mann schon in Höhlen getaucht ist, habe ich in einem unterirdischen See noch nicht mal einen Zeh ins Wasser gehalten. Das wird sich heute ändern. Wir sind ruckzuck in Badesachen und im See. Es ist kühl, aber nicht kalt, und glasklar, und schmeckt hervorragend. Während wir uns in der Stille treiben lassen, kein Geräusch, außer dem leisen Plingplong gelegentlicher Wassertropfen, die emsig an den Stalaktiten arbeiten.


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Als wir aus der Höhle kommen, sind wir erfrischt und hungrig. Die Frage nach einem Imbiß irgendwo überfordert den armen Kautai ein bißchen, es scheint, daß er es gewohnt ist, daß seine Gäste im Hotelrestaurant essen. Wir hätten lieber irgend ein Dorflokal, wo der Einheimische sich den Bauch vollschlägt. Sowas ist gar nicht so einfach zu finden, in Tonga ißt man üblicherweise zuhause. In Nuku’alofa gibt es Restaurants und Imbißbuden, aber hier, auf dem Land, weit entfernt von der Hauptstadt – Fehlanzeige. Schließlich fällt uns der Flughafen-Diner ein, den wir im Vorbeifahren schon mehrmals passiert haben. Authentisches tonganisches Essen bekommt man hier zwar auch nicht, dafür voluminöse Cheeseburger und eiskalte Cola, auch gut. Während wir mampfen, überlegt Kautai sich den weiteren Verlauf der Route. Wenn man bedenkt, für welche Preise man bei anderen Guides eine Dreistunden-Tour bekommt, haben wir mit ihm einen Volltreffer gelandet. Kautai ist unermüdlich, man hat auch nicht das Gefühl, daß er einfach nur eine gute Dienstleistung erbringen möchte, es scheint ihm daran gelegen zu sein, uns seine Heimatinsel möglichst detailliert zu zeigen, die nach allem, was wir bis jetzt gesehen haben, ja von den Göttern auch wunderschön gestaltet ist.

Neben ein paar Vokabeln und Felsenzeichnungen teilen sich die Völker Polynesiens ja vor allem die Sagenwelt. Während Gott Tangaroa für die groben Arbeiten zuständig war – das Fischen der Inseln aus dem Ozean und das Heben des Himmels, damit die Menschen aufrecht darauf herumgehen konnten, war für die Feinarbeiten ein Halbgott zuständig, der jedem vertraut ist, egal, ob er bereits einmal die Südsee besucht hat, oder nicht: Maui.

Wenn man es recht überlegt, war Maui allerdings eher ein schlecht erzogener Dauerpubertierender mit fehlender Impulskontrolle, denn die meisten der geologischen Besonderheiten hier und auf anderen Inseln sind schlicht Folgen seiner maßlosen Wutanfälle.

Der Tsunami-Rock, für Menschen, die nicht an Göttersagen glauben, einfach nur der Beweis für die unvorstellbaren Kräfte der Plattentektonik und des Ozeans, für alle anderen ein Felsbrocken, den Maui, der der Sage nach auf Eua lebte, nach einem Hahn warf, dessen Krähen ihn störte.

Der ungefähr 10 Meter hohe Felsen, der vor mehreren tausend Jahren vermutlich durch eine von einem Vulkanausbruch ausgelöste Tsunamiwelle an Land geworfen wurde, hat noch sechs weitere Kollegen, die sich alle entlang der Westküste Tongatapus befinden. Auf der flachen Insel sind sie nicht weit gerollt, sondern nah der Küste liegengeblieben, wo sie von den Einheimischen begeistert als Ausguck und Versteck genutzt wurden. Durch Erosion haben sich an der Unterseite des Felsens Kavernen gebildet, in denen in grauer Vorzeit, als es noch kein Corned Beef in Dosen gab, Kannibalen gehaust haben sollen.


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Als wir auf dem Boden knieen, um mit leichtem Gruseln in die Höhlen hineinzuschauen, fällt auf, daß der Boden um den Felsen herum dicht an dicht mit kleinen Mimosenpflanzen bewachsen ist, es ist ein richtiger Teppich. So etwas habe ich noch nie gesehen und mich wundert, daß das Betreten durch Besucher und die Last der Autos den sensiblen Pflanzen nicht schaden.

Hufangalupe, eine natürliche Landbrücke im Süden Tongatapus, geht ebenfalls auf Mauis Konto. Nicht nur hier, auch auf Eua, wo es eine ganz ähnliche Felsformation gibt, tobte er sich mit einem Speer aus und bohrte erzürnt Löcher in die Felsen. Es ist nicht überliefert, was diesmal seinen Zorn erregte, aber da Hufangalupe „Das Taubentor“ bedeutet, kann man es wohl vermuten. Wenn man so darüber nachdenkt, ist Mauis Verhalten vielleicht doch gar nicht so ungewöhnlich. Von Nachbarn, die auf krähende Hähne und gurrende Tauben aggressiv reagieren, kann manch ein Landwirt ein Lied singen, dessen Dorf sich ein schickes Neubaugebiet zugelegt hat.

Der Hufangalupe liegt versteckt zwischen Feldern und wäre ohne Kautais Ortskenntnisse nicht zu finden gewesen. Wir lassen das Auto stehen und wandern die schmalen Pfade im Gänsemarsch entlang. Die Aussicht durch das Taubentor ist beeindruckend, die Wellen schlagen tosend unter der Landbrücke durch. Die soll übrigens stabil sein, auch Autos können sie überqueren. Wir gehen aber zu Fuß und können nochmal den grandiosen Ausblick über die gesamte Westküste Tongatapus genießen. Ganz klein in der Ferne erkennen wir das zerstörte Gebäude des Keleti Resorts.


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Auf dem Rückweg zum Auto biegt Kautai in einen Seitenweg ab. Er will uns etwas zeigen, daß die meisten anderen Guides unter den Tisch fallen lassen, es sei etwas Besonderes, ein einsamer Strand, nur vom Wasser aus erreichbar.

Ich muß sicher nicht lange erläutern, was diese Worte auf jemanden, der lange vor der Zeit der Marron-Guides mit Drahtbürsten über La Digue gezogen ist um Wegweiserpfeile vom Granit zu schrubben, für eine Wirkung haben. Wir haben kaum einen Blick in die tief unter uns liegende Bucht mit dem tatsächlich traumhaft schönen Strand geworfen, als es schon hinter der Minolta hervormurmelt: Gibt’s da einen Weg hin? Kann man da runter?

Dummerweise fällt das bei Kautai auch noch auf fruchtbaren Boden. Wisse er nicht, sagt er, er selbst sei noch nicht dort unten gewesen, müsse man mal ausprobieren, er werde mal überlegen, aber wenn wir nächstes Jahr nochmal wiederkämen, dann könne man ja mal gemeinsam versuchen... Na ganz großartig.


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Re: Dschungelcamp an der Datumsgrenze

Beitrag von Klara » 26 Jun 2019 08:43

Suse hat geschrieben:
26 Jun 2019 00:26
So erfahren wir auch gleich am Eingang, daß außer uns heute niemand da ist und wir den See ganz für uns haben.
Das toppt ja noch den Upgrade im Hotel. Einfach toll. Allein in so einer Höhle schwimmen muss ein ganz besonderes, unvergessliches Erlebnis sein, da könnte bei mir fast ein Hauch von Neid aufkommen, aber durch euren Beicht kann ich ja auch mitgenießen :wink:
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Suse hat geschrieben:
26 Jun 2019 00:26
Während wir mampfen, überlegt Kautai sich den weiteren Verlauf der Route. Wenn man bedenkt, für welche Preise man bei anderen Guides eine Dreistunden-Tour bekommt, haben wir mit ihm einen Volltreffer gelandet. Kautai ist unermüdlich, man hat auch nicht das Gefühl, daß er einfach nur eine gute Dienstleistung erbringen möchte, es scheint ihm daran gelegen zu sein, uns seine Heimatinsel möglichst detailliert zu zeigen, die nach allem, was wir bis jetzt gesehen haben, ja von den Göttern auch wunderschön gestaltet ist.
Klar doch, mit einem Team wie euch, informiert, wißbegierig und begeisterungsfähig muss das dem Guide doch einfach ein Vergnügen sein.
Danke + LG
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Re: Dschungelcamp an der Datumsgrenze

Beitrag von foto-k10 » 26 Jun 2019 17:58

Und ich dachte, nach den Purzeln ist Schluß ...
Stattdessen wilde Küstenabschnitte und unheimliche Höhlen :shock:
wie genial muß das sein, direkt neben den Blowholes herumzuschnorcheln.
Genial?
Ich würde es eher als lebensmüde bezeichnen.

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Re: Dschungelcamp an der Datumsgrenze

Beitrag von Suse » 26 Jun 2019 23:54

foto-k10 hat geschrieben:
26 Jun 2019 17:58
Und ich dachte, nach den Purzeln ist Schluß ...
Stattdessen wilde Küstenabschnitte und unheimliche Höhlen :shock:
wie genial muß das sein, direkt neben den Blowholes herumzuschnorcheln.
Genial?
Ich würde es eher als lebensmüde bezeichnen.
Nee, zwei, drei Beiträge kommen noch. Und unheimlich wirds auch nochmal. :shock:

Die Blowholes vorm Keleti sind von den Pools durch eine natürliche Korallenbarriere abgetrennt. Wir haben es ja nicht ausprobieren können, aber das Schwimmen war unter Einheimischen ganz üblich.
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Re: Dschungelcamp an der Datumsgrenze

Beitrag von Suse » 27 Jun 2019 00:03

Klara hat geschrieben:
26 Jun 2019 08:43

Das toppt ja noch den Upgrade im Hotel. Einfach toll. Allein in so einer Höhle schwimmen muss ein ganz besonderes, unvergessliches Erlebnis sein,
Das war es auch. Diese Stille und dieses klare Süßwasser, herrlich. :D
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Re: Dschungelcamp an der Datumsgrenze

Beitrag von Frenki » 27 Jun 2019 22:51

Suse hat geschrieben:
27 Jun 2019 00:03
... herrlich. :D
Herrlich ist das hier:


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[/quote]


Pappa ante portas!


Vielen Dank für die tiefen Einblicke! Mehr! Weiter! ... :bounce:

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Re: Dschungelcamp an der Datumsgrenze

Beitrag von Suse » 28 Jun 2019 23:34

Nachdem wir die Südspitze Tongatapus umrundet haben und uns entlang der Ostküste wieder Richtung Nuku’alofa bewegen, passieren wir den Ha‘amonga'a Maui, „die Last, die nur von zwei Männern getragen werden kann“. Wer nun auf die nächste Eskalationsgeschichte Mauis wartet, wird enttäuscht, denn tatsächlich soll er hier einmal etwas Konstruktives getan und die gewaltigen Steinquader des Stonehenge von Tonga, wie der Trilithon gern genannt wird, ganz allein in einem Kanu herantransportiert und errichtet haben. Warum er das getan hat, das weiß niemand sicher. Manche würden gern die Parallele zu Stonehenge ziehen und sagen, daß der Ha‘amonga'a als astronomischer Kalender gedient haben soll, aber wahrscheinlicher ist, daß es sich um einen Versammlungsplatz oder Eingang eines Königspalastes gehandelt hat.

Durch den Torbogen hindurch erkennt man am Ende des Platzes den „Maka Faakinanga“, den Stein des Königs, an den selbiger sich lehnte, wenn er das Wort ans Volk richtete, um vor möglichen Attentätern geschützt zu sein. Weshalb die Untertanen hinterrücks solcherlei Boshaftigkeiten vorgehabt haben könnten, erklärt sich, wenn man weiß, daß der Name des Königs, dem die Errichtung des Trilithons zugeschrieben wird, sich mit „König, der in die Kniekehlen schlägt“ übersetzt. Sie waren nicht sehr nett zueinander, die antiken Tonganer.


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Da in Tonga tiefergehende Untersuchungen an antiken Gebäuden oder anderen Stätten nur sehr zögerlich zugelassen werden, kommt die Forschung nicht wirklich voran. Dies gilt insbesondere für die Langi, die Königsgräber, gewaltige pyramidenartig angeordnete Quadrate aus Korallenblöcke, die sich entlang der Ostküste Tongatapus aufreihen. So weiß man bisher lediglich, daß jede einzelne Ecke der Steinquadrate einen perfekten 90 Grad-Winkel bildet, was unter Archäologen als Besonderheit gilt. Man weiß nicht, wie sie es angestellt haben, aber Kautai ist sichtlich stolz auf die architektonische Leistung seiner Vorfahren.

Wir selbst sind ein bißchen abgelenkt, denn zwischen den breiten Grabpyramiden tummelt sich eine Gruppe Tonganer, die bereits intensiv etwas Hochprozentigem zugesprochen haben. Über einige, die bereits ihren Rausch ausschlafen, müssen wir fast hinwegsteigen, andere arbeiten noch daran und torkeln herum. Es ist das erste und auch einzige Mal, daß mir eine Begegnung mit Tonganern unangenehm ist, was vor allem daran liegt, daß sie doch ziemlich viele sind und wir nur zu dritt. Kautai ist aber ganz entspannt und meint, sie seien harmlos, womit er vermutlich recht hat, denn aufdringlich sind sie überhaupt nicht. Trotzdem kann ich die Königsgräber nicht so recht würdigen, habe immer ein halbes Auge bei der gröhlenen Truppe und bin schon ein bißchen erleichtert, als wir mit all unseren Habseligkeiten wieder im Auto sitzen.

Obwohl Kautai nun schon den ganzen Tag mit uns unterwegs ist, willigt er sofort ein, am Stadtrand von Nuku’alofa mit uns in einer Seitenstraße zu halten, in der ich etwas suche, das neben all den Altertümern, die wir heute gesehen haben, tatsächlich auffallend allein für das moderne Tonga steht.

Auf Vava’u, wo es, wie man uns sagte, touristischer zugehen soll, als hier im Süden, soll es vereinzelt Künstler geben, die auf Hausbooten und anderen unkonventionellen Unterkünften ein Aussteigerleben führen. Hier auf Tongatapu scheint es neben traditionellem Kunsthandwerk wenig Raum für Kreativität zu geben, zumindest auf den ersten Blick. Es gibt sie aber sehr wohl, die jungen Künstler, die sich mühsam gesellschaftliche Anerkennung erkämpfen.

Anders, als es sich die ersten Besucher Ozeaniens vorstellten, bestand das Leben auf pazifischen Inseln noch nie aus Müßiggang in einer freigiebigen Natur, die Raum zur Entfaltung und freien Liebe ließ. Wenig durchlässige Gesellschaftsstrukturen, die von jeher auf einem Erbadel beruhten, und knappe Ressourcen bedeuteten vor allem für junge Menschen ärmerer Gesellschaftsschichten ein fremdbestimmtes Leben voller Restriktionen.
Im Gegensatz zu anderen Ländern Polynesiens, die längst einen westlichen Lebensstil angenommen haben, wird die traditionelle Lebensweise in Tonga zum einen durch die Machtposition der Königsfamilie und zum anderen durch den Einfluß der Kirchen gestützt, die jede auf ihre Weise daran interessiert sind, ihre Privilegien zu erhalten.

Die Tonganer, so schrieb ich anfangs, scheinen es zufrieden zu sein, doch dies stimmt nur bedingt. Wie überall, wo durch Kontakte oder eigene Aufenthalte im Ausland eine Vorstellung von einer anderen, gleichberechtigteren Gesellschaftsform entstehen, formierte sich auch unter den jüngeren Tonganern Widerstand gegen die Vormachtstellung der Herrschenden. Und genauso wie überall dort, wo jeglicher Widerspruch unterdrückt wird, kam es auch in Tonga irgendwann zur Explosion.

Vor ein, zwei Generationen, als Reisen in ferne Länder nur wenigen Privilegierten vorbehalten waren, prägte vor allem einer das Bild Tongas in den Köpfen der Deutschen: König Toupou IV, der sprichwörtlich dicke Freund von Kanzler Kohl, der einzige, dem es gelang, neben der Bundesbirne optisch nicht vollkommen unterzugehen. Er war ein bekennender Freund Deutschlands, liebte Bismarck und die Deutschen allgemein und nutzte seine Besuche in Hamburg zu einem öffentlichen Aufruf, sie seien alle eingeladen, sich in Tonga niederzulassen. Und es kamen tatsächlich einige, die den Grundstein legten für die zahlreichen von Deutschen gegründeten Gästehäuser und Hotels.

Was vermutlich im Ausland niemand wußte, war, daß der nette dicke König und vor allem sein Sohn, bei dem es offenbar ebenso an elterlicher Aufsicht im Kinderzimmer gemangelt hatte wie bei Maui, ihre Untertanen gern als Dreckfresser bezeichneten, sich von ihnen die Füße küssen oder selbige bei offiziellen Feierlichkeiten sogar bequem auf dem Rücken der Bauernkinder abzulegen pflegten. 2006 hatten die Tonganer dann genug.

Es begann harmlos. Sie kamen mit großen Dosen ihres Lieblingsessens, Corned Beef, und warfen mit dem Inhalt um sich, als Zeichen des Protests. Sie campierten neben dem Palast, forderten Reformen und weigerten sich, nach Hause zu gehen. Der König ersuchte um militärische Unterstützung im Ausland. Australien und Neuseeland schickten Truppen, die zunächst den Flughafen unter Kontrolle brachten, um die neuseeländischen Botschaftsangehörigen und eine Handvoll Touristen auszufliegen. Nuku’alofa jedoch war nicht mehr zu retten, denn die Tonganer hatten sich von Corned Beef auf Molotow Cocktails verlegt. 80 % der Gebäude brannten nieder, zahlreiche Plünderungen chinesischer Einzelhändler waren zu verzeichnen, 8 Tote zu beklagen.

Im Nachhinein wird es gern so dargestellt, als hätten die Aufstände vor allem einen fremdenfeindlichen Hintergrund gehabt. Mag sein, daß auch solcherart Motivierte unter den Aufständischen waren, wahrscheinlicher ist, daß im Zuge der Unruhen mehrfach die Gelegenheit zu Plünderungen der Chinesenshops genutzt wurde. Denn die Forderungen der Menschen waren ganz klar andere: Sie wollten demokratische Wahlen und eine Beschneidung der Machtbefugnisse des Königs.

Einige wenige Reformen hat es dann auch gegeben. So stellen inzwischen demokratisch gewählte Volksvertreter über die Hälfte der Parlamentsabgeordneten, den Rest allerdings immer noch automatisch Angehörige der Adelsfamilie. Ebenso hat der König weiterhin die Befehlsgewalt über das Militär, das Vetorecht bei Gesetzeserlassen und vor allem das Recht, Richter zu ernennen; von einer wirklichen Gewaltenteilung kann somit nicht die Rede sein.

Nicht jeder junge Tonganer kann oder will sein Glück im Ausland versuchen. Eine Möglichkeit, mit den Beschränkungen des Alltags und der Fremdbestimmtheit umzugehen, ist auch hier oftmals Drogengebrauch mit allen damit einhergehenden Konsequenzen. Andere Ventile scheint es für die tonganische Jugend kaum zu geben. Keine Subkulturen, kaum Raum für individuelle Entfaltung. Zumindest nicht mehr seit letztem Jahr.

Die Graffiti hier in Havelulotu, einem Vorort im Süden von Nuku’alofa, sind das Werk der Seleka Art Initiative, deren Gründer, Tevita Latu, bereits 2006 zu den Protestierenden gehörte und seither mit seinen subversiven Aktionen von der Regierung mehr oder weniger toleriert wird. Bis 2018, als auch das Haus der Seleka Künstlergemeinschaft durch Gita zerstört wurde, organisierte man dort einfallsreiche interaktive Kunstprojekte wie beispielsweise einer geheimen Kammer, in der Tonganern in der Anonymität des vollkommen abgedunkelten Raums die Möglichkeit gegeben wurde, ihren Frust an die Wände zu schreiben.

Die hiesigen Graffiti an den Mauern der örtlichen Mittelschule sollen das Bewußtsein der Bevölkerung für einen gesünderen Lebensstil wecken und stellen Tangaroa im Zwiespalt zwischen dem ursprünglichen polynesischen Lebensstil und den westlichen Einflüssen dar. „Wähle ein gesundes Leben“ übersetzt mir Kautai dann auch den Wahlspruch in der Mitte.

Das ist zwar insofern ein bißchen witzig, als bekannt ist, daß die Mitglieder der Sekala Art Initiative gern große Mengen Kava tranken, das sie stilecht in einer Kloschüssel anrührten (Seleka ist ein Anagramm des tonganischen Wortes für Toilette), aber ganz sicher wären Graffiti mit einem aufrührerischeren Inhalt im Rahmen eines offiziell von der Pazifischen Gemeinschaft geförderten Kunstprojektes wie diesem nicht möglich gewesen.

Vermutlich ist es überhaupt nur dem Protektorat der einflußreichen länderübergreifenden Instanz zu verdanken, daß die Gruppe sich hier verewigen durfte. Und immerhin ist es eine traditionelle polynesische Gottheit, die hier sprechen darf, und nicht Jesus oder ein Mormonenprophet. Das Spannungsfeld, in dem ein unangepaßter Künstler sich hier bewegen muß, dürfte erheblich sein und einigen Mut erfordern.

Wer bei der Entstehung der Graffiti zuschauen möchte:

https://www.youtube.com/watch?v=F26RTlHf8G4


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Tevita Latu, der Gründer von Seleka stellt inzwischen recht erfolgreich in Fiji und Neuseeland aus.

Zurück in der Seaview Lodge sind wir randvoll mit Eindrücken und ziemlich müde. Kautai ist immer noch munter und in Gedanken schon bei morgen: Dienstag, ein normaler Arbeitstag auf Tongatapu mit entsprechendem Verkehrsaufkommen. Wir werden also früh los müssen zum Flughafen, denn es steht unser letztes Abenteuer in Tonga bevor: Eua.

Der Flug zwischen Tongatapu und Eua gilt als der kürzeste Linienflug der Welt und dauert zwischen 10 und 15 Minuten. Die Maschinen sind winzig, so daß wir nur 10 Kilo Freigepäck pro Person haben dürfen. Den Vormittag bringen wir also damit zu, wieder einmal alles Überflüssige auszusortieren und die notwendigen Dinge in einen gemeinsamen Koffer zu stopfen.

Der Flug verspricht spannend zu werden. Das Wetter hat sich leider nicht mehr berappelt, es ist bewölkt und ziemlich windig. Beim Wenden auf der Startbahn quietschen die Räder der Maschine so gräßlich, daß wir uns fragen, wie das bei der Landung werden soll.

Zu sehen gibt es auch nicht viel, anstelle des Anblicks der grünen, waldreichen Insel nur graue Wolken und Regentropfen, die am Fenster hin- und herhüpfen, während wir ordentlich durchgerüttelt werden. Bei der Landung werden dann sogar die fröhlichen Tonganer still. Die Bremsen quietschen wie verrückt und es fühlt sich auch ein bißchen an wie Aquaplaning, als wir die Landebahn entlangsausen. Irgendwann kommen wir mit einem Ruck zum Stehen, kollektives Aufatmen und alle quetschen sich erleichtert aus der Maschine.

Wenn der Flughafen von Lifuka schon klein war, hat der von Eua nur noch die Optik und Ausmaße einer Tankstelle. Geschmückt sind die Wände mit großformatigen Fotografien von Euas Landschaftlichen Schönheiten. Da unser Koffer als letzter entladen wird, haben wir genügend Zeit sie zu betrachten.


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So ganz anders soll die Insel sein als die anderen, flachen Inseln Tongas. Bergig und voller Wald, mit schroffen Felsklippen und tiefen Canyons (die natürlich einem Wutanfall Mauis zu verdanken sind).

Die Insel ist nicht nur von Natur aus so waldreich, das ist ausnahmsweise einmal einer nicht ganz so exzentrischen Geschäftsidee einer Prinzession entsprungen, die die Forstwirtschaft für sich entdeckt hatte. Aber auch wenn ein Großteil des Waldes Nutzwald ist, es gibt einen Nationalpark mit Wasserfällen, es gibt Papageien und wilde Pferde, Dinge, die es auf den anderen Inseln Tongas nicht gibt. Die Lost World, der Jurassic Park Tongas, so überschlagen sich die Beschreibungen der Menschen, die vor uns hier waren.

Wir freuen uns sehr auf das, was uns hier erwarten wird. Was uns dann tatsächlich erwartet, das verbuchen wir später als „Die Papillon-Experience“.
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Re: Dschungelcamp an der Datumsgrenze

Beitrag von mr.minolta » 28 Jun 2019 23:48

foto-k10 hat geschrieben:
26 Jun 2019 17:58
wie genial muß das sein, direkt neben den Blowholes herumzuschnorcheln.
Genial? Ich würde es eher als lebensmüde bezeichnen.
Man kann das tatsächlich gefahrlos machen!

Auf dem Foto sieht man sehr gut, wie die Korallen-Terrassen auch die stärksten Brecher aufhalten. In den Pools kommt nichts davon an. Verboten ist nur das Betreten der Felsen.

Die ganze Struktur erinnert sehr an die Marron auf La Digue. Der Pool dort ist ebenfalls durch eine Granitbarriere geschützt.


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Man sieht es und man glaubt es kaum:

Seychellen?

Aus der Traum.

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Re: Dschungelcamp an der Datumsgrenze

Beitrag von Suse » 30 Jun 2019 00:37

Auch wenn die Touristenzahlen in Tonga allgemein niedrig sind, gibt es natürlich weitaus mehr Unterkünfte, als es in unserem Reisebericht, der ja nur unser subjektives Interesse widerspiegelt, den Anschein haben mag. Auf Tongatapu existieren bereits seit den 70er Jahren ein großes Hotel und ein gehobenes Resort auf einer vorgelagerten Insel, es gibt auch auf allen anderen Inselgruppen zahlreiche, vor allem kleine, oftmals von Ausländern betriebene Gästehäuser von ganz basic bis ganz nobel. Nur Eua bildet hier eine Ausnahme.

Die großen Reiseveranstalter haben die Insel nicht im Angebot, so daß man auf Erfahrungsberichte auf TripAdvisor und anderen Portalen angewiesen ist, um zu recherchieren, wo man unterkommen kann. Obwohl die Insel über achtmal so groß ist wie La Digue, konnten wir zum Beginn unserer Reiseplanungen 2017 gerade vier Unterkünfte ausmachen, wovon eine sofort zu unserem Favoriten avancierte.

Nachdem sowohl dieses Gästehaus als auch die zweite Wahl aus den bekannten sehr traurigen Gründen nicht mehr zur Verfügung standen, hätten wir uns wohl als dritte Alternative für ein Gästehaus in der Inselmitte entschieden, das für das, was uns nun bevorstand, auch die wesentlich bessere Wahl gewesen wäre. Da wir zur Zeit der Umbuchung aber gerade auf Luahoko waren und uns somit nicht äußern konnten, sind wir nun in dem kleinen, etwas abgelegenen Deep Resort gelandet. Der Strand soll hier besonders hübsch sein, um in den Nationalpark zu kommen, ist allerdings eine Tagestour erforderlich.

Während wir noch mißtrauisch auf die Ankunft unseres Koffers warten, der zu unserer Überraschung als einziger einen Logenplatz hinter einer Luke in der Flugzeugnase erhalten hat, spricht uns unser Herbergsvater an und fordert uns auf, uns schon mal ins Auto zu setzen. Dem uns gewiesenen Wagen hat das Leben auf Eua schon erheblich zugesetzt, besonders die Windschutzscheibe sieht interessant aus. In der oberen rechten Ecke ist das Glas kreisförmig gesplittert, es sieht aus, als sei der Bruch mit irgendetwas verklebt worden, das sich in der Tropensonne ausgedehnt hat, so daß es wirkt, als stecke der Gegenstand noch darin.


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Als der Koffer an Bord ist, geht es los. Schon auf der kurzen Stichstraße, die vom Flughafen zur Hauptstraße führt, die die Insel einmal durchschneidet, sieht man, wie der Sturm Eua im vergangenen Jahr zugesetzt hat. Unser Fahrer macht nicht viele Worte, äußert allerdings sein Erstaunen darüber, daß wir erst am Samstag abzureisen gedächten und nicht, wie erwartet bereits am Freitag. Seine Frau könne uns etwas zu essen machen, nur Getränke müßten wir selbst besorgen.

Das Angebot in den Chinesenshops von Eua ist identisch mit allen anderen, die wir bis jetzt gesehen haben. Wir decken uns in weiser Voraussicht großzügig mit Getränken und Knabberzeug sowie ein paar Milchmischgetränken ein, um zur Not ein paar Tage mit knapper Verpflegung überbrücken zu können.

Im Deep Resort angekommen, zeigt er uns unsere Hütte, ein kleines, blauweiß gestrichenes Holzhaus auf Stelzen mit recht spartanischer Ausstattung. Drei Betten und ein niedriges Möbel, das anderswo vielleicht als Fernsehtisch dienen würde, machen die gesamte Einrichtung aus. Die Schiebefenster sind unverglast, aber immerhin mit intakt aussehenden Moskitonetzen versehen, so daß wir wenigstens nicht unser eigenes aufhängen müssen.


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Um 19 Uhr gebe es Abendessen unten im Haupthaus, damit läßt der junge Mann, dessen Namen wir noch immer nicht wissen, uns allein. Wir stehen ein wenig ratlos in dem kargen Raum. Daß es sehr einfach ist, ist für uns in Ordnung. Daß es so unpraktisch eingerichtet ist, stört schon eher. Kein Haken an der Wand, um etwas aufzuhängen, auch auf der Veranda keine Wäscheleine.

Die Wandflächen ziert kein einziges Bild, kein Regalbrett. Ich finde, daß Papillon es in seiner Gefängniszelle gemütlicher hatte und der Mister holt wortlos sein Smartphone heraus und hält mir ein Bild der Luxussuite unter die Nase, die wir heute morgen verlassen haben. Nachdem wir uns von unserem Lachkrampf erholt haben, müssen wir sehen, wie wir nun das beste daraus machen, denn genau wie Papillon kommen auch wir ja jetzt nicht so schnell wieder von der Insel herunter.


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Da der Wind weiter an Stärke zugenommen hat und der Regen seitlich zu den Fenstern hereinsprüht, müssen wir die hölzernen Läden schließen. Das wiederum hat den Vorteil, daß wir unbeobachtet ein paar der Schrauben aus den Fensterrahmen soweit herausdrehen können, daß sie als Kleiderhaken taugen. Die restliche Habe, die nicht im Koffer bleiben kann, reihen wir auf den ja jetzt gegen Regen geschützten Fensterbänken auf. Es könnte gemütlich aussehen, unterstreicht aber eher den Gefängniszellencharakter.


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Re: Dschungelcamp an der Datumsgrenze

Beitrag von Suse » 30 Jun 2019 00:53

Von der Außenwelt abgeschnitten sitzen wir auf den Betten. Licht spendet eine nackte Glühbirne, also immerhin haben wir Strom, so daß wir die Zeit nutzen, um Fotos zu sichten, bis es Zeit ist, zum Essen zu gehen.


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Wir sind wieder einmal die einzigen Gäste, im Haupthaus außer uns nur die Betreiberfamilie. Während wir aufs Essen warten, leistet uns unser Gastgeber Gesellschaft. Er stellt sich uns als Jacob vor und scheint inzwischen aufgetaut zu sein. Gemeinsam mit seiner Frau Aki leitet er das Deep Resort, das eigentlich seiner Tante und deren australischem Ehemann gehört. Wir fragen uns nicht zum ersten Mal, weshalb in diesem streng feudalistischen Land, in dem nicht einmal die Tonganer selbst den Grund und Boden besitzen, auf dem sie leben, so viele Palangi in den Bau von Gästehäusern investieren. Anders als in den meisten anderen Ländern der Welt, schafft hier ja nicht einmal die Eheschließung mit einem Einheimischen eine wirkliche Rechtssicherheit, denn alles Land gehört der Krone und wird auch einem Tonganer nur mittels eines Pachtvertrages zur Nutzung überlassen. Die damit einhergehenden komplizierten Erbschaftsvorgänge für die Übernahme der Pachtverträge von verstorbenen Elternteilen, oder der darauf befindlichen Gebäude beschäftigen in Tonga übrigens eine Legion von Notaren.

Daß einem Tonganer auf Lebenszeit überlassenes Land nicht an Ausländer vererbt geschweige denn verkauft werden kann, dafür hat das Land eine sehr selbstbewußte Begründung: Der Besitz tonganischen Landes geht einher mit traditionellen und kulturellen Verpflichtungen, die ein Ausländer nicht verstehen und nicht leisten kann.

Ich glaube, sollte jemals ein externer Berater auf die Idee kommen, dem tonganischen König eine Senkung der Staatsverschuldung nach seychellischem Vorbild durch Verkauf einer Insel an irgendeinen Oligarchen vorzuschlagen, er könnte vermutlich froh sein, wenn ihm nichts Schlimmeres passiert, als von der gesamten Königsfamilie als Fußbänkchen benutzt zu werden.

Wie fast jeder Tonganer ist Jacob Rugby-Fan, der Fernseher über der Bar läuft fast permanent und zeigt Spiele. Die Frage nach der seltsam verunstalteten Windschutzscheibe löst dann auch Gelächter aus. Jeder Tonganer, sagt Jacob, habe irgendwelche Beulen im Auto oder Löcher in den Fenstern. Bei den anderen seien es immer Steinschlag oder eine Kokosnuss, nur ausgerechnet ihm sei zur Erheiterung seiner Nachbarn ausgerechnet ein Rugby-Ei ins Autofenster geflogen.

Jacob und Aki verkörpern den Typ der jungen modernen Tonganer. Hier trägt niemand eine Tapa-Matte, sondern westliche Freizeitkleidung. Trotzdem sind sie eingebunden in die engen familiären Strukturen und betreuen neben dem Resort noch Geschwister und Nichten und Neffen. Ein paar kleine Jungs hüpfen herum wie Flummis und machen Radau, außerdem ein ganzes Rudel großer Hunde, die nicht nur gepflegt und gut erzogen sind, sondern auch ausgesprochen freundlich. Sie werden offenbar gut behandelt, was in Tonga, wo Hunde keineswegs immer nur als Haustiere gehalten werden, keine Selbstverständlichkeit ist.

Weil wir uns so nett unterhalten, wagen wir die Frage, ob die gut genährten Hunde, die sich begeistert von uns die Ohren kraulen lassen, wirklich reine Haustiere sind. In Tonga ist der Verzehr von Hunden durchaus nicht unüblich und die meisten Tonganer sind sich natürlich bewußt, daß die Palangi damit emotional nicht gut umgehen können. Jacob reagiert locker, er selbst esse keinen Hund, aber es sei gerade hier auf Eua durchaus keine Seltenheit. Er kenne Leute, die Hundefleisch sogar Rind vorziehen würden, da es geschmackvoller sei.


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Wir bekommen jedoch weder Hund noch Dosencornedbeef, sondern frittierte Hähnchenteile mit Süßkartoffeln, die ausgesprochen lecker schmecken. Wir fangen an, uns trotz des miesen Wetters recht wohl zu fühlen. Jacob und Aki sind nett und eine Inseltour mit den beiden macht sicher Spaß.

In der Nacht läßt Maui die Muskeln spielen. Unser kleines Stelzenfale bebt und zittert im Sturm und der Regen prasselt an die Wände. Durch die Fensterläden pfeift der Wind und die dünnen Bettlaken halten nicht wirklich warm, so daß ich mich zusätzlich mit einem Strandlaken zudecke. Hoffentlich wird das bald besser.

Am nächsten Morgen ein bißchen trügerischer Sonnenschein. Das Frühstück ist üppig und lecker, Toast, Marmelade und ein fluffiges Omelette, das war selbst in der Seaview Lodge nicht besser. Kaum daß wir aufgegessen haben, setzt sich Jacob wieder zu uns. You guys, beginnt er, so wie die meisten Tonganer, die sich nicht viel Mühe mit gendergerechter Sprache machen. You guys, ich muß mit euch reden. Das klingt gar nicht gut.

Es entspinnt sich eine komplizierte Geschichte, die den bei der Ankunft entstandenen Eindruck verstärkt, daß die beiden von den plötzlich bei ihnen einquartierten Gästen ein wenig überrumpelt worden sind und für die kommende Woche eigentlich eigene Pläne hatten.

Jacob und Aki sind Mormonen, und wie es der Zufall will, wird in dieser Woche ein hoher Prophet erstmalig in Tongatapu sprechen. Es folgen komplizierte Erklärungen, die darauf hinauslaufen, daß beide in den nächsten Tagen abwechselnd zwischen Eua und Tongatapu hin- und herfliegen werden, um den Propheten reden zu hören, dafür ein Verwandter im Resort anwesend sein wird, der gegebenenfalls auch die Inselrundfahrt mit uns machen werde.

Bei uns bleibt vermutlich nur die Hälfte aller Informationen hängen, aber wesentlich ist, wir bekommen zu essen und sind nicht ganz allein hier im Resort. Also alles halb so wild, aber nicht für Jacob. Er rutscht weiter auf seinem Stuhl herum und setzt nochmals an. You guys, sagt er, es ist wegen des Frühstücks…

Er möchte Barzahlung, die ihm eigentlich nicht zusteht, denn er hat den Voucher bekommen, der eigentlich für die andere Unterkunft bestimmt war, und kann darüber alles abrechnen was wir gebucht haben. Das Frühstück, das wir hier bei ihm bekämen, sei aber anders als in der anderen Unterkunft, und deshalb koste es extra. Als wir nach dem Preis fragen, antwortet er ausweichend, das hinge davon ab, was wir wollten.

Wir guys möchten natürlich jeden Tag Toast und so ein schönes Omelette wie heute. Dafür möchte er zehn Pa’anga, 4 Euro, was an sich nicht zuviel ist, und da wir darüber jetzt keinen Zank anfangen wollen, zahlen wir das ohne weiteres Murren. Überdies können wir ja nicht vergleichen, vielleicht ist es ja wirklich besser als in der anderen Unterkunft. Und da wir außerdem über einen Reiseveranstalter gebucht haben, bekommen wir die 30 Euro am Ende sowieso erstattet.

Die Klärung all dessen hat sich hingezogen und bis wir fertig sind, haben sich auch die Sonnenlöcher verzogen und es hängt eine dicke Wolkensuppe über Eua, die sich in regelmäßigen Abständen kräftig abregnet.

Einen Teil des Vormittags kann man nach dem ausgiebigen Frühstück gut mit Schlafen verbringen. Eine heiße Dusche wäre danach schön, aber leider gibt es nur kaltes Wasser. Dafür liegt neben dem Waschbecken etwas, das dem Duft nach das letzte verbliebene Stück Fa auf diesem Planeten sein könnte.

Da wir durch die geschlossenen Fenster ja in Isolationshaft sitzen, lernen wir die Windintensität bald anhand des Knatterns der Palmwedel einzuschätzen. Sobald der Wind sich legt und der Regen nur noch gerade herunterrauscht, können wir unsere Gefängniszelle zum Hofgang verlassen, sitzen auf unserer Veranda und schauen in das Grau hinaus.


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Es könnte hübsch hier sein, ein kleiner, von Korallenterrassen gesäumter Strand, ganz ähnlich dem vor dem Keleti, nur weniger spektakulär. Im Vergleich zu allen anderen polynesischen Inseln herrscht hier eine geradezu beeindruckende Vielfalt von Vogelstimmen, es singt und zwitschert, so etwas haben wir seit Luahoko nicht mehr gehört.

Wie bei allen Inhaftierten bilden auch für uns die Mahlzeiten die Höhepunkte im Gefängnisalltag. Wie freuen wir uns am nächsten Morgen auf das besonders gute Frühstück, das wir mit 10 Pa’anga pro Nase und Tag extra bezahlt haben, weil es so anders ist, als das, was wir in der anderen Unterkunft bekommen hätten…

Als es dann gebracht wird, mache ich im Geiste eine Notiz an mich selbst, in Zukunft besser hinzuhören. Das Frühstück ist tatsächlich anders. Vor allem ganz anders als gestern.

Jacob scheint ausgesprochen in Eile zu sein, als er uns hastig eine große Dose Cornflakes und einen Liter Milch auf den Tisch stellt mit den Worten, Toast und Eier seien heute aus, er hoffe, das sei ok für uns guys. Ist es keineswegs, aber da ist er schon wieder verschwunden.

In der Cornflakesdose scheinen früher einmal Zimtschnecken gewohnt zu haben, die Cornflakes haben den Geschmack angenommen und sind ausgesprochen lecker. Trotzdem fühlen wir uns, als seien wir gerade ordentlich hereingelegt worden.

Als sich in den kommenden Tagen die komplizierte Hin- und Herreiserei der Familie in epischer Breite vor unserem Fale zu entfalten beginnt, hält sich unser Mitleid dann auch in Grenzen. Jeden Tag mehrmals fahren sie los, Irgendjemand bringt Irgendjemanden zum Flughafen, und immer kehren sie alle gemeinsam zurück. Die Flüge sind gecancelt, jeden Tag in Folge, es ist zu windig. Schade eigentlich, vielleicht hätte der Prophet ja etwas dazu zu sagen gewußt, ob man seine Gäste mit einer Schüssel Cornflakes verarschen soll.

Wir sitzen währenddessen auf unserer Veranda wie Waldorf & Statler in ihrer Loge, schauen dem Treiben zu und nuckeln an unseren Milchshakes. Irgendein indonesisches Produkt, das in der Geschmacksrichtung Erdbeere zwar nicht im Geringsten nach Erdbeere schmeckt, dafür aber exakt so wie die Kinderzahnpasta Blendi, mit der wir Kinder der Siebziger Jahre vermutlich alle aufgewachsen sind. Mit Blendi im Tetrapack und Fa im Badezimmer ein regelrechter Retro-Urlaub, fehlen uns nur noch ein paar Prilblumen für die kahlen Fale-Wände.

So vergeht Tag um Tag in eintöniger Gleichförmigkeit, ohne daß sich etwas zum Besseren ändert. Nicht nur, daß inzwischen klar wird, daß so keine Inselrundfahrt stattfinden kann und wir von Eua nicht das Geringste sehen werden, klar wird auch, daß wir bei der Buchung des Rückfluges einen Tonga-Anfängerfehler gemacht haben.

Wenn der Flug am Samstag ebenfalls gecancelt werden sollte, werden wir erst am Montag erneut fliegen können, mittags geht aber schon unser Flug nach Auckland. Wir haben definitiv zu wenig Zeitpuffer eingebaut und den tonganischen Sonntag nicht berücksichtigt. Jetzt ist uns nicht mehr langweilig, wir haben Streß.

Und es wird eher schlimmer, der Wind schwillt an und ab, aber der Regen bleibt gleichmäßig intensiv. Bei einer so bergigen Insel, an deren Fuß wir uns befinden, kann das doch nicht ohne Folgen bleiben.

Eines nachts wecken mich die Kirchenglocken. Es ist halb fünf, und sie schlagen nicht die Uhrzeit, sondern dauernd und schrill. Ich rechne jede Sekunde damit, daß jemand an unsere Zimmertür klopft und uns evakuieren kommt, da ein Erdrutsch oder ähnliches zu erwarten ist. Ich liege bestimmt eine Stunde so wach und lausche dem Regenrauschen. Aber niemand kommt.

Später erfahre ich, daß das Glockengeläut nichts Ungewöhnliches ist, sondern mehrmals in der Woche die Gläubigen vor Arbeitsbeginn zum Gottesdienst ruft. Ich finde, man kann es auch übertreiben.

Ganz unberechtigt waren meine Bedenken aber nicht, denn als wir am Morgen vor das Haus treten, ist tatsächlich annähernd eingetreten, was wir haben kommen sehen. Das Wasser rauscht als Sturzbach den Berg herunter, unter unserem Haus hindurch und teilt sich vor der Mauer, die das Haupthaus umgibt. Darin Aki, die hektisch das eindringende Wasser aus ihrer Küche fegt.


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An der Frühstückssituation wird sich so sicher auch nichts mehr bessern. Im Gegenteil, auch die Zimtcornflakes sind jetzt aus und statt dessen wird uns eine kleine Tüte Skippy-Flakes hingeworfen, die dann gerade so ausreicht, uns satt zu machen. Aber das ist uns inzwischen alles herzlich egal. Wir wollen hier nur noch weg, und das pünktlich.


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Zuletzt geändert von Suse am 01 Jul 2019 10:49, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Dschungelcamp an der Datumsgrenze

Beitrag von Suse » 30 Jun 2019 01:06

Am Freitag dann endlich eine Wetterbesserung, wir schöpfen Hoffnung. Ich wage mich nach dem Frühstück zu einem kleinen Spaziergang ins Dorf, aber weit komme ich nicht bevor der Regen wieder einsetzt. Aber immerhin, der Wind hat sich gelegt.

Am Nachmittag gelingt uns noch ein kurzer Strandausflug. Der Strand ist wirklich schön, der Sand ganz weich. Wie an allen Stränden in Tonga, an denen wir gewesen sind, ist der Sand aber nur innerhalb der Flutmarken so feinkörnig, so daß wir schon ahnen, daß wir mit einsetzender Flut hier sowieso weg müssen, falls uns der Regen überhaupt eine so lange Pause gönnt. Immerhin beugen wir dem Lagerkoller vor, indem wir einen kurzen Plausch mit ein paar frustrierten Fischern halten, die wegen des ungewöhnlich schlechten Wetters nicht hinausfahren können. Sie schenken uns ein paar sehr leckere Mandarinen und wir starren gemeinsam eine Weile auf die sich an der Korallenbarriere brechenden Wellen hinaus.


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Am Samstag sind wir dann wirklich nervös. Der Flug soll um 16 Uhr gehen, wenn sich das Wetter man bloß bis dahin hält. Wir stehen auf der inzwischen wieder abgetrockneten Wiese vor dem Haus und scannen den Himmel auf Wolkenberge und die Palmwedel auf unerwünschtes Gewedel, als Jacob angelaufen kommt. Diesmal bringt er keine Cornflakes, sondern die Nachricht vom Flughafen, es sei ungewiß, ob der Flug am Nachmittag starten könne, wir sollten umgehend kommen, es seien Plätze in der 12 Uhr-Maschine für uns reserviert.

Wir packen in einer Eile, daß es vermutlich aussieht, wie eine Szene aus einem Stummfilm, und sitzen 10 Minuten später angespannt wie die Zinnsoldaten und abfahrbereit im Auto. Jacob saust den Inselhighway entlang, daß man um die Rugbyball-Beule in der Windschutzscheibe fürchten muß, wenige Minuten später stehen wir schon auf der Flughafenwaage. Den Mister hat der Nervenkrieg zwei Kilo gekostet, mich mal wieder kein einziges Gramm, typisch.

Die letzten Minuten dehnen sich wie Kaugummi. Wenn jetzt nur nichts mehr schiefgeht! Aber es klappt, die Maschine startet pünktlich. Der Pilot, der die Maschine allein fliegt, übernimmt vorab noch Stewardessen-Aufgaben, verteilt die Passagiere und hilft beim Anlegen der Gurte. Nach einer kleinen, wenig Mut machenden Ansprache über einen zu erwartenden unruhigen Flug schließt er seine Cockpittür und fliegt uns erstaunlich tief über der Wasseroberfläche nach Tongatapu.Er wird schon wissen, was er tut, denke ich mir, und so scheint es auch zu sein, denn der Flug ist weit weniger ruckelig als erwartet.

In Tongatapu gelandet, erwartet uns aufgrund der verfrühten Ankunft natürlich kein Kautai und wir müssen warten, bis uns die Seaview Lodge einen anderen Fahrer schickt. Dann aber die freudige Überraschung: Wir bekommen auch für die letzten zwei Nächte wieder die Suite.

Wenig später liegen wir auf den Liegestühlen unserer Veranda und sind so froh, daß uns förmlich die Sonne aus dem Hintern scheint. Die Papillon-Experience hätten wir überstanden, nach vier Tagen wegen guter Führung entlassen. Und morgen gibt es keine Cornflakes!


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Re: Dschungelcamp an der Datumsgrenze

Beitrag von belize » 30 Jun 2019 17:48

Suse, der Eua-Bericht ist klasse! Ich hab mich schlappgelacht! Und weißt Du was? Ich glaube, ich habe für September auch den Tonga-Anfängerfehler gemacht. Und die gleichen Probleme wie ihr (Auckland und so).

Die Sache mit dem Frühstück ist ja echt frech! Wenigstens haben sie NZ-Milch. Musstet ihr das Frühstück für alle Tage im Voraus bezahlen? Das Zimmer ...oh je, ich hätte sicher einen Lagerkoller bekommen nach so unendlich schönen Tagen die absolute Wendung. Witzig, dass MInolta gleich abgenommen hat!

Ach, ich würd so gern noch mehr schreiben, aber Du entschuldigst mich sicher, Du weißt schon, ich bin in Vorfreude und Hektik.

Sag mal, am Flughafen von Tongatapu...hast Du da Taxis gesehen? Oder so was Ähnliches?

Ich finde Euren Umgang mit nicht positiven Erlebnissen im Urlaub ganz klasse. Ob ich das Kack-Frühstück gezahlt hätte? Ich weiß es nicht...na ja, ihr ward ja nicht vorgewarnt.

Und ein großes Lob auf eure Nagelzieherei, perfekt!

Ich werde auch in Zukunft mitlesen. Wird es noch den Abschluss Tonga geben?
Und muss ich auch immer an das Plumsklo denken. Nicht dass ich ein Problem damit hätte, aber woher weiß ich eigentlich, wo ich schon markiert habe?

Dankeschön, ihr beiden!

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Re: Dschungelcamp an der Datumsgrenze

Beitrag von Klara » 01 Jul 2019 14:36

hallöchen,
wollte mich eigentlich gestern schon für den tollen Bericht und die verdeutlichenden Fotos bedanken, aber mein Schreibtisch steht so schön sonnendurchflutet, dass man fast festklebt bei diesem super Wetter.
Ihr scheint es wirklich drauf zu haben mit Situationen klar zu kommen. Klappt bei mir nicht so, der desolate Zustand des Fahrzeugs, der muffelige Fahrer, die "Bruchbude", das Wetter, da wäre meine Stimmung am Tiefstpunkt. Blendi im Tetrapack und die Cornflakes gäben mir den Rest. Aber lesen und anschauen tut sich das vortrefflich.
Danke + LG
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Re: Dschungelcamp an der Datumsgrenze

Beitrag von Pico » 01 Jul 2019 19:58

Was für ein Abenteuer!
Bei eurem Bericht und den Fotos hat man ja fast das Gefühl live dabei zu sein. :-)

Die brechenden Wellen auf dem Foto mit dem Fischerboot - sind die so knalleblau bei dem trüben Wetter? Jedenfalls eine faszinierende Aufnahme.

DANKESCHÖN!!!

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Re: Dschungelcamp an der Datumsgrenze

Beitrag von Suse » 01 Jul 2019 21:32

belize hat geschrieben:
30 Jun 2019 17:48
Suse, der Eua-Bericht ist klasse! Ich hab mich schlappgelacht! Und weißt Du was? Ich glaube, ich habe für September auch den Tonga-Anfängerfehler gemacht. Und die gleichen Probleme wie ihr (Auckland und so).

h sicher, Du weißt schon, ich bin in Vorfreude und Hektik.

Sag mal, am Flughafen von Tongatapu...hast Du da Taxis gesehen? Oder so was Ähnliches?

Wir haben uns auch geärgert, weil die Leute erst so nett waren und dann diese Cornflakes-Nummer. Wir haben natürlich auch einen Spruch gemacht wegen des Toasts und der Eier, aber im Nachhinein da jetzt noch Ärger zu machen wegen vielleicht 50 Cent pro Frühstück, das hätte ich auch kleinlich gefunden. Man gibt Tausende aus, um um die Welt zu fliegen, und angesichts der tagelang gecancelten Flüge stimmte das wahrscheinlich auch, daß es Versorgungsengpässe gab. Nur hätten sie einfach mal was sagen können, aber wahrscheinlich war es ihnen selbst auch peinlich.

Am Flughafen gibt es Taxis, Ihr werdet auch angesprochen werden, ob Ihr eins braucht.

Also die Plumpsklos benutzt man ja mehrmals und schaufelt immer obendrauf, da geht das schon, sich die Stellen zu merken. :wink:

Du hast doch schon viel geschrieben, daß Du dazu überhaupt die Zeit findest! Ich beneide dich sooo, ich bin ganz gelb. :mrgreen:
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