Französisch Polynesien

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Klara
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Re: Französisch Polynesien

Beitrag von Klara » 01 Sep 2017 10:02

mr.minolta hat geschrieben:
Inselhüpfer hat geschrieben:...von den einheimischen Frauen überfallen und entblößt.. seine Jungfräulichkeit genommen... worauf er in sein Kloster zurückkehrte und es bis zum Lebensende nicht mehr verließ.
Klara hat geschrieben:Deine Beschreibung versüßt mir den heute ach so grauen Tag.
:lol:
naja, die GEschichte war es nicht, die mir den Tag versüßte, halte ich ja für "Hörensagen" der Storry des Mönches. Ob sich die Frauen über den hergemacht haben, oder er über sie und er dann floh, weil er Schiss hatte, die einheimischen Männer nehmen das nicht so gelassen, wer weiß :mrgreen:

Toll fand ich die Buchseite mit der Darstellung des Tätowierten. Wo wird einem denn heute noch in einem Reisebericht der Blick in ein Buch gewährt, das hat mich berührt. Es gibt sie noch, die guten alten Dinge :wink:
Schönen Tag
Klara

Inselhüpfer
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Re: Französisch Polynesien

Beitrag von Inselhüpfer » 02 Sep 2017 05:09

Liebe Klara,

bestimmt hat mr. minolta deine Aussage bewusst etwas zweideutig dargestellt, um dem Ganzen einen humoristischen Charakter zu verleihen :wink: . Ich gehe mal davon aus, dass du dich auf den ganzen Text und nicht nur auf diesen Abschnitt mit dem Mönch beziehst :!:

Liebe Grüße

Walter

Inselhüpfer
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Re: Französisch Polynesien

Beitrag von Inselhüpfer » 02 Sep 2017 06:09

Hiva Oa - Atuona

Hiva Oa ist die bedeutendste Insel des südlichen Teiles der Marquesas und gleichzeitig in Konkurrenz mit Nuku Hiva. Gleiches gilt auch für die jeweiligen Hauptorte Atuona und Taiehoe.

Von der Form her kann das 387 km2 große Eiland mit einem Seepferdchen verglichen werden. Seine Küsten zeigen schroffe Umrisse, die Berge zerklüftete Felsen, die Täler oft canyonartiges Aussehen, während die Vegetation von üppig-tropisch bis hin zu semarid variiert.

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Hiva Oa

Die Ureinwohner siedelten fast ausschließlich an den Mündungen der recht kleinen Bäche und waren sehr kriegerisch. Dies bekam u.a. auch der spanische Seefahrer Alvaro de Mendana zu spüren, der hier 1595 landete - er gab dem Archipel auch den Namen -, der die Insel anexieren wollte, jedoch am Widerstand der Einheimischen scheiterte.
Die Stämme unternahmen oft Beutezüge in die Nachbarschaft, um Gefangene zu machen, die sie dann festlich grillten :mrgreen: Ob sie damit auch die Kraft der Gegner - wie in anderen Teilen des Pazifiks üblich - übernehmen wollten, ist nicht überliefert.

Das Klima entspricht dem im Tropengürtel befindlichen Territorien d.h., die Temperaturen sind während des Jahresablaufes kaum Schwankungen unterstellt. Bei den Niederschlägen sieht`s etwas anders aus (siehe Tabelle).

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Klimatabelle von Atuona

Die Aranui ankerte in der Taaoa-Bucht (Bucht der Verräter), in deren Mitte sich der Motu Hanakee und am nördlichen Ende Atuona befindet. Die Fahrt zum Ort erfolgte mit Bussen, die uns direkt zum Friedhof fuhren, der sich über Atuona befindet und zwei international bekannte Persönlichkeiten, Paul Gauguin und Jacques Brel "beherbergt", obwohl man sich bei Ersterem nicht so sicher ist :? Viele meinen nämlich, dass sich die sterblichen Überreste des Weltenbummlers P. Gauguin irgendwo im Wald befinden, um der Wut der Einheimischen zu entgehen :evil:
Gauguin, der Begründer des Synthetismus` und Wegbereiter des Expressionismus`, kam 1901 nach Atuona, weil die Lebensverhältnisse auf Tahiti, wo er sich vorher gleich zwei Mal aufhielt, nicht seinen Vorstellungen eines Südseeparadieses entsprachen. In dieser Hinsicht muss bedacht werden, dass sich die Inseln seit 1890 unter französischer Herrschaft befanden und die Kolonialmacht diese vorher noch heile Welt innerhalb kurzer Zeit zu ihren Gunsten veränderte.
In seiner neuen Heimat errichtete Gauguin am Ortsrand eine Hütte, die er Haus des Orgasmus` - später Haus der Liebe - nannte, wobei ihm eine gewisse vierzehnjährige Marie-Rose Vaeho nicht nur Modell stand, sondern auch einen gemeinsamen Sohn zur Welt brachte, für den Maler und Buchautor nichts Neues, denn auf Tahiti tat dies die dreizehnjährige Tehura :P Geplagt von Krankheiten und voller Groll auf die Vertreter der Kirche, des Staates, aber auch Einheimische - Gründe nenne ich nicht, weil es den Rahmen sprengen würde - verstarb er im Alter von 54 Jahren.

J. Brel war da ganz anders. Mit seinem Flugzeug "Jojo" beförderte er kranke Einheimische nach Papeete - immerhin über 1.600 km - und pflegte auch sonst einen höflichen Umgang mit den Ortsansässigen. Etwas bewegt war ich an seinem Grab, als eine Gruppe Frauen eine seiner Kompositionen mit sehr viel Gefühl - fast Pathos - vortrug, während meine Wenigkeit das herrliche Panorama von da oben über die Bucht und das angrenzende Tal genoss.

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Grabmal eines (fast) Geächteten...

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... und eines Verehrten

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Blick vom Friedhof ins Tal

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Atuona von der Aranui aus gesehen

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Blick vom Friedhof auf die Bucht und den Motu

Danach ging`s ins Ortszentrum, in dem u.a. eine Tiki-Ausstellung sowie museale Ausstellungen zu bewundern waren.
An diesem Tag war es besonders schwül! Deshalb zog ich mich für eine Weile unter einen riesigen Baum zurück. In seinem Schatten boten zwei vor Kraft strotzende einheimische Frauen ihre Agrarprodukte an. Während bei mir der Eindruck entstand, mich in einer Sauna zu befinden, schien den Beiden das Ganze nichts auszumachen. Keine Perltropfen an der Stirn, keine Müdigkeitserscheinungen, überhaupt nichts, das auf diese Feuchte hinwies. Beneidenswert :oops: Als letzten Ausweg sah ich die Küste. Dort angelangt, war tatsächlich eine frische Brise zu spüren, die den Aufenthalt etwas akzeptabler gestaltete. Danach war ich froh, dass der erste Bus früher als geplant erschien und so Manchen von seinen Qualen erlöste :!:

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Am schwarzen Strand von Atuona

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Auf Wiedersehen Atuona. Weiter geht`s nach Nuku Hiva

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Romantik der Südsee: Sonnen untergang

Inselhüpfer
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Re: Französisch Polynesien

Beitrag von Inselhüpfer » 02 Sep 2017 15:46

Nuku Hiva

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Unsere Route

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Nuku Hiva im Morgengrauen

Die offiziell wichtigste Insel der Marquesas erstreckt sich im NW des Archipels. Mit einer Fläche von 339 km2 ist sie das zweitgrößte Festland dieser abgeschiedenen Welt. Trotzdem ist sie - im Vergleich zu Deutschland - mit nichtmal 10 EW/km2 - etwa 2.700 - sehr dünn besiedelt. Auch hier ist die Ursache vorrangig im Relief zu suchen/finden. Im Unterschied zu den anderen "Geschwistern" befindet sich im Inselinneren ein Plateau, das sogar fruchtbar ist und demzufolge für menschliche Ansiedlungen günstig wäre, doch es ist (fast) menschenleer, was darauf zurückzuführen ist, dass es nicht den Prinzipien der Urbevölkerung entspricht, sich im Landesinneren anzusiedeln. Das Meer lässt grüßen... :o

Der Osten und Süden befinden sich im Luv, sind also von Mutter Natur mit genügend Niederschlägen gesegnet worden, was dazu geführt hat, dass sich die meisten Siedlungen hier befinden. Der semiaride Westen und Norden sind (fast) menschenleer. Auch in diesem Fall sind die Gebirge schuld daran, dass der Passat seine feuchten Mitbringsel nicht über das ganze Gebiet verteilen kann. So z.B. erreicht der Mt. Tekao 1.224 m ü. N.N. und ist damit der zweithöchste Berg der Inselgruppe - nach dem Mt. Oave von Ua Pou.

Die Aranui legte an einem frühen Morgen in der Bucht von Taipivai an. Wie schon von Hiva Oa bekannt, wurden wir von zahlreichen Transportmitteln empfangen, die - sollte hier vielleicht erwähnt werden - alle dem Schiffschef gehörten, ein Tahitianer chinesischer Herkunft, der damit auch einige Arbeitsplätze auf diesen entlegenen Inseln schuf. Da die etwas größere... Barke bloß im drei-Wochen-Rhythmus "vorbeischaute", durften die Fahrer der meist Geländewagen sich ihrer in der Zwischenzeit auch für private Zwecke bedienen. Der Lohn wird bestimmt nicht mit dem eines Mitarbeiters in Silcon Valley vergleichbar sein... :lol: , doch oft ist auch wenig mehr als nix!

Nachdem das Tal verlassen wurde, folgten unendliche Serpentinen, bis der Pass nach Norden erreicht wurde. Da tat sich ein faszinierendes Panorama über den Norden auf. Einfach einmalig diese Landschaft :bounce:

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Erster Blick auf den Golf von Atiheu

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Zweiter

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..und Dritter!

Vor dem Mittagessen erfolgte ein fast zweistündiger - bedingt durch einen Platzregen - Aufenthalt an einer Kultstätte, Mea`e Kamuhei. Unter einem riesigen Banyan-Baum wurden uns einige Tänze der Einheimischen vorgeführt, mit wiederholten "Drohungen" durch geballte Fäuste von herumsausenden Armen, begleitet von Uh-uh-uh-s, dass bei Nichteingeweihten der Eindruck hätte aufkommen lassen, dass die Darsteller uns für ein Festmahl "der besonderen Art" vorbereiten wollten ;( . Früher sollen an den Ästen dieses Urwaldriesen die erbeuteten Opfer - an Lianen angebunden - herumgebaumelt haben, bevor sie im Kochtopf oder auf dem Röster landeten. Die dafür zuständigen Reiseleiter quasselten noch von irgendwelchen vorhergegangenen Gliederbrüchen, die der Beute zugefügt wurde, womit sie sich aus meiner Sicht total ins Abseits brachten, denn da wurden Erinnerungen wach, als ich noch selber in Rumänien Reiseleiter war und immer wieder neue Märchen über Dracula erfinden musste, um dessen Greueltaten aufs Höchste zu treiben, denn genau dies wollten die Touristen hören... Deshalb verabschiedete ich mich von diesem Theater in Richtung Parkplatz, wo uns die Kolonne erwartete, fest überzeugt, dass meine Wenigkeit nicht der Einzige war, der durch "übertriebene Wahrheit" indirekt mehr Trinkgeld forderte...

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Hier fand die schaurige Zeremonie statt - mit eigentlich harmlosen Darstellern!

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Schon irgendwie beeindruckend

Das Mittagessen wurde in einem Lokal aufgetischt, das anscheinend die gesamte Einwohnerzahl des Ortes locker hätte bewirten können! Wenn man dazu noch bedenkt, dass diese Menschen fast ausschließlich einer Subsistenzwirtschaft ausgesetzt sind, die darin besteht (fast ) nur auf Eigenversorgung zu beharren, kommen schon Zweifel auf. Übrigens: das Essen war sehr gut, die Kapelle hervorragend, die Oma, die das Restaurant führte, hochzufrieden, obwohl draußen der liebe Herrgott ziemlich stark urinierte :wink:

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Trotz hohen Niederschlägen ist noch so Manches in Atiheu zu bewundern!

Auf dem Rückweg - diesmal nach Taiehoe - wurde die Wasserscheide von neuem überquert, was natürlich Anlass gab diese einmalige Landschaft von neuem der höchsten Kategorie zuzuführen. Atemberaubende Bilder ließen meinesgleichen verstummen.

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Über den Golf von Taiehoe. Die Aranui wartet schon.

P.S. Nuku Hiva wurde seit einigen Jahren mit einem Verbrechen weltberühmt, das dieser Insel überhaupt nicht gerecht wird!!! Es handelt sich - wie viele Leser wissen - um einen Mord, der an Stefan R. begangen wurde, einem Segler, der zusammen mit seiner Freundin auf einer Weltumrundung war und einem Einheimischen zum Opfer fiel. Man bedenke trotz all der Greueltaten, die da seitens des Einheimischen begangen worden sind, dass es auch woanders hätte passieren können! Menschen, die außer Kontrolle geraten, gibt`s überall!
Ich habe mich während meines Aufenthaltes in diesem in unzähligen Hinsichten reizvollen Gebiet mit Reiseleitern, Touristen, aber auch mit Einheimischen, unterhalten und bin zur Schlussfolgerung gekommen, dass man sich keinesfalls auf eine einzelne Tat beziehen kann, wenn ein Urteil über ein Gebiet gefällt wird! Man bedenke, dass diese wirklich Unikate so fern von uns liegen und demzufolge so sehr unsere - wenn auch nur indirekte - Hilfe nötig haben; schließlich kommen doch unsere für die gezahlten Beträge - hoffentlich (!!) - auch bei ihnen an.
Abschließend möchte ich mich entschuldigen, dass irgendwie bei dieser Gelegenheit mein Subjektivismus aufgetreten ist und bitte um Verständnis!

Robby
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Re: Französisch Polynesien

Beitrag von Robby » 02 Sep 2017 17:48

Hallo Walter,
die Inseln scheinen wunderschön zu sein und Deine Reise war bestimmt ein Traum.
Vielen Dank für die schönen Bilder und Deine tollen Beschreibungen.
LG Petra

Inselhüpfer
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Re: Französisch Polynesien

Beitrag von Inselhüpfer » 03 Sep 2017 00:12

Hallo robby,

diese sehr abgelegene Inselwelt zu genießen, erfordert viel Geduld, Einfühlungsvermögen, Altruismus und nicht zuletzt auch finanzielle Basis... Außerdem ist, wenn man, - wie in meinem Fall -, allein reist, viel Taktgefühl gegenüber dem Lebenspartner gefragt, weil bei derartigen Entfernungen - in diesem Fall über 18.000 km - auch die Sorgen der Zurückgebiebenen steigen.

Laut Statistik beläuftt sich der Anteil der Europäer - von den Franzosen abgesehen - in diesen Breiten auf ca. 3.500 jährlich. Im Vergleich zu Male... schon wenig...

Wie du noch merken wirst, handelt es sich um eine Reise, auf der praktisch fast jeder auf seine Kosten kommen kann. Die Fahrt ist nämlich so gestaltet, dass sie den Vorstellungen der tatsächlich bunt zusammengewürfelten "Gaffer" versucht zu erfüllen. Natürlich gibt es immer wieder Gäste, die keinen Respekt bezüglich Gruppe haben - wurde meinerseits schon erwähnt - , doch die gibt`s immer wieder. Darauf sind eigentlich alle anderen vorbereitet.

Wer - wie ich - schon andere Inselwelten besucht hat, sollte sich einem bestimmten Schema fügen: Vulkanismus. Dies mag theoretisch so sein und auch für Hawaii seine Gültigkeit zu haben, doch bei den Marquesas stimmt es nicht. Es sind schließlich noch ein paar andere "Kleingkeiten", die die Eilande so attraktiv gestalten. Lass`dich mal überraschen.

Gruß

Walter

Inselhüpfer
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Re: Französisch Polynesien

Beitrag von Inselhüpfer » 04 Sep 2017 08:28

Fatu Hiva

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Fatu Hiva. Der Rot markierte Weg stellt die einzige Straße der Insel dar

Fatu Hiva ist Das Dach des "Hauses Gottes".

Nach Aussagen von Kennern stellt diese Insel das eigentliche "Paradies auf Erden" der Marquesas dar. So soll die Bucht von Hanavave eine der schönsten ihrer Art weltweit sein und besonders vor Sonnenuntergang atemberaubende Farben aufweisen. Gleichzeitig soll sie die wildeste, unberührteste und spektakulärste aller Eilande der Inselgruppe sein.
Mit einer Fläche von 84 km2 ist sie nicht besonders groß und weist nur zwei Ortschaften auf, in denen insgesamt 600 Menschen leben. Hier hat sich auch Thor Heyerdahl einige Monate aufgehalten und von der Schönheit der Insel begeistert gewesen sein.

Der Flecken Erde erscheint auch in einem Werk von Jack London, "Federn der Sonne", in dem es sich um einen Betrüger von den Salomonen handelt, der die Einheimischen mit selbst hergestelltem Geld um ihr Hab und Gut bringt. Eine Zeit lang wird er vom Häptling unterstützt, der vom Scharlatan täglich unter Alkoholeinfleiß stellt, doch irgendwann fliegt der Schwindel auf, wonach der Straftäter nach alter Sitte mit einem vierbeinigen Schwein :wink: durchs Dorf (Omoa) getrieben und geschlagen wird, bis man ihn dann halbtot verjagt.

Fatu Hiva wird noch die "Tapa-Insel" genannt. Hierbei handelt es sich um handwerkliche Kunstgegenstände mit ganz unterschiedlichen Motiven. So z.B. stieß ich auf eine Landkarte mit erstaunlicher Präzision. Die hätte ich gerne mitgehen lassen... :wink: - selbstverständlich erst nach dem Begleichen des vielleicht heruntergehandelten Preises -, doch waren ihre Ausmaße zu groß. Schade.

Nach unserer Ankunft schlenderten wir in einer fast erdrückenden Schwüle durch Omoa, vorbei an Pferden, die auf dem Fußballplatz ein Sonnenbad zu sich nahmen :) sowie an Karren schiebenden Männern, die auf diese Weise ihren Fang nach Hause transportierten.

In der Ortsmitte empfing uns ein Folkloreensemble, neben dem beim Eintritt zur Verkaufsausstellung viele Teller mit frischen Früchten kostenlos zur Verfügung standen. Service a la Fatu Hiva :P

Nach einiger Zeit machten diejenigen unter uns, die noch ganz fit waren - ich war es leider nicht -, auf einen mühsamen Weg auf, der bis Hanavave führte, 17 km lang war und viele Höhenunterschiede bewältigte. Die Aussichten sollten - wurde im Nachhinein aus Teilnehmerkreisen auch bestätigt - jedenfalls fantastisch gewesen sein :!: Wir, die weniger Trainierten, durften die herrliche Landschaft der Umgebung bewundern. Danach fuhr uns die Aranui nach Hanavave, wo die Panorambewunderer zu uns stießen, sodass die Fahrt nach Ua Pou fortgesetzt werden konnte.

Fazit: Fatu Hiva ist tatsächlich eine Welt für sich: Üppige Vegetation, berauschende Landschaften und urig, wie kaum eine andere Insel. Hin würde ich wann immer wieder fahren :!:

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Fischtransport a la Fatu Hiva...

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Spektakuläre Felsformationen

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Üppig und wild: Landschaft auf Fatu Hiva

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Tapa als Karte

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In der spätmorgendlichen Schwüle tat frische Kokemilch gut

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Vor der Ankunft auf Fatu Hiva

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Versteckte Schönheit

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Die Bucht der Jungfrauen von Hanavave soll zu den schönsten ihrer Art weltweit gehören!
Zuletzt geändert von Inselhüpfer am 05 Sep 2017 14:34, insgesamt 2-mal geändert.

humboldt
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Re: Französisch Polynesien

Beitrag von humboldt » 04 Sep 2017 10:07

Hallo Walter,

super, super Dein Bericht.

Deine Bilder von Fatu Iva erinnern mich sehr an La Reunion, ein Traum.

Kann man dahin auswandern ?

Viele Grüße

humboldt

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Pico
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Re: Französisch Polynesien

Beitrag von Pico » 04 Sep 2017 12:35

Danke Walter, dass du uns so detailliert an deiner Reise teilhaben lässt! :-)

Ich träume davon, mir auch irgendwann so eine Reise ermöglichen zu können. Nun ja, wer weiß...

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Re: Französisch Polynesien

Beitrag von Inselhüpfer » 04 Sep 2017 14:33

Hallo humboldt,

der Vergleich mit La Reunion stimmt schon einigermaßen, doch sollte nicht vergessen werden, dass Fatu Hiva neben der Vulkaninsel im Indik bloß ein Zwerg ist - was sind schon 84 km2 im Vergleich zu über 2.500 km2?. Trotzdem ist das Relief ähnlich wild, wenn auch in etwas kleinerem Maße. Imponieren tun jedoch beide.

Gruß

Walter

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Re: Französisch Polynesien

Beitrag von Inselhüpfer » 04 Sep 2017 14:38

Hallo pico,

durch die Inselkarten, auf denen die Route dargestellt wird, hoffe ich sehr, dass auch die Beschreibungen besser nachvollzogen werden können.

Die vielen Einzelheiten beruhen darauf, dass meine Zeilen und Bilder durch die vielen Wortmeldungen anscheinend recht gut ankommen, sodass mir diese Arbeit auch mehr Spaß macht. In anderen Foren ist dem nicht so...

Was deinen Traum anbetrifft: für mich war er`s ja über viele Jahre auch. Bleibt nur zu hoffen, dass er auch in deinem Fall in Erfüllung geht, denn - wie du bestimmt merkst - lohnt es sich allemal :?:

Gruß

Walter

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Re: Französisch Polynesien

Beitrag von Klara » 04 Sep 2017 17:44

Inselhüpfer hat geschrieben:
Die vielen Einzelheiten beruhen darauf, dass meine Zeilen und Bilder durch die vielen Wortmeldungen anscheinend recht gut ankommen, sodass mir diese Arbeit auch mehr Spaß macht. In anderen Foren ist dem nicht so...
also mir macht es wirklich Freude, Deinen Bericht zu lesen und die Ähnlichkeit der Bilder zu bereits persönlich gesehenem beruhigt mich, La Reunion ist ja bespielsweise relativ gut zu erreichen.
Gibt es irgendwo auch Berichte über Deine früheren Reisen zu lesen?
LG
Klara

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Re: Französisch Polynesien

Beitrag von Inselhüpfer » 04 Sep 2017 19:29

Hallo Klara,

ich habe einen ähnlichen Bericht bei Pacific Travel House, dem Reisebüro, über das ich diese Reise gebucht habe, veröffentlicht. Ansonsten gibt es nur die beiden in diesem Forum publizierten Reportagen, die ich anlässlich meines Aufenthaltes auf den Seychellen zusammengestellt habe - 2010 und 2016. Es könnte sein, dass ich in diesem Thread noch einige senden werde - Azoren, Madeira, Südkaribik, La Reunion- Mauritius sowie Korsika- Sardinien. Mal schauen :?:

Gruß

Walter

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Re: Französisch Polynesien

Beitrag von Inselhüpfer » 05 Sep 2017 03:14

Ua Pou

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Als Gott die Marquesas erschuf, legte er erstmals zwei Balken in den Ozean. Sie tragen bis heute die Namen von Stammeskriegern, Poutetaunui und Poumaka und sind die höchsten Gipfel der entlegenen Inselgruppe, bekannt unter Mont Oave (1.232 m). Die gewaltigen Basaltfelsen prägen durch ihr Aussehen nicht nur die Umgebung, sondern das ganze Eiland und vielleicht auch die Marquesas. Ihr grandioses Aussehen löst tatsächlich beim Besucher Staunen und irgendwie auch Demut aus :!: Von diesen "Zuckerhüten" war u.a. auch J. Brel so beeindruckt, dass er ihnen eines seiner Lieder "La Cathedrale", widmete. Der bekannte Dichter Robert L. Stevnson meinte bei deren Anblick: "Vulkanische Pfeile, die wie ein Kirchturm aussehen."

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Dabei ist Ua Pou flächenmäßig bloß die drittgrößte Insel des Archipels (105 km2), jedoch die am dichtesten besiedelte. Mit ca. 2.600 Einwohnern sind dies über 20 EW/km2, einzigartig für diese meist raue Welt.

Die Missionierung der Insel erfolgte später als auf den anderen Schwesterinseln. Schuld... :x daran soll ein einheimischer Stammesfürst - Heato - gewesen sein, der untätowiertes Menschenfleisch bevorzugte. Dies soll sich auf den Nachbarinseln unter den Gottesmännern ziemlich schnell herumgesprochen haben; schließlich wollte keiner von ihnen auf dem Tisch des Chefs landen, fein zerkleinert, in Palmenblättern eingewickelt und auf heißen Steinen geröstet. Das war dann der Ehre doch zuviel... :shock: Erst nach dem Tod des "Menschenfreundes" :evil: trauten sie sich in dieses einzigartige Panorama und erfüllten ihren Auftrag.

Da Ua Pou relativ nahe von Nuku Hiva liegt, legte ich mich schon kurz nach der Abfahrt der Aranui auf die Lauer, um in den Genuss des einmaligen Bergpanoramas zu gelangen, doch es war wie verflixt: die Wolken spielten ein hinterfotziges Spiel. Von zig Bildern, erwiesen sich im Nachhinein die meisten als unbrauchbar. Einfach Pech.

Der erste Gang nach der Ankunft war derjenige ins Ortszentrum, wo ein für die dortigen Verhältnisse riesiger Basar errichtet war, der so manches im Angebot hatte - u.a. bearbeiteten Trachit, der durch Anfeuchten Blumenmuster aufwies... Selbstverständlich war auch hier die Ukulele zu vernehmen, nebst anderen schon bekannten Musikinstrumenten. Im Menschengewirr tummelte sich bestimmt ein beträchtlicher Teil der Einwohnerzahl von Hakahau, dem Hauptort von Ua Pou - von Klein bis Greis.

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Zukünftige Tanzerinnen...

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Zukünftiger Stammeshäuptling...

Nun folgte der zweite Teil der Veranstaltung, der im Vorführen von indigenen Tänzen bestand. Ähnliches hatte ich auch auf anderen Inseln erlebt, doch hier merkte man, das Profis am Werk waren! Da passte (fast) alles, wobei die Damen der Gesellschaft mit ihren wilden Reizen keinesfalls geizten :wink: Beeindruckend!

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Dem passt wohl unsere Anwesenheit nicht...

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Unter den Tänzerinnen befand sich sogar eine "Albino"...

Das Mittagessen wurde ausnahmsweise vor Ort eingenommen und bestand natürlich aus lokalen Spezialitäten, die sehr gut ankamen. Dann blieb noch etwas Zeit für einen "Stadt"bummel, wonach uns das Schiff von neuem in Empfang nahm.

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Die Aranui im Golf von Hakahau

P.S. Eigentlich war der erste Gang nach der Ankunft - fällt mir erst jetzt ein - derjenige hinauf zu einem Kreuz, von wo aus sich ein malerischer Blick auf die Bucht von Hakahau zeigte ( siehe oben).

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Adios Ua Pou bis Samstag

Klara
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Re: Französisch Polynesien

Beitrag von Klara » 05 Sep 2017 11:27

klasse, Dein Bericht macht so richtig Lust aufs Reisen. Danke +
LG
Klara, die auch auf Berichte von den andern Zielen hofft.

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