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Verfasst: 27 Feb 2008 07:29
von robhof
Nun, zwei Tage hat es keine Klarheit darüber gegeben, was tatsächlich passiert ist. Doch gestern am Abend kam die bestätigte Meldung, dass der Mann (seine Identität wurde auch schon bekanntgegeben) tatsächlich an den Folgen eines Haibisses (in sein Bein) gestorben ist, dass er letztlich verblutet ist. Meine Meinung dazu habe ich durchaus dazugeschrieben: Haie verhalten sich anders (aggressiver, unberechenbarer), wenn Futter im Spiel ist, darum halte ich es für unverantwortlich an Haifütterungen teilzunehmen oder solche zu veranstalten. Natürlich geht es 99 Mal gut und nichts passiert ... Wie dieser Fall aber zeigt, kann aber bei Fütterungen doch etwas passieren.

Verfasst: 27 Feb 2008 12:13
von Warmschnorchler
Leider ist die Nachfrage nach solchen Veranstaltungen da und nur das zählt für diejenigen, die daran verdienen. Über die Befürchtung, dass dadurch Taucher, die kein Leckerli dabei haben, von Haien bedrängt werden könnten wurde schon vor Jahren ein Leserbrief von mir in GEO veröffentlicht.

Warmschnorchler

Verfasst: 27 Feb 2008 12:24
von Anubis
5617109 hat geschrieben:...was nun gefährlicher ist: Die Reise im Flugzeug, der Tauchgang auf 40 m oder die Fahrt auf der Autobahn mit 200 km/h.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen die Fahrt auf der Autobahn. Im Vergleich zu den Autofahrern sind doch die Haie eher harmlos. Von wenigen Ausnahmen mal abgesehen.

Verfasst: 27 Feb 2008 19:22
von Anubis
Einen Bericht und Fotos zum Haitauchen gibts hier:

http://www.ingrid-hansen.de/

...

Verfasst: 29 Feb 2008 13:24
von Requin
Wirklich unglaublich, wie hier die Spekulationen ins Kraut schießen!

Keiner weiß, wie es genau zu dem Unfall kam - und schon wird moralisiert, bis der Arzt kommt!

Tatsache ist: Bisher wurde noch kein Mensch gezwungen an einer bezahlten Hai-Köderung teilzunehmen.

Und das zeichnet die Freiheit aus: Wenn mir danach ist, einmal im Leben einen Tigerhai zu sehen und ich bin bereit, dafür 3000 $ auf den Tisch des Hauses zu legen, dann kann ich mir diesen Traum ermöglichen. Dann kann ich ohne Käfig diese wunderbaren Tiere in ihrer Welt bestaunen. Die Risiken sind bekannt und werden niemandem verschwiegen.

Und ansonsten: Schönen Urlaub in Castrop-Rauxel !!!!

Verfasst: 29 Feb 2008 21:15
von 5617109
Hallo Requin,

stimme dir absolut zu. Ich denke, dem Anwalt wird klar gewesen sein, dass er sich nicht auf Exkursion in den Streichelzoo begeben hat (unterstelle ich jetzt einfach mal). Dennoch verdrängt man gerne diese Risiken, zumal (und auch das ist eine Vermutung und kein Statement) evtl. im Briefing versucht wurde die möglichen Gefahren abzuschwächen oder gar nicht zu erwähnen. Man befindet sich ja schließlich im Urlaub, da soll man sich entspannen und nicht sorgen...

Ach, und so schlimm ist Castrop-Rauxel auch nicht. :wink:

Besten Gruß Philipp (der es nicht weit hat nach C-R)

Re: ...

Verfasst: 04 Mär 2008 11:37
von kolja
Requin hat geschrieben:Tatsache ist: Bisher wurde noch kein Mensch gezwungen an einer bezahlten Hai-Köderung teilzunehmen.

Und das zeichnet die Freiheit aus: Wenn mir danach ist, einmal im Leben einen Tigerhai zu sehen und ich bin bereit, dafür 3000 $ auf den Tisch des Hauses zu legen, dann kann ich mir diesen Traum ermöglichen. Dann kann ich ohne Käfig diese wunderbaren Tiere in ihrer Welt bestaunen. Die Risiken sind bekannt und werden niemandem verschwiegen.
Danke requin fuer deine ebenso knappe wie praezise ansicht die ich zu 100% teile. Und nun ist es wohl zeit fuer ein outing.

Ich habe 1992 meinen OWD schein auf den bahamas gemacht (oder sollte ich sagen ich wurde gezwungen....trifft die tatsache eher) und der 2. Tauchgang nach absolvieren des scheines war.... eine haifuetterung. Ich gebe offen zu es war fuer mich damals – der ich 2 tage vor beginn des kurses beim schnorcheln vor einem adlerrochen gefluechtet bin in der festen annahme das dies meine letzte unterwasserbegegnung mit menschenfressenden meeresbewohnern sei – ein echter kick. Haie – das war fuer mich zu der zeit wie ein flug zum mond – und es war zudem ein tauchgang an den ich mich selbst heute noch erinnere.... man muss an dieser stelle sagen, dass im vorfeld dieser tauchgaenge sicherlich nichts beschoenigt wird – wir sind schliesslich in den USA und da unterschreibt man zettel auf denen klipp und klar steht dass man von solch einem tauchgang eben nicht unbedingt wieder zurueck kommen muss.....plus erklaerung das im todesfall die angehoerigen keine ansprueche.....und so weiter und so fort.

Warum macht man sowas? Hat viele gruende neugier, sensationslust, interesse an dingen die einem bei einem grosstadtleben eher verschlossen bleiben....mein gott warum springen leute aus flugzeugen, von klippen und bruecken? Alle gehen dabei ein kalkulierbares risiko ein – es geht alles gut bis zu diesem einen verdammten male – nenn es schicksal – aber das laesst sich doch auf fast jeden lebensbereich uebertragen – um das zu erleben muss ich nicht tauchen gehen.

Aus heutiger sicht – viele viele tauchgaenge, (natuerlicher) haibegegnungen und erfahrungen spaeter sage ich ganz klar – ich wuerde an solch einem spektakel sicher nicht mehr teilnehmen, ebenfalls aus vielen gruenden – es gibt faszinierendere wege haibegegnungen zu haben, es ist hoechstgradig unnatuerlich raubtiere anzufuettern – denn man tut den tieren dabei den kleinsten gefallen. All dass jedoch ohne die leute die daran teilnehmen zu verteufeln – auch wenn ich die veranstaltungen nicht gutheisse. Sollte man sie verbieten? – schwer zu sagen denn ich glaube wirklich dass diese veranstaltungen eine gewisse lobby fuer die haie schaffen – es ist so eine sache bei der man seiten mit pro und contra fuellen koennte ohne zu einem wirklichen ergebnis zu kommen. Muss halt wirklich jeder fuer sich selber ausmachen.

Eins steht fuer mich jedoch fest – haie sind fuer mich die faszinierendsten tiere denen ich je begegnet bin denn ich jedes mal mit viel respekt begegne – ich kenne aber auch keine verkanntere tierart, die ihrem schlechten ruf so wenig gerecht wird.

...

Verfasst: 04 Mär 2008 20:02
von Requin
http://de.youtube.com/watch?v=6R0n4RltjMw

Faszination pur !

Dass diese wunderbaren Tiere gerade ausgerottet werden, ist einfach unfaßbar.

Re: ...

Verfasst: 18 Mär 2008 22:37
von Tramp
kolja hat geschrieben: Und nun ist es wohl zeit fuer ein outing.
Danke kolja,

für dieses "outing". Ich als "Unbeteiligter" kann mir jetzt ein sehr viel besseres, differenzierters Bild machen.

LG Tramp

Verfasst: 19 Mär 2008 09:00
von Dirk
[quote="Andi"] Im ersten Moment fand ich es lustig, daß die mir durch die Maske tief in die Augen schauten. Das war aber schnell vorbei, als mir klar wurde, daß die Tiere wußten, daß mein Guide Brötchen dabei hatten. Spätestens als die anfingen, auch an mir und meiner Kamera zu knabbern, fand ich das überhaupt nicht mehr lustig. Wehgetan haben sie mir nicht, aber es war wieder so ein Beispiel, wo Fische schon ein völlig unnatürliches Verhalten an den Tag legen. Das mag ich weder bei kleinen Fischen noch bei Haien... (wobei das bei kleinen Fischen für den Menschen nicht schädlich ist, aber das ist halt eine Grundsatzfrage)./quote]

Andi, da stimme ich Dir voll zu. Auf den Malediven habe ich mich schon vor 15 Jahren über die "Brötchenverfütterer" geärgert, die bei vielen Fischen zu den von Dir beschriebenen unnatürlichen Verhaltensänderungen geführt haben. Bei Naturbeobachtungen (wie auch beim Schnorcheln und Tauchen) sollte man grundsätzlich - nach meiner Meinung - als Mensch so wenig störend auf die Tiere einwirken wie möglich. Nur dann kann man die Natur wirklich erleben. Alles andere ist oberflächliche Show. Die kann man auch im Aquarium haben. Für mich sind die überraschenden Begegnungen mit spektakulären Tieren viel eindrucksvoller als geplante Begegnungen durch Raubtierfütterungen unter Wasser oder Boots- und Flugzeugjagden auf Wale oder Walhaie. Eine überraschende Begegnung mit einem ca. 7 Meter langen Walhai in 20 Meter Tiefe am Aussenriff auf den Malediven vor 12 Jahren hat mich tief beeindruckt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Bootsverfolgungsjagd und der Abwurf von 10 Tauchern vor das ertappte Tier einen ähnlichen Eindruck bei mir hinterlassen hätte. Ich meine, dass man nicht alle Erlebnisse und Begegnungen erzwingen muss. Für mich steckt da oft eine zu große Kosummentalität hinter: alles sofort, ganz schnell und ganz toll spektakulär. Ein Kick muss den nächsten jagen.
Gruß von Dirk

Es war einmal...

Verfasst: 28 Mär 2008 09:32
von Requin
Im letzten Jahrzehnt sind 90 % der Hochseehaie ausgerottet worden.

Jedes Jahr werden 200 Millionen Haie getötet.

Die Häufigkeit der zufälligen Begegnungen dürfte abnehmen.

Der Hai-Tourismus ist dagegen ein Weg, das Überleben der letzten verbliebenen Haie zu sichern. Die Haie brauchen eine Lobby. Und wenn dieser Lobby der eine oder andere Adrenalin-Junkie angehört-na und?

Übrigens hat mich meine Walhai-Tour auf den Seychellen tief beeindruckt. Trotz Ultraleichtflieger. Es war eines meiner schönsten Unterwassererlebnisse.

Re: Tödlicher Haiunfall auf den Bahamas: 50jähriger Wiener Anwal

Verfasst: 30 Jul 2020 13:35
von Anubis
Unbestätigten Meldungen von am Boot anwesenden Personen dürfte der Wiener Anwalt mit dem Köder in Berührung gekommen sein. Sollte dies tatsächlich so gewesen sein - es gilt natürlich die Unschuldsvermutung für den Diveguide - wird dies wohl einiges an Erklärungsbedarf nach sich ziehen.
Als ich zum ersten mal auf den Bahamas war, wurden wir genauestens eingewiesen, wie wir uns verhalten müssen. Einer der Taucher meinte, nicht den Anweisungen folgen zu müssen. Das Resultat war, dass wir den Tauchtag abbrechen und das nächste Krankenhaus anlaufen mussten.

Bei meiner zweiten Bahamastauchsafari kam es nach ein paar Tauchtagen wieder zu riskantem Verhalten unter Wasser. Zur Strafe mussten wir uns eine Standpredigt anhören und beim nächsten Tauchgang gab es dann Kameraverbot, damit sich jeder voll auf die geköderten Haie konzentriert. Das Kuriose: wir wurden bei diesemTauchgang von Tigern attackiert und mussten uns mit den Stöcken gern die Bisse wehren. Dieses Verhalten war völlig unbegreiflich. Die Feederin war komplett ratlos.

Seriöse Reiseveranstalter schreiben folgende Information auf ihrer Webpage. Ich zitiere:
Eine Tigerhai Tour ist nichts für unerfahrene Taucher. Wir setzen daher eine gewisse Taucherfahrung voraus. Es sollten Taucher sein, die schon Touren mit Haisichtungen miterlebt haben. Sichere Tarierung und eigenverantwortliches Tauchen sollte selbstverständlich sein. Diese Touren werden professionell seitens der Bootsbetreiber durchgeführt, dennoch sollte jedem Teilnehmer bewusst sein, dass es sich um freilebende und wilde Tiere handelt und zwar um Raubtiere. So sehr uns die Begeisterung auch beflügelt, weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass die Sicherheitsbestimmungen an Bord und den Instruktionen der Guides Folge zu leisten ist. Auch unter Befolgung der Regeln verbleibt stets ein Restrisiko.
https://www.tauchertraum.com/bahamas-ma ... iter-lesen

Re: Tödlicher Haiunfall auf den Bahamas: 50jähriger Wiener Anwal

Verfasst: 03 Aug 2020 00:22
von mr.minolta
Anubis hat geschrieben:
30 Jul 2020 13:35
wir wurden bei diesemTauchgang von Tigern attackiert und mussten uns mit den Stöcken gern die Bisse wehren. Dieses Verhalten war völlig unbegreiflich. Die Feederin war komplett ratlos.
Seltsam, daß Du erneut ein Uralt-Thema ausgräbst, andererseits ist es interessant, was hier vor 12 Jahren geschrieben wurde. Diese Diskussion kannte ich noch nicht.

Bizarr hingegen ist in jedem Fall, daß Du, der Du erst kürzlich offenbart hast, ein vorgeblich dauerweltreisender Expeditionstaucher zu sein, hier in letzter Zeit eine blutrünstige Zote nach der anderen zum Besten gibst. Mehrfache Attacken von C. longimanus hast Du auf offener See überlebt. Bullenhaie (?) sind Dein täglich Brot und jetzt auch noch Tigerhai-Angriffe, die nur unter Einsatz von "Waffen" abzuwehren waren und von Dir als "unerklärlich" etikettiert werden, während man die Taucherkollegen in Krankenhäuser einlieferte. Deine kurzen Schilderungen sind gleichermaßen phantasievoll und wortkarg. Es sind hingeworfene Brocken, die in der Regel keinen Sinn ergeben und nur Fragezeichen zurücklassen. Aber vielleicht ist es ja genau das, was Du hier erreichen willst.

Bizarr auch Deine Wortwahl :wink: :
Die Feederin war komplett ratlos.


Anubis, das alles klingt absurd!

Manches wäre glaubhafter, wenn Du es in 15 Jahren Mitgliedschaft mal fertiggebracht hättest, auch nur ein Foto der im Alltag eines Sporttauchers superseltenen und Dich regelmäßig umgebenden und attackierenden Spezies hier zu zeigen, oder gar einen einzigen Reisebericht zu schreiben. Und solltest Du das in absehbarer Zeit weiterhin verweigern, darfst Du Dich nicht wundern, wenn man oder frau Dich nicht mehr ernstnehmen mag. Soweit Deine knappen Angaben eine Interpretation des Vorfalls mit Tigerhaien überhaupt zulassen, muß man feststellen, daß hier rein gar nichts "unerklärlich" scheint und es auch keinen Grund für Ratlosigkeit der "Feederin" :lol: gibt.

Nachdem man Haie jahrzehntelang als blutrünstige Bestien fehlinterpretiert und fast ausgerottet hat, ist man nun in einer zeitgeistigen Phase des Kuschelns mit diesen Tieren. Grundfalsch ist beides! Man ist sich schon lange darüber einig, daß Tigerhaie im Kontakt mit Menschen, verglichen mit Weißen Haien, als wesentlich unberechenbarer, aggressiver und somit gefährlicher einzustufen sind. Was auch immer die Angriffe, die Du uns glauben machen willst, erlebt zu haben, ausgelöst haben mag, sie sind ganz sicher nicht unerklärlich. Wenn Du, noch dazu im Rahmen einer kommerziellen Ausfahrt, explizit diese Tiere aufsuchst/anfütterst/provozierst, mußt Du mit solchen Reaktionen oder Vorfällen rechnen. Das solltest Du wissen, wenn Deine leidenschaftliche Freizeitverbringung tatsächlich die sein sollte, die Du uns hier schilderst. Ich selbst weiß es, seit ich vor 24 Jahren meine einzige Zufalls-Begegnung mit einem Tigerhai im Freßrausch hatte. Wie gesagt ein Zufall und ein vollkommen natürliches Verhalten ohne jede Provokation oder Interaktion. Kommen letztere hinzu, kann es noch viel schlimmer enden.

Wir befanden uns nach dem letzten Tauchgang mit Hunderten von Grauen Riffhaien bereits wieder an Bord, als es geschah. Der ausgesprochen erfahrene und kompetente Bootsführer und Tauchlehrer in Personalunion nahm etwas Abstand von dem Tier, das ein unfaßbares Gemetzel in einem Thunfischschwarm anrichtete und dabei ca. 50 Meter vor dem Boot an der Oberfläche nur partiell sichtbar wurde. Wir schätzten die Größe damals auf 4-5 Meter. Fischköpfe und andere Körperteile flogen durch die Luft, überall Blut und das Geschrei der Seevögel, die sofort hinzukamen, um sich ihren Anteil zu sichern. Das Ganze sah aus wie in einer dieser modernen BBC-Dokumentationen und dauerte eine Viertelstunde, während der wir natürlich absolutes Tauch- bzw. Schnorchelverbot hatten. Unser Mann, noch heute dort tätig und schon damals mit einer fünfstelligen Zahl von Tauchgängen gesegnet, sagte nur, daß er jetzt um nichts in der Welt in's Wasser steigen würde, um sich der Szenerie zu nähern. (Lagune von Cocos Keeling an einem späten Nachmittag im März 1996)

Das soll jetzt mal mein Beitrag zum blutigen Thema gewesen sein. :wink:

Dem, der sich einlesen will, empfehle ich, besonderes Augenmerk auf den Beitrag Koljas zu richten, der damit wie so oft den Nagel auf den Kopf trifft.

Re: Tödlicher Haiunfall auf den Bahamas: 50jähriger Wiener Anwal

Verfasst: 03 Aug 2020 02:47
von mr.minolta
mr.minolta hat geschrieben:
03 Aug 2020 00:22
Manches wäre glaubhafter, wenn Du es in 15 Jahren Mitgliedschaft mal fertiggebracht hättest, auch nur ein Foto der im Alltag eines Sporttauchers superseltenen und Dich regelmäßig umgebenden und attackierenden Spezies hier zu zeigen...

Da will ich natürlich nicht nachstehen. :wink:

Ein Foto des Tigerhai-Gemetzels habe ich nicht. Es war fast Dämmerung und zur Hand hatte ich nur die UW-Kamera ohne Tele. Dafür hab ich Bilder anderer Opfer der Tigerhaie in den Gewässern von Cocos und Christmas Island im Indischen Ozean. Und auch ein paar nette Bilder ohne Drama. In allen Fällen handelt es sich um Scans 24 Jahre alter Dias:


Walhai auf 50 Meter Tiefe vor der Küste von C.I. . Das Tier war acht Meter lang:

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Hier in geringer Tiefe vor dem Riff zum Anfassen:

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Das größte Tier, das wir innerhalb von drei Wochen sahen. Vermutlich 10-12 Meter lang. Es warf einen gigantischen Schatten auf den Grund:

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Das Wassern des Tauchbootes für die Walhai-Exkursion. Bereits im auf dem Foto noch sichtbaren Bereich innerhalb der Bucht waren die ersten Tiere zu sehen. Man hätte dafür auch einen Strandtauchgang machen können:

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Eindeutige Spuren von Angriffen der Tigerhaie gab es immer wieder:

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Die ritualisierten Drohgebärden der Grauen Riffhaie waren gelegentlich zu beobachten. Wie aus dem Lehrbuch von Hans Hass aus den 60ern bahnen sie sich hier gerade an. Bei richtigem Verhalten des Tauchers ist solch eine Situation meist zu vermeiden oder zumindest zu entschärfen. Wie auch immer- wir hatten keinen Grund, uns mit Stöcken gegen beißende Haie verteidigen zu müssen:

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Wer hat schon mal eine größere gesehen? :wink:

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Die einzig dramatische Situation, die ich in meinem Taucherleben jemals mit Haien unter Wasser hatte, will ich auch kurz schildern und sogar ein Foto gibt's dazu.

In unmittelbarer Nähe zur Steilküste von Christmas Island wurden die meisten Tauchgänge durchgeführt. Man kann hier in geringer Entfernung zum Land und sehr klarem Wasser nicht nur weit in die Ferne sehen, sondern auch in die Tiefe. Befindet man sich selbst auf 20-30 Metern, ist ein Blick bis in ca. 100 Meter Tiefe möglich. Die Steilwand setzt sich dabei unter Wasser in annäherndem 90-Grad-Winkel gleichmäßig fort und endet erst bei mehreren Tausend Metern am Kontinentalsockel des Java-Grabens. Ein ideales Revier für Großfisch jeder Art. Ich hatte mich zum Zwecke der Annäherung an einen sich im Freiwasser bewegenden Makrelenschwarm wenige Meter von der Gruppe entfernt, was ich damals angesichts der momentan völligen Abwesenheit von Haien als vertretbares Risiko ansah. Die Makrelen waren gerade vorbeigezogen, als ich geschätzt 50-80 Meter unter mir drei sich zügig und nervös bewegende Silhouetten großer Fische bemerkte, die ihren Weg unter Beibehaltung der Tiefe parallel zur Küste fortsetzten. Ich hatte gerade noch Zeit für einen Atemzug, dann waren sie neben mir. Raketengleich hatten sie die ungeheure Distanz in gefühlt einer Sekunde zurückgelegt. Der Anführer an der Spitze sogar mit aufgerissenem Maul...

Während ich gerade noch den Gedanken fassen konnte, nun endlich zu wissen, wie es sich anfühlt, wenn das ganze Leben innerhalb dieser vielzitierten einen Sekunde wie ein Film an einem vorbeizieht, war der Spuk auch schon vorbei. Die drei Fische, die sich nun als halbwüchsige Hammerhaie mit einer Länge von unter zwei Metern entpuppten, hatten aller Wahrscheinlichkeit nach in dieser damals so gut wie nie betauchten Region gerade ihren ersten Menschen gesehen und einen Scheinangriff gestartet. Sogleich drifteten sie direkt vor mir auseinander und setzten ihren Weg in die Tiefe fort, aus der sie gekommen waren. In diesem Moment entstand das folgende Foto, als ich instinktiv die Kamera dem einen Meter vor meinem Kopf ausweichenden Tier, das an der Spitze der Gruppe lag, entgegenstieß. So wie ich es mal gelernt hatte, lange bevor ich den Tauchschein machte. Eine Erinnerung für's Leben. Unscharf und verrissen, alle drei Tiere sind auf dem Bild:


Bild


Ich hoffe, hiermit eine kleine Motivation geliefert zu haben. Ich rede nicht nur von großen und größten Haien in den fernsten Gewässern dieser Welt, ich zeige sie auch. Und wenn ich dafür meine Analogkrücken aus dem letzten Jahrtausend ausgraben muß. Jetzt ist Kollege Eule an der Reihe!

Ja, Anubis, Du brauchst nicht nachzufragen, ich setze Dir das Messer auf die Brust! Ich erwarte fesselnde Berichte und spektakuläre, digitale Fotos! Und für Suse gilt dasselbe. Solltest Du nach mittlerweile zahllosen Anfragen bzw. Aufforderungen weiterhin nicht zu Potte kommen, dann verschone uns in Zukunft bitte mit Deinen ominösen Kurzmitteilungen und Andeutungen bezüglich dramatischer Erlebnisse mit Haien! :O