Mauritius 2017

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Mauritius 2017

Beitrag von foto-k10 » 30 Aug 2019 06:56

Einleitung

Im November 2017 war ich zum zweiten Mal auf Mauritius, diesmal im Südosten. 3 1/2 Wochen zum entdecken und entspannen. 2016 war es nervig, immer wieder mit dem Mietwagen durch Port Louis hindurch zu müssen. Ich hätte den Aufenthalt auch gern gesplittet. Aber das ist nur bedingt möglich, wenn man alles über einen Reiseveranstalter buchen will.

Vorschläge für Wanderungen incl. GPS-Tracks findet man auf diesen Seiten. Leider gibt es bei Wikiloc nur selten Bilder oder ergänzende Beschreibungen:
https://fitsy.com/mauritius-hiking-routes
https://de.wikiloc.com/routen/wandern/mauritius
https://de.wikiloc.com/routen/bergsteigen/mauritius
http://www.exploremauritius.org/?page_id=755

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Re: Mauritius 2017

Beitrag von foto-k10 » 30 Aug 2019 06:58

Reisezeit

Hauptreisezeit für Mauritius sind die Monate September bis November (Dezember). Von Januar bis März können Zyklone über die Insel hinwegziehen, zumindest regnet es deutlich mehr. Allerdings macht sich der Klimawandel auch auf Mauritius bemerkbar, bereits im November muss man inzwischen mit windigen, verregneten Tagen rechnen. Aufgrund des Südostpassats sind die Küsten im Westen und Nordwesten durch das Hochland gegen Regen abgeschirmt. Von daher ist mein Hotel im Südosten nicht optimal.

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Re: Mauritius 2017

Beitrag von foto-k10 » 30 Aug 2019 07:00

Strände

Wo es einen schönen Sandstrand gibt, steht i.a. auch ein Luxushotel. :wink: Der Strand an sich ist bis zur Hochwassermarke allgemein zugänglich. Solange man keine Liege belegt und nicht auf die Rasenflächen geht, ist alles ok. Am besten nimmt man sich eine Strandmatte mit, wie es sie jedes Jahr bei Aldi usw. gibt.

Und man sollte Badeschuhe mitnehmen. Auch an Sandstränden werden Bruchstücke von Korallen angespült. Leider herrscht viel Kommerz vor den Stränden der Hotels. Die Händler, die ihre Tücher usw. anbieten, sind nicht aufdringlich und meistens witzige Typen. Am meisten haben mich immer die Speedboote mit Wasserski gestört. Die halten sich nicht an die markierten Bereiche!

Dagegen ist es an den öffentlichen Stränden, die von den Einheimischen genutzt werden, meistens ruhiger - zumindest im Wasser. Leere Badestrände, die man für sich allein hat, wird man auf Mauritius nicht finden. Toiletten sind an den öffentlichen Stränden i.a. vorhanden, sie werden auch regelmäßig gereinigt. Man sollte aber keine glänzenden weißen Fliesen und Toilettenpapier im Überfluß erwarten.

Schön sind:
Mont Choisy Public Beach im Nordosten. Langer Strand, feiner Sand, Schatten durch die Kasurienbäume. Am Wochenende voll und mit Musikbeschallung. Schwimmwettbewerbe für Schulkinder (?) finden hier statt.

Trou aux Biches ist zum einen der lange Strand am Hotel Trou aux Biches Beachcomber Resort als auch ein kleiner öffentlicher Strand, der sich südlich an das Hotel anschließt. Am Strand vor dem Hotel nur wenige Palmen. Solange man keinen Liegestuhl des Hotels nutzt oder die Grünfläche betritt, kann man sich dort hinlegen. Am öffentlichen Strand die typischen Kasurienbäume. Dort kann man auch Liegestühle und Sonnenschirme mieten, Preise sind mir nicht bekannt. Es gibt eine kleine Poststelle und einen ATM.

Flic en Flac an der Westküste ist wieder ein langer Strand mit Bäumen. An etlichen Stellen ist der Wellengang rauer und das Baden nur in kleinen Bereichen empfehlenswert.
Südlich von Flic en Flac kommen viele Hotels, manche klein, manche groß, dann der öffentliche Strand von Wolmar. Eher klein, Bäume und das Wasser ruhig und flach. Zum Baden perfekt, keine Ahnung wie weit man zum Korallenriff hinaus schnorcheln muss.

Die Südseite der Insel hat kein vorgelagertes Korallenriff. Daher findet man hier hohe Wellen und eine kräftige Brandung. Baden ist hier nicht zu empfehlen bzw. teilweise verboten! Trotzdem gibt es hier an einigen Stränden große Parkplätze. Ich habe aber niemanden gesehen, der tiefer als bis zu den Knien im Wasser war.

Blue Bay ist ein kleine Bucht im Südosten. Wird hoch gelobt und die Unterwasserwelt soll die schönste und artenreichste von Mauritius sein. Ich war während der Schulferien dort, morgens um 9 Uhr kann man Flötenfische beobachten, die direkt am Ufer nach Nahrung suchen. Im Wasser am Strand aber keine Korallen, dazu muss man per Bootsausflug auf die andere Seite. Und wenn die Kinder ab 11 Uhr mit ihren Schwimmnudeln toben, ist kein einziger Fisch mehr im Wasser. Meiner Meinung nach überbewertet.

Zu den Stränden entlang der Ostseite bis hoch zum Norden kann ich nichts sagen. Es ist sinnvoll, sich die Bewertungen zu einem Hotel vor der Buchung in Ruhe durchzulesen, man findet dort häufig Hinweise, wie der Strand direkt am Hotel beschaffen ist.
Zuletzt geändert von foto-k10 am 30 Aug 2019 18:40, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Mauritius 2017

Beitrag von foto-k10 » 30 Aug 2019 07:02

Fortbewegung auf Mauritius

Nur am Hotelstrand zu liegen und die Verpflegung zu genießen, wäre auf Mauritius unsinnig - die Insel hat mehr zu bieten!

Die einfachste Methode besteht darin, Ausflüge zu buchen. Man ist dann i.a. in Kleinbussen unterwegs und klappert die üblichen Seehenswürdigkeiten ab. Häufig kommt ein Vertreter des Reiseveranstalters am ersten oder zweiten Nachmittag im Hotel vorbei und verteilt Broschüren und Preiszettel. Die Hotels bieten ebenfalls Ausflüge an. Oder man geht zum Strand ... mit einem gewissen Maß an Menschenkenntnis entscheidet man dann, ob man dort einen Asuflug bucht. Der ist dann eher mit einem rustikalen Barbeque mit viel Allohol anstatt Schicki-Micki-Lunch in einem Nobelhotel.

Busse gibt es auf Mauritius auch. Habe ich 2016 und 2017 eher für Ziele in der Nähe genutzt. https://www.mauritius-buses.com/all-buslines/ Die Taktung ist nicht schlecht und die Preise sind günstig. Gut erkennbare Bushaltestellen gibt es wenige, im Zweifelsfall stellt man sich an den Straßenrand und gibt dem Busfahrer ein Zeichen. Bezahlt wird beim Schaffner, der neben seinem Ticketdrucker auch eine Dienstmarke aus Metall hat. Mangels spezieller Busfahrspuren hängt das Fortkommen von der Verkehrsdichte ab und um 18 - 19 Uhr stellen die Buslinien den Betrieb ein.

Taxen habe eine Zulassung für einen Distrikt. Dieser ist auf Schildern an den Seiten ersichtlich. Will man zu einer Sehenswürdigkeit, dann wartet der Taxifahrer dort und bringt einen wieder zurück zum Hotel. Einen anderen Fahrgast dort vor Ort dürfte er nicht befördern. Dementsprechend sind die Preise hoch. Mit manchen Taxifahrer kann man ein/mehrtägige Touren vereinbaren. Im Bereich Mahébourg gibt es auch Taxen, die ähnlich wie Busse überall halten und soviele Fahrgäste aufnehmen, bis das Auto voll ist. Die Preise sind identisch mit dem Bus.

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Re: Mauritius 2017

Beitrag von foto-k10 » 30 Aug 2019 07:07

Mietwagen auf Mauritius

Auf Mauritius gilt Linksverkehr. Das allein wäre nicht tragisch. Leider fahren die Einheimischen mit der Naivität und Unbeherschtheit eines Kindes.

Auf Landstraßen sind üblicherweise 80 km/h erlaubt. Trotzdem fährt ein Teil der Autofahrer nur 40 km/h. Den anderen ist das zu langsam, sie überholen auch vor Kurven oder vor Steigungen ohne Sicht auf den Gegenverkehr. Eine durchgezogene Mittellinie ist dabei irrelevant!

Einig sind sich beide Gruppen nur darin, dass man an "gelben Linien" auf 20 km/h abbremst - diese sie sind ca. 10 cm breit und 10 cm hoch und man findet sie vor Radargeräten. Vermutlich könnte durch die Erschütterung irgendetwas von der Karosserie herunterfallen?

Sinnvollerweise orientiert man sich beim Fahren an der Mittellinie. Am Rande befinden sich nur selten Leitplanken, dafür aber tiefe Entwässerungsrinnen usw. Manche Autofahrer übertreiben es dabei und kommen einem in Kurven teilweise auf der eigenen Spur entgegen.

Von der Hupe wir gern und häufig Gebrauch gemacht.
Hält man an einem Zebrastreifen an, um Fußgänger hinüber zu lassen, wird gehupt.
Kommt man am einem Bus an seiner Haltestelle wegen des Gegenverkehrs nicht vorbei, wird gehupt. Kann man in eine Nebenstraße nicht abbiegen, weil dort alles steht, wird gehupt. Wie eingangs schon geschrieben: wie die kleinen Kinder ...

Für Ortschaften gilt: die Straße ist ein Parkplatz. Jeder stellt sich dorthin, wo es ihm gefällt. Und die Regel, dass derjenige warten muss, der das Hindernis auf seiner Seite hat, gilt hier nur bedingt. Besonders wenn ein Auto mit Lichthupe ankommt, bedeutet dies, dass es unbedingt am parkenden Auto vorbei will ohne zu warten.

Drei Autobahnen gibt es auf Mauritius, eine geht durch die Hauptstadt Port Louis hindurch. Im Süden Richtung Mahébourg sind 110 km/h erlaubt. Haben aber mit deutschen Autobahnen wenig gemeinsam - größter Unterschied sind die Kreisel in Abstanden von 400 m bis 5 km. Das bedeutet jedesmal abbremsen und in den Verkehr einfädeln. Und spätestens ab 7:30 Uhr regelt eine Einheit der Polizei rund um Port Louis den Verkehr, weil sonst nichts geht.

Die Autobahnen sind zweispurig. Wer sich links hält, will am Kreisel meistens die erste Ausfahrt raus. Man sieht auch häufig, dass zwischen der ersten und zweiten Ausfahrt die linke Spur nicht so sauber wie die rechte ist. Vorsicht, wenn man an der zweiten Ausfahrt hinaus will - angeblich haben die Autos auf der rechten Spur Vorfahrt. Wenn die also die Ausfahrt nehmen und dann links rüber ziehen ...

Wenn man einen Mietwagen für mindestens fünf Tage nimmt, bekommt man meistens ein Navi dazu. Dessen Zählweise der Ausfahrten ist von Kreisel zu Kreisel unterschiedlich. Am besten schaut man auf die Kartendarstellung. Und Einbahnstraßen kennen sie nicht richtig. Keine Ahnung, ob das Kartenmaterial veraltet ist oder die Straßenämter ständig etwas ändern - man sollte immer auf die Straßenschilder achten!!! 2016 wollte ich zum Chateau Labourdonnais. Ich sollte von der Straße in die Zuckerrohrfelder abbiegen. Weiter fahren hat nichts geholfen, keine Neuberechnung, ich sollte wenden und wieder in die Zuckerrohrfelder. Vermutlich ist man mit einem Smartphone und Offline-Karten von Google oder OpenStreetMap besser dran.

Kommen wir zum Schlimmsten am Straßenverkehr auf Mauritius: Motorradfahrer! Sie zwängen sich im Stau links und rechts vorbei, ignorieren die Signale der Verkehrspolizei und fahren nachts ohne Licht. Einen von denen habe ich sogar mehrfach gesehen: er hatte als Ersatz für seinen defekten Scheinwerfer eine Taschenlampe in einer Hand.

Tankstellen sind mit Bedienung, man entriegelt lediglich den Tankdeckel und sagt dem Tankwart, wieviel Benzin man haben möchte. Idealerweise stellt man das Auto so ab, dass man die Anzeige der Zapfsäule erkennen kann - auch wenn der Tankwart möchte, dass man weiter vorfährt!

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Re: Mauritius 2017

Beitrag von foto-k10 » 30 Aug 2019 07:10

Astroea Beach Ressort

Das Astroea Beach Ressort gehört zur Hotelgruppe Southern Cross mit drei Hotels auf Mauritius. Das Astroea Beach wurde 2011 als 3Sterne-Hotel eröffnet. Es ist ein Erwachsenenhotel mit 16 Zimmern unterschiedlicher Größe. Keine Animation und keine abendlichen Musikveranstaltungen. Ein gewisser Renovierungsbedarf besteht bereits, bei einem Hotel direkt an der Küste kein Wunder.

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#1 - Lageplan des Hotels, ich hatte A104.
Im Hauptgebäude befinden sich Rezeption (24 Stunden besetzt), eine Sitzecke mit Fernseher und Büchern, sowie das Restaurant "Etoile de Mer". Gegenüber der Straße der Parkplatz(Markierung 2)


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#2 - Das Hauptgebäude von der Seeseite.
Links das Restaurant, in der Mitte die Komfortzimmer, in den Giebeln die beiden Deluxezimmer

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#3 - Einige Bungalows im Garten


Ich hatte ein Zimmer mit Gartenblick, war in der Buchungsbestätigung als "Sparangebot" gekennzeichnet. Trotzdem konnte ich von der Tür aus ein Stück Meer und den Sonnenaufgang sehen.

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#4 - Mein Zimmer

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#5 - Die Terrasse

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#6 - Von außen, mein Zimmer rechts

Das Bett war bequem, der Schrank für ein Person ausreichend (für zwei eher zu klein), Schubladen ließen sich nur schwer öffnen. Zimmersafe, Klimaanlage und Flachbildfernseher sind vorhanden. Für deutschsprachige Gäste gibt es nur Deutsche Welle, der Fernseher ist also uninteressant. WLAN funktioniert sowohl im Hauptgebäude als auch in den Zimmern, ich hatte mich per Internet informiert, was in Deutschland passierte.

Große Dusche mit Durchlauferhitzer, der über einen Zugschalter an der Decke aktiviert wird. Waschbecken nur mit kaltem Wasser. Da das Wasser stark gechlort war, hatte ich zum Rasieren und Zähne putzen Wasser im Wasserkocher erhitzt.

Frühstück:
Toastbrot, kleine Brötchen und Croissants (werden aus dem Schwesterhotel Prescil geliefert). Immer dieselben zwei Sorten Marmelade, Käse, Kuchen und Früchte. Omelett, Eier und Pfannkuchen kann man beim Kellner bestellen.

Lunch:
Sandwiches, Pasta of the day und andere Tagesgerichte oder auch Burger. Müßig zu erwähnen, dass so ein Burger eine ganz andere Liga ist, als das Zeug in hiesigen Fastfoodtempeln. Verschiedene Desserts wie Karamellkuchen und Eissorten - insbesondere die Sorbets :D

Dinner:
Man wählt beim Frühstück aus zwei Vorspeisen, zwei Hauptgerichten und zwei Desserts aus. Nach 10 Tagen wiederholen sich die Speisen.

Lustig: die Kellnerin oder der Kellner falten die Serviette auseinander und legen sie dem Gast auf den Schoss. Nach der Getränkebestellung liest ein weiterer Kellner das morgens bestellte Essen vor, notfalls könnte man sich jetzt noch anders entscheiden. Nach dem Hauptgang bekommt man ein feuchtes Tuch, um sich Mund und Hände abzuwischen. Die Tischdecke wird von Krümeln befreit, dann wird das Desert serviert.

All Inclusive:
Bier kostet 200 Rs (5 €), Cocktails 300 Rs (7,50 €), Liköre wie Amarula oder Cassis sind ebenso enthalten wie Whisky, Wodka, Rum. Wein war wohl auf einer anderen Karte, habe ich mir nie angesehen. In der Minibar findet man Bier, Cola, Fanta, Sprite, Orangensaft und stilles Wasser. Wird einmal pro Tag aufgefüllt. Sehr lecker der Eistee! Frisch aufgebrühter schwarzer Tee, mit Eiswürfeln kurz in den Cocktail-Shaker zum Abkühlen und dann im Glas mit Zitronensaft abgeschmeckt. Kein Vergleich zu dem Zuckerkram hier in Deutschland aus dem Tetrapack!

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#6 - Blick aus dem Restaurant Etoile de Mer auf die Bucht

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#7 - Das Restaurant abends, die Tische eingedeckt zum Dinner

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#8 - Die Sitzecke

Strandliegen sind vorhanden und werden werden Morgen oberflächlich gereinigt. Spätestens nach einem starken Regen werden die Liegen zur Seite geräumt und die heruntergefallenen Nadeln aus den Kasuarinen weggeharkt. Das Wasser eher flach, man braucht Badeschuhe. Bereits im flachen Wasser Korallenblöcke. Zum Schnorcheln durchaus interessant. Tauchmasken/Schnorchel und Flossen kann man kostenlos ausleihen, ebenso Kanus.

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#9 - beim Lunch draußen mit Blick auf das Meer (links ein Teil der Liegestühle)

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#10 - Noch mehr Liegestühle ...

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Re: Mauritius 2017

Beitrag von foto-k10 » 30 Aug 2019 07:15

03.11.2017

Der Airbus fliegt mitten über die Insel, Le Morne ist in weiter Entfernung zu sehen, aber nicht wirklich klar. Im Landesinnere dann Wolken und keine Sicht.

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#12 - Tamarin Mountain, im Hintergrund Ile Benetier und Le Morne Brabant

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#13 - ein letzter Blick, bevor Nebel die Sicht verhülltt

Die Passabfertigung eine Katastrophe! 45 min dauert es. Und am Ausgang wird mein Gepäck durchleuchtet. Dass ich Nichtraucher bin, nur zum Urlaub auf der Insel und niemanden hier kenne, reicht dem Beamten nicht.

Kurze Fahrt zum Hotel. Zimmer ist noch nicht fertig, aber die vorherigen Gäste sind schon weg. Ob ich denn mein Gepäck darin abstellen und einige Dinge in den Zimmersafe legen kann? Ja, in 5 Minuten. Ich soll erst mal frühstücken. Zwei Pfannkuchen und mehrere Tassen Kaffee. Dann nochmals 10 min warten ... um 10 Uhr ist mein Zimmer fertig. Also duschen, rasieren, umziehen.


Mit dem Bus nach Mahébourg. Nur wenige Stellen sind mit einem Schild "Busstop" versehen, der Bus hält eher dort, wo jemand am Straßenrand steht und die Hand hebt. Im Bus genauso: man betätigt den Summer und er hält an. Meistens zumindest. Der Fahrpreis wird von einem Schaffner während der Fahrt am Sitzplatz kassiert. 24 Rs (ca. 0,60 €) kostet die Fahrt auf dieser Strecke.

Mahébourg wurde 1589 von den Niederländern gegründet, der Name stammt aus der französischen Kolonialzeit. Wie die Siedlung vorher hieß, vermelden weder Wikipedia noch andere Internetseiten. Urspünglich war es die Hauptstadt der Insel, bis nach einer Malariaepedemie (vermutlich 1735) die Verwaltung nach Port Louis verlagert wurde. Vielleicht war auch der Hafen ungünstig, weil Segelschiffe Probleme hatten, ihn gegen den Südostwind zu verlassen.

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#15 - Busterminal in Mahébourg, Busse von verschiedenen Unternehmen, an den Häuschen keine Fahrpläne. Trotzdem hat jede Linie ihre Haltestelle.

Vom Busterminal erstmal an die Strandpromenade, schön ausgebaut und mit europäischen Küstenstädten vergleichbar. Wie auch am Hotel weht ein kräftiger Wind.

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#16 - Mahébourg Waterfront, es weht ein kräftiger Wind

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#17 - Mahébourg Waterfront, im Hintergrund die Île aux Aigrettes (ein Naturschutzgebiet)

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#18 - Grand Port Battle Memorial am Pointe des Régates.
In der Bucht von fand am 23. und 24. August 1810 die Seeschlacht von Grand Port statt.
Die einzige Seeschacht, bei der die Franzosen über die Engländer gewinnen konnten.
Naja, etwas geschummelt haben sie schon, erst die Flagge am Kriegsschiff einholen und dann doch nicht kapitulieren.
Desweiteren waren zwei englische Schiffe auf das Riff aufgelaufen und mussten aufgegeben werden.
Genutzt hat es nicht, die Engländer kamen über Land von Rodrigues aus.



Von der Kaimauer aus die Insel Mouchoir Rouge Island zu sehen.

For sure, most of its infrastructure dates back since the mid 1800s. Some hundred years ago, one could walk dry-foot on low tides to this small island which was then also known as the ‘Coin-du-Mouchoir’. During the years 1860s, M. Edwin Dennie hired on bail from the government this island where he created a small salt-pan and a little garden. He also dressed a bathroom on the side facing the reefs. Some wealthy British of the times also had some of their bungalows on this island. Unfortunately the cyclone of 1892 destroyed most of everything.

Recently it is believed that the island is the second home of a doctor and named ‘Mouchoir Rouge’ in souvenir of the ‘red handkerchief’ that was waved as a signal for those who wanted to go to or return from the island, certainly not because of the red roof. Another tale mentions the island is the property of a wealthy arab who lives on there from time to time. Unfortunately not much information is obtained from the archives on this island.

http://vintagemauritius.org/mahebourg/m ... land-1922/

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#19 - Mouchoir Rouge Island, links im Hintergrund die Île aux Fouquets mit dem Leuchtturm

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#20 - Statue of Harmony "Swami Sivananda", von Freiwilligen erbaut und 1977 eingeweiht

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#21 Christ Church (erbaut 1854)


Die Kirche Notre Dame des Anges: innen eher schlicht mit dunkler Holzdecke, der Altarraum wird renoviert und ist hinter einer Plane. Auch außen wird gearbeitet. Am Lavoir mehrere Hunde, die permanent kläffen. An einem ATM Geld abheben, zum Marinemuseum und zum Hindutempel Shri Vinayagur Seedalamen Kovil.


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#22 - La Lavoir, ca. 1770
Vom Hinweisschild abgeschrieben: "These rectangualr stones on the banks of Rivière La Chaux provide washing facilities to loacl washerwomen for the cleaning of the uniforms and other outfits of french soldiers posted in the batteries at Ile de la Passe, Ile aus Fourquets, Pointe des Régates, Poite Jérôme and Pointe de la Colonie. The washhouse is still being used and is part of our national heritage."


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#23 - Notre Dame des Anges
Anscheinend 1722 in Vieux Grand Port erbaut und 1802 nach Mahébourg verlagert


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#24 - Notre Dame des Anges

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#25 - Im Hof der Kirche Notre Dame des Anges

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#26 - Maison Historique de Grand Port (Marinemuseum), ursprünglich Chateau de Robillard und im Besitz einer Zuckerbaronfamilie. Nach der Seeschlacht war es Krankenstation für die Konteradmiräle Sir Nesbit Willoughby und Victor Duperré.

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#27 - Hindutempel Shri Vinayagur Seedalamen Kovil

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#28 - Hindutempel Shri Vinayagur Seedalamen Kovil

Der Rest der Stadt ist eher häßlich mit viel Verkehr. Dass Mahébourg "durch den großen Anteil an Gebäuden aus der Kolonialzeit ein besonderes Flair besitzt" (Reiseführer aus dem Dumont-Verag) kann ich nicht bestätigen.

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Re: Mauritius 2017

Beitrag von foto-k10 » 30 Aug 2019 07:17

04.11.2017

Um 4:30 Uhr werde ich wach, höre meinen Hausgecko. Um 05:30 Uhr sehe ich mir den Sonnenaufgang an. 7 Uhr Frühstück, nur Käse, keine Wurst. Brötchen und Croissants kommen auch später, momentan nur Toastbrot. Ich bestelle Rührei, das wird als Halbkugel geformt auf einem schmalen rechteckigen Teller serviert. Auf Nachfrage gibt es auch zwei Scheiben Hähnchenschinken (steht auf der Speisekarte für Omeletts).

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#30 - so kann der Tag beginnen ...

Heute mit einem Sammeltaxis nach Maheburg. Noch etwas einkaufen. Dann mit dem Bus in Richtung Flac. Es dauert lange, bis der überhaupt die Busstation verlässt und seinen Schaffner mitnimmt. An der nächsten Kreuzung lässt er auch haufenweise Autos passieren, bevor er abbiegt.



An der Polizeistation geht es zunächst ein Stück Straße hinauf und dann durch Zuckerrohrfelder. Madagaskarweber, Rotohrbulbuls und Tauben fliegen immer wieder auf. Mit Erreichen des Waldes wird es schwieriger. Keine Markierungen oder Hinweisschilder, irgendwann lässt sich auch kein Pfad mehr erahnen. Nur leere Plastikflaschen zeigen, dass hier schon jemand gewesen ist. Die letzten Meter zum zum Höhenrücken muss ich mich an Wurzeln und Baumstämmen hochziehen. Dann geht es einfacher auf einem Bergkamm in beide Richtungen zu diversen Aussichtspunkten. Leider spielt das Wetter nicht mit. Es ist trübe, zeitweilig nieselt es. Gut, dass ich die Regenjacke eingepackt habe, denn es bläst ein frischer Wind.

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#31 - da oben will ich rauf ...

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#32 - Schmetterling am Wegesrand: Großer Wanderbläuling (Lampides boeticus) nur im aufgeklappten Zustand kann man die blaue Färbung sehen.

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#33

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#34 - der Weg wird beschwerlicher

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#35 - Aussicht in Richtung Mahébourg (leider kein schöner Sonnenschein)

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#36 - Blick in die andere Richtung, Bambou Mountain

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#37 - Île aux Fouquets mit dem Leuchtturm

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#38 - Lion Mountain

Den weiteren Aufstieg zum Lion Mountain spare ich mir. Es müsste weiter östlich einen anderen Weg abwärts geben, aber ich sehe nur eine schräge Fläche. Also lieber zurück. Auch wenn es mühsam ist, sich dort wieder herunterzuhangeln, ist es mir lieber als auf einem unbekannten Weg stecken zu bleiben.

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#39 - Rotohrbülbül (Pycnonotus jocosus) heimisch in Indien bis China, auf Mauritius durch Menschen eingeschleppt

Um ca. 14 Uhr bin ich wieder an der Bushaltestelle und habe Glück, dass gleich ein Bus zurück nach Maheburg kommt. An der Busstation steht um 14:20 Uhr auch bereits der zweite Bus Richtung Blue Bay und ist gut gefüllt. Nur vom Fahrer weit und breit nichts zu sehen. Um 14:45 Uhr kommt er gemütlich angeschlendert. An der Ausfahrt stoppt und hupt er. Ein weiterer Mitarbeiter tippt noch unverdrossen eine SMS in sein Smartphone, dann hält er von außen ein Schwätzchen mit dem Fahrer und steigt schließlich ein. Aha, das ist also doch der Schaffner.

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Re: Mauritius 2017

Beitrag von foto-k10 » 30 Aug 2019 07:21

05.11.2017

Um 8 Uhr verlasse ich das Hotelgelände, es geht zum Vallee de Ferney. Wieder braucht der Bus 18 nach Flaq lange, bis er das Busterminal verlässt und sich auf der Hauptstraße in den Verkehr einfädelt. Der Schaffner hält sich für Prinz Charming, jede Haarspitze und die Ohrsticker werden peinlich genau im Spiegel des Busses kontrolliert.

Meine Buchung ist anscheinend verschütt gegangen und man habe kein Guide für mich. Ich könne aber allein anhand der Karte den Rundgang machen. Eine offizielle Gruppe aus Neuseeland mit der ehemaligen Innenministerin und den Leuten, die bei der Aufzucht der Mauritiusfalken geholfen hat, sind heute da. Doch die kommen statt um 10:30 Uhr schon eine Stunde früher. Der Fahrer, der mich zum Startpunkt bringen soll, ist zunächst nicht da und ich soll mit in den Bus für die Gruppe aus Neuseeland einsteigen, dann gibt es doch einen Guide für mich. Zusammen mit zwei weiteren Deutschen geht es in einem Pickup los. Der Weg ist voller Schlaglöcher, hinten auf dem Pickup zu sitzen, ist eine Qual. Wir fahren zwar etwas später los, sind aber früher auf dem Rundweg als die große Gruppe. Viele der Bäume, die der Guide zeigt, sind nicht wirklich fotogen.

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#40 - Vallee de Ferney

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#41 - Bereich zum Ausruhen

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#42 - Beginn des Wanderweges

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#43 - Barringtonia, aber welche Sorte? Müssten bei Barringtonia asiatica die Staubblätter teilweise rosa sein?

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#44 - Schmetterling am Wegesrand, Common Leopard (Phalanta phalantha), kein deutscher Name

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#45 - Mal geht es durch die pralle Sonne ...

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#46 - Aussicht

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#47 - dann wieder in den Schatten ...

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#48 - und bergauf ...

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#49 - invasive Bäume werden nicht gefällt, sondern geschwächt. Tiere haben dadurch genügend Zeit, sich einen anderen Baum zu suchen.

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#50 - kleiner Wasserfall

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#51 - Aussicht bis zur Küste

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#52 - Mähnenhirsch (Cervus timorensis) - stammt von Java. Das erste Paar soll auf Maritius 1638 eingeführt worden sein. Der Grund ist nicht überliefert. Heutzutage bieten etliche Firmen Jagdreisen an, ab 5000 € incl. Unterkunft in einem Luxushotel. Es soll inzwischen 20.000 Hirsche auf Mauritius geben (natürliche Feinde haben sie ja nicht) und 3.000 werden jedes Jahr zum Abschuss frei gegeben.

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#53 - Am Ende der Wanderung die unvermeidbaren Riesenschildkröten. Die einheimischen Riesenschildkröten der Gattung Cylindraspis wurden bereits um 1800 ausgerottet. Die Tiere, die man heute überall sehen kann, wurden von Aldabra eingeführt.

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Re: Mauritius 2017

Beitrag von foto-k10 » 30 Aug 2019 07:24

Fortsetzung Vallee de Ferney ...

Nun aber zum eigentlichen Grund, warum ich das Vallee de Ferney besucht habe. Von der Mauritius Wildlife Foundation - eine der wenigen Institutionen, die gern und ausführlich Auskunft geben - hatte ich den Tipp, dass man hier den seltenen Mauritiusfalken sehen können, weil ein Paar am Ende des Rundganges brütet und in der Mittagszeit gefüttert wird.

Fast wäre dieses Gebiet einer Umgehungsstraße zum Opfer gefallen, die nur durch Proteste von Bürgern und Umweltoirganisationen verhindert werdne konnte. Das Valle de Ferney ist wieder über die Homepage https://www.ferney.mu/ erreichbar, etliche Monate war die Seite nicht aufrufbar.


Der Mauritiusfalke (Falco punctatus) - Mauritius kestrel

ist eine auf Mauritius endemische Art. Sein Lebensraum sind dichte bis lichte Wälder, in denen er Jagd auf Taggeckos macht. Er ist ein wendiger Vogel, der einem Gecko folgen kann, der um den Baumstamm herumwandert. Seit der Ankunft der Menschen zählen auch Mäuse zu seiner Beute.

Das Abholzen der Wälder für Zuckerrohrplantagen, Zyklone und seit den 1950er Jahren der Einsatz von DDT haben den Mauritiusfalken nahezu ausgerottet. 1974 existierten in der Wildnis nur noch 4 Tiere, davon 1 Weibchen. Man war zu dem Zeitpunkt davon ausgegangen, dass diese Art nicht mehr zu retten ist.

Erste Versuche durch Stanley Temple, Eier im Brutkasten auszubrüten, schlugen fehl. Bei weiteren Versuchen zeigte sich, dass die Eier unfruchtbar waren.

1979 unternahm Prof. Carl Jones einen neuen Versuch auf der Insel Ile aux Aigrettes: er entnahm Eier aus dem Nest und brütete sie im Inkubator aus. Gleichzeitig bot er dem Vogelpaar zusätzliche Nahrung an, so dass sie erneut Eier legten. Bis 1984 konnte der Bestand auf 50 Tiere erhöht werden. Bis 1994 wurden 334 Tiere ausgewildert.

Der Gefährdungszustand nach IUCN konnte zwar von "vom Aussterben bedroht" auf "gefährdet" herabgestuft werden, steht inzwischen wieder auf "stark gefährdet". Eine Population im Moka Gebirge (in der Nähe von Port Louis) ist inzwischen wieder ausgestorben, eine weitere Population im Black River Gorges-Nationalpark ebenfall im Rückgang. Nur die Population im Bambou Gebirge (zwischen Mahébourg und Flaq) ist stabil.

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#54 - Der Bereich rechts auf der Karte ist das Bambou Gebirge, dort liegt auch das Vallee de Ferney

https://https://www.mauritian-wildlife.org/projects
https://www.durrell.org/wildlife/carl-jones/

Ein Problem ist der "genetische Flaschenhals", da alle heute lebende Tiere von einem Elternpaar abstammen. Laut Prof Carl Jones - er war an diesem Tag anwesend - sind die Eier des Mauritiusfalken kleiner sind und die Anteil unfruchtbarer Eier höher.

Mein Guide meinte, die Eier wären zum Ausbrüten nach Neuseeland gebracht worden. Kann ich mir aufgrund der weiten Reise nicht vorstellen. Warum eine Gruppe Neuseeländer anwesend waren? Keine Ahnung.


Ich hatte das Glück, bereits während der Wanderung im Wald einen Mauritiusfalken zu sehen, der einen Gecko gefangen hat und auf einem Ast sitzend verzehrt.

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#55 - Mauritiusfalke (Falco punctatus) mit erbeutetem Gecko
Leider stand die Empfindlichkeit noch auf ISO800, daher 1/60s und unscharf

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#56

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#57 - Kestrel is watching me ...

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#58 - die Schokoladenseite

Am Fütterungspunkt der Falken sitzt ein Tier im Baum, verschwindet kurz darauf in einem Vogelhäuschen und brütet. Dem Päarchen hat man die Namen Pepito und Pepita gegeben.

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#59

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#60

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#61 - vermutlich das Männchen Pepito, aber weit weg, das Bild arg beschnitten

Das Männchen hat keine richtige Lust auf eine tote Maus. Eine Mitarbeiterin versucht, es mit einer Trillerpfeife und durch Rufen des Namens anzulocken. Prof Carl Jones hat die Ehre, eine tote Maus in die Luft zu werfen. Das klappt irgendwann, aber ich kann meine Kamera nicht so schnell schwenken, wie der Falke über die Lichtung fliegt.
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Re: Mauritius 2017

Beitrag von foto-k10 » 30 Aug 2019 07:26

06.11.2017

Um 8 Uhr kommt mein Mietwagen, ein dunkelroter Hyundai i10. Ist im besseren Zustand als das Auto letztes Jahr. Auch der Luftdruck scheint diesmal zu stimmen.

Ich breche zu einer Wanderung auf den Piton du Canot auf, komme dabei am Ganga Talao vorbei. Die Statue, die letztes Jahr unter einem Gerüst steckte, ist nun fertig restauriert. Leider steht die Sonne um 9:35 Uhr schon fast hinter der Statue.

Parke an der Lakaz Charamel Road. Nach kurzer Strecke entlang einem Holzzaun die ersten Blicke auf Ile Benetier und in Richtung Tamarin. Dann geht es steil bergauf. Der Piton du Caton hat ein kleines Plateau mit mehreren Metern Durchmessern. Neben Schmetterlingen und einer Art Mistbiene sind auch Libellen und Schwalben zu sehen. Tolle Aussicht auf Le Morne.

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#65 - es geht immer am Zaun entlang ...

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#66 - mal im Schatten ...

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#67 - mal in der Sonne

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#68 - eine Schutzhütte gibt es auch

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#69 - eine winzige Spinne am Holz der Schutzhütte

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#70 - mein Ziel, der Piton du Canot

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#71 - Île aux Bénitiers

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#72 - Îlot Malais, eine Privatinsel per Steg zu erreichen

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#73 - Blick zurück zum Tourelle du Tamarin

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#74 - kennt jemand diese Pflanze?

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#75 - ??? (Coeliades ernesti), kein englischer oder französischer Name. Beheimatet auf Madagskar, nach La Reunion und Mauritius eingeschleppt

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#76 - Blick vom Piton du Canot nach Südwesten auf den Le Morne Brabant
Zur Bedeutung des Berges kann man hier nachlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Le_Morne_Brabant
Angelich ist der Berg in Privatbesitz, aber nur bis zu einer Höhe von 300 m. Man kann ihn bis zur Hälfte allein erwandern oder mit einem Guide bis zum Gipfel. Dieser Weg soll aber schmal und anspruchsvoll sein.

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#77 - La Porte Mountain und Piton du Fouge, diese Berge befinden sich in Richtung Süden

Runter geht es ebenfalls mühsam. Halte mich wo es geht an Baumstämmen fest, um nicht ins Rutschen zu kommen.

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Re: Mauritius 2017

Beitrag von foto-k10 » 30 Aug 2019 07:44

Fortsetzung 06.11.2017

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#78 - Zwischenstopp für einen Blick auf den Morne Brabant von Süden

Hier bietet auch ein Unternehmen Flüge an, leider war niemand anwesend. Der sog. "Unterwasser-Wasserfall" vor der Morne-Halbinsel sieht schon spektakulär aus. Auf dem Rückweg zum Hotel entlang der Südküste komme ich auch bei Maconde vorbei, einer Kehre im Straßenverlauf. Oben auf einem Felsstück hat man einen Aussichtspunkt geschaffen.

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#79

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#80

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#81

Historische Fotos und mehr zum Bau der Straßen gibt es hier: http://vintagemauritius.org/maconde/bai ... p-maconde/




Abends nach dem Dinner - um 20:48 Uhr - an den Strand, um den Mondaufgang zu fotografieren. Extreme Ebbe, leuchte ich mit der Taschenlampe in eine der Wasserpfützen, springen kleine Fische wild herum. Leider zuviele Wolken über dem Horizont. Auf dem Kameradisplay sieht der rote Mond ja noch toll aus, auf dem Notebook erkenne ich extreme Verwackelungen - dabei habe ich mit der Infrarotfernbedienung und Spiegelvorauslösung gearbeitet.

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#82

Und was passiert am ersten Vollmond im November?
Genau: Korallenblüte!

Ich habe im Dunkeln davon nichts mitbekommen :cry:
Am nächsten Morgen auch nicht, weil ich nach dem Frühstück zum nächsten Ausflug aufgebrochen bin :cry:
Erst nach meiner Rückkehr habe ich an der Rezeption ein Schild gesehen, auf dem sich das Hotel-Management für die Geruchsbelästigung am Strand entschuldigt und dass es sich um ein Naturphänomen handele, für das man keine Verantwortung trage.

Was für Deppen! Also die Gäste, die sich für so etwas beschweren.
Die nachfolgenden Bilder hat mir David Rodgers freundlicherweise überlassen.

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#83 - Korallenblüte, Eier am Strand

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#84 - Korallenblüte, Eier am Strand

Schade, dass diese Eier nicht ins offene Meer getrieben sind. ;(

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Re: Mauritius 2017

Beitrag von foto-k10 » 30 Aug 2019 10:22

07.11.2017

Habe mir gestern abend Frühstück vorbereiten lassen. Stehe früh auf und verlasse das Hotelzimmer auch recht früh. Aber das nützt doch nichts. Ab 7:30 Uhr ist die Autobahn voll, je näher ich an Port Louis komme, desto langsamer wird der Verkehr.

Das Navi versagt mal wieder. Am Aapravasi Ghat soll ich die Stadtautobahn verlassen. Ein Polizist erklärt mir, dass ich wieder auf die Autobahn und zwei Kreisel weiter abfahren soll. In der Tat meint dann auch das Navi, dass ich dort die erste Ausfahrt nehmen soll. Ein Hinweisschild ist vorhanden, ebenso an der nächsten Kreuzung. Das ist auch gut so, denn das Navi meint mal links abbiegen, dann mal rechts, obwohl es einfach nur geradeaus geht.

Um 8:30 Uhr bin ich am Rivulet Bird Sanctury. Die Beobachtungshütte muss ich aufschließen lassen. Viel ist nicht los. Ein Steinwälzer (Arenaria interpres) versucht sich an einer Krabbe, aber die ist ihm wohl zu groß oder zu wehrhaft. Kurz darauf hat ein Regenbrachvogel (Numenius phaeopus) sie ihm weggeschnappt. Daneben sind noch Flussuferläufer (Actitis hypoleucos) und Grünschenkel (Tringa nebularia) zu sehen. Allerdings nur wenige Exemplare. Meistens huschen sie schnell über die Strandfläche und bleiben nur kurz stehen. Wirklich formatfüllend bekomme ich sie nicht auf die Fotos. Eigentlich sollten zu dieser Jahreszeit bereits Tausende Vögel hier Rast machen.

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#85 - Grünschenkel (Tringa nebularia)

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#86 - Regenbrachvogel (Numenius phaeopus)

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#87

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#88

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#89 - Flussuferläufer (Actitis hypoleucos) ???

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#90 - ??? X-Bein-Vogel ???

Um 10 Uhr will ich weiter zum Bras d'Eau. Doch ich bekomme den Rückwärtsgang nicht eingelegt. Also die Hotline der Autovermietung anrufen. Kurz danach ein Rückruf, welches Problem vorhanden ist. Weitere Anrufe, wie man das Rivulet findet und ob ich auch den Schalthebel etwas heruntergedrückt habe. Um etwa 12 Uhr ist jemand da, er bekommt den Rückwärtsgang auch nicht eingelegt.

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#91 - warten und einen Muskatfink (Lonchura punctulata) fotografieren

Telefoniert mit seinem Chef, lässt sich von Hafenarbeitern rückwärts vom Zaun wegschieben (300 Rs kostet ihn diese Gefälligkeit angeblich). Irgendwann hat er wohl die Abdeckung entfernt. Darunter kommt viel Plastik zum Vorschein! Nur der eigentliche Schalthebel und eine kurze Welle mit Kugelzapfen sind aus Metall. Und jener Kugelzapfen ist aus einer Plastikhalterung gesprungen. Es geht zum Einkaufszentrum ... Nein kein Ersatzwagen verfügbar. Auto soll repariert werden und mir im Laufe des Tages zum Hotel gebracht werden. Wir sind auf der Autobahn, da kommt der nächste Anruf: zurück zu einer Waschanlage, das Auto sei repariert.

Die Fahrt zum Hotel geht gut, bis ich auf dessen Parkplatz wieder den Rückwärtsgang einlegen will. Erneut kommen zwei Mitarbeiter. Die Reparatur bestand aus einem isolierten Draht, der um einen Teil der Schalteinheit gewickelt wurde. Der wird erneut verwendet und diesmal fester gezogen.

Fazit: fast der ganze Tag verschwendet. Nachmittags Regen und ein breiter tiefstehender Regenbogen über der Gegend. Abends kräftiger Regen :(

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Re: Mauritius 2017

Beitrag von foto-k10 » 30 Aug 2019 13:15

08.11.2017

Draußen Sonnenschein, ich entscheide mich für das Vallee des Coleurs. Um 7:30 Uhr geht's los.

Die Route ist immer dieselbe: vom Hotel nach Süden zur Blue Bay, um nicht durch Mahébourg zu fahren. Über die Rue des Paille en Queues auf die A10, auf die Autobahn M1 (bzw. M2 laut Google), bei Rose Belle auf die B81 Junction Road, durch La Flora, Grand Bois und Bois Cheri hindurch, entlang der Teeplantagen und am Grand Bassin vorbei.

Dann nach Süden. Zum Vallee des Coleurs geht es dann über eine lange und schmale Stichstraße. 9:00 Uhr Ankunft am Park. Eintritt kostet 300 Rs, besichtigen kann man zwei Wasserfälle, die farbige Erde und von einem Aussichtspunkt hat man einem Blick auf die Südküste. Ein weiterer Wasserfall ist nur per Quadbike anzufahren. Desweiteren gibt es Zip-Lines, an denen man über die Täler sausen kann - viele Parks aus Mauritius sind eine Mischung aus Natur und irgendwelchen Nervenkitzel-Aktivitäten.

Während Chamarel mit "7farbiger Erde" Werbung macht, sollen es hier - Stand 2019 - 23 Farben sein. 2017 waren es nach meiner Erinnerung noch weniger.

Ich mache mich zu Fuß auf den Weg. Mir hat auch niemand einreden wollen, der Weg sei zu lang und ich solle ein Quad oder eine geführte Tour buchen.

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#95 - Plan des Parks; zu Fuß ist alles zu erkunden, was sich rechts oberhalb des kleinen Parkplatzes befindet

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#96

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#97 - der erste kleine Wassefall hinter dem Begrüßungsgebäude, von der Brücke zu sehen

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#98 - Pflanzen in einem Schaugarten

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#99

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#100

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#101 - der nächste Wasserfall

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#102 - immer wieder Exemplare vom Baum des Reisenden (Ravenala madagascariensis)

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#103

Zwischendurch Regen, ich warte in einer Schutzhütte. Rundherum etliche Exemplare vom Baum der Reisenden. Die Tiere - Pfauen, Ziegen, Gänse - interessieren mich nicht. Sollten nicht auch Hirsche zu sehen sein? Egal. Gerade als ich den Aussichtspunkt erreichen, kommt die Sonne heraus. Von dort oben hat man einen guten Blick auf die farbige Erde.

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#104 - die farbige Erde

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#105 - Ausblick in Richtung Süden

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#106 - vermutlich kann man diesen Bereich mieten? Ich musste für das Foto über eine Absperrung klettern :wink:

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#107 - die farbige Erde von einer anderen Position

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#108

Zurück zum Eingang, inzwischen sind mehrere Busse und entsprechende Menschenmassen da, gut dass ich alles gesehen habe.

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Re: Mauritius 2017

Beitrag von foto-k10 » 30 Aug 2019 13:21

Fortsetzung 08.11.2017

Es ist erst 12 Uhr, also versuche ich als nächstes Rochester Falls. Erwartet hätte ich, dass micht das Navi zur Hauptstraße von Souliac führt und dann zum Wasserfall. Stattdessen geht es über zwei Nebenstrecken, erstaunlicherweise stoße ich auf eine Kreuzung mit einem Hinweisschild. Eigentlich will ich dort mein Auto stehen lassen und die restlichen 2 km zu Fuß laufen, aber ein Taxifahrer meint, ich solle ihm folgen. Kurz vor dem Ziel soll ich in einem Zuckerrohrfeld parken, er macht es ebenso und lässt seine Fahrgäste aus dem Auto. Hier haben schon öfters Autos geparkt, man sieht deutlich die freien Flächen. Mit einem Schweizer mache ich mich auf den Weg.

Hatte im Vorfeld viel negatives gelesen: manche Leute wollen "Parkgebühren" kassieren, damit dem Auto nichts passiert, manchmal würden sie es sogar blockiert. Einheimische springen vom Wasserfall und wollen anschließend 500 Rs kassieren. Glücklicherweise nichts dergleichen. Lediglich ein Verkäufer lotst den Schweizer und mich über den Bach und zeigt uns den Weg nach unten. Er verkauft Kokosnüsse und Ananas. Na gut, eine essfertige Ananas für 100 Rs kaufe ich ihm ab, auch wenn es kein Schnäppchen ist. Lecker schmeckt sie jedenfalls. Ein Einheimischer ist bis zum Wasserfall gefahren und setzt auf dem weligen Feldweg heftig auf - der Hinweis des Taxifahrers, zuvor im Feld zu parken, war richtig.

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#110 - Rochester Falls von oben

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#111 - Rochester Falls von unten

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