La Reunion und Mauritius

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Inselhüpfer
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La Reunion und Mauritius

Beitrag von Inselhüpfer » 08 Okt 2018 10:24

La Reunion und Mauritius

I. La Reunion





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Lage

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Umriss und Lage

Von der ersten Reise auf die Seychellen war ich sehr angetan. Das Klima, die Vegetation, die Traumstrände hatten sich tief eingeprägt, doch ein kleiner Vermutstropfen war auch dabei: Das Inselreich war nicht vulkanischen Ursprungs. Dies mag bei dem Einen oder der Anderen etwas seltsam klingen, doch für mich waren/sind vulkanische Landschaften schon immer die imposantesten und vielfältigsten. Wenn sie sich dann auch noch in den Tropen befinden, gesellt sich auch noch eine üppige Vegetation dazu, was dem Ganzen einen noch ästhetischeren Aspekt verleiht. So dukumentierte ich mich und fand eine Insel, die weltweit bezüglich Landschaftsbilder ihresgleichen sucht :!: - vielleicht von Hawaii mal abgesehen.
Nun ist es so, dass La Reunion nicht unbedingt ein Badeparadies ist. Zwar gibt es im Westen einige recht schicke Strände, doch ist es bei Weitem nicht mit den Seychellen und Mauritius - dachte ich... - zu vergleichen, also wurde nach einer Kombination zwischen den Beiden - gemeint sind La Reunion und Mauritius - gesucht - und gefunden.

Eigentlich wollte ich mit La Reunion anfangen und dann am Badestrand von Mauritius faul herumliegen - fast hätte ich "enden" geschrieben... :), was schließlich auch geschah, allerdings auf Umwegen. Das Problem bestand nämlich darin, dass nach La Reunion nur die Air France flog, während der Rückweg nur mit Condor möglich war, doch dies war nicht erlaubt - hab` ich bis dahin nicht gewusst :shock: , sodass nichts anders übrig blieb, als entweder über Paris oder Frankfurt zu fliegen. Schließlich wurde die zweite Variante ausgewählt.

Für Interessierte noch einige Daten bezüglich der "Insel der Zusammenkunft":
Zusammen mit Mauritius und Rodriguez - dazu noch einige kleinere Eilande geringeren Ausmaßes - bildet La Reunion die Inselgruppe der Mascarenen, die den Namen ihres Entdeckers trägt. Sie liegt ca. 9.000 km vom Mutterland Frankreich, 700 km östlich von Madagaskar und 200 km westlich von Mauritius entfernt. Mit einer Fläche von ca. 2.500 km2 ist sie etwa dreimal so groß wie die Hauptinsel der Azoren, Sao Miguel, oder Madeira. Geologisch gesehen liegt La Reunion auf einem Hot Spot, der sich aus etwa 4.000 km Tiefe erhebt, also dank seines höchsten Gipfels, dem Piton des Neiges (3.070 m) eine Höhe von über 7.000 m hat. Da ihr Alter relativ gering ist - etwa 3 Millionen Jahre -, haben die äußeren Kräfte noch keinen so großen Einfluss gehabt, wie auf Mauritius, sodass die Natur hier noch um Einiges vielfältiger/gewaltiger als auf der "Schwesterinsel" ist, doch darauf komme ich noch bei gegebener Gelegenheit zu berichten.
In Folge des wiederholten Ausbruchs des Hauptvulkans, der inzwischen inaktiv ist, haben sich vier gewaltige Talkessel herausgebildet, von denen einer nach einer Eruption zugeschüttet wurde, während die anderen drei - Mafate, Cilaos und Salazie - der Landschaft erhalten blieben und von besonderer Schönheit sind. Da sie bis in die Sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts - Mafate bis heute - von der Außenwelt isoliert waren, flüchteten sich zahlreiche Sklaven in diese Gebiete, wo sie von ihren Verfolgern kaum noch aufgespürt werden konnten.

Die Bevölkerung - eine knappe Million - befindet sich meist an den Küsten oder in deren Nähe, während das Inselinnere kaum besiedelt ist - auch dank des Reliefs. Fast die Hälfte besteht aus Schwarzen, deren Ursprung meist auf Madagaskar lag, den Rest bilden Inder und Nachkommen der Europäer - jeweils 25%. Dazu gesellen sich noch ca. 3% Chinesen.

Klimatisch gesehen lassen sich hier mehrere Typen unterscheiden, Folge der Lage und Höhe. Während der Osten sehr niederschlagsreich ist, sind Regenfälle im Westen Mangelware. In den Bergen wiederum - je nach Höhen- und Hanglage - herrschen sogeannnte Mikroklimate vor, die sich innerhalb weniger hundert Meter ändern können.

Die Insel beherbergt einen der aktivsten Vulkane weltweit - Piton de la Fournaise (2.631 m) - der im Durchschnitt jedes Jahr einmal ausbricht. Seine Eruptionen sind allerdings in den meisten Fällen recht harmlos, sollen jedoch ein außergewöhnliches Spektakel bilden. Um diesem beizuwohnen, fährt ungefähr die Hälfte der dortigen Bevökerung in deren Nähe - die Lava fließt immer nach Osten - um das Naturereignis aus unmittelbarer Nähe zu genießen. Dazu eine etwas lustige Begebenheit: Meiner Frau hatte ich davor von diesem Vulkan nichts erzählt, weil sonst die Reise nicht stattgefunden hätte... :roll: Als wir eines Morgens aufbrachen, um ihn aus nächster Nähe zu erkunden, tat ich so, als würde ich beten, damit er ausbricht. Als meine Frau Wind davon bekam, fing sie richtig an zu beten, dass es keine Eruption geben soll... :D :mrgreen:

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Talkessel Salazie mit Friedhof. Im Hintergrund der Piton des Neiges

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Einer der zahlreichen Nebenkrater/-kegel des Piton de la Fournaise

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Wildes Landesinnere

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Der Talkessel Mafate

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Über dem Talkessel Cilaos

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Wasserfall nahe der Küste

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Morgensonne über den Gipfeln

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Üppige Vegetation im Osten der Insel

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Re: La Reunion und Mauritius

Beitrag von Inselhüpfer » 09 Okt 2018 06:10

Herantasten

Schon vor der Ankunft zeichneten sich die gewaltigen Konturen der Insel ab :P . In die vulkanischen Massen hatten sich durch exogene Kräfte tiefe Furchen eingeschnitten, deren Wände einige hundert Meter fast vertikal abfielen/aufstiegen. Bis in eine gewisse Höhe waren die Hänge bewaldet, dann wurde die Vegetation spärlicher, was nicht mit den Niederschlägen, sondern vielmehr mit der Höhenlage und der Abschüssigkeit der Hänge zur erklären ist.

Der Weg zum Hotel führte anfangs an der Nordküste entlang, an der das Gestein oft steil zum Ozean abfiel, sodass zahlreiche Tunnels passiert wurden. Je mehr wir uns dem Ziel näherten, umso karger wurde die Vegetation - bis hin zum Auftreten von Kakteen -, erklärbar durch das Ausbleiben der Niederschläge, weil wir uns schon im klimatischen Lee, dem Wind abgewandte Seite befanden. Um die Hauptstadt St. Denis führte eine Umgehungsstraße, sodass sie die einzige ihrer Art blieb, die wir während unserer Reisen nicht zu Gesicht bekamen. Dafür ging es am Hafen der Metropole vorbei, in dem die Anzahl der vielen Frachter auffiel.

Das Hotel wurde am späten Nachmittag erreicht. Es befand sich etwas abgelegen am Strand. Klein, aber fein. Vorsichtshalber... :twisted: - wird am Ende näher erklärt - wurde die Abkühlung nicht im Ozean, sondern im Schwimmbad der Anlage vorgenommen. Am Abend erfolgte ein Empfangsmenü nach einheimischer Art, das nicht zu den schlechtesten zählte :) .

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Vor der Landung

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Enlang der Nordküste

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Etwas Abwechslung

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Das Exotische tut sich auf

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Das Hotel

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Der Abend kommt

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Re: La Reunion und Mauritius

Beitrag von Inselhüpfer » 10 Okt 2018 07:38

Über Mafate nach Cilaos oder Anfänge der Herrlichkeit

Als wir am nächsten Morgen auf der Terrasse beim Frühstück saßen, erschien eine etwas ältere Dame, die sich als unsere Reiseleiterin vorstellte und uns mitteilte, dass wir die Inselrundreise zu Dritt antreten würden. Sie nannte sich als eine echte Pariserin, verließ die französische Metropole schon in jungen Jahren, lebte einige Jahre in Deutschland und setzte sich dann auf dieser Insel fest, auf der sie nunmehr seit fast 30 Jahren ihr Dasein verbrachte. Diese Nachricht verwunderte uns etwas, denn wir waren davon ausgegangen, dass es sich um eine größere Gruppe handle, doch unzufrieden waren wir auch nicht, denn so konnte man mehr unternehmen, ohne andere zu fragen, ob sie es auch wollten.

Kurz nach dem Verlassen der Ortschaft fingen die Serpentinen an, sodass es kühler, aber auch bunter, wurde, denn das Panorama zur Westküste wurde ständig größer.


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Auf dem Weg zum Höhepunkt des Zages

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Die Baumgrenze ist nicht mehr weit

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Die Westküste rückt immer weiter


Irgendwann verließen wir sogar die Waldgrenze und stiegen auf etwa 1.900 m ü. NN. aus. Da oben wehte ein recht erfrischender Wind, dazu noch mit einer Stärke, die überraschte und gefährlch sein konnte.

Nach einem Fußweg von einigen Minuten tat sich plötzlich eine Landschaft auf, die mir in ihrer Immensität, Schroff- und Gewaltigkeit sowie Geheimnistuerei so noch nie begegnet war :!: Ungefähr 800-900 m Höhenunterschied trennten uns durch eine vertikale Wand von einem Talkessel, der sich etwa 10 Kilometer von Nord nach Süd erstreckte und irgenwo unter dem Hauptgipfel verschwand. Aus dem Schatten der noch nicht ganz von der Morgensonne direkt beschienenen Caldera tauchten mehrere unterschiedlich große und in unterschiedlichen Höhen und Formen gestalteten Terrassen auf, auf denen sich gleichfalls unterschiedlich große Weiler befanden, die hier Ilets genannt werden. Einige lagen tief unten auf ca. 700 m ü.NN, andere wiederum auf über 1600 m Höhe. Zwischen ihnen waren mit dem Fernrohr enge Verbindungen zu erkennen, eine Art Straßen - oder vielmehr Pfade -, doch darauf bewegten sich - wenn überhaupt - nur einige Menschen mit ihren Lasttieren.
Autos oder andere motorisierte Fortbewegungsmittel gibt`s in diesem Kessel, der mit einer Fläche von 95 km2 zu den größten seiner Art weltweit zählt, nicht. Die Ausstattung der kleinen Läden erfolgt mit Hilfe von Mullis oder Hubschraubern.
Es soll auch einige Wanderwege und Unterkünfte geben, sodass man von einem Talkessel in den anderen kommen kann, allerdings sollten die Touristen, die solche Unternehmungen wagen, physisch sehr gut ausgestattet sein :!: Mit ein paar Kniebeugen als Vorbereitung schafft man`s bestimmt nicht... 8)
Die Bewohner dieser gottverlassenen Weiler sollen sich innerhalb ihrer Heimat sehr wohl fühlen und eine Anbindung an die sogenannte Zivilisation schon mehrfach verweigert haben. Vor dieser durch ihr Ausmaß sprachlos wirkenden Kulisse stellt man sich vor, man würde sich aus einem unten liegenden Weiler auf Brautschau zu den sich weiter oben befindlichen begeben. Da sollte man schon eine gewisse... :lol: physische Kondition mitbringen. Mit Speckansätzen ist hier bestimmt nicht viel anzufangen :mrgreen:

Neben uns befanden sich noch einige wenige Touristen bei diesem Aussichtspunkt. Jeder versuchte auf seine Art an die schönsten Bilder zu kommen und verzichtete auf jeden Kontakt zu den anderen. Auch dies zeigt, in welcher fast unwirklichen Landschaft wir uns befanden. Im Nachhinein kann meinerseits ruhig behauptet werden, dass mir so etwas Imposantes davor und auch danach nie begegnet ist :!:

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Mafate am frühen Morgen

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Blick vom Aussichtspunkt in Richtung Westküste

Für Interessierte noch einige Kleinigkeiten bezüglich dieses Talkessels: Mafate trägt den Namen eines entflohenen Sklaven, der übersetzt "der Gefährliche" genannt wurde. Leider wurde er - zusammen mit ein paare anderen gestellt, konnte also seine Freiheit kaum genießen.
Der gewaltige Krater ist der größte des Pic des Neiges und entstand infolge eines Einbruchs in sich selbst nach einer der explosiven Eruption des übermächtigen Neiges. Da er nach Osten vom Hauptgipfel abgeschirmt wird, erhält er auch die wenigsten Niederschläge der drei Talkessel. Deshalb ist die Vegetation eher spärlich. Nur ab und zu wachsen Tamarindenwälder und Agaven; der Rest sind Sträucher und Gräser.
De Bewohner - ca. 800 insgesamt - leben sehr zurückgezogen, doch in den letzten Jahren haben viele auf Tourismus umgesattelt. So kann der Wanderer bei ihnen absteigen und Unterkunft samt Essen erhalten - selbstverständlich den Ortsgegebenheiten angepasst. Oft wird etwas Gemüse angebaut sowie Hühner und vierbeinige Schweine gehalten. Obwohl der Talkessel Staatseigentum ist und die Bewohner praktisch nur als Pächter wohnen, erlauben sie kaum einem Außenstehenden sich bei ihnen auf Dauer niederzulassen - mit Ausnahme einer Einheirat.
Vögel sind selten. Der bekannteste ist wohl der Tec-Tec (Braunkehlchen).

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Lage des Circle de Mafate innerhalb der Insel

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Tec-Tec

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Tamarinde

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Re: La Reunion und Mauritius

Beitrag von Inselhüpfer » 11 Okt 2018 02:51

Fortsetzung

Tief beeindruckt von diesem wuchtigen Krater, erfolgte ein langsamer Abstieg in Richtung Westküste. Da dieser Hang viel sanfter verläuft als sein östliches Gegenüber, dauerte es eine Weile - schließlich waren ca. 2.000 m Höhenunterschied zu bewältigen -, bis die Küste erreicht wurde. Da dieser Teil der Insel - zusammen mit der Küstenregion - der am dichtesten besiedelte ist, kamen wir an zahlreichen Ortschaften vorbei, die jedoch ziemlich leblos erschienen. Erst an der Küste, wo auch die Siedlungen größer wurden, änderte sich das Ganze, denn dort gab es auch kleinere Unternehmen sowie Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten. Der Kontakt zwischen Festland und Wasser verlief unterschiedlich; mal sanft, mal abrupt. So z.B. wurde an einer Stelle angehalten, an der man den Lavastrom bis zu seinem Verschwinden im Ozean nachverfolgen konnte. Da entwickelte sich durch den rhythmischen Aufprall der Wogen an der Küste ein seltsames Phänomen, das in der Fachliteratur als Küstengeysir bekannt ist. In unmittelbarer Nähe befand sich eine längliche Einbuchtung mit ebenfalls sehr starkem Wellengang. Hier soll sich laut Aussagen unserer Begleiterin die Stelle mit traurigem Ruf befinden, denn sie hat sich als Ort des Suizides entwickelt. Selbstverständlich ist sie offiziell nicht markiert.

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Küstengeysir

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Ein Ort mit trauriger Berühmtheit...

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Und doch kann die Aussicht so wunderbar sein!

Nach einem Spaziergang durch St. Leu wurde in ein Lokal eingekehrt, wo der Wirt ein recht guter Bekannter unserer Reiseleiterin zu sein schien. Dementsprechend fiel auch das Mittagessen aus :!:

Am frühen Nachmittag erfolgte der Aufstieg zum zweiten Kessel. Es dauerte nicht lang, bis wir in ein Tal kamen, entlang dessen uns die Straße der 400 Kurven bis zum Zielort führte. Dieser Weg wurde von madagassischen Sklaven ohne jeden Einsatz von Maschinen z.T. in den Felsen geschlagen. Erst wenn man an Ort und Stelle ist, hat meine Vorstellung, was diese Menschen geschaffen haben :!: Die Fahrerein fuhr oft langsam oder hielt an, damit wir diese Etappe richtig genießen konnten. Respekt!

In der Abendsonne tat sich dann der sonnigste der drei Talkesssel in all seiner Pracht auf. Das Ziel war erreicht.

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Re: La Reunion und Mauritius

Beitrag von Inselhüpfer » 11 Okt 2018 11:48

Im Talkessel von Cilaos

Das kleine Hotel, in dem wir untergebracht waren, hatte in den Schränken Wolldecken verstaut. Anfangs fand ich hier einen Widerspruch - schließlich befanden wir uns doch in den Tropen -, doch über Nacht sank die Temperatur schon beträchtlich; schließlich befanden wir uns auf über 1.200 m ü. NN. und "Winter" war es im August ja auch :)

Am folgenden Morgen empfing uns ein herrlicher Sonnenaufgang :!:

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Sonnenaufgang über Cilaos

Der Circle de Cilaos ist der südlichste der drei Calderas rings um den Piton des Neiges (auf Deutsch "Schneegipfel"). In seiner Mitte erstreckt sich ein größeres Plateau, auf dem im Laufe der Jahre ein schickes Städtchen entstand, das heute ca. 7.000 Einwohner zählt. Kurz nach dem Bau der Verbindungsstraße zur Außenwelt zeichnete sich der Ort als Erholungsstätte der oberen Schicht ab. Das milde Klima, in Kombination mit Thermalquellen und dem Anbau von Weinreben (Malbec, Chenin und Pinot noir) führte dazu, dass hier einige Villen entstanden, eine recht große Kirche und sogar eine kleine Flaniermeile, wo sich auch während unseres Aufenthaltes die "gehobenere" Gesellschaft blicken ließ.

Im Kessel befinden sich noch einige Weiler, von denen ich besonders das Ilet a Cordes hervorheben würde, denn hier werden die vielleicht geschmackvollsten Linsen der Welt - wurde uns jedenfalls so mitgeteilt - produziert. Früher hatten es die Bewohner dieses Kaffs sehr schwer nach Cilao zu gelangen. Da es keine direkte Verbindung gab, seilten sie sich einige hundert Meter auf und ab - oder umgekehrt... :D Heute verbindet eine passable Straße die beiden Ortschaften, sodass sich auch in diesem Weiler so Manches zum Guten geändert hat.

In der Umgebung des Hauptortes, von dem zahlreiche Wanderwege in alle möglichen Richtungen ausgehen - Cilaos ist das Zentrum des Tourismus für die drei Talkessel - befinden sich auch atemberaubende Wasserfälle, dichte Wälder, wilde Bäche u.v.m. Einen Teil davon - einschließlich des Weilers Ilet a Cordes - durften auch wir aus nächster Nähe bewundern. Unsere Begleiterin hatte auch hier - wie eigentlich überall - ihre Bekannten, sodass wir bestimmt auch einiges zu Gesicht bekamen, das Touristen im Normalfall verwehrt bleibt. Die nun folgenden Bilder sollen die zweite Herrlichkeit unter Beweis stellen, der wir auf unserer Reise über diese atemberaubende Insel begegnet sind.

P.S. Man kann in Cilaos auch an einer Weinprobe teilnehmen, wo man von den drei Weinsorten kosten kann. Die Preise pro Flasche bewegen sich allerdings in Bereichen, die an Norwegen erinnern... ?(

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Überbleibsel aus glorreichen Zeiten

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Die Hauptkirche

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Die Flaniermeile

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Unser Hotel

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Cilaos aus verschiedenen Perspektiven

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Hier wird ein religiöses Fest vorbereitet

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Erbsenplantage im Ilet a Cordes

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Diese Wand trennte das Ilet von Cilaos

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Re: La Reunion und Mauritius

Beitrag von Inselhüpfer » 11 Okt 2018 20:57

Fortsetzung

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Der Piton des Neiges in seiner Majestät. Die nun folgenden Bilder bedürfen keiner genaueren Eingrenzung. Man sehe und genieße...

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Re: La Reunion und Mauritius

Beitrag von Inselhüpfer » 12 Okt 2018 00:16

Im (N)Irgendwo

Eigentlich ist eine Rundreise innerhalb dieser Insel nie langweilig, es sei denn, man befindet sich zwischen zwei Attraktionen der besonderen Art, wobei der Weg dahin nicht immer so spektulär ist... :(
Natürlich kann man auch diese Behauptung relativieren, denn "die Straße der 400 Kurven" wurde ja nochmals passiert, wobei meinrseits schon zugegeben werden muss, dass Landschaften in entgegengesetzter Richtung manchmal sogar beeindruckender werden können, als bei der Hinfahrt. In unserem Fall war dem nicht so, denn die Rückfahrt interessierte uns weniger, bestimmt nicht, weil wir es nicht wussten, vielmehr mussten wir das kurz davor Erlebte erstmals speichern und verdauen... :lol:

Nachdem die inzwischen weltberühmte Strecke passiert war, ging es von Neuem nach oben. Irgendwann landeten wir in einer bestimmt unbedeutenden Herberge, jenseits von Plaine des Cafres in etwa 1700 m ü.NN.... Um die dort herrschende Monotonie zu bewältigen, schlug die Reiseleiterin vor, eine Landschaft zu besichtigen, die einzigartig sei... Wer konnte da schon widerstehen... :?:

Auf Wegen, die kaum auf einer Karte vermerkt sind, erreichten wir nach etwa einer halben Stunde eine Stelle, die eigentlich ein Parkplatz und gleichzeitig Martplatz war. Auf einer Terrasse in ca.800 m ü. NN. befanden sich viele Parkplätze sowie einige Dutzend langgezogene Tische, die an Märkte erinnerten. Tatsächlich hatten wir den einzigen Ort erreicht, zu dem die Verkäufer per Lift (!!!) angefahren kamen. Sie kamen nämlich aus einem Tal, das - aus welchem Grund auch immer - von der Außenwelt abgesperrt war. Anstatt eine Straße zur Außenwelt zu errichten, hatte man sich hier für eine andere Kontaktmöglichkeit entschieden. Sachen gibt`s... :roll:

Die Unterkunft war eigentlich normal - und doch nicht... Als wir nach dem Auspacken auf die Terrasse gingen, war diese vogelfrei, sprich, man hätte gut und gerne von dort aus unbemerkt bis an die Küste gehen können...
Da sich die Sonne allerdings - obwohl an der Westseite gelegen - nach etwa einer Stunde verabschiedete, wurde es richtig kühl - um nicht kalt zu sagen. Das trieb uns natürlich in die inneren Räumlichkeiten.

Das Abendessen wurde in einem romantischen Ambiente eingenommen: Bei knisterndem Feuer und Naturdecken an den Oberschenkeln wurden einheimische Spezialitäten aufgetischt, die zu mehr verlangten... Die ganze Aufmerksamkeit des Personals gehörte uns - schließlich waren wir die einzigen Gäste des Lokals... 8-)

Im Folgenden einige Bilder dieser tatsächlich auf ihre Art kaum zu toppenden Landschaft. Man beachte dabei die enorm zerklüftete Landschaft, Ergebnis einer überdimensionalen Tiefenerosion - siehe dazu die Ablagerungen -, die zu Absperrungen eines ganzen Tales geführt haben. Etwas Ähnliches gibt es weltweit nur noch auf Hawaii.

P.S. Die Bilder wurden aus ca. 800 Meter über dem Tal aufgenommen, dicht neben dem Lift.

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Re: La Reunion und Mauritius

Beitrag von Klara » 12 Okt 2018 11:12

hallöchen,
schön, dass Du uns von La Réunion erzählst. Da habt ihr mit eurer Führerin ja wirklich Glück gehabt. So viele Informationen bekommt man, wenn man da allein rumfährt nicht. Die Vegetation finde ich sehr beeindruckend, aber die Bademöglichkeiten sind leider im Vergleich zu anderen Zielen doch etwas eingeschränkt. Aber falls es mal einen Nonstop Flug aus Deutschland geben sollte, wäre ich sofort dabei. So ist es halt doch verlockend, einfach in Mauritius zu verweilen und nicht noch weiter zu fliegen.
LG
Klara

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Re: La Reunion und Mauritius

Beitrag von Inselhüpfer » 12 Okt 2018 13:10

Hallo Clara,

die Vegetation von La Reunion - darauf komme ich - ist fantastisch! Dies ist sowohl den vielen Niederschlägen im Inselinneren und Osten, als auch seinen sehr fruchtbaren Böden zu verdanken.
Was die Flüge anbetrifft: Als Teil Frankreichs, wird die Insel von Paris aus angeflogen. Direktflüge - damit meine ich Nonstopflüge - aus Deutschland gibt es nicht. Wenn man über Paris fliegen will, muss vom CDG zum Orly umgestiegen werden, was - wurde mir gesagt - nicht immer einfach ist. Deshalb haben wir die Condorvariante von Frankfurt nach Mauritius gewählt - 12 Stunden nonstop. Von dort bis zum Ziel ist es nur ein Katzensprung.
Als Rat würde ich einen Badeurlaub von einer Woche auf Mauritius empfehlen, aber aufgepasst: Nie im Nordwesten!!! Darauf komme ich noch zu gegebener Zeit zu sprechen, kombiniert mit einer auch einwöchigen Rundreise durch La Reunion verbinden, allerdings auf keinen Fall Badeurlaub auf La Reunion - auch dieses Thema werde ich zu gegener Zeit ansprechen.
Der Vorteil der Vegetation auf La Reunion im Vergleich zu derjenigen auf den Seychellen ist, dass sie hier wegen des Reliefs - aber auch des Bodens - etagiert ist. Was La Reunion allerdings reliefmäßig zu bieten hat, findet man kaum auf einer anderen Insel dieses wunderbaren Planeten :!: :!: :!: :bounce: :bounce: :bounce:

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Re: La Reunion und Mauritius

Beitrag von Inselhüpfer » 12 Okt 2018 14:07

Am Piton de la Fournaise

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Lokalisierung innerhalb von La Reunion

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Karte

Als ich morgens aufwachte - es war noch recht früh - und auf die Terrasse ging, der ein riesiges Gelände - ohne Abgrenzung - folgte, waren die Gräser voller sehr kaltem Tau, der fast in Reif überging. Auch die Temperaturen bewegten sich um die Null Grad. Dies zu wissen, ist manchmal von großer Bedeutung, denn Tropen sind nicht Tropen... :mrgreen:
Im Kachelofen des Restaurants, in dem wir uns zum Frühstück einfanden, loderte ein intim-romantisches Feuer, das Sehnsüchte erweckte. Danach ging`s los.

Schon nach kurzer Zeit der Befahrung der Hauptstraße, die den Westen und Osten verbindet, wurde rechts abgebogen. Langsam, aber sicher schlängelte sich das Gefährt einen Hang hinauf, bis wir nach etwa einer halben Stunde eine Rast einlegten, um die ersten Vorzeichen des einzigen aktiven Vulkans der Insel zu bewundern. Vor uns verlief eine Schlucht, die eigentlich hätte Angst verbreiten sollen, doch in der Morgensonne zeigte sie eher harmonische Züge.

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Anschließend wurde ein kleiner Pass überquert, wonach sich ein fast ins Endlose gleitende Bild eines Vulkanfeldes unseren Augen öffnete. Die vegetationslose Landschaft deutete darauf hin, dass der Piton schon hier verrückt spielt.

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Re: La Reunion und Mauritius

Beitrag von Inselhüpfer » 12 Okt 2018 14:21

Fortsetzung

Schließlich ging es ein letztes Mal nach oben, bis wir am Parplatz angekommen waren. Der befand sich auf etwa 2.200 m ü.NN. Da wunderte es nicht, dass Teile der Pfützen noch zugefroren waren.

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Als Notunterkunft gedacht

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Noch zugefrorene Pfützen

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Gewappnet...

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Spärliche Vegetation

Bevor wir zu einer kleinen Wanderung entlang eines der Kessel des Piton aufbrachen, erinnerte uns unsere Begleiterin an die Eigenarten dieses einzigen aktiven Vulkans der Insel - nach meinem Wissen sogar des ganzen Indiks:

Seine Entstehung liegt etwa 400.000 Jahre zurück. In manchen Quellen werden andere Daten genannt, doch davon gibt`s leider keine Überlieferungen, also lassen wir mal alle gelten... :lol: Wichtig ist allerdings, dass er viel jünger als sein größerer Bruder, der Piton des Neiges, ist, denn der hat vor etwa 3 Millionen Jahren zur Enstehung der Insel geführt. Nachdem er seine Schuldigkeit getan hat, erlosch er vor ca. 12.000 Jahren.
Dies fällt dem Kleinen als Nachfolger innerhalb des dort existierenden Hot Spots überhaupt nicht ein. Seine Eruptionen finden in immer kleineren Zeitabständen statt. So wurden seit 1950 47 Ausbrüche registriert, dafür jedoch 2015 gleich vier und in den beiden darauf folgenden Jahren jeweils drei. Insofern könnte man fast von einer kleinen Garantie seiner Eruptionen sprechen - natürlich etwas übertrieben... :)
In dieser Hinsicht ist wohl ziemlich interessant - habe ich woanders nicht angetroffen oder gelesen -, dass das dortige seismische Institut Eruptionen mit einer relativ hohen Genauigkeit vorhersehen kann. Dies liegt darin, dass sich die Magmakammer in geringer Tiefe befindet, was wiederum das Messen des Drucks im Schlot erleichtert.

Wenn die Eruption stattfindet - manchmal dauert sie Wochen lang -, meinen die Einheimischen, der Vulkan würde furzen! Dann packen sie alles Mögliche ein, das für eine Party reichen könnte und bewegen sich in Richtung Piton dem Jüngeren. Unsere Begleiterin erzählte uns, dass solche Eruptionen wirklich einmalig seien - besonders bei Nacht, wodurch ihre Beschreibung des Vorganges in mir seltsame Sehnsüchte auslöste... :twisted: ; bei meiner Frau auch, aber genau in die andere Richtung...

Ähnlich dem Kilauea, speit der Piton de la Fournaise flüssigere Lava aus. Diese fließt zwar schnell, ist jedoch berechenbarer als die dickflüssige, weil sie in vorher schon bekannten Rinnen abfließt.

Auf den Hauptkrater zu steigen, ist ein Ding der Unmöglichkeit, weil hin überhaupt kein Weg führt. Man kann Nebenkrater/-kegel besteigen, die auch ihre Reize haben. Auf den Wanderwegen ist höchste Vorsicht geboten, denn ein Schritt zuviel kann schon einer Landung von einigen hundert Metern freien Lauf lassen. Uns wurde eine Stelle gezeigt, an der dies drei Monate vor unserer Ankunft passierte. Von der Absturzstelle - vielleicht fünf Meter vom Steg entfernt, auf dem wir entlang gingen - wollten wir dann auch nicht unbedingt Näheres erfahren... ?( Blöd nur war in diesem Fall, dass die Angehörigen im Nachhinein einige zig tausend Euro für die Überführung der Leichen hinblättern mussten :mrgreen:

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Von der Aussichtsplattform kann man ohne Weiteres in einen der Krater absteigen

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Nebenkegel

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Ortsspezifische Tundravegetation

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Vorne der Kleine und hinten der Große...



Nach ungefähr drei Stunden verließen wir den Tatort... und fuhren, nachdem die Hauptstraße erreicht wurde, in Richtung Ostküste, die wiederum eine ganz andere Welt darstellte.

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Re: La Reunion und Mauritius

Beitrag von Inselhüpfer » 13 Okt 2018 07:40

Entlang der Ostküste

Als wir die Wasserscheide zwischen West- und Ostküste überquert hatten, tat sich eine ganz andere Welt auf: Die Vegetation wurde üppiger und vielfältiger, Folge der vielen Niederschläge, die die Winde vom Indik herwehen. So prachtvoll dieses Gebiet auch ist, so gefährdet ist es von den Stürmen, die vom Ozean ansausen. So kann es sein, dass innerhalb weniger Stunden hier eine Niederschlagsmenge zu verzeichnen ist, die derjenigen von Deutschland innerhalb eines Jahres (!!!) Damit zählt die Ostküste zu den regenreichsten Gebieten weltweit. Einquartiert wurden wir in einem kleinen, aber schmucken Hotel in St. Rose. Überhaupt haben wir auf dieser Insel kaum größere Unterkünfte zu Gesicht bekommen. Die Erklärung liegt wohl darin, dass es sich nicht durch Badetourismus auszeichnet und die Anzahl der Wanderer, für die die Insel ein Paradies ist, hält sich in Grenzen, weil das Eiland fern von Europa, Asien und Amerika.

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Die Ostküste

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Gotteshaus neueren Datums


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Das Hotel

Nach dem Einquartieren wurde noch die Ortskirche sowie ein Frezeitpark besichtigt. Diese Kirche wurde während eines der zahlreichen Ausbrüche des Piton de la Fournaise fast zerstört. Nachdem der Lavastrom etliche Häuser mit sich gerissen hatte, kam er genau am Eingang des biblischen Ortes zum Stehen. Dies wurde natürlich von den dafür zuständigen Spezialisten auf ihre Weise interpretiert, sodass hier ein Wallfahrtort entstand, der dazu noch Spezialtouristen anzieht...

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Das "Wunder"

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Im Freizeitpark

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Meeresblick von der Hotelterrasse
Zuletzt geändert von Inselhüpfer am 14 Okt 2018 14:03, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: La Reunion und Mauritius

Beitrag von Inselhüpfer » 13 Okt 2018 12:38

Fortsetzung

Am nächsten Morgen erlebten wir einen fantastischen Sonnenaufgang. Sogar die Vogelwelt aus der Nähe der Unterkunft schien sich zu freuen, denn sowohl die Möwen, als auch andere Flattererarten schwangen Kreise, die als Lust zum Leben gedeutet werden konnten :D

In dieser optimistischen Atmosphäre begaben wir uns in Richtung Süden, entlang der Ostküste. Der erste Stopp erfolgte an einer Stelle, an der es immer wieder zu Lavaergüssen kommt. Die geologisch-tektonischen Strukturen sind hier so orientiert, dass jeder Lavaabfluss nach Osten stattfindet. Je nach Intensität und Dauer der Eruption kommt der Lavastrom an unterschiedlichen Stellen zum Stehen. Nicht selten gelangt er bis in den Ozean, wodurch die Insel an Fläche gewinnt, aber auch die Küstenstraße immer neu erschaffen werden muss. Die Einheimischen scheinen sich mit dieser Tatsache abgefunden zu haben - wie die Bewohner anderer ähnlicher Regionen - z. B. Bali - auch. Vielmehr sehen sie den Vulkan als ihren Freund an, denn davon haben sie schon des Öfteren profitiert.
Je nach Alter kann erkannt werden, wie sich das Spiel zwischen Lava und Vegetation gestaltet. Schon beeindruckend :!:

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Lavaströme und ihre Auswirkungen

Kurz danach erreichten wir eine Stelle, an der kräftig gefeiert wurde und das inmitten eines einem Lavafeldes. Sachen gibt`s... 8) Da haben wir gleich mitgefeiert, denn man gönnt sich ja sonst nix... :)

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Re: La Reunion und Mauritius

Beitrag von Inselhüpfer » 13 Okt 2018 13:30

Fortsetzung

Nach diesem unvorhergesehenen Mittagessen wurde zum botanischen Garten von Saint Philippe, dem "Parfums et des Epices Garden" "gepaddelt", eine private Anlage, die sehr gepflegt schien - und tatsächlich auch war. Als Begleiter führte uns der Junior der Familie durch das Anwesen. Es war seine erste Vorstellung und auch die ersten deutschstämmigen Touristen, mit denen er es in der neuen Funktion zu tun hatte , wobei noch hinzugefügt werden sollte, dass seine Erklärungen in deutscher Sprache erfolgten, die er seit ca. einem Jahr als Fremdsprache lernte. So wunderte es nicht, dass der arme Junge unsicher war, doch unsere ständige Begleiterin half ihm, wo es nur ging, sodass das Ganze ein gutes Ende nahm.
Uns wurde auch gezeigt, wie die künstliche Bestäubung der Vanillepflanzen vorgenommen wird, eine Methode, die auf La Reunion erfunden wurde, doch dazu zu gegebener Zeit mehr. Von diesen Schoten besorgten wir uns dann auch ein Paar.

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Inmitten der Feiernden

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Der Junior in prächtiger Natur

Am späten Nachmittag begaben wir uns auf die Rückfahrt, vorbei an recht kleinen, aber lieblich hergerichteten Häusern. Ein angebehmer Tag in piroresker Natur :!:

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Inselhüpfer
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Re: La Reunion und Mauritius

Beitrag von Inselhüpfer » 14 Okt 2018 08:14

Im Talkessel Salazie

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Die Anfahrt zur letzten Herrlichkeit von La Reunion erfolgte anfangs die Ostküste in nördlicher Richtung entlang, vorbei ein Bananen- und Zuckerrohrplantagen. Einiges deutete noch auf die Kolonialzeit hin. Bei Bras Panon ging es anschließend in ein Tal hinein, dass fast alle fünf Minuten spektakulärer, also wilder, wurde. Selbstverständlich war auch die Landschaft dementsprechen: Die Talwände wurden immer abschüssiger, der Abstand zwischen ihnen immer geringer. Da wundert es nicht, wenn die Wasserfälle immer höher und berauschender wurden.

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Auf dem Weg nach Hell-Bourg. Im Hintergrund der Wasserfall Fontaine.

Nachdem der Hauptort des Kessels, der ihm auch den Namen verliehen hat, passiert war, erschienen wiederholt etagierte Wasserfälle, die z. T. unter einer Pflanzendecke eines Kürbisgewächses verschwanden, das hier wie Unkraut wächst und den Namen Chayote trägt. Unter den Einheimischen scheint das Gemüse sehr beliebt zu sein, denn es wird sowohl auf Märkten, als auch in Restaurants unterschiedlich zubereitet, angeboten. Ob es endemisch ist, weiß ich nicht, aber woanders - auch innerhalb von La Reunion - habe ich es nirgens gesehen. Ab und zu konnte man Einheimische beobachten, die in diese Hochlagen kletterten, um die Früchte einzusammeln.

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Chayote

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Wasserfälle, die z.T. von Chaoteteppichen bedeckt werden

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Ankunft in Hell-Bourg

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