Herzliche Grüße von La Digue, Euer Seychellen-Baumfrosch

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blaufotograph
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Re: Herzliche Grüße von La Digue, Euer Seychellen-Baumfrosch

Beitrag von blaufotograph » 09 Okt 2008 10:31

robhof hat geschrieben:lieber Blauphotograph,

bei schönen Froschfotos geht es nicht immer mit rechten Dingen zu ... :bounce:
...
Ich habe ein 90 mm Makroobjektiv verwendet und dem Frosch beim Ortswechsel ein wenig nachgeholfen ...
Hallo Robert,
Das habe ich mir fast gedacht. Wie nahe mußt Du mit dem Makroobjektiv eigentlich ran an den Frosch? (alte Fotografenweisheit: Man kann nie nah genug dran sein... - ich denke mal das ist auch hier gültig?)
robhof hat geschrieben: ...Die Frösche sitzen seit Jahren in diesem Garten und sind sozusagen fast schon Haustiere ... Eine nette Familie, doch ich kenne den Namen nicht. Und das ist wohl gut so. Denn alle ambitionierten Fotografen aus dem Forum würden dann diesen Garten stürmen ... :)
Ja, das wir dann alle den Garten stürmen, das dürfte wohl völlig klar sein. Ich würde auch versuchen gleich noch einen Flug zu bekommen um den Frosch zu fotografieren :D :D
robhof hat geschrieben: Doch man kann den Frosch eigentlich fast überall auf großblättrigen Pflanzen, auf Sträuchern und Bäumen finden, gern auch auf Bananenstauden. Besonders gut sind Gärten und andere Standorte in der Nähe von Bächen und Sümpfen. Man braucht nur etwas Geduld und kann auch Einheimische fragen, am besten Kinder. Nach Krapo fragen ... :bounce:
Das ist ein guter Tipp. Muß mir wohl bei der hoffentlich nächsten Reise auf die Seychellen auch für solche Dinge mehr Zeit nehmen.
Ich finde es schön, das Du durch Deine Arbeit auch hier im Forum so viel Wissen unter die Leute bringst.
Danke sehr :wink:

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Nicki
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Re: Herzliche Grüße von La Digue, Euer Seychellen-Baumfrosch

Beitrag von Nicki » 09 Okt 2008 10:34

Ich finde es schön, das Du durch Deine Arbeit auch hier im Forum so viel Wissen unter die Leute bringst.


Das geht mir auch so. Hab dadurch schon ne Menge erfahren und gelernt.
Vieles habe ich vorher nicht gewußt und bin dankbar für diese neuen "Blickwinkel".

Gruß
Nicki
Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.
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metamorphosia
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Re: Herzliche Grüße von La Digue, Euer Seychellen-Baumfrosch

Beitrag von metamorphosia » 09 Okt 2008 22:49

Bis dato wusste ich gar nicht dass Frösche so dermaßen fotogen sind. Klasse Bilder!

auch schmunzelnde Grüße
meta
Vielleicht verdirbt Geld den Charakter. Auf keinen Fall aber macht Mangel an Geld ihn besser.
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robhof
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Re: Herzliche Grüße von La Digue, Euer Seychellen-Baumfrosch

Beitrag von robhof » 10 Okt 2008 09:00

metamorphosia hat geschrieben:Bis dato wusste ich gar nicht dass Frösche so dermaßen fotogen sind. Klasse Bilder!
auch schmunzelnde Grüße
meta
Es sind besonders laubfroschähnliche Froschlurche so fotogen, Tiere mit glatter Haut, einem großen Kopf und riesengroßen Augen :shock: . Klassisches Kindchenschema. Hingegen empfinden die meisten Menschen die armen Kröten mit der warzigen Haut, mit einem kleineren Kopf und kleinen Augen als weniger schön ... :? Doch die Herpetologen lieben sie dennoch (das sind die Leute, die sich mit Lurchen und Kriechtieren beschäftigen).

Ich freue mich, dass Euch die Fotos gefallen haben :). Ich lerne in diesem Forum auch viele Dinge, einfach ganz andere Dinge, mit denen ich mich nicht soviel beschäftige ... :bounce:
Die ... Begeisterung, die wir beim Betrachten der Natur empfinden, ist eine Erinnerung an die Zeit, da wir Tiere, Bäume, Blumen und Erde waren ... Leo N. Tolstoi

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foto-k10
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Re: Herzliche Grüße von La Digue, Euer Seychellen-Baumfrosch

Beitrag von foto-k10 » 23 Okt 2008 10:01

blaufotograph hat geschrieben:
robhof hat geschrieben:bei schönen Froschfotos geht es nicht immer mit rechten Dingen zu ...
Ich habe ein 90 mm Makroobjektiv verwendet und dem Frosch beim Ortswechsel ein wenig nachgeholfen ...
Wie nahe mußt Du mit dem Makroobjektiv eigentlich ran an den Frosch? (alte Fotografenweisheit: Man kann nie nah genug dran sein... - ich denke mal das ist auch hier gültig?)
Dazu musst Du wissen, wie groß der Frosch ist ...

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Tachycnemis seychellensis is a medium-sized tree-dwelling frog with females measuring to 76 mm and males to 51 mm. 
Tamron gibt für sein 90mm Makro als kürzestes Aufnahmeabstand 290 mm (Abbildungsmaßstab 1:1), allerdings weiß ich nicht, ob das wirklich von der Frontlinse aus gemessen wird oder von der Hauptebene des Objektives, in Testberichten habe ich andere Werte gefunden (85 mm).

Das nächste Problem: bei Makroobjektiven verändert sich die Brennweite mit dem Auszug, ist also nicht konstant! Bei ca. 360 mm Gegenstandsweite kannst Du ein Froschweibchen formatfüllend ablichten, das entspricht einem Abbildungsmaßstab von 1:3 (für Kameras mit APS-C Sensoren und einem Crop-Faktor von 1,5 bis 1,6)

Das Sigma 2.8/105 mm hat eine gute Qualität, die Brennweite ist eine Hauch größer und der Abstand zum Tier minimal größer. Ansonsten gibt es von Sigma noch ein 2.8/150 mm oder ein 3.5/180 mm - mit letzterem verdoppelst Du die Aufnahmedistanz, musst aber auch das doppelte Gewicht an Glas herumschleppen.

Im Grunde ist aber auch ein 70-200mm mit einem max. Abbildungsmaßstab von 1:3,5 noch gut für solche Froschaufnahmen geeignet. Soweit die Theorie, jetzt muss ich bei meiner nächsten Reise die Biester auch vor die Linse bekommen. Das Quaken hatte ich im April schon deutlich vernommen, konnte die Tierchen aber partout nicht entdecken. :?

Gruß
Jürgen

P.S.: Robert hat "beim Ortswechsel ein wenig nachgeholfen" indem er das Summen einer Fliege nachgeahmt hat? :wink: Wovon ernähren sich diese Frösche eigentlich, dazu habe ich bisher keine Aussagen gefunden.

robhof
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Re: Herzliche Grüße von La Digue, Euer Seychellen-Baumfrosch

Beitrag von robhof » 23 Okt 2008 16:51

foto-k10 hat geschrieben:Wovon ernähren sich diese Frösche eigentlich, dazu habe ich bisher keine Aussagen gefunden.
Die meisten adulten Frösche (genauer Froschlurche) :bounce: fressen alles an tierischer Nahrung, was sie erwischen können ...

Hier ein älterer Text aus meinem Amphibienbuch, zusammengefasst von Rudolf Malkmus:

Die Beutespektren der einzelnen Amphibienarten sind recht unterschiedlich und schwanken zwischen Verschlingen aller sich anbietender Beutestücke und Treffen einer hochspezialisierten Auswahl (Monophagie). Je spezieller die Ansprüche an die Ernährung sind, um so mehr wird der Nahrungsfaktor zum maßgebenden Regulativ für Verbreitungsmuster und Individuendichte einer Art. Um die Nahrungsressourcen optimal zu nutzen, erfolgt in Gebieten mit hoher Artendiversität eine differenzierte Habitateinnischung der einzelnen Arten, wie z.B. in der Fallaubschicht des Bodens, in verschiedenen Stockwerken des Waldes oder in unterschiedliche Höhenzonen an Berghängen. Werden solche Nischen von mehreren Arten gemeinsam, also sympatrisch besiedelt, kann es zu einer differenzierten Ressourcennutzung kommen, etwa durch unterschiedliche Aktivitätszeiten oder Nahrungsspezialisierung.

Die meisten Amphibien sind Nahrungsopportunisten, die sich nach dem Beuteschema „alles verschlucken, was kleiner ist als der Jäger und sich bewegt“ orientieren. Von einigen Arten, wie den Aalmolchen der Gattung Siren, der Agakröte (Bufo marinus) oder auch den Amerikanischen Ochsenfrosches (Rana catesbeiana), wird berichtet, daß sie gelegentlich pflanzliche Nahrung zu sich nehmen, allgemein sind jedoch nahezu alle metamorphosierten Amphibien carnivor und haben meist ein breites Beutespektrum. In der Frage der vermuteten auschließlichen Amphibien-Carnivorie bei Adulttieren sind in den letzten Jahren jedoch einige neue Tatsachen bekanntgeworden.
Lurche ernähren sich überwiegend von Insekten und ihren Larven, von Würmern, Spinnen, Schnecken, Asseln - in oft erheblichen Mengen. Größere Frösche, beispielsweise Caudivertebra, Ceratophrys, Discodeles oder Rana verzehren eigene Artgenossen, warmblütige Wirbeltiere (Vögel, Ratten, Mäuse) und Meereskrabben (Rana cancrivora). Ein Ochsenfrosch (Pyxicephalus adspersus), wurde beim Verschlingen von 17 frisch geborenen Speikobras (Hemachatus) beobachtet. Große Urodelen, wie Cryptobranchus und Dicamptodon jagen auch Fische, Krebse, Blindwühlen, Eidechsen und Schlangen (Typhlopidae). Beim Fang von wehrhaften Insekten, Spinnen und Skorpionen kann es durchaus zu schweren Verletzungen mit gelegentlich tödlichem Ausgang für den Jäger kommen.
Neben Nahrungsopportunisten gibt es unter den Fröschen aber auch Spezialisten, die sich ihren Magen nahezu ausschließlich mit Ameisen und Termiten füllen, so verschiedene Arten der Gattungen Brevipes, Chiasmocleis, Dermatonotus, Hamptophryne und Kaloula - alles Microhyliden - , oder Arten der Ferkelfrösche (Hemisus) und die Nasenkröte Rhinophrynus dorsalis.
In den letzten Jahren mehren sich die Hinweise, daß mehrere Amphibienarten nicht nur fleischliche, sondern auch pflanzliche Kost zu sich nehmen. Manche von ihnen tun es nur in bestimmten Zeiten, andere ständig. So sind Weibchen von Rana hexadactyla aus Indien in der Laichzeit überwiegend herbivor, was sich sogar durch morphologische Veränderungen der Bezahnung und des Darmes äußern soll. Das wohl bekannteste Beispiel ist jedoch der kleine südamerikanische Laubfrosch Hyla truncata, der in verschiedenen Sanddünenhabitaten der südöstlichen Küste Brasiliens lebt. Hier bewohnt er vor allem wassergefüllte Kelche von Bromelien und ernährt sich überwiegend von Früchten. Dabei tragen Laubfrösche auch zu einer effektiven Ausbreitung von Pflanzensamen bei und zwar wesentlich besser, als manche andere früchtefressende Tiere, wie kleine Eidechsen. Die Frösche setzen die Pflanzensamen nämlich in oder um die Bromelien ab, wo diese ideale Keimungsbedingungen vorfinden.
Während Urodelenlarven wie ihre Eltern carnivor sind und sich Überwiegend von Insektenlarven (Coleoptera, Diptera, Ephemeroptera, Trichoptera) und Kleinkrebsen (Crustacea) ernähren, zerkleinern Kaulquappen der Anuren Pflanzenteile, raspeln Algen- und Bakterienrasen von verschiedenen Oberflächen ab, nehmen Plankton zu sich und naschen sogar am Aas - sie sind omnivore Partikelfresser. Manche Larven sind unter bestimmten Extrembedingungen sogar räuberisch und ernähren sich von den kleineren Artgenossen und sogar metamorphosierten Fröschen, so beispielsweise die Larven von Scaphiopus hammondi (Familie Pelobatidae) aus der Sonora-Wüste Nordamerikas ... etc. etc.


... falls es Euch interessiert, kann ich auch noch den Rest posten ... :wink: :bounce:
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Re: Herzliche Grüße von La Digue, Euer Seychellen-Baumfrosch

Beitrag von foto-k10 » 23 Okt 2008 17:05

Wenn es Dir nicht zuviel Arbeit, den restlichen Text einzutippen: gerne. Den Familienamen Hyperoliidae oder die Unterordnung Neobatrachia oder die Gattungen Sechellophryne bzw. Sooglossus bzw. Tachycnemis habe ich in dem bisherigen Text nicht gesichtet, aber vermutlich ernähren die sich genauso ...

... wobei mir wieder bewußt wird, dass ich mit den Begriffen Familie und Gattung ins Schleudern komme ;( - die Gattungen stehen unterhalb einer Familie ... jepp, Ordnung, Familie, Gattung, Art ... mal sehen, wie schnell ich es diesmal vergesse ... wir müssen wieder ein Seychellen-Ratespiel machen :wink:

Gruß
Jürgen

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Re: Herzliche Grüße von La Digue, Euer Seychellen-Baumfrosch

Beitrag von robhof » 23 Okt 2008 17:41

foto-k10 hat geschrieben:Wenn es Dir nicht zuviel Arbeit, den restlichen Text einzutippen
... das habe ich doch nicht! Dazu hätte ich die Zeit nicht. Ich habe da ein Buchmanuksript ... 8-)
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Re: Herzliche Grüße von La Digue, Euer Seychellen-Baumfrosch

Beitrag von Sundri » 23 Okt 2008 20:49

foto-k10 hat geschrieben:

... wir müssen wieder ein Seychellen-Ratespiel machen :wink:

Gruß
Jürgen
Ich will auch ein neues Quiz!! :bounce: :bounce: :bounce: Aber so bald hat er wohl keine Zeit! Er fliegt ja schon wieder auf die Seychellen...ohne mich! Bild

@robhof: liege ich mit dem Buchmanuskript richtig?? Ist es das Buch,das ich schon habe und mir nochmals kaufen werde?

lG Sundri
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blaufotograph
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Re: Herzliche Grüße von La Digue, Euer Seychellen-Baumfrosch

Beitrag von blaufotograph » 03 Nov 2008 22:03

Hallo Jürgen, danke für Deine Ausführungen zu den Makroobjektiven. Wieder was gelernt. Ich glaub ich brauch auch mal so ein "Teilchen"....
Naja im Moment muß ich mit meinen jetzigen Objektiven zu Rande kommen, aber auch damit bekommt man ganz gute Fotos hin...
(http://bilder.blaufotograph.de/Gallery/ ... temId=5060)

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Re: Herzliche Grüße von La Digue, Euer Seychellen-Baumfrosch

Beitrag von quaxi » 25 Nov 2008 15:47

Wunderschöne Fotos!

Ich weiß ja, warum ich Frösche so gerne mag!

Euer Quaxi
Lesen und Reisen ist Bereicherung, ist Erweiterung der Sinne und des Verstandes.

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Re: Herzliche Grüße von La Digue, Euer Seychellen-Baumfrosch

Beitrag von Harry K. » 25 Nov 2008 20:34

Einfach nur schön!

Vielen Dank Robert!
Traurig hier!
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