Auflösung der 9. Spielrunde

Alles rund um Flora, Fauna und Naturschutz
Belli
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Auflösung der 9. Spielrunde

Beitrag von Belli » 09 Mär 2008 20:01

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BildSeychellen-Paradies-SpielBild

Das sind die richtigen Antworten der 9. Spielrunde. Diesmal werden maximal 30 Punkte vergeben.
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Welche Insel?
1. Welche Perspektive bzw. welche Inseln sieht man auf diesem Foto?
(Maximale Anzahl von Punkten für diese Frage: 2)

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Antwort: Es ist der Blick von der kleinen, unbewohnten Insel Cocos zur viel größeren Nachbarinsel Felicité. Cocos ist als Ziel von Schnorchel-Tagesausflügen von La Digue oder Praslin aus bekannt. Das seichte Korallenriff von Cocos gehörte zu den schönsten der Inneren Seychellen, leider ist es 1998 komplett abgestorben. Heute kommen viele Tagestouristen und es werden 10 EUR für einen vermeintlichen "marine park" einkassiert, doch von einem solchen ist nichts zu merken: Horden von Touristen fallen hier ein, die keinerlei Gefühl für die Umwelt haben, trampeln auf dem Riff herum, benehmen sich zum Teil völlig barbarisch, geführt von nicht weniger barbarischen Guides mit ihren Booten, die sich wahrlich nicht um den "marine park" kümmern. Als "show" werden Meeresschildkröten aus dem Wasser geholt, um sie den Kameras der Touristen zu präsentieren. Die so genannten "Wächter" des marine parks haben nur eine Sorge, nämlich das Geld zu kassieren. Von irgend einer „Aufsicht“ in Sachen Schonung des Riffs habe ich noch nie was bemerkt. Wie sich die Gäste benehmen, interessiert sie nicht. Ich kenne nicht viele "marine parks", die diesen Namen weniger verdienen als dieser. Denn ein "Korallenriff-marine park", wo jeder auf den vor 10 Jahren total zerstörten und nun langsam wachsenden Korallen herumtrampeln kann, wo kein Mensch auf die Zerbrechlichkeit der Unterwasserwelt hinweist, wo auch sonst keinerlei Information zum Naturschutz zu lesen ist, wo die heimischen Guides selbst Tiere aus dem Wasser heben ( :twisted: ), wo nur Geld kassiert wird ... so einen „marine park“ kann man vergessen …, schlimmer als ein Zirkus und nur eine erbärmliche Karikatur eines Schutzgebietes. Schade, denn Cocos ist eine einzigartige Insel. Vor allem die bizarren Granitformationen und die unzähligen zu diesem Namen passenden Kokospalmen bilden hier eine faszinierende Landschaft. Auf der Insel brüten zahlreiche Seevögel.

Nur drei Kilometer nordöstlich von La Digue liegt die grüne Insel Félicité mit prächtigen Palmen, imposanten Takamakabäumen und dem für eine kleine Inseln recht eindrucksvollen, 231 Meter hohen gleichnamigen Berg, sowie schönen Felsenküsten, die wunderbares Schnorcheln und eine große Vielfalt an küstennahen Fischen versprechen. An der Nordwestküste liegen zwei Sandstrände, nur durch eine felsige Landzunge voneinander getrennt und durch ein Korallenriff geschützt. Wer den schweißtreibenden Anstieg auf den Gipfel auf engen, im Schatten großer Takamakabäume liegenden Trampelpfaden schafft, wird mit einem faszinierenden Ausblick auf den Indischen Ozean und große Teile der granitischen Seychellen belohnt. Félicité war gegen Ende des 19. Jahrhunderts fünf Jahre Exilheimat eines damals prominenten, heute jedoch längst vergessenen Vertriebenen. Wegen der Ermordung eines Briten wurde der Sultan von Perak - das ist eine Gegend in Malaysien - in dieses Paradies verbannt. Er war nur einer der zahlreichen Exilanten, die unter der britischen Verwaltung das Glück hatten, in eine so wunderschöne Gegend verbannt zu werden. Viele heutige Besucher von Félicité sind ebenfalls blaublütig, zumindest in Hinblick auf den Inhalt ihrer Geldbörse. Die ganze Insel kann zu einem stolzen Preis gemietet werden, und dieses Angebot nützen nicht selten bekannte und weniger bekannte Angehörige des Adels und der High Society.



Flora / Geschichte
2. Wie hängt diese Pflanze mit Antonio Pigafetta zusammen ...? Auch ein Superlativ ...
(Maximale Anzahl von Punkten für diese Frage: 2)

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Antwort: Antonio Pigafetta (* um 1480 in Vicenza; † nach 1534 in Vicenza) war ein italienischer Entdeckungsreisender und Schriftsteller und wurde vor allem als Chronist der ersten Erdumseglung (Magellan 1519-1522) bekannt. Er war wahrscheinlich der erste Europäer, der die Coco de Mer in der abendländischen Literatur erwähnt hat. Er lieferte also die erste schriftliche Überlieferung über diese wundersame Nuss.
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Pigafetta beschäftigte sich mit Mathematik und Kosmografie (Karto-, Geographie und Astronomie). Er begleitete Ferdinand Magellan auf seiner Weltumseglung und beschrieb die Reise in einem Buch. Als Magellan auf den Philippinen – die er für Europa im März 1521 entdeckte – bei seiner Einmischung in Stammesfehden getötet wurde, erlitt auch Pigafetta eine Verwundung. Am 8. September 1522 langte er wieder in Sevilla an. Wahrscheinlich um 1524 schrieb er seine Erlebnisse der Weltumseglung nieder. Ihre bekannteste deutsche Übersetzung stammt von Robert Grün: Die erste Reise um die Erde. Ein Augenzeugenbericht von der Weltumsegelung Magellans 1519-1522. Herausgegeben und übersetzt von Robert Grün, mit 18 Abbildungen und 2 Karten (294 p., Verlag Erdmann, Tübingen-Basel 1968/70), bzw. unter etwas anderem Titel bei anderen Verlagen.

Der nächste Europäer nach ihm, der die Coco de Mer erwähnte, war wahrscheinlich der Portugiese Joao de Barros im Jahr 1553.



Flora
3. Unscheinbar und dennoch eine der 2-3 sensationellsten botanischen Besonderheiten der Seychellen - gleichrangig mit der Coco de Mer-Palme, aber viel weniger "populär" und viel weniger bekannt ... wissenschaftlicher Name + Familie. Es ist ein Baum ...
(Maximale Anzahl von Punkten für diese Frage: 3)

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Antwort: Der bemerkenswerte Seychellen-Quallenbaum oder Bwa mediz (Medusagyne oppositifolia) ist wohl der seltenste Baum der Welt, auf jeden Fall einer der seltensten. Er galt als ausgestorben, erst 1970 wurde er - damals eine wissenschaftliche Sensation - wiederentdeckt. In schwer zugänglichen Bereichen von Mahé und Glacis-Hängen gibt es noch einige Exemplare. Der Quallenbaum ist ein „lebendes Fossil“ und gehört zu den urtümlichsten Pflanzen der Erde. Für ihn mussten Botaniker eine neue systematische Kategorie, nämlich eine eigene Familie (Medusagynaceae) schaffen, deren einziger Vertreter er ist. Der Quallenbaum wird weniger als 10 Meter hoch, seine geöffneten Früchte erinnern an eine Qualle. Er ist übrigens der einzige endemische Baum der Seychellen, dessen Samen durch den Wind verbreitet werden ...
… Eine der markantesten Pflanzen des offenen, felsigen und dem Wind ausgesetzten trockeneren Glacis ist der Quallenbaum oder „jellyfish tree“ (Medusagyne oppositifolia), eine der berühmtesten biologischen Sehenswürdigkeiten der Seychellen. Einst war diese Pflanze vermutlich in einem größeren Gebiet der Landmasse von Seychellea zu finden, wo sie auf die Besiedlung offener und exponierter Standorte ohne große pflanzliche Konkurrenz spezialisiert war. Der Quallenbaum ist der einzige endemische Baum der Seychellen, dessen Samen durch den Wind vertrieben werden, und dem entspricht sein offener Lebensraum. Bei allen anderen Bäumen werden die Samen durch Vögel, Flughunde oder das Wasser verbreitet. Von dem bis zu acht Meter hohen Baum, dessen Blüten an Quallen erinnern, gibt es nur noch etwa 40 Exemplare, der Archipel ist sein letztes Refugium. Um ihn zu bewundern, braucht man die Hilfe eines ortsansässigen Naturfreundes oder eines Bergführers. Er wächst nur an unzugänglichen Standorten, und die Chancen ihn zufällig zu entdecken, sind gering. Ein besonders günstiger Platz sind die Berghänge oberhalb der Grande Anse an der Westküste von Mahé.


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Fauna
4. Es ist eine der 4-5 berühmtesten Schnecken der Seychellen ... Wissenschaftlicher Name + wo kommt sie häufig vor?
(Maximale Anzahl von Punkten für diese Frage: 2)

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Antwort: Es ist Stylodonta studeriana, die Coco de Mer - Schecke, eine endemische Schecke von Praslin, die oft auf den Blattstielen junger Coco de Mer-Blätter im Vallèe de Mai sitzt. Es ist ein Extremendemit. Eine ähnliche Art, Stylodonta unidentata, kommt auf Mahé und vielleicht weiteren kleinen Inseln vor.
... The two endemic snails known to occur are brown snail Stylodonta studeriana and blackfish snail Pachnodus arnatus (Seychelles Island Foundation, pers. comm., 1995). http://www.unep-wcmc.org/sites/wh/mai.html
Ein Merkmal der seychell'schen Schneckenfauna, insbesondere jener der Granitinseln, ist die hohe Endemismusrate - mehr als 40 Prozent der Arten kommen nur auf den Seychellen vor.



5. Wie heißt diese Art wissenschaftlich und wie viele Arten gibt es aus dieser "Sippschaft" (Tiergruppe) auf den Seychellen?
(Maximale Anzahl von Punkten für diese Frage: 3)

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Antwort: Es ist die etwa 1,2 Meter groß werdende, überwiegend tagaktive und in der Farbe variable Seychellen-Wolfsschlange (Lycognathopis seychellensis). Wie der Name verrät, ist die Art endemisch. Sie zählt zu den Nattern, hat aber keine näheren Verwandten und kann als eine alte, hier entstandene Art betrachtet werden. Vermutet wird eine Verwandtschaft mit madagassischen Nattern. Besonders am Waldboden der Gebirgswälder ist diese Schlange nicht selten, sie kommt aber beispielsweise im Nationalpark Vallée de Mai genauso häufig vor wie auf dem höchsten Gipfel des Morne Seychellois in 900 Meter Seehöhe. Praktisch ist sie in nahezu allen Lebensräumen bis in die Küstenebenen zu finden, wo sie Jagd auf Geckos, Frösche und vielleicht auch kleine Vögel macht. Die Seychellen-Wolfsschlange tritt in zwei Farbvarianten, heller und dunkler, auf. Sie hat relativ große Augen, wodurch sie leicht von den anderen beiden Schlangenarten zu unterscheiden ist. Vermutlich sind beide Natterarten eierlegend.
Insgesamt gibt es 3 Arten von Schlangen auf den Seychellen (alle ungiftig!!!), davon 2 endemische und eine eingeschleppte:
Die endemische, braungefärbte Seychellen-Hausschlange Boaedon (Lamprophis) geometricus wird knapp einen Meter lang. Sie macht Jagd auf kleine Wirbeltiere wie Echsen, Vögel (auch Küken) oder Mäuse, die sie erwürgt. Sogar kleine Katzen fallen ihr angeblich zum Opfer. Sie ist ein ausschließlich nachtaktiver Jäger, der sich wohl überwiegend am Boden aufhält, manchmal aber auch geschickt auf Bäume klettert. Über die natürlichen Feinde der Hausschlangen ist wenig bekannt; vermutlich fallen sie regelmäßig Eulen, Tenreks und manchmal auch Katzen zum Opfer. Ihre nächste Verwandtschaft - das sind fünf Arten derselben Gattung - lebt in Afrika. Die Ähnlichkeit zu diesen Arten ist groß; vermutlich ist die seychell’sche Art verhältnismäßig jung, möglicherweise erst durch Menschen eingeschleppt. Weil sich die harmlosen Reptilien in Afrika oft in Häusern und deren Nähe aufhalten, erhielten sie die Bezeichnung „Hausschlangen“.

Die dritte Schlangenart ist die Brahmanische oder Gewöhnliche Blindschlange (Ramphotyphlops braminus, früher Typhlops braminus). Sie zählt zur Familie der Typischen Blindschlangen (Typhlopidae) mit etwa 150 Arten, deren Name sich vom griechischen Wort „typhlos“ (= blind) ableitet. Die „Blumentopfschlange“, wie sie auch genannt wird, gehört zu den am weitesten verbreiteten Schlangenarten der Welt; die meisten anderen Blindschlangenarten leben in Südamerika. Zur Verbreitung vom Nahen Osten über den ganzen Indopazifik, Madagaskar, Indien, Ceylon, Südostasien, die indoaustralische Inselwelt, Hawaii bis nach Mexiko hat sicher der Mensch beigetragen. Das wird schon durch die Bezeichnung „Blumentopfschlange“ angedeutet: Die Schlange versteckt sich zwischen den Wurzeln von kultivierten, von Menschen angebauten oder gezogenen Pflanzen. Wahrscheinlich wurde diese Art mit den Kulturpflanzen in „ihrer“ Erde rund um die Welt verbreitet. Man findet sie tatsächlich oft in Blumentöpfen, die längere Zeit im Freien stehen. Die Brahmanische Blindschlange wurde zweifellos vor nicht zu langer Zeit durch den Menschen auf die Seychellen eingeschleppt; der erste Nachweis findet sich bei Desmond Vesey-FitzGerald 1947.
Neben der Vorliebe für Blumentöpfe scheint es aber für die weite Verbreitung der Gewöhnlichen Blindschlange noch einen anderen Grund zu geben: Bei dieser Art gibt es auf vielen Inseln - allerdings wohl nicht in allen Populationen - offensichtlich nur Weibchen, die sich parthenogenetisch, also durch Jungfernzeugung fortpflanzen. Dieses Phänomen gibt es zum Beispiel auch beim Gemeinen Schuppenfingergecko Lepidodactylus lugubris.
Die Blumentopfschlange wird nur etwa 15 bis 18 Zentimeter lang und sieht eher wie ein großer, einheitlich grauer Regenwurm aus; die Bauchseite ist etwas heller. Sie ernährt sich von kleinen Wirbellosen, vor allem Ameisen und Termiten. Viele Seychellois verwechseln Blindschlangen mit kleinen Blindwühlen.
Die Verbreitung der Schlangen beschränkt sich auf die fünf größten granitischen Inneren Inseln: Mahé, Silhouette, Praslin, La Digue und Frégate. Möglicherweise kommt auch auf anderen Granitinseln die eine oder andere Art vor und ist bisher unentdeckt geblieben; entsprechende Hinweise gibt es von Aride. Die beiden Nattern fehlen auf La Digue, wo nur die durch Menschen verschleppte Brahmanische Blindschlange nachgewiesen ist. Diese fehlt andererseits auf Silhouette, einer der ursprünglichsten Granitinseln der Seychellen. Auf den Koralleninseln kommen Schlangen nicht vor, vermutlich wegen des relativ jungen Alters oder der geringen Größe dieser Inseln.



6. (Diese Frage ist den Spielteinehmern aus dem Seychellenforum gewidmet :wink: ). Diese oder ähnliche Tierchen kennt jeder aufmerksame Inselbesucher. Bei Gefahr verschwinden sie im Schneckenhaus und machen mit einer der Scheren "die Tür zu". Wie ist es möglich, dass diese Schere fast immer haargenau zum Schneckenhaus passt, müssen doch diese Tierchen immer wieder in ein neues Haus übersiedeln? 1-2 erklärende Sätze ...
(Maximale Anzahl von Punkten für diese Frage: 3)

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Antwort: Ihre Behausung müssen Einsiedler nach jeder Häutung wechseln, da sie ihnen zu klein wird. Häuten müssen sich alle Krebstiere (Crustaceen), das sie mit ihrem Exoskelett (Panzer) nur dann wachsen können, wenn sie diesen ablegen. Vor der Häutung suchen sie sich ein neues Haus, schlüpfen nach der Häutung sehr schnell hinein, pressen die noch weiche Schere in die Öffnung des Hauses, so dass die Schere die richtige Form annimmt - und nach einer kurzen Zeit härtet der Panzer wieder aus - fertig ist die passende Tür für das neue Haus.

Über die Häutung: http://www.faszination-krebse.de/Krebse ... utung.html



Fauna / Artenschutz
7. Wie heißt diese Art trivial und wissenschaftlich, wie heißt die Verwandtschaft und Unterverwandtschaft, zu der sie zählt, und wie heißt eine viel kleinere und wesentlich stärker bedrohte verwandte endemische Art der Seychellen?
(Maximale Anzahl von Punkten für diese Frage: 4)

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Antwort: Es ist der allseits beliebte, endemische Seychellen-Flughund (Pteropus seychellensis). Die extrem bedrohte endemische Fledermausart heißt Coleura seychellensis.
Zwei Arten von Fledertieren (Chiroptera) sind auf den Seychellen zu finden. Die Fledertiere sind mit fast 1000 Arten gleich nach den Nagern die zweite artenreichste Ordnung der Säugetiere. Sie werden in zwei Gruppen unterteilt: die Flughunde oder Großfledermäuse (Megachiroptera) mit etwa 150 Arten und die mit 840 Arten wesentlich formen- und artenreicheren Fledermäuse (Microchiroptera). Der Unterschied zwischen den beiden: Flughunde sind wesentlich größer, haben größere Augen und kleine Ohren, sie orientieren sich auch in der Nacht mit Hilfe des Restlichts, das sie auch in den geringsten Lichtmengen wahrnehmen können. Bei Versuchen in absoluter Dunkelheit lassen sie sich aber hilflos am Boden nieder. Fledermäuse hingegen haben große Ohren und kleine, oft nur stecknadelgroße Augen. Sie orientieren sich mit Hilfe der Echolotpeilung, ihres „Radars“. Manche Evolutionsbiologen hatten die Flughunde und Fledermäuse in den letzten Jahrzehnten mehrfach für zwei verschiedene, nicht näher verwandte Tiergruppen gehalten - ihre Flugfähigkeit und die äußere Ähnlichkeit sollen sie unabhängig voneinander erlangt haben - eine Ansicht, die in der Zwischenzeit wieder verworfen wurde.
Der Seychellen-Flughund (Pteropus seychellensis), „fruit bat“ genannt, zählt mit bis zu einem Meter Flügelspannweite zu den so genannten Flugfüchsen oder Kurzzungenflughunden. Er gehört als Früchtefresser zu den wenigen Tieren, die von der Ankunft des Menschen mit all seinen Kulturpflanzen profitiert haben. Seine nächste Verwandtschaft lebt in Südostasien - er wird zum Artenkomplex des malaiischen Pteropus rufus gestellt. Die Gattung Pteropus ist in der Region weit verbreitet und kommt auch auf Madagaskar, den Komoren, den Maskarenen, im indomalaiischen Raum und bis Australien vor, auf dem afrikanischen Festland hingegen fehlt sie. Das ist überraschend und eigentlich ein biogeographisches Rätsel, denn auf der Insel Pemba, die nur etwas über 50 Kilometer vor der Küste Afrikas liegt, kommt Pteropus vor.
Flughunde schwärmen vor allem in der Nacht aus und richten an Plantagen großen Schaden an. Besonders gern halten sie sich auf Mangobäumen auf. Von den Ein-heimischen werden sie gejagt, genauer gesagt mit Netzen „gefischt“- dazu werden in den Baumkronen Netze gespannt, in denen sich die Tiere verfangen. Letztlich landen sie im Kochtopf, vor allem als Fleischzugabe zu Currygerichten.
Die Nachstellungen des Menschen haben ihre Folgen. Das zeigt das Beispiel von Pteropus subniger auf Mauritius oder P. niger und P. subniger auf Réunion: Beide Arten sind bereits im 19. Jahrhundert von den Maskarenen verschwunden. Auch die Bestände von Pteropus rodricensis auf Rodrigues sind in den letzten Jahrzehnten durch Jagd und Lebensraumverlust dramatisch zurückgegangen.
Flughunde hängen untertags meist in den Baumkronen, wo sie manchmal größere Schlafkolonien bilden (bekannt war die im Botanischen garten von Victoria). Die Tiere sind dort allen Witterungseinflüssen ausgesetzt und halten daher ihre Flügel wie einen Mantel fest um den Körper geschlagen - so schützen sie sich bei Regen vor dem Wasser. Bei Hitze werden die Flügel öfter ausgebreitet, um „frische Luft rein zu lassen“. Manchmal werden sie als Ventilatoren eingesetzt; durch fächelnde Bewegung wird Abhilfe gegen die Hitze geschaffen. Flughunde werden manchmal als Haustiere in Käfigen gehalten gehalten. Auf Aldabra kommt eine Form mit weißem Gesicht vor (Pteropus seychellensis aldabrensis).
Flughunde sind Vegetarier mit einem sehr reichhaltigen Speisezettel, der sich vor allem nach der Saison der unzähligen Früchte richtet. Nur von wenigen Baumarten werden die Blüten mit ihrem Nektar bevorzugt (z. B. Kapok, Ceiba pentadra), sonst locken die weichen, süßen Früchte. Nicht selten bevorzugen Flughunde jene, die auch bei Menschen begehrt sind, etwa Mangos, Feigen, Brotfrucht, Jackfrucht oder Bananen. Laute und dramatische nächtliche Streitigkeiten um die süßesten Früchte rauben den Touristen den Schlaf.
Wesentlich seltener als Flughunde und vom Aussterben bedroht sind die kleinen, Insekten fressenden Fledermäuse Coleura seychellensis. Vor hundert Jahren noch waren sie auf Mahé, Praslin, Silhouette und La Digue recht häufig, wovon zeitgenössische Berichte von Naturwissenschaftlern und dicke Guanoschichten in Höhlen zeugen. Die Fledermäuse von Silhouette sind etwas kleiner und wurden später als eigene Art Coleura silhouettae beschrieben, heute gelten sie als Unterart von Coleura seychellensis. Der Rückgang hat immer die gleichen Gründe: Lebensraumverlust, direkte Störungen und Nachstellungen durch den Menschen; dazu kommt die Konkurrenz durch die eingeschleppte Schleiereule (Tyto alba affinis), die zum Teil die Wohnhöhlen der Fledermäuse besiedelt.



Unterwasserwelt
8. Wie heißt dieser häufige Meeresbewohner der Gewässer rund um die Seychellen (trivial)? In welcher Farbe tritt er noch auf? Sein Vetter ist noch länger und noch dünner ... und recht häufig beim Schnorcheln zu sehen. Sein Trivialname ...
(Maximale Anzahl von Punkten für diese Frage: 2)

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Antwort:Trompetenfisch http://de.wikipedia.org/wiki/Trompetenfisch . Aulostomus chinensis http://www.fishbase.org/Summary/Species ... hp?id=1309 . Familie Aulostomidae, Trompetenfische. Diese Familie zählt zu den Seenadelverwandten (Syngnathiformes) und ist damit mit Seenadeln, Seepferdchen und Flötenfischen verwandt. Es ist nur eine Gattung beschrieben (Aulostomus) und innerhalb dieser 3 Arten (Aulostomus chinensis, Chinese trumpetfish, 80 cm TL. Aulostomus maculatus, Trumpetfish, 100 cm TL, Aulostomus strigosus, Atlantic cornetfish, 75 cm TL).
Aulostomus chinensis ist im Indopazifik verbreitet (fehlt im Roten Meer). Die Art kommt in 2 Farbmorphen vor (eigentlich sind es 3, aber die zwei bräunlich-grünlichen sind recht ähnlich), davon ist eine bräunlich, die andere knallgelb. Auf den Seychellen kann man also zwei "verschiedene" Trompetenfische beobachten, die zwar wie zwei verschiedene Arten aussehen, dennoch aber ein und derselben Art angehören. Die Behauptung, "er ist in der Lage, zur Tarnung blitzschnell die Farbe zu wechseln" http://www.diveasia.com/tauchen/reef-guide/fish-4.htm ist nicht zutreffend.
Die viel längeren und recht häufigen Verwandten sind die Flötenfische (Fistulariidae) http://de.wikipedia.org/wiki/Fl%C3%B6tenfische . Die bei den Seychellen und generell im Indopazifik und im Roten Meer vorkommende Art ist der Glatte Flötenfisch (Fistularia commersonii), bis 1,60 Meter lang. Die Familie der Flötenfische gehört zu den Seenadelartigen und umfasst vier bekannte Arten, die alle zur Gattung Fistularia gehören. Ähnlich wie die Trompetenfische zeichnen sie sich durch einen langen, schlanken Körper aus, der bis zu 1,7 Meter lang werden kann. Auf der Höhe der großen Augen weist der Körper eine Verdickung auf. Die Färbung reicht von hellem Grau bis zu sanften Blau- oder Grüntönen. Zur Tarnung können die Tiere auch leichte Fleckenmuster annehmen. Sie kommen in allen tropischen Meeren vor. Sie ernähren sich von kleineren Fischen und Krebsen. Bei der Jagd lassen sie sich gelegentlich treibholzartig in die Nähe von Fischschwärmen treiben, um dann plötzlich nach vorne zu schnellen und Beute zu machen.


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Bekannt ist das besondere Jagdverhalten der Trompetenfische, das "Reiten" auf harmlosen "Friedfischen".

9. Wie heißen diese Fische, die nicht nur bei den Seychellen, sondern auch im Mittelmeer und fast in allen Meeren recht häufig sind, fast immer in Schwärmen auftreten und selbst in schmutzigen Hafenbecken in Massen vorkommen (so auch in Victoria)? Familienname trivial und wissenschaftlich.
(Maximale Anzahl von Punkten für diese Frage: 2)

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Antwort: Meeräschen, Mugilidae http://filaman.uni-kiel.de/Summary/Fami ... cfm?id=359 . Meeräschen leben mit 80 Arten in 17 Gattungen weltweit in tropischen und subtropischen Regionen an Meeresküsten und im Brackwasser. Einige Arten wandern auch in die Flüsse. Häufig auch in verschmutzten Gewässern (z. B. Hafenbecken von Victoria). Warum? ... Travel in schools and feed on fine algae, diatoms, and detritus of bottom sediments. Important food fishes ...


10. Die rosafarbenen bis rötlichen Korallen mit gelben Polypen sind auf den Seychellen sehr häufig und bereits in geringen Tiefen - allerdings immer unter der Riffkante - zu finden. Dieses Bild ist in einer Höhle fotografiert, wie auch die Anwesenheit des Soldatenfisches verrät. Wie heißen die Korallen wissenschaftlich und in welcher Hinsicht unterscheiden sie sich von den allermeisten anderen riffbildenden Korallen? Wissenschaftlicher Name und Bezeichnung für die biologische Besonderheit.
(Maximale Anzahl von Punkten für diese Frage: 4)

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Antwort: Eine sehr markante, unverwechselbare Gruppe der Steinkorallen aus der Familie Dendrophylliidae (oft als Zäpfchen- oder Bäumchenkorallen bezeichnet) http://de.wikipedia.org/wiki/Dendrophylliidae . Die Dendrophylliidae sind eine Familie der Steinkorallen (Scleractinia). Sie leben in allen Weltmeeren vom Flachwasser bis in Tiefen von über 2000 Metern. Es sind 166 rezente (heute lebende) Arten beschrieben. Zusätzlich sind an die 200 fossile Arten bekannt. Die Korallenfamilie ist seit 120 Millionen Jahren, seit der Kreidezeit, fossil überliefert. Die allermeisten Arten enthalten keine Zooxanthellen (symbiontische Mikroalgen, sie sind also azooxanthellat), die sonst fast alle riffbildenden Korallen haben. Die Färbung bei dieser azooxanthellaten Dendrophylliidae kommt von den eigenen Pigmenten und nicht von den Pigmenten der Zooxanthellen, wie bei vielen riffbildenden Steinkorallen (der Grund für das berüchtigte „coral bleaching“ ist der Verlust genau dieser Zooxanthellen).
Die Arten der Familie brauchen kein Licht für die Photosynthese der symbiontischen Mikroalgen und können daher auch im Schatten leben. Darum kommen sie unter der Riffkante, unter Überhängen, in Höhlen und an anderen beschatteten Bereichen vor.
Die Arterkennung im Freiland und auf Fotos ist oft eine Illusion, es kann sich um Arten aus den Gattungen Tubastrea und Dendrophyllia handeln. Die Korallen sind überwiegend nachtaktiv, sie müssen fressen und sich so ernähren, da keine Symbionten vorhanden sind. In voller Pracht, mit voll entfalteten Polypen, sieht man die Bäumchenkorallen nachts. Ein sehr guter Platz um sie zu bewundern ist bei l'Ilot, und zwar auf der Ostspitze der Insel, d.h. in der Richtung zum Kanal zwischen Mahé und l'Ilot hin.



Geschichte / Geographie / Inselnamen / Menschen
11. Welcher Habsburger zeigte indirekt starkes Interesse "für die Seychellen", ohne zu wissen, dass es diese Inseln überhaupt gibt? Er war bereit viel Geld für seine Sammelleidenschaft zu zahlen ... In welcher Stadt residierte er?
(Maximale Anzahl von Punkten für diese Frage: 3)

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Antwort: Rudolph II. (* 18. Juli 1552 in Wien; † 20. Januar 1612 in Prag) war von 1576 bis 1612 Kaiser des Heiligen Römischen Reichs. Am spanischen Hof streng katholisch erzogen, wurde er nach dem Tod seines Vaters Maximilian II. Kaiser des Heiligen Römischen Reichs. Anfangs mit einem gewissen gegenreformatorischen Elan beseelt, schlug die konfessionelle Indifferenz seines Vaters auch bei ihm durch: Man sagt, er habe seit ca. 1600 auf jede persönliche Religionsausübung verzichtet. Er verlegte seine Residenz 1583 nach Prag, um sich dem Trubel des Wiener Hoflebens zu entziehen. Von äußerem politischen Glanz ist während seiner Herrschaft wenig zu spüren; seit der Jahrhundertwende wurden seine politischen Aktivitäten immer spärlicher. Rudolf wurde daher immer mit dem Vorwurf der Untätigkeit konfrontiert, zumal er weiterhin keine Anstalten machte, zu heiraten und dadurch seine Nachfolge zu sichern. Es heißt, er habe seit den 1590er Jahren an Schwermut gelitten. Im Bruderzwist wurde von Matthias im Einklang mit den anderen Brüdern die Initiative ergriffen, Rudolf abzulösen: 1608 musste er auf Österreich und Mähren verzichten, 1611 auch auf Böhmen.
Als Herrscher weniger begabt, als Kunstsammler legendär:
Rudolfs Kunstsammlung ist legendär und war die größte ihrer Zeit – der Grundstock der Brueghelsammlung des Kunsthistorischen Museums in Wien etwa stammt von ihm. Auch für die Malerei des Manierismus war seine Sammlertätigkeit wichtig. Sein besonderes Interesse war jedoch die Steinschneidekunst. Diese Sammlung wurde bei der Eroberung Prags 1648 von den Schweden geplündert und ist nun größtenteils in alle Welt verstreut. Seine Hauskrone, die er 1602 anfertigen ließ, wurde 1804 zur Kaiserkrone Österreichs. Tätigkeit als Goldschmied: Rudolf betätigte sich selbst mit größter Leidenschaft als Goldschmied und verbrachte dabei Tage hindurch mit seiner Arbeit. Und gerade damit hängt die Coco de Mer zusammen: Die erste Coco de Mer-Nuß gelangte durch einen gewissen Admiral Hermannson nach Europa, wodurch sie auch hier zu einem der berühmtesten Artikel in Kuriositätenkabinetts wurde. Kaiser Rudolph II. hat für eine solche Nuß 4000 Goldgulden bezahlt – eine unglaubliche Menge an Gold. Der kaiserliche Hofgoldschmied Anton Schweinberger d. J. hat die prächtige Silberfassung besorgt, und noch heute ist die sündteure geschnitzte Nuss im Kunsthistorischen Museum in Wien zu bewundern:
... Die Kunstkammer (früher: Sammlung für Plastik und Kunstgewerbe) verdankt ihre Bedeutung den Kunst- und Wunderkammern der Habsburger, aus denen eine Fülle der verschiedenartigsten Gegenstände erhalten sind: Groß- und Kleinplastiken, Objekte des Kunsthandwerks, komplizierte und teilweise sehr merkwürdige wissenschaftliche Instrumente, etc. Diese Vielfalt von Produkten der Natur ("naturalia") und virtuosen Meisterwerken der Kunst ("artefacta") gibt Zeugnis von den weit gespannten Interessen einzelner Sammlerpersönlichkeiten, vor allem des Kaisers Rudolf II., dessen unermeßliche Schätze vor den Wirren des Dreißigjährigen Krieges zum Teil von Prag nach Wien gerettet werden konnten.

Ein Bild ist im Buch von Guy Lionnet zu sehen: Coco de Mer, The Romance of a palm
http://en.wikipedia.org/wiki/Guy_Lionnet
http://www.amazon.co.uk/Coco-mer-romanc ... B0000EE8DW
http://www.nation.sc/index.php?art=10920


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Die 9. Runde ist nun hinter uns und wir sind bei der Finalrunde angekommen. Wer welche Chancen hat einen der Preise zu gewinnen ist hier zu sehen: http://www.fnz.at/fnz/forum/phpBB2/viewtopic.php?t=2262 . Viel Spaß bei der letzten Spielrunde
Robert & Belli!!!
:)

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Warmschnorchler
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Beitrag von Warmschnorchler » 09 Mär 2008 20:24

zu Frage 8
Belli hat geschrieben:Die Behauptung, "er ist in der Lage, zur Tarnung blitzschnell die Farbe zu wechseln" http://www.diveasia.com/tauchen/reef-guide/fish-4.htm ist nicht zutreffend.
ich meine aber genau das gesehen zu haben, dass ein Trompetenfisch seine Farbe von grau nach gelb gewechselt hat. Ich habe die "Deep Blue"-DVD und meine, dass das in irgendeiner Folge gezeigt wird. Wenn ich mal Zeit habe, schaue ich mir die 10 Folgen der Reihe nach an :D . Auf Anhieb ist es für mich schwer es zu finden.

Warmschnorchler

robhof
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Beitrag von robhof » 09 Mär 2008 20:38

Warmschnorchler hat geschrieben:zu Frage 8
Belli hat geschrieben:Die Behauptung, "er ist in der Lage, zur Tarnung blitzschnell die Farbe zu wechseln" http://www.diveasia.com/tauchen/reef-guide/fish-4.htm ist nicht zutreffend.
...ich meine aber genau das gesehen zu haben, dass ein Trompetenfisch seine Farbe von grau nach gelb gewechselt hat. Ich habe die "Deep Blue"-DVD und meine, dass das in irgendeiner Folge gezeigt wird. Wenn ich mal Zeit habe, schaue ich mir die 10 Folgen der Reihe nach an :D . Auf Anhieb ist es für mich schwer es zu finden.
Warmschnorchler
Mich würde "die Wahrheit" über die Farbvariationen von Trompetenfischen sehr interessieren, bisher konnte ich nirgendwo eine erschöpfende Erklärung finden, warum es überhaupt diese knallgelbe und braune Form gibt, welche biologische Bedeutung es hat und ob es sich um Individuen handelt, die die Farbe rasch wechseln können (etwa wenn sie auf gelben Kaninchenfischen "reiten", dann werden sie gelb ...).

Ich selbst konnte das noch nie beobachten und denke, dass es eher ein langsamer Farbwechsel ist (in verschiedenen Lebensabschnitten???). Doch in der Biologie heißt es "sag niemals nie". So gesehen war es vielleicht verfrüht zu behaupten, dass es nicht zutrifft. Ich muss zugeben, dass ich es nicht genau weiß. Vielleicht weiß jemand im Forum mehr darüber?
Die ... Begeisterung, die wir beim Betrachten der Natur empfinden, ist eine Erinnerung an die Zeit, da wir Tiere, Bäume, Blumen und Erde waren ... Leo N. Tolstoi

Robert, Salzburg
mittelmeer@aon.at
www.mare-mundi.eu www.fnz.at

Sundri
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Beitrag von Sundri » 09 Mär 2008 21:51

Hallo Robert,

in meinem Buch steht: Its colour varies and can be either yellow,blue-grey or reddish brown. Capable of changing colour to blend with background.

"Reef Fishes and Corals; EAST COAST OF SOUTHERN AFRICA; also applicable to Mauritius,Seychelles,Comoros,Madagaskar & East Africa"
von Denis King.
...gekauft in Mauritius...

lG Sundri
Unser Leben ist das, was unsere Gedanken aus ihm machen.

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Rolf
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Beitrag von Rolf » 09 Mär 2008 21:53

Hallo Robert,

eigentlich kommen auf dem Gebiet der Seychellen 4 Schlangenarten vor. Die drei von dir beschriebenen und die Plättchen-Seeschlange (Pelamis platurus), die man mit etwas Glück bei den Felsen am rechten äußeren Ende der Anse Lazio antreffen kann.

Gruß,
Rolf

robhof
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Beitrag von robhof » 09 Mär 2008 22:23

Rolf hat geschrieben:Hallo Robert, eigentlich kommen auf dem Gebiet der Seychellen 4 Schlangenarten vor. Die drei von dir beschriebenen und die Plättchen-Seeschlange (Pelamis platurus), die man mit etwas Glück bei den Felsen am rechten äußeren Ende der Anse Lazio antreffen kann.
Gruß, Rolf
Es gibt nur ganz wenige gesicherte, aktuelle Sichtungen der Plättchen-Seeschlange (angebliche Sichtungen). Ich habe sie zwar im Buch, aber hier habe ich sie nicht angegeben, da sie bei den Seychellen praktisch kaum vorkommt, oder eben nur ausnahmsweise, vereinzelte Exoten. Es wäre spannend zu erfahren, wie viele wirklich gesicherte, dokumentierte Sichtungen es überhaupt gegeben hat. Viele Leute halten manche Muränen für Seeschlangen. So werden auch aus dem Roten Meer immer wieder Sichtungen von Seeschlangen gemeldet, obwohl sie dort gar nicht vorkommen.

Kennst Du jemanden, der schon eine Seeschlange bei den Seychellen gesehen hat?
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Rolf
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Beitrag von Rolf » 10 Mär 2008 00:32

robhof hat geschrieben: Kennst Du jemanden, der schon eine Seeschlange bei den Seychellen gesehen hat?
Ja, ich hatte vor ein paar Jahren das Glück. Es war am Ende eines Tauchganges bei Curieuse mit Bertrand, dem Vorgänger von Philippe bei Bleue Marine. Wir waren gerade beim Sicherheitsstop auf rund 3 Meter, als wir das Tier an der Wasseroberfläche entdeckten. Das war ganz sicher keine Muräne, oder hast du schon einmal eine Muräne frei an der Wasseroberfläche schwimmen sehen? Der Skipper auf dem Boot hatte sie auch gesehen. Sie war schwarz-weiß gestreift und ca. 80 cm lang.

Bertrand erzählte uns damals, dass er eine solche Schlange schon mehrmals vom Boot aus gesichtet hat und zwar jedesmal an der nord-östlichen Spitze Praslins, am Eingang zur Anse Lazio.

Grüße,
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Beitrag von robhof » 10 Mär 2008 08:08

http://animaldiversity.ummz.umich.edu/s ... turus.html

Bild

"Sie war schwarz-weiß gestreift und ca. 80 cm lang ..." Pelamis platurus ist mit dem gelben Bauch und den Flecken und Streifen am Schwanz unverwechselbar, auch mit allen anderen Seeschlangenarten kann sie nicht verwechselt werden.

Vereinzelt wurden und werden einzelne Plättchenseeschlangen bei den Seychellen gesichtet, so ist eine solche möglich, aber selten.

Nicht nur Muränen kommen für Verwechslungen in Frage, sondern auch die verschiedenen Familien der Aaalartigen (Anguilliformes), davon gibt es eine ganze Reihe, z. B. Schlangenaale.

Bild
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Beitrag von Rolf » 10 Mär 2008 08:25

Hallo Robert,

ich selbst habe die 'Schlange' nur von unten gegen das Licht gesehen und kann sie daher nicht näher beschreiben, aber der Skipper sagte, sie wäre schwarz-weiss gestreift gewesen. Natürlich können wir uns täuschen und es war doch keine Schlange, aber wenn ich richtig liege, dann schwimmen weder Muränen noch Aale an der Wasseroberfläche herum, oder?

Jedenfalls werde ich bei der nächsten Reise auf Schlangen(foto)jagd bei der Anse Lazio gehen.

Grüße,
Rolf

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Beitrag von robhof » 10 Mär 2008 08:40

Die meisten Anguilliformes schwimmen tatsächlich nicht an der Oberfläche, aber es gibt immer irgendwelche Ausnahmen. Wir haben bereits einmal erwähnt, dass es bei den Seychellen z.B. auch Aale gibt (Anguilla bicolor), Verwandte der Europäischen Flussaale. Die schwimmen in die Flüsse und könnten auch im Meer angetroffen werden ... aber das ist nur ein Beispiel. Der Platz würde ja gut passen, bei Anse Lazio mündet ja ein Fluss ins Meer ...
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Beitrag von Sundri » 10 Mär 2008 14:45

Hallo Rolf,

du hast auch beide Stylodonta-Arten gefunden,stimmt's? Auf deinem Foto ist die studeriana. Robert hat die unidentata,Unterart praslina im Vallée de Mai fotografiert, da bin ich mir sicher. Ich dachte zuerst, er wolle, den Schwierigkeitsgrad dadurch erhöhen. Als er auf deine Frage, ob das die selbe ist, mit "ja" geantwortet hat, war mir klar,dass er sich täuscht. Ich habe mit so etwas gerechnet, aber bewußt falsch antworten konnte ich nicht. Ich bleibe korrekt-beide kommen auf Praslin vor, studeriana nur dort...aber eben die mit weißem Rand und gelblicher braun.
Unten rechts: studeriana; links in der Mitte: unidentata.

Bild

Gruß Sundri
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Beitrag von Rolf » 10 Mär 2008 16:31

Sundri hat geschrieben:Hallo Rolf,

du hast auch beide Stylodonta-Arten gefunden,stimmt's?
Nein, denn nachdem Robert geantwortet hatte, dass es sich bei der Schnecke auf meinem Foto um die Gesuchte handelt, habe ich mich natürlich nicht weiter mit dieser Frage beschäftigt.

Gruß,
Rolf

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Beitrag von Warmschnorchler » 10 Mär 2008 16:39

ich hatte die zwei Arten gefunden. Auch im Internet das Bild, das Rolf gepostet hat. Dort wird die Schnecke als studeriana bezeichnet.


Bild
Stylodonta studeriana, Foto: Fritz Wüthrich


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Guy
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Beitrag von Guy » 10 Mär 2008 16:55

You can make it even more complicated.
In 2003 Stylodonta unidentata was split into 6 subspecies:

Stylodonta unidentata unidentata (North Mahe)
Stylodonta unidentata sebertae (West Mahe)
Stylodonta unidentata pyramidata (South Mahe)
Stylodonta unidentata globata (Silhouette)
Stylodonta unidentata praslina (Praslin) and
Stylodonta unidentata parva (La Digue)

Wow
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Beitrag von robhof » 10 Mär 2008 18:06

Guy hat geschrieben:You can make it even more complicated.
In 2003 Stylodonta unidentata was split into 6 subspecies:
:lol: :bounce: Hurra, neue Unterarten ...! Da soll sich noch einer auskennen!
Danke Guy!
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