Auflösung der 6. Spielrunde

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robhof
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Auflösung der 6. Spielrunde

Beitrag von robhof » 17 Feb 2008 20:07

Belli hat geschrieben:BildBildBildBild Bild SPS - Auflösung der 6. Spielrunde BildBildBildBildBild

BildSeychellen-Paradies-SpielBild

Das sind die richtigen Antworten der 6. Spielrunde. Diesmal werden maximal 29 Punkte vergeben.
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Flora
1. Noch so jung und schon so stachelig ... Wie heißt diese Pflanze mit dem Populärnamen, auf Kreolisch und wissenschaftlich? Die Frage ist nur scheinbar schwer, eigentlich ist sie leicht, denn eine solche xxxxx mit xxxxxx xxxxxxxx gibt es auf den Seychellen kein zweites Mal ...; auch die Eltern sind sehr berühmt ... Speziell für jene, die schon aufmerksam durch das Maital gewandert sind ..., und gelesen haben was dort so geboten wird ..., müsste die Frage leicht zu beantworten sein.
(Maximale Anzahl von Punkten für diese Frage: 2)

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Antwort: Stamm der bis zu 35 Meter hohen Deckenia nobilis, Palmis (Creol), Palmiste (F), Cabbage Palm (E) oder Milionärssalat-Palme mit gelben Stacheln, Vallée de Mai, Praslin. Auf den Seychellen gibt es 6 endemische Palmenarten und sie alle gehören verschiedenen Gattungen an. Die "erwachsene Palme" ist natürlich leicht zu erkennen, aufgrund ihrer gefiederten Blätter, aufgrund des oberen, glatten Stammbereichs, dessen Mark als "Milionärssalat" gegessen wird und aufgrund der großen, stacheligen Blütenstand-Taschen bzw. später der hängenden Blütenstände.

Zwei Palmenarten fallen durch gespaltene bzw. gefiederte Blätter auf, die an jene der Kokospalmen erinnern. Die eine ist unsere „Palmis“ oder „Millionärssalat“. Weshalb die Spezialität diesen Namen erhielt, ist klar: Zur Gewinnung des „Rohstoffes“ muß die ganze Palme gefällt werden, was letztendlich jedoch nur für 10 Portionen des Salats reicht. Unterhalb des Blattwerks und oberhalb der stacheligen „Taschen“, die die jungen Blütenstängel umschließen, befindet sich ein weicher, heller Sprossteil, dessen Inneres als besondere Delikatesse gilt. Um an einige Portionen des „Millionärssalats“ heranzkommen, muss die ganze Palme geopfert werden - bei einer bedrohten, endemischen Pflanzenart mehr als Luxus. Vermutlich gäbe es diese Palme gar nicht mehr, wenn die Regierung ihr Fällen nicht verboten hätte. Es gibt nur noch wenig illegales Fällen der Palme, in den Hotels wird zwar der "palmiste sald" noch angeboten, aber der wird aus Kokosnüssen gemacht ... Die Stacheln der jungen, tief gefiederten Palmis-Blätter sind gelb, ein sicheres Erkennungsmerkmal im Vergleich zu den schwarzen Stacheln der anderen drei Latannyen-Arten.
Die letzte der Latannyen ist die Tausendfüßer-Palme oder „latannyen milpat“ (Nephrosperma vanhoutteanum).
Der kuriose Name leitet sich von den dünnen, fein gespaltenen Blättern ab, die beim leisesten Windhauch wie die Beine eines Tausendfüßers zappeln.


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Guide to Endemic Palms and Screw Pines of the Seychelles Granitic Islands. Denis Matatiken and Didier Dogley, 45 pages, colour photos.
Plant Conservation Action Group.
http://www.nhbs.com/guide_to_endemic_pa ... tab_tag=<a

2. Was ist das und mit welcher verwandten Art aus Europa hat es eine starke Ähnlichkeit? (regelmäßig in feuchten Wäldern zu finden, z. B, auf Mahé und Silhouette, aber wahrscheinlich auch auf anderen Inseln ...)
(Maximale Anzahl von Punkten für diese Frage: 2)

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Antwort: Es ist eine Art "Stinkmorchel", die in den Wäldern der Seychellen, speziell auf Mahé und Silhouette, regelmäßig zu finden ist. Die Art kann ich nicht angeben, da mir die Spezialliteratur fehlt und ich kein Buch finden konnte, wo die Art beschrieben wäre. Die Verwandtschaft: Ständerpilze (Basidiomycetes), Hutpilze (Agaricomycetidae), Rutenpilze (Phallales), Familie: Rutenpilzartige (Phallaceae), Gattung: Stinkmorcheln (Phallus). Die bei uns bekannte Art heißt Stinkmorchel, Phallus impudicus. Obwohl diese Pilze den Namen „Morchel“ tragen, und auch die Gestalt einer solchen haben, gehören sie nicht zur gleichen Gruppe ("Klasse"), so wie Pfeilhechte nichts mit Hechten zu tun haben ...

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Phallus impudicus, der "unverschämte" oder „unzüchtige" Phallus, gehört bei uns zu den ganz wenigen Pilzen, deren Sporen nicht durch den Wind, sondern durch Insekten verbreitet werden. Aus dem Grund entwickelt der Pilz die klebrigen, stinkenden Sekrete, die nach Aas riechen, um Insekten, speziell Fliegen anzulocken.

Unterwasserwelt
3. Welche in den Gewässern rund um die Seychellen häufige Schildkrötenart ist auf diesem Bild zu erkennen und durch welches Merkmal kann man sie - selbst auf diese Entfernung - leicht erkennen?
(Maximale Anzahl von Punkten für diese Frage: 2)

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Antwort: Schon bei den französischen Kolonisten war die neubesiedelte Inselwelt als Paradies der Meereskokosnuss, der Riesenlandschildkröten, der schönen Frauen und der Meeresschildkröten berühmt ... Das Bild zeigt sicher eine Echte Karettschildkröte (Eretmochelys imbricata), Hawksbill Turtle (E), Kare (Creol). Bis 95 cm Panzerlänge und damit etwas kleiner als die ebenfalls auf den Seychellen vorkommende Suppenschildkröte (Chelonia mydas). Achtung beim wissenschaftlichen Namen, das ist nämlich etwas irreführend: Die Echte Karettschildkröte heißt Eretmochelys imbricata, die Unechte Karettschildkröte Caretta caretta.
Die Echte Karettschildkröte ist die häufigste Art in den Gewässern der Seychellen, insgesamt gilt sie aber als "critically endangered (IUCN Red List). Das Fleisch kann giftig sein, darum wird sie nur selten gegessen. Frisst Schwämme, andere Wirbellose und Algen und kann über die Nahrung Giftstoffe aufnehmen und speichern. Selbst auf Mahé gehen Echte Karettschildkröten an Land. Die meisten Schildkröten kommen in der Zeit des Nordwestmonsuns zur Eiablage, zwischen Mitte Oktober und Mitte Januar.
Zu erkennen ist die Echte Karettschildkröte daran, dass der Oberkiefer deutlich den Unterkiefer überragt (wie ein Papageienschnabel), bei den Suppenschildkröten sieht das Maul anders aus. Die Platten des Rückenpanzers überlappen die dahinter liegenden dachschindelartig. Am Rand sind die Randschilder besonders bei jungen Exemplaren, wie auf dem Bild, deutlich gezackt, der Rand sieht also nicht glatt wie bei den Suppenschildkröten aus, sondern wie eine Säge. Später können jedoch diese Spitzen abgeschliffen sein und sind nicht mehr so markant, außerdem sind die Panzer oft von Algen und anderen Aufwunschorganismen bewachsen.

Carapaxlänge: bis 90 (Durchschnitt 80) cm; Gewicht: bis 120 (Durchschnitt 40–60) kg. Wegen des begehrten Schildpatts höchster Qualität und des entsprechenden Raubbaus weltweit vom Aussterben bedroht.
* Ernährung: überwiegend carnivor, benthische Wirbellose (bis 100 m Tiefe), Korallen, Tunikaten, Crustaceen, Mollusken, eine Besonderheit ist die Vorliebe für Schwämme, Algen.
* Fortpflanzung: im MM soweit bekannt keine Nistplätze; diese liegen hauptsächlich im Golf von Mexiko und in der Karibik, auf den Seychellen, Malediven, Sri Lanka und weiteren Inseln des Indischen Ozeans, in Malaysien, den Torres Strait Islands und den Salomon Inseln. Mehrmalige Eiablage im Frühjahr und Sommer alle 2–3 Jahre, 70 bis > 200 Eier mit 3,0–4,5 cm Durchmesser. Die Außentemperatur wirkt sich auf die Geschlechtsdetermination aus (bei > 29 °C schlüpfen überwiegend Weibchen).
* Verbreitung: kosmopolitisch, überwiegend tropisch (Reproduktion nur zwischen 25 °N und 35 °S), längere Migrationen nur in manchen Populationen nachgewiesen, im MM sehr selten, vor allem Ägäis, östliches und südliches MM.
* Lebensraum: relativ seichte, sehr warme küstennahe Gewässer, Felsenriffe, auch in Buchten, Ästuaren und Lagunen.

Meeresschildkröten (Familie Cheloniidae) gehören zwar zu den sogenannten Halsbergern (Cryptodira), einer "Unterordnung" der Schildkröten, die ihren Kopf geradlienig unter den Panzer zurückziehen können; diese namengebende Fähigkeit haben die Meereschildkröten jedoch verloren: Weder der Kopf noch die paddelartigen Extremitäten, von denen die vorderen dem Antrieb und die hinteren als Steuerruder dienen, lassen sich unter dem Panzer verstecken. Die bei den Seychellen vorkommenden Meeresschildkröten sind echte „Weltbürger“, in allen warmen und gemäßigten Meeren und Ozeanen zu finden. Sie leben ausschließlich im Meer, und nur die Reproduktion zeugt noch von ihren terrestrischen Reptilienvorfahren: Die Weibchen müssen zur Eiablage an Land gehen. Viele Sandstrände der Seychellen gehören zu den bedeutendsten Eiablagestränden für Meeresschildkröten im Indischen Ozean. Anders als die Echte Karette wurde die Suppenschildkröte - ihr Name deutet es schon an - vor allem als Delikatesse gejagt und so an den Rand der Ausrottung gebracht. Sie ist die einzige unter den Meeresschildkröten, die sich fast ausschließlich von Pflanzen, Algen und Seegräsern, ernährt. „Tortue de Mer“ ist ihr französischer Name, in der kreolischen Variante „Torti d’Mer“ ausgesprochen oder einfach „torti“ genannt. Das englische „green turtle“ geht auf die grünliche Färbung des Panzers zurück. Ihr Fleisch gilt als sehr schmackhaft, und aus der Knorpelsubstanz wird die vermeintliche Delikatesse Schildkrötensuppe hergestellt. Auch ihre Eier sind begehrt. Mehrere Organisationen bemühen sich um die Erhaltung dieser Art und betreiben die künstliche Aufzucht von Jungschildkröten, die dann zu Tausenden an sicheren Stellen ins Meer gelassen werden. Auf den Granitinseln sind die Suppenschildkröten mit ihrem olivgrünen Rückenpanzer nur noch vereinzelt zu sehen, auf Aldabra hingegen besteht Hoffnung, die Art retten zu können. Mehrere tausend Exemplare legen hier jährlich ihre Eier ab. Die Unechte Karette mit glatten, nicht geschindelten Rückenschildern ist vor allem bedroht, weil ihre Eier als Delikatesse gesammelt werden.
Ein Besuch auf Curieuse offenbart die Ausmaße des einstigen Handels mit Meeresschildkröten. Durch eine mächtige, früher begehbare Steinmauer wurde vor bald 90 Jahren eine ganze von Mangroven umgebene Bucht abgetrennt und in dem so entstandenen Becken gefangene Schildkröten gehalten (die Mauer war bereits längere Zeit geschädigt und hat durch den Tsunami den Todesstoß erhalten ...). Von diesem heute zum Glück nicht mehr benutzten „Turtle Pond“ aus wurde dann die lebende Ware auf Schiffe verladen.
Eine besonders gute Adresse, um zutraulichen Meeresschildkröten unter Wasser zu begegnen, ist das unweit gelegene und ebenfalls zum Curieuse Marine National Park zählende Inselchen St. Pierre. Kaum steckt der Schnorchler seinen Kopf ins Wasser, wird er schon von neugierigen Meeresschildkröten beäugt, die offenbar an freßbare Mitbringsel der Besucher gewöhnt sind. Die wunderschönen Strände von Curieuse locken auch heute noch bis zu 50 Echte Karettschildkröten zur Eiablage an.



4. Wie heißen diese vor allem in Mangroven (stellenweise häufig, z. B. in den Mangroven zwischen Port Glaud und Port Launay) vorkommenden Frösche (trivial und wissenschaftlich + Familie)?
(Maximale Anzahl von Punkten für diese Frage: 3)

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Antwort: Es sind freilich keine Frösche, sondern Fische. Schlammspringer (auf Kreolisch Kabo Soter), Periophthalmus, die speziell in Mangrovensümpfen vorkommen, gehören zu den Grundeln (Gobiidae) und werden wegen ihrer Lebensweise als „amphibische“ Fische bezeichnet. Auf den Seychellen sind zwei Arten bekannt, Periophthalmus argentilineatus und Periophthalmus kalolo.
Sie führen den Lurchen ähnlich (soweit war also die "Irreführung" Frosch nicht ganz falsch ..., auch die enormen, hoch stehenden Glotzaugen sind froschähnlich ...) ein Leben zwischen Wasser und Land, und ihre Lebensstrategie könnte man lapidar mit einem „Raus aus dem Wasser“ umschreiben. „Ein Fisch gehört ins Wasser“, so denken die meisten Menschen, und natürlich haben sie recht, denn Fische können auf dem Trockenen nicht lange überleben: Ihre Kiemenatmung funktioniert außerhalb des Wassers nicht oder jedenfalls nicht effektiv genug. Und doch gibt es eine ganze Reihe von Fischen, die sich außerhalb des Wassers wohlfühlen. Seit die ersten Wirbeltiere zwischen Fisch und Lurch im Devon vor etwa 360 Millionen Jahren das Wasser verlassen haben, ist es bei Fischen wiederholt und unabhängig voneinander zur Evolution dieser Strategie gekommen. Unter den rezenten (heute lebenden) Fischen gibt es sie in mindestens 16 Familien.
Schlammspringer gehören zu den ausgeprägtesten Spezialisten unter den Fischen. Der Körper solcher amphibischer Fische ist einer wesentlich stärkeren mechanischen Beanspruchung ausgesetzt, als dies bei Fischen in ihrem eigentlichen Element der Fall ist. Um dem entgegenzuwirken, ist die Haut der Schlammspringer mit einer Art „Hornschicht“ geschützt, die besondere flüssigkeitsgefüllte Zellen enthält. Neben den Kiemen atmen Schlammspringer zusätzlich durch die Haut und die stark durchblutete Mundhöhle, hier besonders über spezielle Aussackungen der Mund- und Kiemenhöhle. Sehr markant ist die steile Stirn der Schlammspringer mit den großen Glotzaugen, die froschartig hervortreten. So sind die Schlammspringer in der Lage, über Wasser scharf zu sehen - für Fische keine Selbstverständlichkeit - und auch sehr nahe Objekte gebührend ins Auge zu fassen. Schlammspringer sind an allen tropischen Küsten der Alten Welt zu finden, in der Neuen Welt, in Amerika fehlen sie hingegen. Die Brustflossen der Schlammspringer sind armartig verlängert und dienen praktisch als Vorderbeine, mit denen sich die Fische auf dem Trockenen sehr geschickt fortbewegen können. Wie alle Grundeln haben die Schlammspringer eine aus den Bauchflossen entstandene Saugscheibe, die sie in ihrer besonderen Lebens- und Fortbewegungsweise unterstützt.
Amphibische Fische verlassen kriechend oder hüpfend das Wasser und verbringen mehr oder weniger lange Perioden auf dem Trockenen. Sie suchen den Luftlebensraum aktiv und gewollt auf und nicht etwa durch das Trockenfallen von Fluttümpeln. Zwei Fischfamilien sind in der amphibischen Lebensweise absolut dominierend und von den anderen Fischfamilien in der Anzahl der amphibischen Arten nicht zu schlagen: die Grundeln (Gobiidae) und die Schleimfische (Blenniidae). Unter den Grundeln sind mindestens 9 Arten von Schlammspringern (Gattung Periophthalmus) sowie die Glotzaugen (Boleophthalmus) bekannte amphibische Fische ...



Inselkunde / Geographie
5. Wo ist das und was genau ist auf dem Bild zu sehen? Als richtige Antwort gelten drei Namen, ein Berg und zwei Inseln. Wer die dritte Insel rechts im Bild bennenen kann, kriegt einen Bonuspunkt ...
(Maximale Anzahl von Punkten für diese Frage: 3 bis 4)

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Antwort: Es ist Morne Blanc im Jahr 1999, damals hat es noch keine Aussichtsplattform gegeben. Zu sehen sind (von links nach rechts): Ile Thérèse, die südliche Abgrenzung (Halbinsel) des Port Launay Marine National Park, dann die Insel Conception, dann die Bucht des Marine Parks, dann die Halbinsel Cap Matoopa, von dem weiter rechts der Baie Ternay Marine National Park liegt.


Flora
6. Was ist es? In der Geschichte der Seefahrt und des Kolonialismus spielte es eine besonders wichtige Rolle ... Auch auf den Seychellen zu kriegen ...
(Maximale Anzahl von Punkten für diese Frage: 2)

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Antwort: Es ist eine Muskatnuss. Der Muskatnussbaum (Myristica fragrans) ist eine Art aus der Familie der Muskatnussgewächse (Myristicaceae) und gehört zu den Bedecktsamigen Pflanzen (Magnoliophyta). Ursprünglich auf den Banda-Inseln und den nördlichen Molukken beheimatet, werden die Pflanzen heute auch in Südamerika, Asien und Afrika kultiviert. Die erste gesicherte Überlieferung aus Europa stammt von dem byzantinischen Arzt Simon Seth, der im 10. Jahrhundert über die Muskatnuss schrieb, „dass sie dem Magen, der Leber und dem Herzen nütze“, aber auch bereits vor derem übermäßigen Verzehr warnte, „weil sie dann den Eingeweiden schade“.
Die Muskatnuss wurde im 16. Jahrhundert als das Gold Ostindiens bezeichnet. Briten, Spanier, Portugiesen und Niederländer bekriegten sich wegen der Frucht des Muskatnussbaumes. In Folge der blutigen Auseinandersetzungen um die Muskatnuss wurde ein geschichtsträchtiger Tausch getätigt. Am 18. April 1667 tauschten die Briten die kleine Insel Run im Ostindischen Archipel gegen eine viel größere Insel an der amerikanischen Ostküste ein, die bis dahin in niederländischer Hand war. 1667 hatte diese Insel weniger als 1.000 Einwohner, eine kleine Handelsstadt namens Manhattan. Heute findet man die Insel Run, wie auch die anderen Banda-Inseln, kaum noch auf einer Karte. Auf Kupferstichen des 17. Jahrhunderts wurde der Name der Insel in unverhältnismäßig großen Buchstaben dargestellt.
Die Insel Run ist nur etwa 3.000 Meter lang und 750 Meter breit. Sie galt als Ort sagenhafter Reichtümer, da sie mit Muskatnussbäumen bewachsen war. Zur Zeit der niederländischen Vormachtstellung wurden auf vielen anderen Inseln die Muskatnussbäume abgeholzt. Die Niederländische Ostindien-Kompanie wollte damit eine Monopolstellung im Handel aufbauen, was ihnen zeitweise auch gelang. Als der Muskatnuss in England während der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zugeschrieben wurde, die einzig wirksame Medizin gegen die Pest zu sein, waren die Preise nicht mehr aufzuhalten.
Mitte des 16. Jahrhunderts verkauften die einheimischen Händler auf den Banda-Inseln zehn Pfund Muskatnuss für weniger als einen englischen Penny. In England wurde Muskatnuss für mehr als zwei englische Pfund und zehn Schilling verkauft, also eine Gewinnspanne von 60.000 Prozent.



Unterwasserwelt
7. Was ist das und wie nennt man diese beneidenswerte Form eines xxxxxxxx?
(Maximale Anzahl von Punkten für diese Frage: 2)

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Antwort: "Und der Haifisch, der hat Zähne", heißt es in Brechts Dreigroschenoper. Und was für welche! Es ist ein so genanntes Revolvergebiss der Haie.
Das Revolvergebiss ist die Bezeichnung für das bei Haien typische mehrreihige Gebiss. Bei Haien wachsen die wurzellosen Zähne auf der Innenseite des Maules ständig nach, so dass für jeden Zahn mehrerer Ersatzzähne verschiedener Entwicklungsstadien nachrücken. Die Zähne in den vordersten Reihen stehen senkrecht zum Kiefer, die hinteren liegen zunächst am Gaumen an und richten sich im Laufe ihrer Entwicklung allmählich auf. Bricht einer der Zähne aus, was aufgrund hoher Belastungen häufig vorkommt, so rückt der nächste Zahn nach. Auf diese Weise steht den Haien immer ein vollständiges Gebiss zur Verfügung.

Wieso haben Haie fast nie Probleme mit den Zähnen?
Gruselfilme zeigen das Gebiss dieser eigentlich bedrohten Tierart immer wieder als mörderische Waffe. Rasiermesserscharf sind die Haizähne und reißen sekundenschnell ein Opfer in Stücke. Wenn bei einer Beißattacke Zähne verloren gehen – macht nichts, sie wachsen immer wieder nach. Haifische haben ein sogenanntes "Revolvergebiss". Mehrere Zahnreihen liegen hintereinander. Die vordersten stehen aufrecht, am Gaumen liegen junge Zähne und richten sich nach und nach auf. Das genetische Programm des Hais sorgt jederzeit für Ersatz – aus Stammzellen im Kiefer.
Mit solchen Stammzellen gelang der US-Biologin Pamela Yelick 2002 ein Durchbruch. Seither hat sie kaum noch Zeit für ihre wahre Leidenschaft, die Zebrafischchen. Pamela Yelicks Zebrafische haben genau wie die Haie uns Säugern eines voraus: Sie produzieren zeitlebens neue Zähne. Die Antwort auf die Frage, welche genetischen Programme die Stammzellen der Zebrafischenchen steuern, ist der Schlüssel zur Zahnzüchtung. Wenn es gelänge, das Verfahren auf den Menschen zu übertragen, könnten Patienten Gebiss oder künstliche Implantate wegwerfen.
Yelick glückte es am Forsythe Institut in Boston, Schweinezähne in Laborratten zu züchten. Aber es wird wohl noch einige Jahre dauern, bis die ersten menschlichen Zähne gezüchtet werden können - falls es überhaupt gelingt.



Inselkunde / Geographie
8. Wo ist das? Was ist hier heute anders? Wer das Jahr (ca.) angeben kann, in dem das Foto nicht mehr hätte geschossen werden können, erhält einen Bonuspunkt.
(Maximale Anzahl von Punkten für diese Frage: 2 bis 3)

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Antwort: Eine Aufnahme aus dem Jahr 1999: La Digue und Anse Source d'Argent. Die Palme ist im folgenden Jahr leider eingegangen, das war die "klassischste" Palme des Strandes ... Ich verbringe in den letzten Jahren kaum noch Zeit an diesem berühmtesten aller Seychellenstrände.


9. Wo steht der Fotograf, wie heißt die Insel im Hintergrund und wie jene ganz rechts hinten am Horizont? Die Frage ist nur scheinbar schwer, denn der Standort des Fotografen ist eine (kleine) Insel (hihi) :lol: .
(Maximale Anzahl von Punkten für diese Frage: 3)

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Antwort: Der Fotograf steht auf Cousin, blickt nach Cousine und rechts hinten im Bild sieht er noch die Nordspitze von Mahé.


Fauna
10. Was ist das? Es war eine der größten zoologischen Sensationen des Jahres 2004, besonders interessant, denn die Verwandtschaft ist eher marin, doch der da ist mehr ein Süßwasserbewohner ... Damit gibt es bereits zwei solche Exoten, speziell das Vorkommen des anderen ist eher verblüffend (wenn man an seine Familie denkt) ... Wie heißt dieser und wie der andere?
(Maximale Anzahl von Punkten für diese Frage: 4)

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Antwort: Es geht um das Thema endemische Süßwasserfische der Seychellen. Immerhin eine bemerkenswerte Sache, wenn man an die lange Isolation der Inseln denkt ... Davon gibt es zur Zeit zwei bekannte bzw. beschriebene Arten:
• Pachypanchax playfairii, Seychelles Killifish, Golden Panchax (E), Gourzon (Creol), Aplocheilidae (Killifische), Cyprinodontiformes - Zahnkärpflinge. Der Fisch kommt von den Mangrovensümpfen auf Meeresniveau bis zu hoch gelegenen Bächen auf den Bergen von Mahé, Silhouette und Praslin vor. http://www.fishbase.org/Summary/species ... playfairii
• Parioglossus multiradiatus, (das ist der abgebildete Fisch) recently discovered in 2004. Ptereleotridae, Pfeilgrundeln, Torpedogrundeln, Perciformes http://www.fishbase.org/Summary/species ... tiradiatus

Während Torpedogrundeln primär marin sind und die Art vom Meer aus brackische Gewässer und das Süßwasser erobern konnte, sind Zahnkärpflinge bzw. Killifische als Gruppe in aller Regel primär Süßwasserfische. Ein einzelner Zahnkärpfling auf den Seychellen ist somit doch eine große Besonderheit.
Alle Infos über Pachypanchax playfairii: http://dkg.killi.org/downloads/steckbri ... fairii.pdf
Übrigens: Es gibt auch andere Fische im Süßwasser, die wurden aber eingeschleppt, so Tilapien (die Gattung Tilapia zählt zur Familie der Buntbarsche, Cichlidae, und lebt in Afrika und im Jordan. Vertreter der Gattung werden auch als "Petrus-Fische" bezeichnet. Derzeit werden 40 Arten wissenschaftlich unterschieden) und Guppys (Poecilia reticulata, Synonyme: Lebistes reticulata, Lebistes reticulatus) ist einer der beliebtesten Süßwasser-Aquarienfische. Dies liegt wohl in erster Linie an seiner Vermehrungsfreudigkeit: die lebend gebärenden Guppys vermehren sich im Aquarium fast automatisch).
Es gibt jedoch einen weiteren überraschenden Gast im Süßwasser, der etwa auf Mahé, Silhouette, Praslin, La Digue, Curieuse und Aldabra natürlich vorkommen kann und den kaum jemand erwarten würde: den Aal (Anguilla bicolor) http://www.fishbase.org/Summary/Species ... hp?id=1274 . Sie leben im Süßwasser, zum Laichen ziehen sie aber ins Meer, bei dieser Art weiß niemand wohin.


Inselkunde / Geographie
11. Wie heißt dieser Strand und wo liegt er? Welche unscheinbare bis (fast) unsichtbare, aber umso unangenehmere Gefahr könnte hier lauern (nicht die Wellen, die können manchmal auch gefährlich sein …).
(Maximale Anzahl von Punkten für diese Frage: 2)

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Antwort: Es ist Grand Anse an der Westküste Mahés. Die Gefahr, die dort lauern kann (neben der Strömung und Brandung) sind Sandmücken bzw. Sandfliegen. Ich kann nicht sagen, in welchen Monaten die Gefahr besonders groß ist (mir ist es im Oktober passiert ...), aber ich lege mich hier garantiert nicht mehr ungeschützt in den Sand ... Im Seychellenforum gibt es zahlreiche Informationen dazu, z. B. http://www.seychellen-infos.de/seyforum ... andfl%F6he


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Die sechste Runde ist geschafft und nun wird es langsam ernst. Einige Kandidaten sind richtig gut und haben gute Chancen einen der Preise zu gewinnen ( http://www.fnz.at/fnz/forum/phpBB2/viewtopic.php?t=2262 ). Doch es ist noch zu früh um jetzt schon zu feiern ... In den letzten drei Runden kann sich noch einiges ändern. Viel Spaß und viele Punkte für die letzten drei Spielrunden ... wünschen Euch Robert & Belli!!! :)
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Beitrag von Rolf » 17 Feb 2008 20:27

Hallo Robert,

der Pilz von Frage zwei wird heute nicht mehr zur Gattung 'Phallus' gerechnet sondern bildet jetzt die eigene Gattung 'Dictyophora. Der Name des Pilzes lautet Schleierdame. Sieh mal hier:
http://www.anbg.gov.au/fungi/images-cap ... -0073.html
oder hier
http://www.cortland.edu/nsf/loddict.HTML

Gruß,
Rolf

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Beitrag von leela » 17 Feb 2008 20:33

Jawohl, das hab ich auch :D

"Maiden's Veil oder Veiled Stinkhorn genannt (Dictyophora phalloidea)"

Das gibt doch sicher Bonuspunkte, oder ???

:wink: :D :D

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Beitrag von Warmschnorchler » 17 Feb 2008 21:16

@ Robert

hast du uns diese Frage gestellt, damit du endlich die richtige Antwort bekommst, was das für ein Pilz ist? :lol:

"Eine Art Stinkmorchel" gilt überhaupt nicht, als Antwort auf diese Frage, weil sie, wie Rolf schon geschrieben hat, aufgrund des Schleiers zur Gattung Dictyophora gehören.
The presence of the skirt separates Dictyophora from Phallus.
Quelle: http://www.uoguelph.ca/~gbarron/GASTEROS/dictyoph.htm

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Beitrag von robhof » 17 Feb 2008 21:44

Warmschnorchler hat geschrieben:@ Robert ... hast du uns diese Frage gestellt, damit du endlich die richtige Antwort bekommst, was das für ein Pilz ist? :lol:
... genauso ist es :lol: , danke!!!

Ich habe den Namen dieser Art tatsächlich nicht gefunden ..., darum: Danke an die Spielteilnehmer! :) Ihr seid echt Profis beim googeln ...

Mit "Fungi of the Seychelles" konnte ich die Art nicht finden ...

Ich denke, da sind einige Bonuspunkte zu vergeben. Die Direktive an Belli lautet: 2 Bonuspunkte an alle, die auch den Artnamen angegeben haben. Dazu müssen wir aber vorher ganz sicher sein, dass Eure Bestimmung richtig war ... :roll:
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Beitrag von Warmschnorchler » 17 Feb 2008 21:52

hier ist auch noch eine schöne Pilz-Seite mit Bildern http://www.vapko.ch/de/questions/VAPKOX ... iefe39.php

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Nichts für schwache Nerven: Sandflöhe

Beitrag von robhof » 17 Feb 2008 22:08

Nichts für schwache Nerven: Sandflöhe (um die ging es zwar in der Frage nicht, aber es soll sie auf den Seychellen auch geben ... ich dachte in der Frage an die Sandfliegen ...)

http://www.stanford.edu/class/humbio103 ... ology.html

Der Sandfloh (Tunga penetrans) lebt auf sandigen Böden. Sie ernähren sich parasitisch von Blut verschiedener Säugetiere, also auch des Menschen. Das Weibchen bohrt sich in die Haut des Wirtes (vorwiegend unter den Zehennägeln) ein und wächst innerhalb von 8-10 Tagen zu einer Kugel von meist 2-3 mm Durchmesser an, wobei ein Teil des Abdomens mit dem Ovidukt und den Stigmen über die Hautebene hinausragt. Die Begattung erfolgt erst hier über Männchen, die sich über das Hautniveau bewegen. Das Weibchen legt einige tausend Eier ab, die auf den Boden fallen und sich hier in ca. 3 Wochen über Larven (nach ca. 3-4 Tage) zu Puppen und adulten Flöhen weiterentwickeln. Durch den Stich werden 5 bis 10 Millimeter große, weiße Flecken verursacht, in deren Mitte der dunkle Floh erkennbar ist. Nach ein bis zwei Wochen ist es vollgefressen und kann dabei die Größe einer Linse erreichen. Das Weibchen stirbt noch im Körper des Wirtes steckend.
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Sundri
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Beitrag von Sundri » 21 Feb 2008 12:53

...noch was zum Stinkhorn:

20-MINUTE-PLANT-The Stinkhorn fungus of tropical Brazil is one of the fastest-growing organisms the world. When the fungus is ready to begin growing, chemical changes in its cells permit them to absorb water rapidly.
It pushes out of the ground at the rate of an inch every 5 minutes, and grows to full size in 20 minutes. This growth is so far that a cracking sound can be heard as the water swells and stretches its tissues.
As soon as full size is achieved, it begins decomposing at the top. Flies are attracted and, crawling over the surface, collect spores on their feet which they carry elsewhere.
Bild
Unser Leben ist das, was unsere Gedanken aus ihm machen.

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