Auflösung der 5. Spielrunde

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robhof
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Auflösung der 5. Spielrunde

Beitrag von robhof » 10 Feb 2008 20:12

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BildSeychellen-Paradies-SpielBild

Das sind die richtigen Antworten der 5. Spielrunde. Diesmal werden maximal 37 Punkte vergeben.
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Flora
1. Was ist das? Name und kurze Erklärung. Fast jeder aufmerksame Seychellenbesucher hat es schon gesehen ..., aber vielleicht haben es nur wenige beachtet. Meinst Du, dass es unscheinbar und unaufällig ist, nichts Besonders ...? Stimmt nicht, vielmehr ist es sehr spannend, ein Wunder der Natur ...
(Maximale Anzahl von Punkten für diese Frage: 2)

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Antwort: Wenn eine Coco de Mer - Palme (Lodoicea maldivica) nach einem langen und erfüllten Leben stirbt, bleibt nach ihr irgendwann nichts mehr erhalten, außer diese "Gelenkpfanne" im Boden. Zu sehen sind diese Überreste der Palmen natürlich am ehesten im Vallée de Mai auf Praslin, da dort die meisten Coco de Mer - Palmen stehen. Es handelt sich um eine besondere, gelenkige Art der Verankerung der Palme im Boden, die die Gefahr minimiert, dass der Palmenstamm bei starken Winden und Stürmen abbricht. Der Stamm reicht nicht bis in den Boden hinein, sondern sein Ende steht auf/in dieser Gelenkpfanne. Die ist besonders hart, durch Wurzeln sehr fest verwurzelt und außerdem - wie man auf dem Foto sieht - durchlöchert. Der Stamm bildet auch "Wurzeln" aus, die durch diese Löcher führen und gemeinsam mit den Wurzeln der Pfanne im Boden ein Wurzelgeflecht bilden. Diese Gelenkung reicht dafür aus, dass bei starken Winden die Gefahr eines Abknickens minimiert wird, eine sensationelle Erfindung der Natur, ein richtiges Naturwunder. Da es etwa 2600 Palmenarten gibt, kann ich nicht sagen, ob dies bei der Coco de Mer einzigartig ist, oder ob es auch andere Palmenarten mit derartigen Patenten gibt. Im Park steht zumindest neben einer "Gelenkpfanne" eine große Tafel in vier Sprachen mit der genauen Erklärung. Darum habe ich mir überlegt, dass aufmerksame Besucher des Parks dieses Objekt kennen könnten ...

Lebensräume
2. Wie heißt dieser Lebensraum und auf welchen zwei Seychelleninseln ist er anzutreffen?
(Maximale Anzahl von Punkten für diese Frage: 2)

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Antwort: Zwischen 600 und 900 Meter Seehöhe konnte sich somit auf großen Teilen des zentralen Silhouette und auf 16 Quadratkilometern im Nationalpark Morne Seychellois auf Mahé ein tropischer Nebelwald entwickeln, der in den Gipfelregionen oft in das Glacis übergeht, karg bewachsene und von glatten Granitflächen dominierte Lebensräume. Wind, Sonne, Regen und Nebel diktieren die Lebensbedingungen, und obwohl es hier viel Niederschlag gibt und die Gipfel auch sonst oft in den Wolken stecken, benötigen die Pflanzen besonderen Schutz gegen die Hitze und die intensive tropische UV-Strahlung der Sonne. Die Blätter der meisten Pflanzen sind daher dickfleischig, relativ groß und entweder mit einer wachsartigen Schicht überzogen oder behaart - alles Strategien, um unnötigen Wasserverlust zu vermeiden. Die wenigen, steilen Pfade, die in diese Urwälder führen, bilden meist den einzig möglichen Zugang für Menschen - und gleichzeitig einen beliebten Weg für das abfließende Wasser. Seine Spuren sind unübersehbar. Die ausgewaschenen und entsprechend rutschigen Pfade erteilen dem Besucher eine wichtige ökologische Lektion: Die heftigen Regenfälle bedeuten Leben für den Urwald und seine Bewohner, allerdings nur so lange, als es eine (möglichst ursprüngliche) Vegetationsdecke gibt. Sie liefert eine schützende Laubschicht und verfestigt die dünne und absolut lebenswichtige Humusschicht. In dem Moment aber, wo die Vegetation verschwindet oder nur kleinere Wunden abbekommt, wirkt das abfließende Wasser in ökologischer Sicht geradezu todbringend. Es schwemmt den nährhaften Boden - wie auf den Waldwegen zu sehen - in kürzester Zeit weg und gibt den ziegelroten Lateritboden frei. Solche Schäden sind ökologisch oft irreparabel; zumindest wird sich der ursprüngliche Zustand nie wieder einstellen.
Der Waldboden ist von einer relativ dicken Laubschicht bedeckt. Sie bedeutet im intakten Wald einen wichtigen Erosionsschutz und speichert zusätzlich wertvolle Nährstoffe, die in den Böden tropischer Wälder fast immer Mangelware sind. Ihr Großteil ist in der lebenden Substanz des Waldes eingebaut. Auch Wasser wird in der Laubschicht festgehalten, fließt nicht sofort ab, sondern versickert langsam im Boden, wobei die spärlichen remineralisierten Nährstoffe ausgewaschen und so dem Boden und der Vegetation wieder zur Verfügung gestellt werden. Ganze Armeen an Bodenorganismen - Ameisen, Termiten, Würmer, Insektenlarven, Urinsekten, Einzeller, Pilze und Bakterien - sorgen für den Kreislauf der Stoffe zwischen lebendig und anorganisch. Heute werden manche dieser Oganismen auf Mahé von der „verrückten Ameise“ bedroht, jener bereits erwähnten eingeschleppten und äußerst aggressiven Ameisenart, die andere Bodentiere verdrängt.
Bei Wanderungen in der Gipfelregion sollte man die markierten Wege möglichst nicht verlassen; besondere Vorsicht ist stets angebracht. Abgesehen von steilen oder senkrecht abfallenden Felsklippen - hinter jedem Gebüsch kann bereits ein verborgener Abgrund lauern - finden sich im dichten Urwald und zwischen gigantischen Granitblöcken zahlreiche Höhlen, Löcher und kleine „Schluchten“. Ihre Öffnungen sind häufig von dichter Vegetation bedeckt und nicht gleich zu erkennen. Außerdem sind die Wege und vor allem die bewachsenen Steine bei Regen extrem rutschig. Wenn man sich hier verletzt, ist die Wahrscheinlichkeit, bald gefunden zu werden, doch eher gering. Alles in allem genügend Gründe, um Wanderungen in die Gipfelregionen sorgsam zu planen, andere über die geplante Route zu informieren, entsprechendes Schuhwerk mit rutschfesten Sohlen zu tragen, etwas Proviant und viel zu trinken mitzunehmen und vor allem nicht allein zu gehen.


Unterwasserwelt
3. Begehrt als Schmuck. Kein Wunder, denn es ist wunderschön. Wir hatten schon eine ähnliche Frage … Es ist nicht das, wonach es aussieht … Zusammen mit der xxxxxx xxxxxxx sind es zwei Besonderheiten, Ausnahmen innerhalb der Gruppe, denn die ganze Verwandtschaft ist sonst mehr oder weniger xxxxx …, diese da sind aber xxxx … Deutscher und wissenschaftlicher Name, Name der Verwandtschaftsgruppe …
(Maximale Anzahl von Punkten für diese Frage: 4)

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Antwort: Es ist die Orgelkoralle, Tubipora musica, die sehr häufig auf dem Riffdach oder in geringen Tiefen im Riff gedeiht. Gemeinsam mit der in der letzten Runde beschriebenen Heliopora, der Blauen Koralle, ist es die zweite Art "Weichkoralle" aus der Gruppe der Achstrahligen Korallentiere (Octocorallia), die harte Skelette bildet und damit riffbildend ist. Wenn sie ihre blassen, großen Polypen ausstreckt, erkennt man sogleich die acht gefiederten Tentakel ...

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4. Welche zwei unterschiedlichen Fischarten begleiten oft größere Meeresbewohner, auch diese da ... bei den Seychellen? Als Antwort reichen die deutschen und wissenschaftlichen Namen der Familien, ein Bonuspunkt für jede genauere Antwort … (Gattung, Art).
(Maximale Anzahl von Punkten für diese Frage: 2 bis 4)

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Antwort: Das sind die Schiffshalter (Echeneidae), oberes Bild. Schiffshalter sind schon seit der Antike bekannt. Sie haben die Angewohnheit, sich auch an Schiffsrümpfen festzusaugen, wodurch auch ihr Name entstanden sein dürfte. Aristoteles und Plinius berichteten von ihnen. Die Schiffshalter sind eine Familie der Barschartigen (Perciformes), schlanke Fische, die sich mit Hilfe einer Saugplatte oder Saugscheibe, die sich aus der ersten Rückenflosse gebildet hat, an größere Fische z. B. Haie und/oder Meeressäuger anheften, um sich so mitnehmen zu lassen; gelegentlich versuchen sie auch, sich an Tauchern festzusaugen. Die Schiffshalter haben so die Möglichkeit an den Mahlzeiten des Wirtstieres teilzunehmen und genießen den Schutz des größeren Tieres. Früher dachte man, dass sie ihre Wirte wahrscheinlich von Parasiten befreien (was sie gelegentlich durchaus tun können). Doch heute denkt man zunehmend, dass es sich fast schon um Parasitismus handelt, da sie ihre Wirte doch belasten und es einen erhöhten Energieverbrauch braucht diese Fische mitzuschleppen ...

Unteres Bild: Das sind so genannte Pilotfische, Jungfische von bestimmten Arten von Stachelmakrelen (Carangidae, Jacks). Die Art kann z. B. Naucrates ductor sein.

Hier eine kurze Abhandlung zum Thema "Saugfische und Pilotfische leben mit Haien in Symbiose"
„Schiffshalter sind Fische, die oft in kleinen Gruppen Haie, Mantas, Rochen und Schildkröten begleiten, und sich in der Regel an deren Unterseite anheften. … Sie betätigen sich als Putzer und befreien ihre Träger von lästigen Parasiten, zum Beispiel Ruderkrebschen, essen aber auch Reste von Haimahlzeiten oder etwa die Nachgeburt bei Walhaien. Haie, Mantas und Walhaie werden in der Regel zusätzlich von kleinen Schwärmen von Lotsenfischen begleitet. Auch diese Fische sind Putzer. Je nachdem, ob sie räuberische Haie oder die harmlosen Mantas begleiten, verhalten sie sich ganz verschieden. Bei räuberischen Arten schwimmen sie meist in der Höhe der Rücken- oder Bauchflossen, bei Mantas vorm Maul, in das sie bei Gefahr flüchten …“
So oder so ähnlich werden die beiden Begleiter von Haien und anderen größeren Meerestieren, Schiffshalter und Pilotfische meist charakterisiert. So finden wir es in den Büchern und unzählige Male im Internet.
Ein Putzer bringt für seinen Putzkunden grundsätzlich einen Vorteil, und er selbst genießt auch mindestens einen (in der Regel sind es zwei: Schutz und ein sicheres Nahrungsangebot). Damit würde es sich bei den genannten Partnerschaften tatsächlich klar um eine Symbiose handeln, nach der gängigen Definition des Wortes im deutschsprachigen Raum. Doch ist es wirklich so einfach? Tatsache ist, dass es bis heute an eindeutigen Beweisen durch wissenschaftliche Studien mangelt, die belegen würden, dass beide Fischbegleiter Symbionten sind. Während die Pilotfische zumindest aus eigener Kraft schwimmen und lediglich den verminderten Strömungswiderstand „im Schatten“ oder in der „Bugwelle“ ihrer großen Begleiter nutzen, lassen sich die Schiffshalter gern transportieren. Ganze Gruppen dieser Fische hängen oft am größeren Tier und das bringt zweifellos mehr Reibungswiderstand und Energieverbrauch mit sich.
„Es kann doch nicht so schwer sein das herauszufinden!“, denkt vielleicht der eine oder andere Leser. Doch das ist es. Meerestiere des freien Ozeans wie große Haie und Rochen, Wale und Delfine und Meeresschildkröten kann man nur begrenzt über längere Zeiträume direkt beobachten. Das, was wir von ihnen und von ihren Begleitern, den Schiffshaltern und Pilotfischen erblicken, sind nur kurze Momentaufnahmen aus einem im Dunkeln bleibenden Ganzen. Selbst wenn es einem Taucher gelingt ein Tier oder eine Wechselwirkung eine Stunde lang zu beobachten, was unter Wasser eine lange Zeit ist, bleibt die Frage offen: Was war vorher? Und was wird nachher sein?
Von Wissenschaftlern erwartet man klare Antworten. Die Experten geben aber nur ungern zu, dass sie etwas nicht wissen. Hinzu kommt, dass die Dinge in der Natur allgemein nicht entweder nur schwarz oder nur weiß sind. Es gibt nicht nur entweder Freunde oder Feinde, nicht nur Symbionten oder Parasiten, sondern zahlreiche Übergangsformen in den Wechselbeziehungen zwischen einzelnen Arten. Sie sind in ihrem wahren Wesen nicht immer (oder vielmehr eher selten) auf den ersten Blick durchschaubar. So mancher übler Parasit hat sich in der Geschichte der Biologie schon als Freund entpuppt – und genauso auch umgekehrt!
So verwundert es nicht, dass es auch bei den so genannten Schiffshaltern bzw. Saugfischen (Echeneidae) und Pilot- bzw. Lotsenfischen (sie zählen zu den Stachelmakrelen, Carangidae) in den letzten Jahren Unsicherheiten in Bezug auf den „wahren Charakter“ ihrer Beziehung zu Haien gibt. Seit Jahrhunderten haben Fischer und Seeleute beobachtet, dass diese Fische größere Meerestiere begleiten. Bald dichtete man den Pilotfischen eine besondere Aufgabe an: Sie „führen“ ihre größeren Partner durch die weiten der Ozeane zur Beute. Dieser idealistischen Vorstellung entspringt der Name Pilotfisch (wissenschaftlich Naucrates ductor). Doch es ist genau umgekehrt. Pilotfische führen nicht sondern lassen sich führen. Verschiedene Stachelmakrelen begleiten etwa auch im Seegras weidende Seekühe; sie profitieren in diesem Fall von aufgewirbelten Nahrungspartikeln und Kleintieren.
Die Schiffshalter sind eine kleine Familie der Barschartigen und zählen acht Arten. Die beiden bekannten Gattungen sind Echeneis und Remora. Auf der Rückenseite des Kopfes und des vorderen Rumpfabschnitts befindet sich eine große, längliche Saugscheibe mit Querlamellen, von der man annimmt, dass sie sich aus der Rückenflosse entwickelt hat. Mit diesem äußerst wirksamen Saugwerkzeug ausgestattet können sich Schiffshalter an jedem beliebigen Tier entsprechender Größe festheften und sich so energiesparend transportieren lassen. Die Haftfähigkeit dieser umgebildeten Rückenflosse ist so stark, dass man einen angesaugten Schiffhalter nur schwer lösen kann (darum werden sie auch als „Angelwerkzeug“ eingesetzt: Der Fischer bindet den Fisch am piiieps an einer Schnur an, lässt dann den Schiffshalter ins Wasser und wartet bis er sich irgendwo festgesaugt hat. Dann wir die Beute, etwa eine Meeresschildkröte mitsamt dem Schiffshalter ins Boot gezogen).
In beiden Begleitern, Pilotfisch und Schiffshalter, vermutete man schon seit der Etablierung der Meeresökologie Putzer. Die Befreiung von den zahlreichen Parasiten, von denen Haie ebenso geplagt werden wie andere Meerstiere, wäre für einen Fisch in den Weiten des Ozeans, weit von der nächsten Putzerstation eines Riffs entfernt, wahrlich eine Wohltat. Selbst Mantas und manche pelagische Haie suchen Putzerstationen auf. Doch was machen jene reinen Hochseearten, die kaum zu einem Riff oder einem untermeerischen Berg oder Rücken kommen, an dem es irgendwelche Putzer gibt? Darüber können wir leider nur spekulieren.
Doch zurück zu den Schiffshaltern und Pilotfischen: Sie müssen nicht unbedingt entweder Symbionten oder Parasiten sein, denn in derartigen Beziehungen gibt es eine Reihe von fein abgestuften Zwischenstufen. Parasitismus hat sich in vielen Fällen aus einer harmlosen kommensalischen oder sogar symbiontischen Partnerschaft entwickelt. Von Kommensalismus oder „Mitessertum“, der unzählige Formen annehmen kann, spricht man dann, wenn der eine Partner einen eindeutigen Nutzen aus der Beziehung zieht – etwa in Form eines verbesserten Nahrungsangebots –, der andere jedoch keinen Schaden erleidet. Das trifft vermutlich auf die Beziehung von Haien und Pilotfischen zu.
Pilotfische machen ihrem Namen keine Ehre. Nicht, dass sie – wie in frühen Zeiten behauptet – den Hai zu seiner Beute führen würden, vielmehr profitieren sie als Mitesser vom Hai. Sie nutzen die Futterreste, genießen den Schutz vor anderen Räubern und teilweise lassen sie sich in der Bugwelle des Hais weiter tragen..
Schiffshalter hingegen können für Haie ausgesprochen störend sein. Sie bewegen sich unablässig auf der Körperoberfläche der Haie fort, um eine strömungstechnisch günstige Position zu finden. Haie zeigen manchmal durch ihr Verhalten, dass sie die Belästigung durch die Schiffshalter „nervt“, wenn sich diese an sensorisch oder hydrodynamisch sensiblen Regionen ansaugen. Sie versuchen dann die Saugfische durch gewagte Manöver abzuschütteln – jedoch ohne dauerhaften Erfolg. Man vermutet, dass einige Haiarten sogar aus diesem Grund aus dem Wasser springen, um durch das Zurückfallen auf die Oberfläche den Saugfisch abzuschütteln. All das sieht nicht besonders nach einer für beide Seiten „glücklichen“ Beziehung aus. Doch hat bisher niemand wirklich widerlegen können, dass Schiffshalter dem Hai doch den einen oder anderen Parasiten – das sind in der Regel Ruderfußkrebse und Asseln – entfernen. Solche Pluspunkte würden die Nachteile durch erhöhten Strömungswiderstand des Hais wieder etwas ausgleichen … Viele Aufgaben für die nächste Generation von Meeresforschern.


5. Auf welche Weise pflanzt sich dieses Tier fort? Oberflächlich betrachtet gibt es dafür drei Möglichkeiten. Wie heißt der entsprechende Modus bei dieser Art?
(Maximale Anzahl von Punkten für diese Frage: 4)

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Antwort: Ovoviviparie oder aplazentale Viviparie. Walhaie (Rhyncodon typus) haben wie alle Knorpefische natürlich innere Befruchtung (anders als Knochenfische, bei denen innere Befruchtung nur ganz selten vorkommt). Es ging um die Frage, ob sie eierlegend (viele Haie und Rochen legen Eikapseln ab), ovovivipar (das ist im wesentlichen auch "eierlegend", nur schlüpfen die Jungtiere bereits in der Mutter aus der Kapsel, so dass es nach außen so aussieht als ob sie "echt" lebendgebärend wären) oder lebendgebärend (vivipar, die echte Viviparie definiert sich so, dass die Embryonen nicht so viel Dottermaterial haben wie bei den vorherigen beiden Formen, sondern vom Muttertier durch ein besonderes Gewebe, etwa eine Placenta, ernährt werden) sind.

Die Erklärung in Wikipedia ist in diesem Fall sehr korrekt, darum kann man sie empfehlen: http://de.wikipedia.org/wiki/Walhai
Der Fund eines Eies mit einer Größe von circa 30 mal 14 mal 9 cm mit einem 36 cm großen Walhai-Embryo im Jahr 1953 im Golf von Mexiko schien die frühere Vermutung zu bestätigen, dass Walhaie zu den eierlegenden Haiarten zu rechnen seien. Erst der Fang eines schwangeren Weibchens 1995 vor Taiwan und die wissenschaftliche Untersuchung dieses Exemplars ergab, dass Walhaie bis zu 300 lebende Junge gebären können. Diese Jungen befinden sich jedoch nicht alle im selben Entwicklungsstadium wie bei vielen anderen Haiarten. Vielmehr liegen verschiedene junge und ältere embryonale Entwicklungsformen parallel vor. Je weiter sie entwickelt sind, desto näher liegen die Jungtiere an der Geburtsöffnung. Wahrscheinlich kann das Weibchen die Entwicklung und damit die Geburt über viele Jahre steuern und gebärt nur dann, wenn sie die Überlebenschancen ihrer Jungtiere am höchsten einschätzt. Dies hängt vermutlich eng mit dem Nahrungsvorkommen, mit den Strömungen und den Temperaturen des Wassers zusammen. Allerdings sind diese Vermutungen noch nicht ausreichend belegt, jedoch die wahrscheinlichste Erklärung für diese Besonderheit. Ein weiterer Aspekt, der für diese eigentümliche Anpassung spricht, ist, dass sich die Tiere höchst selten im Ozean treffen und somit relativ unabhängig voneinander für den Erhalt ihrer Art sorgen können. Bei dem gefundene Ei hat es sich wahrscheinlich um ein vorzeitig verlorenes gehandelt. Üblicherweise schlüpfen die Haie schon in der Gebärmutter mit einer Größe von 58 bis 64 cm. Das kleinste gefundene Exemplar hatte eine Länge von ca. 55 cm.

Und hier noch ein Kapitel aus unserem neuen Haibuch:
Die meisten Haie legen Eier

In einem der zahlreichen Internetforen fand ich ein wunderbares Foto einer Katzenhai-Eikapsel auf einem roten Schwamm. Die Forummitglieder waren begeistert und einer von ihnen meinte: „Ich wusste nur, dass der Weiße Hai lebende Junge gebärt, aber dass es auch Haie gibt die Eier legen... tja, habe ich heute also wieder was dazu gelernt“.
Nun, „Eier legen“ verbinden die meisten Menschen in der Tat fast automatisch mit Vögeln. Doch im Tierreich ist das „Eierlegen“ weit verbreitet und eine der ursprünglichen Arten der Reproduktion. Eier – sie sind die von den Eierstöcken (Ovarien) produzierten weiblichen Keimzellen – werden grundsätzlich von allen Tierarten gebildet, außer es handelt sich um seltene Ausnahmen der ungeschlechtlichen Vermehrung. Derartige Ausnahmen sind jedoch mit größter Wahrscheinlichkeit immer sekundär und als spezielle Anpassungen an bestimmte äußere Bedingungen zu verstehen. Sie entsprechen nicht dem eigentlichen Sinn der Entfaltung des Lebens auf der Erde. Denn in der Evolution ging es nicht lediglich darum, die Individuen einer Art zu vermehren und bloß für „Nachschub“ für gestorbene Artgenossen zu sorgen, sondern vor allem darum, das Erbgut immer neu zu kombinieren. Erst dadurch kam „Schwung“ in die Evolution. Die genetische Variabilität der Arten und ihre Überlebenstüchtigkeit wurden wesentlich erhöht. Erst durch die Sexualität konnten sich auf der Erde so viele unterschiedliche Arten entwickeln. Doch zurück zu den Eiern.
Die Eier werden bei Wirbeltieren nicht immer „gelegt“, sondern – so bei vielen Knochenfischen – einfach ins Wasser entlassen. Das hat Vor- und Nachteile. Manche Arten produzieren eine enorme Anzahl von Eiern, entlassen diese ins Wasser und kümmern sich nicht weiter um sie. Bei den skurrilen Mondfischen sollen es bis zu 300 Millionen sein, bei Makrelen „nur“ drei Millionen. Die Chance, dass aus einem dieser Eier ein Fisch wird, der irgendwann selbst zur Reproduktion schreiten kann, ist verschwindend gering. Dennoch schaffen es ausreichend viele, um für die Erhaltung der Art zu sorgen. Bei anderen Fischarten ist die Anzahl der Eier geringer. Diese Spezies verfolgen eine andere Strategie, indem sie durch eine wie auch immer geartete Form der Brutpflege oder durch das Bewachen der Eier die Überlebenschancen des weniger zahlreichen Nachwuchses erhöhen.
Das „Eierlegen“ ist auch unter Haien weit verbreitet. Man schätzt, dass 40 aller Haiarten ovipar sind (ähnlich ist die Zahl, wenn man es auf die Knorpelfische generell bezieht, dann sind es 43 Prozent), etwa 25 Prozent der Haie sind ovovivipar und der Rest lebend gebärend. Doch im Gegensatz zu manchen Knochenfischen und Amphibien mit Brutpflege sowie im grundsätzlichen Gegensatz zu den Vögeln, die mit viel Einsatz für ihre Brut sorgen, ist bei Haien mit der Eiablage ihre elterliche Aufgabe erfüllt. Das abgelegte Ei bleibt seinem Schicksal überlassen. Allerdings sorgen hunderte Millionen Jahre der Optimierung durch die Stammesgeschichte und die natürliche Selektion für die kleinen Haiembryonen in den Eikapseln für optimale Bedingungen. Die Hülle ist zäh wie Leder und für Meerestiere nicht besonders zum Verzehr einladend. In mehreren Monaten der Entwicklung kann die Hülle von diversen Meeresorganismen bis zur Unkenntlichkeit überwuchert werden; wenn die Kapsel nicht zu tief und noch genug Licht vorhanden ist, geschieht es durch Algen. Die langen Fäden an den Ecken der Kapsel oder eine raue „Behaarung“ garantieren, dass die Eier in etwa dort bleiben, wo das Muttertier sie abgelegt hat. Der Dottergehalt des Eis ist recht hoch und der Embryo somit bestens versorgt. Fischarven wie bei den Knochenfischen gibt es bei Haien nie. Aus der Kapsel schlüpft ein zwar kleiner, aber in jeder Hinsicht fertiger Hai, der sofort selbstständig davonschwimmen kann.
Während lebend gebärende Haie ihre Eier nur mit einer dünnen Hülle umgeben, müssen Eier legende Arten diese in der Schalendrüse (auch Nidamentaldrüse genannt) mit einer widerstandsfähigen, vielschichtigen Hülle versehen. Dann wandern die Eier bis zum Uterus, wo sie bis zu einem günstigen Zeitpunkt zur Ablage warten. Die Eikapseln sind lamellär (schichtartig) aufgebaut und bestehen aus mit Chinonen (eine große und wichtige Gruppe von organischen Verbindungen) gegerbten Proteinen und Kollagen. Während die Chimären Eikapseln mit Poren für die erforderliche Ventilation produzieren, ist die Wand der Eikapseln bei Haien und Rochen für Wasser, Gase und Harnstoff durchlässig. Der Embryo ist bestens geschützt und dennoch mit allem versorgt, was er für seine Entwicklung braucht. Hat der Hai seine Entwicklung abgeschlossen, schneidet er die Hülle mit besonderen, gesägten Schuppen (Dentikeln) an Schnauze, Flossen oder auf dem Rücken auf.
Es ist nahe liegend, dass vor allem in Grundnähe lebende Haiarten oder ausgesprochene Grundhaie wie Katzenhaie (Scyliorhinidae) und Stierkopfhaie (Heterodontidae) Eier legend sind. Stierkopfhaie haben charakteristische spiralige Eikapseln. Dennoch kann man sich in Bezug auf den Reproduktionsmodus nicht allein auf die systematische Zugehörigkeit verlassen, denn manche Arten der Familien können aus dem Rahmen fallen. So gibt es selbst unter den Katzenhaien ovovivipare Arten. Für Hochseehaie wäre ein Eier legender Reproduktionsmodus weniger praktisch: Sie müssten für die Eiablage immer nach Substraten in seichteren Gewässern suchen. Auffällig ist, dass die am Meeresboden und in den Küstenregionen lebenden Eier legenden Arten in der Regel nicht sehr groß sind.
Oftmals werden an Stränden – ob Mittelmeer, Nordsee oder an jedem beliebigen Meer – vertrocknete Eikapseln gefunden, die viereckig aussehen, weniger länglich als jene der Haie sind und keine langen Haftfäden, sondern nur kürzere Fortsätze an den Ecken tragen. Es sind „nur“ Eikapseln von Rochen. Die Freude über einen solchen Fund ist dennoch groß. Es ist ein vom Meer ausgeworfener Gruß der geheimnisvollen Unterwasserwelt.


6. Wie viele Arme bzw. Tentakel hat das obere Tier und wie viele das untere? Wie lauten ihre Trivialnamen und zu welchen Gruppen zählen sie?
(Maximale Anzahl von Punkten für diese Frage: 4)

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Antwort: Beide sind Kopffüßer, Tintenschnecken oder Tintenfische (Cephalopoda), die wie Schnecken und Muscheln alle zu den Weichtieren gehören (Mollusca). Innerhalb der Cephalopoda gibt es die Gruppe der Zweikiemigen Kopffüßer (Dibranchiata, Coleoida) und innerhalb dieser die zwei großen Gruppen, die ich auch abgebildet habe:
- die Zehnarmigen Kopffüßer (Decabrachia) und die
- die Achtarmigen Kopffüßer (Octobrachia).
Das obere Bild zeigt eindeutig einen Kraken, einen Octopus, der acht etwa gleich lange Tentakel hat.
Unten sieht man einen Kalmar, der gemeinsam mit den Sepien zu den Zehnarmigen Tintenschnecken zählt. Ein Armpaar (Tentakelpaar) ist zum Beutefang verlängert und wesentlich länger als die anderen acht. Nur sieht man das lediglich während der Jagd, ansonsten sinddie langen Fangtentakel so zurückgeklappt, dass man ihre Länge nicht erkennt.


Fauna
7. Auf welchen Inseln gibt es dieses Tier, auf welchen kann es grün und auf welchen braun sein (es handelt sich um eine Art, die grün und braun sein kann, also um zwei Farbmorphen ...)? Name der Art und der Inseln, mit Zuordnung der Farben.
(Maximale Anzahl von Punkten für diese Frage: 4)

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Antwort: Der auffälligste und niedlichste Frosch des Archipels ist der endemische Seychellen-Baumfrosch (Tachycnemis seychellensis). Eine Besonderheit dieser Art ist genetischer Natur: Während auf Mahé und Silhouette alle Männchen braun oder gelb und die Weibchen grün sind, sind auf Praslin und La Digue beide Geschlechter grün. Diese Besonderheit wird in der Fachliteratur kaum erwähnt.
Er sieht wie ein Laubfrosch aus und bezaubert durch seine riesengroßen Augen. In deutschsprachigen Reiseführern wird er manchmal fälschlich als „Laubfrosch“ bezeichnet (englisch: treefrog). Laubfrösche kommen jedoch in Afrika südlich der Sahara nicht vor. Der Baumfrosch gehört vielmehr zu den afrikanischen Riedfröschen (Hyperoliidae), einer relativ großen Froschfamilie mit über 230 Arten. Zwischen der letzten und vorletzten Phalange (Skelettelemente der Finger und Zehen) der Riedfrösche ist ein Zwischenknorpel ausgebildet, und die Endphalange trägt eine Haftscheibe. Diese Merkmale, ähnlich jenen der Laubfrösche, befähigen den Baumfrosch ausgezeichnet zum Klettern.
Der Seychellen-Baumfrosch kommt auf Mahé, Praslin, Silhouette und La Digue vor, den vier größten Seychelleninseln. Auf Mahé und Silhouette ist er an zahlreichen Stellen recht häufig, auf Praslin gibt es einige bevorzugte Gebiete in der Nähe von Süßwassersümpfen, auf La Digue ist die Art relativ selten (sitzt besonders gern an Bananastauden in der Nähe von kleinen Gewässern, aber auch auf anderen Bäumen). Ungewöhnlich ist das Verbreitungsmuster auf Mahé: Während im Norden der Insel Baumfrösche nur ab etwa 200 Meter Seehöhe vorkommen, findet man sie im Süden, genauso wie auf den anderen Inseln, bereits in den Küstenebenen.
Bemerkenswert ist die Reproduktion der Baumfrösche. Die Eier werden auf Blätter abgelegt, die über kleinen Tümpeln hängen. Schlüpfen die Kaulquappen, so „tropfen“ sie ins Wasser und entwickeln sich dann bis zur Metamorphose auf die „klassische“ Froschart.


Flora
8. In einer ganz spezifischen Weise ist das die prominenteste aller Palmenindividuen auf den Seychellen … Wo, wie, warum?
(Maximale Anzahl von Punkten für diese Frage: 2)

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Antwort: Coco de Mer - Palme im Botanischen Garten von Victoria, gepflanzt vor mehr als 50 Jahren durch Prinz Philip.
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Seine Königliche Hoheit Prinz Philip, Herzog von Edinburgh.
Prinz Philip, Herzog von Edinburgh, Graf von Merioneth und Baron Greenwich, wurde am 10. Juni 1921 auf der Insel Korfu als Prinz von Griechenland und Dänemark geboren. Er ist der einzige Sohn von Prinz Andreas von Griechenland. Väterlicherseits ist seine Familie dänischer Abstammung - Prinz Andreas war der Enkel von König Christian IX. von Dänemark. Die Mutter von Prinz Philip war Prinzessin Alice von Battenberg, ältestes Kind des Prinzen Louis von Battenberg und Schwester des Grafen Mountbatten von Burma. Prinz Louis nahm 1868 die britische Staatsbürgerschaft an, trat in die Royal Navy ein und stieg 1914 zum Flottenadmiral und zum Ersten Seelord auf. Während des Ersten Weltkrieges änderte er den Namen Battenberg in Mountbatten um und wurde zum Marquis von Milford Haven ernannt. Als Prinz Philip 1947 britischer Staatsbürger wurde und auf seinen königlichen Titel verzichtete, nahm er den Familiennamen Mountbatten an.
Prinz Louis heiratete eine Enkelin von Königin Victoria. Damit haben sowohl die Königin als auch Prinz Philip Königin Victoria zur Ur-Urgroßmutter. Auch väterlicherseits sind beide miteinander verwandt: König Georg I. von Griechenland, Prinz Philips Großvater väterlicherseits, war ein Bruder von Königin Alexandra.


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9. Wie nennt man diese Früchte bzw. die Pflanze, die man von den Küstenebenen beginnend bis in höhere Lagen und z. B. auf den Bergen von Praslin und La Digue findet? Deutscher, englischer und wissenschaftlicher Name.
(Maximale Anzahl von Punkten für diese Frage: 3)

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Antwort: Von der Küstenebene bis in die Berge wächst auf erodierten Böden die Icaco-Pflaume, „prin-d-frans“ oder Cocoplum (Chrysobalanus icaco), ein tropisches Rosengewächs (Rosacea) aus Südamerika mit eßbaren, aber nicht besonders wohlschmeckenden Früchten. Der schnellwüchsige und anspruchslose Strauch wurde als Erosionsschutz zur Stabilisation des Bodens eingeführt, hat sich aber als hoch invasiv herausgestellt und ist daher für die autochthone Vegetation der Insel sicher kein Segen. Je nach den vorherrschenden Bedingungen können sich dichte Bestände zwischen 50 cm und 3 m Höhe bilden. Nur selten bilden sich richtige Bäume aus mit bis zu 5 m Höhe aus.

People
10. Wie heißt die Frisur & Kultur & Philosophie, die durch diese berühmte Kunstfigur verkörpert wird? Auf den Seychellen ist diese Richtung nicht zu übersehen ... Name, Ursprung, kurze Erklärung in 3-4 Sätzen, speziell der Philosophie ...
(Maximale Anzahl von Punkten für diese Frage: 4)

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Antwort: Rastaman mit Dreadlocks, Rastafari (gesprochen meist [ˌɹastafaˈɹaɪ], häufig zu Rasta abgekürzt) ist eine in der schwarzen Bevölkerung Jamaikas in den 1930er Jahren entstandene, heute weltweit verbreitete Religion mit starken christlichen, vor allem alttestamentlichen Bezügen. Die Bewegung glaubt an die Göttlichkeit von Haile Selassie. Auslöser für die Entstehung war die Prophezeiung von Marcus Garvey in den 1920ern eines mächtigen schwarzen Königs in Afrika. Die Krönung Haile Selassies (= „Macht der Dreifaltigkeit“) nach einem Putsch der christlich-orthodoxen Aristokratie gegen den islamfreundlichen Thronfolger Lij Iyasu zum Kaiser von Äthiopien im Jahr 1930 sah man als Erfüllung der Prophezeiung an.
Unter den Rastafaris gibt es verschiedene Strömungen, wobei sich manche zu sogenannten „Houses“ zusammengeschlossen haben (z. B. Nyahbinghi, Bobo Ashanti oder Twelve Tribes of Israel). Heute bekennen sich etwa 24.000 der 3 Millionen Jamaikaner zum Rastafari-Glauben.
Da die Erklärung in Wikipedia wirklich gut und erschöpfend ist, brauche ich hier nicht mehr hinzuzufügen: http://de.wikipedia.org/wiki/Rastafari


Fauna/Flora
11. Was ist das? Auf den Seychellen sehr häufig zu sehen!
(Maximale Anzahl von Punkten für diese Frage: 2)

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Antwort: Es ist ein Termitenbau. Die gibt es in verschiedenen Formen, sehr häufig nur als "Gang", als viele Meter lange und nur etwa 1 cm breite "Tunnels", die sie als Transportwege verwenden, immer wieder auch als größere Termitenbauten, die meistens auf der Vegetation hängen.
Die lichtscheuen Termiten (Isoptera, Gleichflügler) sind eine ökologisch wichtige und auf den Seychellen gut vertretene Insektengruppe. Weltweit sind mehr als 2100 verschiedene Arten wissenschaftlich beschrieben. Da sie ähnlich wie Ameisen staatenbildend sind, wurden sie früher oft mit diesen in einen Topf geworfen und als „weiße Ameisen“ bezeichnet. Die Ähnlichkeit ist jedoch nur oberflächlich: Termiten und Ameisen sind nicht näher verwandt und gehören zwei grundverschiedenen Insektenordnungen an. Die Termiten sind mit den Schaben und Fangheuschrecken verwandt und haben eine unvollkommene Verwandlung. Anders als bei Ameisen gibt es bei ihnen tief im Inneren des Nestes eine Königin und einen König, also eine Elternfamilie, außerdem leben in einem Staat viele Arbeiter männlichen und weiblichen Geschlechts und wenige Soldaten. Die lehmigen Gänge der Termitenbauten sind oft auf verschiedenen Palmen zu sehen. Termiten machen ihrem Namen alle Ehre: Dieser leitet sich vom griechischen Wort „terma“ ab, was Ende bedeutet, und tatsächlich bedeuten die Termiten oft „das Ende“ von Holz und anderen befallenen Materialien. Sie verursachen an Holzbauten auf den Seychellen großen wirtschaftlichen Schaden ...
... Es lohnt sich, die älteren Häuser und Hütten im Hügelland und in den Wäldern genauer unter die Lupe zu nehmen. So kann man noch einige traditionell errichtete Behausungen entdecken, die auf Steinen etwa 30 bis 50 Zentimeter über dem Boden stehen. Ursprünglich wurden solche Häuser nur aus endemischen Gehölzen, vor allem Palmen und Schraubenpalmen gebaut, in diesem Jahrhundert fand dann zunehmend auch das wenig romantische Wellblech Verwendung. Der Leerraum zwischen Grund und Boden des Hauses sorgt für eine bessere Kühlung und Lüftung, verhindert Überschwemmungen bei heftigen Regengüssen und macht es den Termiten und der Fäulnis nicht so leicht, die Holzkonstruktion zu befallen.


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Flora
12. Toilette auf xxxxxxxx. Welche botanisch/biologiche Besonderheit mancher Palmenarten (oder auch anderer Pflanzen) macht es möglich, dass man die zwei Naturprodukte für diesen Zweck verwenden kann?
(Maximale Anzahl von Punkten für diese Frage: 2)

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Antwort: Die Toilette auf Curieuse kann es mit dieser Kennzeichnung der Damen- und Herrentoilette deswegen geben, weil die Coco de Mer - Palme zweihäusig oder diözisch ist. Es gibt einhäusige (monözische) und zweihäusige (diözische) Palmen-Arten (insgesamt soll es an die 2.600 Arten von Palmen geben, als noch viel mehr als ich angedeutet habe http://de.wikipedia.org/wiki/Palmengew%C3%A4chse ). Diözisch (zweihäusig; von griech. dís (di-) = zweimal und oikía = Haus) ist ein Fachbegriff der Biologie. Eine Art wird zweihäusig genannt, wenn männliche und weibliche Geschlechtsteile nie zusammen auf einem, sondern nur auf verschiedenen Individuen zu finden sind. Zweihäusige Arten haben also getrennte „männliche“ und „weibliche“ Exemplare - so auch bei der Coco de Mer.
Dagegen bezeichnet man Pflanzenarten und Plattwürmer, bei denen sich männliche und weibliche Geschlechtsorgane getrennt bei ein- und desselben Individuum befinden, als „einhäusig“ oder monözisch.
Eine Art, bei der männliche und weibliche Geschlechtsorgane gemeinsam in derselben „Kammer“, nennt man zwittrig oder monoklin. Eingeschlechtliche Individuen hingegen werden als diklin bezeichnet, wobei sie dann entweder staminat oder karpellat sind.



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Die fünfte Runde ist geschafft. Viele Spieler haben gute Chancen einen der Hauptpreise Preise zu gewinnen ( http://www.fnz.at/fnz/forum/phpBB2/viewtopic.php?t=2262 ). Viel Spaß weiterhin und viele Punkte für die nächste, die sechste Spielrunde ... wünschen Euch Robert & Belli!!! :)
Die ... Begeisterung, die wir beim Betrachten der Natur empfinden, ist eine Erinnerung an die Zeit, da wir Tiere, Bäume, Blumen und Erde waren ... Leo N. Tolstoi

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leela
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Beitrag von leela » 12 Feb 2008 16:57

Da ja hier so viele schöne Walhai Fragen dabei waren habe ich auch eine:

Mich erstaunt es das diese Tiere noch nicht völlig ausgerottet sind (wie gefährdet sind sie eigentlich ?), sie müßten doch leicht zu erlegen sein weil sie meist nah an der Oberfläche schwimmen und zudem nicht gefährlich sind. Wale wurden ja auch erbarmungslos verfolgt, allein schon wegen der Fleischmenge (sie haben aber vermutlich noch mehr andere "Rohstoffe" wie Tran, Ambra etc).
Ich denke, dass Walhaie daher nicht "schmecken", oder ??? :shock:

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Tramp
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Beitrag von Tramp » 12 Feb 2008 21:28

Als Walfang bezeichnet man im allgemeinen die Jagd auf Wale, meist von Schiffen aus. Ziel war dabei vor allem die Gewinnung von Tran, der als Brennstoff und als industrieller Grundstoff diente. Die Fleischgewinnung hingegen war erst seit dem späten 20. Jahrhundert von nennenswerter Bedeutung.

Aus Wiki. Fleischgewinnung wohl auch eher als Tierfutter.

Der Walhai hat wohl keine "Speckschwarte".

LG Tramp
... und klagen über den Rummel, auch wenn sie selbst ein Teil davon sind ...
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Beitrag von seybrew » 12 Feb 2008 21:35

Der Walhai ist ja auch kein Wal, sondern eben ein Hai. 8)
"Wie glücklich würde mancher leben, wenn er sich um anderer Leute Sachen so wenig bekümmerte, wie um die eigenen.”
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Beitrag von boldie » 12 Feb 2008 21:35

Tramp hat geschrieben: ...Der Walhai hat wohl keine "Speckschwarte".

LG Tramp
Meine Frau würde jetzt sagen: Pass auf, Du bist gefährdeter als ein Walhai :?
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Beitrag von Warmschnorchler » 13 Feb 2008 06:06

Da liegt ihr total falsch. Walhaie werde auf grausame Weise abgeschlachtet wegen ihrem Fleisch. Link (nicht für Leute mit schwachen Nerven) http://www.taucher.net/walhai/gefahr.html

Warmschnorchler

leela
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Beitrag von leela » 13 Feb 2008 18:17

OK also doch schlechte Nachrichten.
Dann ist es also doch noch ein aktuelles Problem. Und die werden tatsächlich von Hand gefangen! Jetzt bin ich noch verwunderter dass es zum Glück überhaupt noch welche gibt. Wenn man da nur einen Kerl mit Messer dafür braucht.
Danke trotzdem für die Infos.

leela

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Beitrag von robhof » 14 Feb 2008 21:24

leela hat geschrieben:... weil sie meist nah an der Oberfläche schwimmen ...
... das weiß man eben nicht so genau. Wir sehen sie immer nur dann, wenn sie nahe an der Oberfläche schwimmen, aber sie tauchen auch sehr tief ab, und zwar xx % ihrer Zeit ... auf alle Fälle hunderte Meter tief ... :roll:
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Beitrag von manky » 15 Feb 2008 09:14

Warmschnorchler hat geschrieben:Da liegt ihr total falsch. Walhaie werde auf grausame Weise abgeschlachtet wegen ihrem Fleisch. Link (nicht für Leute mit schwachen Nerven) http://www.taucher.net/walhai/gefahr.html

Warmschnorchler
Unfassbar, was für Bilder, was für ein Bericht, habs mir grad mal "leider" angesehen. :(
Da gibts auch ne Unterschriftenaktion dabei, wo jeder mitmachen sollte, denke ich. OK, ohne hier groß ne Riesendebatte aufzumachen in Sachen "Umgang mit Tieren" (wir Deutschen sind ja bei der Haltung von Schweinen, Hühnern, etc. auch nicht besser) finde ich es absolut verabscheuungswürdig wie hier mit diesen wundervollen Meeresbewohnern umgegangen wird.

Manky
Mein Hobby: www.testpott.de

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