Schon wieder ein Tourist beim Baden ertrunken

Alles rund um die Seychellen
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mr.minolta
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Re: Schon wieder ein Tourist beim Baden ertrunken

Beitrag von mr.minolta » 29 Jan 2020 01:42

Klara hat geschrieben:
28 Jan 2020 09:57
Die Krebstoten,... kommen vermutlich nur aus der eigenen Bevölkerung.
Ja, sag ich doch! :wink:

Aber genau das ist der springende Punkt! Bei einer Bevölkerung von ca. 100.000 Menschen sollte man doch annehmen müssen, daß selbstverständlich viel mehr Personen an Krebs sterben als ertrinken. Aber nein, ein Großteil der Krebserkrankungen führt bei ausschließlich Einheimischen zu weniger Todesfällen als das Baden an Seychellenstränden unter den Touristen. Hier werden insgesamt 12 Todesfälle genannt und Du darfst davon ausgehen, daß mindestens 10 oder 11 davon Touristen waren.

Ob die veröffentlichten Zahlen nun stimmen oder nicht, die Aussage, die hier (eher unbewußt) getroffen wird, ist doch in jedem Falle interessant. Ansonsten bin ich ganz bei Dir: traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast... :wink:
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Re: Schon wieder ein Tourist beim Baden ertrunken

Beitrag von Klara » 29 Jan 2020 09:32

mr.minolta hat geschrieben:
29 Jan 2020 01:42

Aber genau das ist der springende Punkt! Bei einer Bevölkerung von ca. 100.000 Menschen sollte man doch annehmen müssen, daß selbstverständlich viel mehr Personen an Krebs sterben als ertrinken.
naja, an Krebs stirbt man meist im höheren Alter, wenn die Bevölkerung sehr jung ist, sind andere Todesursachen durchaus wahrscheinicher und wenn man dann dicht am Meer lebt :lol:
mr.minolta hat geschrieben:
29 Jan 2020 01:42
Ansonsten bin ich ganz bei Dir: traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast... :wink:
Das Schlimme ist finde ich, dass die Statistiken doch meist (nehme ich zumindest an) gar nicht gefälscht sind sondern die Zahlen "nur" passend formuliert werden. 1 SUV Toter, nächst Woche vielleicht noch einer, schon hat sich innerhalb einer Woche die Anzahl der SUV Toten verdoppelt,.... Stimmen tut das dann schon, aber das der SUV dann sooo gefährlich ist wie abgeleitet, mag man sich fragen.
Aber egal, ich such mir immer die Aussagen raus, die mir genehm sind, dass Rotwein das Leben verlängert, da reicht mir die Schlagzeile, die Dosisfrage stelle ich nicht.
LG
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Anubis
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Re: Schon wieder ein Tourist beim Baden ertrunken

Beitrag von Anubis » 29 Jan 2020 20:58

Suse hat geschrieben:
12 Dez 2019 16:11
Leider gibt es mal wieder ein Todesopfer.
Jedes Mal, wenn hier ein neuer Post erscheint, dank ich mir, oh neee, schon wieder eine arme Seele über den Jordan. Und dann ist es so. Diesen Fred sollten wir schliessen, der Löst bei mir Schockwellen aus. Einzig und allein die gute Klara, mit ihrer Dosisfrage, löst hier etwas Erheiterung aus.
Mahé. Praslin. Silhouette. La Digue. Bird. Cerf. Sea Shell. Maya's Dugong. Life is a journey and experience is more valuable than money.

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Re: Schon wieder ein Tourist beim Baden ertrunken

Beitrag von foto-k10 » 29 Jan 2020 21:05

Bekommt man von zuviel Rotwein eigentlich eine rote Nase? :wink:

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Anubis
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Re: Schon wieder ein Tourist beim Baden ertrunken

Beitrag von Anubis » 30 Jan 2020 00:25

foto-k10 hat geschrieben:
29 Jan 2020 21:05
Bekommt man von zuviel Rotwein eigentlich eine rote Nase? :wink:
Probiers aus.
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Re: Schon wieder ein Tourist beim Baden ertrunken

Beitrag von Suse » 30 Jan 2020 07:47

foto-k10 hat geschrieben:
29 Jan 2020 21:05
Bekommt man von zuviel Rotwein eigentlich eine rote Nase? :wink:
Also ich hab keine. :lol:
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Re: Schon wieder ein Tourist beim Baden ertrunken

Beitrag von Suse » 30 Jan 2020 07:51

Anubis hat geschrieben:
29 Jan 2020 20:58


Jedes Mal, wenn hier ein neuer Post erscheint, dank ich mir, oh neee, schon wieder eine arme Seele über den Jordan. Und dann ist es so. Diesen Fred sollten wir schliessen, der Löst bei mir Schockwellen aus. Einzig und allein die gute Klara, mit ihrer Dosisfrage, löst hier etwas Erheiterung aus.
Das ist ja aber nicht wegen des Threads so, sondern trotz. Der Thread ist nicht zur Erheiterung gedacht, sondern zur Warnung. Was nützt denn ein Forum, in dem das Negative ausgeklammert wird, dann kann man sich ja gleich einen Reiseführer kaufen. :wink:

Bild
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Re: Schon wieder ein Tourist beim Baden ertrunken

Beitrag von foto-k10 » 30 Jan 2020 08:39

Ich habe noch einen Reiseführer aus dem Jahre 2007, den der von euch so geschätzte W.Därr verfasst hat.
Da findet sich auf Seite 222 ein Text "Richtiges Verhalten bei Strömungen".

Die Aufzählung der potentiell gefährlichen Strände mag nicht vollständig sein und es wird eher auf die Gefahr von Flußmündugen als auf Rip-Currents eingegangen, aber der letzte Absatz, wie man sich verhalten soll, ist soweit korrekt.

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Re: Schon wieder ein Tourist beim Baden ertrunken

Beitrag von Anubis » 30 Jan 2020 12:18

foto-k10 hat geschrieben:
30 Jan 2020 08:39
Ich habe noch einen Reiseführer aus dem Jahre 2007, den der von euch so geschätzte W.Därr verfasst hat.
Da findet sich auf Seite 222 ein Text "Richtiges Verhalten bei Strömungen".

Die Aufzählung der potentiell gefährlichen Strände mag nicht vollständig sein und es wird eher auf die Gefahr von Flußmündugen als auf Rip-Currents eingegangen, aber der letzte Absatz, wie man sich verhalten soll, ist soweit korrekt.
Flußmündungen? Wo gibt es denn auf den Seychellen Flussmündungen?
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Re: Schon wieder ein Tourist beim Baden ertrunken

Beitrag von foto-k10 » 30 Jan 2020 12:47

Flußmündungen gibt es überall dort, wo es Flüsse gibt :wink:

Am eindrucksvollsten dürfte bei Port Glaud der Rivière Mare aux Cochons (OpenStreetMap) bzw. Rivière Cascade (Google Maps) sein. Alles was südwestlich einer Linie Mt. Le Noil und Congo Rouge liegt, entwässert in diesen Fluß oder den Nebenarm, an dem auch der Sauzier Wasserfall liegt. Auf dem Satellitenbild von Google erkennt man auch die Sedimente, die er in die Bucht spült.

Im Normalfall dürfte davon keine Gefahr ausgehen. Nach einer langen Regenperiode, wie die Seychellen sie vor kurzem erlebt haben, mag das anders aussehen. Möglicherweise ist dieser Block auch ein Allgemeinhinweis, den der Dumontverlag in allen Reiseführer platziert und nur halbherzig einige Strandnamen einfügt.

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Re: Schon wieder ein Tourist beim Baden ertrunken

Beitrag von cheva » 30 Jan 2020 16:45

Durch die vielen heftigen Regenfälle haben sich z.B. im Oktober/November am Takamaka sowie Intendance ca 5-8 Meter breite Sturzbäche durch den Strand gefressen. Auch die verursachen zusätzlich Strömungen...

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Re: Schon wieder ein Tourist beim Baden ertrunken

Beitrag von Suse » 03 Feb 2020 21:13

Also für Anubis gleich vorweg: Es ist niemand ertrunken. Aber beinahe.

Drei Mädchen, 9, 11 und 13 Jahre, sind Sonntagnachmittag am Beau Vallon von der Strömung hinausgezogen worden. Ein Einheimischer, Sandy Joubert, hat sie aus dem Wasser geholt. Der Mann ist ein Fischer, vor der Kamera wollte er sich nicht äußern, ich weiß aber, daß die Anlieger am Beau Vallon sich erkenntlich gezeigt haben für seinen Einsatz. :D Eines der Mädchen ist noch im Krankenhaus, die anderen haben es unbeschadet überstanden. :D :D

Der Beitrag beginnt so um Minute 8:35. Wer länger durchhält, kann dann ab Minute 10:15 auch Touristen hören, die zur aktuellen Situation am Beau Vallon befragt wurden und direkt erklären, daß sie natürlich nicht aufs Baden verzichten. Sollen sie machen, aber besser kann man doch den Sinn dieses Threads nicht erklären, oder?

Also, bitte zu dieser Jahreszeit Vorsicht am Beau Vallon, paßt vor allem auf Eure Kinder auf, egal was in den Reiseführern über den idealen Badestrand der Seychellen stehen mag.

https://www.youtube.com/watch?v=UMpJUZzLR-I
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Re: Schon wieder ein Tourist beim Baden ertrunken

Beitrag von mr.minolta » 03 Feb 2020 21:55

Suse hat geschrieben:
03 Feb 2020 21:13
Drei Mädchen...am Beau Vallon von der Strömung hinausgezogen...

...Touristen ... die ... direkt erklären, daß sie natürlich nicht aufs Baden verzichten.
Was soll man dazu noch sagen? :roll:

Diese Zeitgenossen denken wohl, sie hätten ein Recht darauf, im Meer zu sterben, nachdem man ihnen die Seychellen für viel Geld als Badeparadies verkauft hat...
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Re: Schon wieder ein Tourist beim Baden ertrunken

Beitrag von mr.minolta » 04 Feb 2020 22:42

Dramatische Bilder vom Beau Vallon:

Rettungsschwimmer riskieren ihr eigenes Leben und bergen vor wenigen Stunden reihenweise Touristinnen aus dem extrem aufgewühlten Wasser vor dem Strand. Einige werden auf Tragen gebettet, andere kommen in's Krankenhaus. Der Wahnsinn derer, die sich selbst unter diesen Bedingungen an den lebensgefährlichen Stränden der Seychellen nicht vom Schwimmen abhalten lassen, nimmt kein Ende.

Aktuelle Bilder vom heutigen Abend ab Min. 17.50:

https://www.youtube.com/watch?v=PadaVpxkt84
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Re: Schon wieder ein Tourist beim Baden ertrunken

Beitrag von Suse » 05 Feb 2020 15:19

Auf Praslin ist vor der Ile Eve (das ist in der Baie Ste. Anne) ein tot im Wasser treibender Einheimischer gefunden worden. Ob der Tod mit den derzeitigen Strömungsverhältnissen zu tun hat, ist noch nicht sicher festgestellt.

Zur aktuellen Wassersituation am Beau Vallon gab es gestern und heute zwei größere Zeitungsartikel mit Hintergrundinfos in Today in Seychelles.

Die beiden Mädchen, die der einheimische Fischer aus dem Wasser gezogen hat, waren nach seinen Aussagen im Artikel von gestern lediglich 10 Meter vom Strand entfernt, als sie schon in Schwierigkeiten gerieten. Den Mann haben die Lokalpolitiker für eine Tapferkeitsmedaille vorgeschlagen, was ich ein bißchen zynisch finde angesichts der Aussagen, mit denen Ralph Agathine, der Leiter der Rettungsschwimmerstaffel vom Beau Vallon im Artikel von heute zitiert wird. Demnach gibt es am Beau Vallon keine Schwimmverbote (und auch keine rote Signalfahne), weil man die negativen Reaktionen der Touristen fürchtet, es steht dort wörtlich: "autorities cannot prohibit swimming due to a fear of backlash from paying tourists. The problem with raising the red flag is, that banning people from entering the sea means tourists complain that they have paid so much money to have fun in Seychelles and are being stopped from doing that. We canot say, do not go in the water. We will say: Swim, but at your own risk. If anything happens, we will help you."

Allerdings gibt es laut Ralph Agathine nicht genügend trainierte Rettungsschwimmer, was dann eben dazu führt, daß nicht dafür ausgebildete Locals ihren Hals riskieren. Trotz des Personal- und Geldmangels bei den Rettungsschwimmern werden während des Nordostmonsoons pro Woche zwischen fünf bis acht Rettungsaktionen am Beau Vallon durchgeführt. Ich glaube nicht, daß ich das zuvor schon mal irgendwo gelesen habe. Es war auch eher so etwas, das ich meinte, als ich schrieb, daß man das nicht in den Reiseführern findet.

Und nicht vergessen, daß es an den meisten anderen Stränden, die ohne vorgelagertes Riff irgendwann im Jahr ja von einem Monsunwind (sagt man das so?) betroffen sind, überhaupt keine Rettungsschwimmer gibt.
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