Kriminalität im "Paradies"

Alles rund um die Seychellen
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Anubis
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Re: Kriminalität im "Paradies"

Beitrag von Anubis » 24 Apr 2019 12:37

TheFish hat geschrieben:
12 Apr 2019 11:47
Ein stark abhäniger Junkie konsumiert im Tag durchschnittlich 3 Gramm Heroin. Rechnen wir mal mit 2 Gramm. 8000 mal 2 Gramm macht 16 Kilo am Tag. Somit reichen die 231 Kilo Heroin grad mal knapp zwei Wochen. Da werden wohl noch ganz andere Mengen angeschifft!
Das man das Drogenproblem in so einem Paradies, wie den Seychellen, nicht in den Griff bekommt, ist völlig unverständlich. Die Regierung sollte härtere Strafen verhängen, das würde vermutlich die Situation etwas verbessern.
Das Schicksal ist ein gesattelter Esel. Es geht, wohin du es führst.

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Re: Kriminalität im "Paradies"

Beitrag von foto-k10 » 09 Jun 2019 09:23

Tyburn ...
Vor den Toren Londons wurden dort bis 1783 öffentliche Hinrichtungen vollzogen. Für die Londoner hatte das Volksfestcharakter, für die Deliquenten weniger. Denn Hängen bedeutete damals nicht, dass nach kurzem freien Fall der Knoten im Strick zum Genickbruch führt. Die Verurteilten baumelten und zappelten minutenlang am Galgen. Schlimmer erginng es nur denjenigen, die als Hochveräter veruteilt wurden. Wieder vom Galgen nehmen, die Eingeweide herausschneiden und ins Feuer werfen mit anschließendem Köpfen oder Vierteilen waren beliebte Methoden.

Schon der Diebstahl von wenigen Pence reichte für ein Todesurteil.

Und der Erfolg?
Viele Veruteilte gaben an, dass sie zuvor so eine öffentliche Hinrichtung angesehen hatten. Entweder haben die Behörden darüber Statistik geführt oder ein Historiker hat Gerichtsakten ausgewertet. Teilweise wurden die Schaulustigen während einer Hinrichtung bestohlen.

Harte Strafen führen kaum zu einer Abschreckung!
Straftäter gehen i.a. davon aus, nicht erwischt zu werden.

Abhilfe schafft eine höhere Polizeipräsenz. Bezogen auf die Seychellen: mehr Polizeiboote und Radarüberwachung der Küsten. Regelmäßiges Stören von Verkaufsaktionen an Land. Und grundsätzlich Zunkunftsperspektiven für alle Bewohner der Seychellen.

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Re: Kriminalität im "Paradies"

Beitrag von mr.minolta » 23 Jul 2019 03:57

Das U.S. Department of State hat kürzlich einen aktuellen Seychelles Crime & Safety Report herausgegeben, der in seiner Ausführlichkeit und Differenzierung alles übertrifft, was der Inselstaat selbst sich in dieser Art der Zusammenfassung zu veröffentlichen traut.

Sogar Hinweise auf die lebensgefährlichen Strömungen an den Stränden gibt es und verwiesen wird dabei vor allem auf Beau Vallon! Besonders gefährlich sei es außerdem in den Nebenstraßen des Ortes sowie denen Victorias. Hier werden Touristen bevorzugt zu Opfern von Raubüberfällen.

Auch wenn die Fälle von Raub und Diebstahl in 2018 gegenüber 2017 zurückgingen, sei dies kein Zeichen einer zu erwartenden Entwarnung. Hier gäbe es eine hohe Fluktuation der Zahlen, die bald wieder ansteigen könnten, so der Report.



https://www.osac.gov/Content/Browse/Report
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Re: Kriminalität im "Paradies"

Beitrag von Anubis » 23 Jul 2019 15:05

Hallo Minolta, auf welcher Seite its der Artikel?
Das Schicksal ist ein gesattelter Esel. Es geht, wohin du es führst.

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Re: Kriminalität im "Paradies"

Beitrag von foto-k10 » 23 Jul 2019 16:20

Da gibt man im Suchfeld einfach "Seychelles" ein und bekommt das als ersten Treffer:
https://www.osac.gov/Content/Report/8af ... f4aed317a1

Zitate:
There is minimal risk from crime in Victoria.
There is minimal risk from terrorism in Victoria.
There is minimal risk from political violence in Victoria.

Hmmm ... da muss wohl doch ein anderer Report gemeint sein?

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Re: Kriminalität im "Paradies"

Beitrag von foto-k10 » 23 Jul 2019 16:28

Und aus den Reisehinweisen des Auswärtigen Amtes:

Die Kriminalitätsrate ist gestiegen. Es kommt zu Einbrüchen, Überfällen und Diebstählen. Reisenden wird daher zu allgemeiner Wachsamkeit und zu den üblichen Vorsichtsmaßnahmen geraten. Einsame Gegenden und Straßenzüge sollten gemieden, auf nächtliche Spaziergänge verzichtet und keine größeren Bargeldbeträge und Wertsachen mitgeführt werden. Wertgegenstände sollten auch nicht im Auto zurückgelassen, sondern nach Möglichkeit in einem Hotelsafe gelassen werden.
Reisende sollten bei der Wahl der Unterkunft – insbesondere in abgelegenen Orten – auf angemessene Sicherheitsvorkehrungen wie Sicherheitsbeleuchtung, Fenstergitter und Nachtwächter achten.
Parken an einsamen und abgelegenen Stränden sollte vermieden werden.

Piraterie auf hoher See
Vor den Küsten Somalias und seiner Nachbarstaaten sowie in den angrenzenden Gewässern besteht weiterhin ein Risiko von Piratenangriffen und Kaperungen. Nach wie vor sind auch Schiffe tief im Indischen Ozean (um die Seychellen und Madagaskar) sowie vor Kenia, Tansania, Mosambik, Jemen und Oman gefährdet, angegriffen und gekapert zu werden. Schiffsführern in den vorgenannten Gebieten wird dringend empfohlen, höchste Vorsicht walten zu lassen.

Baden im Meer
Obwohl Hai-Angriffe auf den Seychellen sehr selten vorkommen, wird zur erhöhten Wachsamkeit an bestimmten Stränden vor allem auf der Insel Praslin geraten. Hier kam es in den letzten Jahren zu tödlichen Hai-Angriffen.
Reisende sollten sich bei ihrer Reiseleitung oder im Hotel erkundigen sich immer in Strandnähe aufhalten und nicht zu weit hinaus schwimmen. Es wird dringend empfohlen, die an einigen Küstenabschnitten angebrachten Warnungen vor Strömungen zu beachten.

Wanderungen
Bei Wanderungen in dicht bewachsenen Wäldern (Dschungel) ist besondere Vorsicht angebracht, da es viele, oft versteckte Erdlöcher und Schluchten gibt, die wiederholt zu tödlichen Unfällen führten. Es ist empfehlenswert, einen Wander- oder Inselführer zu engagieren, in jedem Fall nicht alleine unterwegs zu sein und ggf. rechtzeitig umzukehren. Gefahren, die Orientierung zu verlieren und zu dehydrieren, werden von Reisenden aufgrund der Insellage häufig unterschätzt.


https://www.auswaertiges-amt.de/de/Reis ... eit/226912

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Re: Kriminalität im "Paradies"

Beitrag von mr.minolta » 23 Jul 2019 19:03

Anubis hat geschrieben:
23 Jul 2019 15:05
Hallo Minolta, auf welcher Seite its der Artikel?
Hier nochmal ein Link, der direkt laufen sollte:

https://www.osac.gov/Content/Report/8af ... f4aed317a1

foto-k10 hat geschrieben:
23 Jul 2019 16:20

Zitate:
There is minimal risk from crime in Victoria.
There is minimal risk from terrorism in Victoria.
There is minimal risk from political violence in Victoria.

Hmmm ... da muss wohl doch ein anderer Report gemeint sein?

Na ja, der Text ist lang... Den muß man dann schon komplett lesen. :wink:

Exercise extra caution near ATMs and in the back streets of Beau Vallon and Victoria.
Theft from vehicles also occurs in areas foreigners frequent.
Criminals often target trekking tours, walking trails, and beaches due to the volume of tourists.
Despite the decrease of opportunistic crimes reported in 2018, there were a spate of robberies and attacks on and around the Cote D’Or beach on the island of Praslin.
etc. etc.
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Re: Kriminalität im "Paradies"

Beitrag von foto-k10 » 23 Jul 2019 20:42

Alles lesen? :shock:
Macht Trump doch auch nicht ...

Spaß beiseite: wenn ich in Deutschland am Geldautomaten war, wedele ich auch nicht mit den Geldscheinen herum. Ein Portemonnaie durfte man auch 2009 nicht im Wagen liegen lassen.

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Re: Kriminalität im "Paradies"

Beitrag von Anubis » 23 Jul 2019 20:52

mr.minolta hat geschrieben:
23 Jul 2019 19:03
Anubis hat geschrieben:
23 Jul 2019 15:05
Hallo Minolta, auf welcher Seite its der Artikel?
Hier nochmal ein Link, der direkt laufen sollte:

https://www.osac.gov/Content/Report/8af ... f4aed317a1


Läuft!

Besten Dank
Das Schicksal ist ein gesattelter Esel. Es geht, wohin du es führst.

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Re: Kriminalität im "Paradies"

Beitrag von Aloha » 27 Jul 2019 22:19

Hallo,
in anderen Foren (wenn ich mich recht entsinne Madeira und Kanaren Forum) gibt es eine Ecke wo Wanderer sich zu gemeinsamen Touren zusammenschließen können. Das würde mehr Sicherheit bieten was das Risiko von Ueberfällen bei Trekkingtouren anbelangt, denn Kriminelle überfallen wohl eher einzelne Touristen als Gruppen
Wäre es nicht eine Idee, solch ein Unterforum einzurichten?
Hier gibt es zwar ein Unterforum “Treffpunkt”, aber es ist ziemlich inaktiv.
Ich versuche es mal einfach im allgemeinen Forum.
Mit freundlichen Grüßen
Aloha

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Re: Kriminalität im "Paradies"

Beitrag von mr.minolta » 28 Jul 2019 00:45

Aloha hat geschrieben:
27 Jul 2019 22:19
Wäre es nicht eine Idee, solch ein Unterforum einzurichten?
Im Prinzip hast Du wohl recht mit Deiner Idee.

Allerdings dürfte die Zahl interessierter touristischer Wanderer, die ausgerechnet zum relevanten Zeitpunkt und auf der jeweils selben Insel wie Ihr in einer Gruppe würden wandern können/wollen, gegen Null gehen. Wenn es auch auf den Seychellen immer voller wird, derartige Wanderungen machen ohnehin nur wenige. Hier ist die Situation nicht mit der auf den Kanaren vergleichbar. Meine Frage dazu: wird man dort auch schon überfallen oder dient das eher einem organisatorischen Zusammenhalt?

Ich wünsch Dir dennoch Erfolg bei Deinem Aufruf! Vielleicht klappt es ja.
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Re: Kriminalität im "Paradies"

Beitrag von Aloha » 28 Jul 2019 07:32

Hallo,

auf den Kanaren (https://www.forumteneriffa.de/teneriffa ... a-wandern/), resp. Madeira (https://www.forum-madeira.eu/board.php?board=67 [anscheinend muß man angemeldet sein, um Zugriff auf dieses Board zu haben]), ist der Beweggrund nicht die Sicherheit sondern wohl eher die Geselligkeit. Von Ueberfällen habe ich nie etwas gehört.
Es ist natürlich so, dass es wohl vielmehr Touristen vor diesen Westafrika vorgelagerten Inseln gibt als auf den ostafrikanischen Seychellen, aber das Streben nach Sicherheit ein stärkerer Beweggrund sein als nur Geselligkeit.
Eigentlich, wenn ich mich aus der Ferne betrachte, und mein eigenes Verhalten analysiere, sehe ich in mir selbst ein Beispiel für diese Behauptung: aus Geselligkeit würde ich eigentlich nicht Mitwanderer suchen, aus Sicherheitsgründen aber schon.

Ich hoffe trotzdem, dass die Sicherheitslage aktuell auf den Seychellen nicht so katastrophal ist, dass man sich nicht mehr auf die Trekkingpfade trauen darf. Hier im Forum gibt es wohl Leute die auf den Seychellen leben, die etwas dazu zu sagen wissen.

Aber es geht ja nicht nur ums Wandern; beklemmend finde ich auch, dass das A.A. auch Ratschläge die Unterkunft betreffend gibt (Gitter an den Fenstern, Bewachung, Beleuchtung...).

Ganz ehrlich, wenn ich diese Infos über die Sicherheitslage vor dem Planen meiner Reise gehabt hätte, die Seychellen wären nicht in Frage gekommen.
Alternativ wollten wir nach Mauritius; ich frage mich, wie die Lage dort ist.

Einen schönen Sonntag
Aloha

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Re: Kriminalität im "Paradies"

Beitrag von foto-k10 » 28 Jul 2019 08:44

Auf Mauritius braucht man keine Gitter vor dem Zimmer.
Die Resorts an sich sind eingezäunt und sowohl am Eingang als auch am Strand gibt es genügend Sicherheitspersonal.

Und was das Wandern auf den Seychellen angeht: Drogenjunkies sind nicht unbedingt in bester körperlicher Verfassung. Den beschwerlichen Weg zu einem Naturetrail machen und dort dann eine halbe Ewigkeit warten, dass einer der seltenen Wanderer vorbei kommt?

Es gibt offizielle Guides - wer Angst hat oder orientierungslos ist, kann sich Gesellschaft "kaufen".

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Re: Kriminalität im "Paradies"

Beitrag von Aloha » 28 Jul 2019 09:28

Du sprichst von den Hotels auf Mauritius. Wie ist es um die Privatunterkünfte bestellt?
Auf den Seychellen sind die Hotels ja mit Sicherheit auch bewacht.

Einen Guide mieten ist natürlich eine, wenn auch kostspielige, Lösung; und für verschiedene Trails wird ja sowieso geraten, einen Guide zu engagieren.

Ist die Kriminalität denn ausschließlich mit dem Drogenproblem verbunden?
Sind diese Junkies eigentlich Einheimische oder Zugereiste?

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Re: Kriminalität im "Paradies"

Beitrag von foto-k10 » 28 Jul 2019 09:40

Aloha hat geschrieben:
28 Jul 2019 09:28
Du sprichst von den Hotels auf Mauritius. Wie ist es um die Privatunterkünfte bestellt?
Auf den Seychellen sind die Hotels ja mit Sicherheit auch bewacht.
Das Dilemma ist:
Auf Mauritius kenne ich nur Hotels, aber keine Privatunterkünfte.
Auf den Seychellen kenne ich nur Gästehäuser, aber keine Hotels :wink:
OK. große Hotels haben i.a. auch einen bewachten Eingang.

2009 hatte ich 20€ für einen Guide bezahlt. Vermutlich sind die aktuellen Preise deutlich höher.
Aber die Wahrscheinlichkeit, andere Touristen für eine gemeinsame Wanderung zu finden, halte ich ebenfalls für gering.
Aloha hat geschrieben:
28 Jul 2019 09:28
Ist die Kriminalität denn ausschließlich mit dem Drogenproblem verbunden?
Sind diese Junkies eigentlich Einheimische oder Zugereiste?
Keine Ahnung. Es hieß mal, dass ein Junkie mit seiner Spritze Touristen attackiert habe, um an Geld zu kommen. Natürlich Einheimische. Es gibt hier User, die besser auf dem Laufenden sind als ich ...

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